Pilotprojekt von toom und Fairtrade

Pilotprojekt für mehr Stecklinge mit Fairtrade-Siegel bei toom

Als erster Händler in Deutschland startet toom mit Fairtrade Deutschland gemeinsam ein Pilotprojekt für mehr Stecklinge mit Fairtrade-Siegel. Wieder einmal geht toom den ersten Schritt und möchte den positiven Effekt von Fairtrade bei den Stecklingsfarmen stärken. Dazu müssen insgesamt mehr Pflanzen mit dem Fairtrade-Siegel verkauft werden und die Prozesse vereinfacht werden.

Mehr fair gehandelte Pflanzen, niedrigere Produktionskosten, höhere Prämien

Durch das gemeinsame Projekt von toom und Fairtrade Deutschland sollen die Fairtradeprämieneinnahmen der Arbeiter:innen im Süden erhöht werden, die Kosten im globalen Norden reduziert und so Fairtrade-Stecklinge zu einer echten nachhaltigeren Alternative zu herkömmlichen Stecklingen werden.

Um das zu erreichen, werden in dem Pilotprojekt Prozesse vereinfacht, während gleichzeitig alle Fairtrade-Grundsätze eingehalten werden. Zur Kostenreduktion trägt außerdem bei, dass jene Gärtnereien, die die Fairtrade-Jungpflanzen im globalen Norden für toom fertig kultivieren, nicht mehr Fairtrade-zertifiziert sein müssen. Die Pflanzen selbst werden bereits in ihrem Ursprungsland, in dem Fairtrade-Standards mangels alternativer Regulierungen oft umso wichtiger sind, Fairtrade-zertifiziert.

Damit kann es in europäischen Gärtnereien zu einer Vermischung von Fairtrade-Pflanzen mit konventionellen Pflanzen kommen. An den Standards auf den Stecklingsfarmen in Ostafrika ändert sich dadurch nichts. Toom darf grundsätzlich nur die Menge an Pflanzen als Fairtrade-Ware verkaufen, die auch nach Fair-Handels-Bedingungen von den Farmen eingekauft wurden. Dies wird von der unabhängigen Zertifizierungsorganisation FLOCERT überprüft. Von den europäischen Gärtnereien fordert toom eine Zertifizierung nach Sozial- und Umweltstandards. Zusätzlich ist bei der Produktion in Deutschland eine mindestens 30-prozentige Torfreduktion sowie die Einhaltung des REWE-Rückstandsleitfaden[1] obligatorisch.

Jungpflanzen, egal ob Weihnachtsstern, Geranie oder Herbstaster, haben eine lange Reise hinter sich, bevor sie in Deutschland zum Verkauf angeboten werden. Sie werden aus Stecklingen kultiviert, die meist aus Afrika oder Lateinamerika stammen, denn dort herrschen die besten Rahmenbedingungen in Bezug auf Licht und Temperatur. In dieser Branche finden Tausende Arbeiter:innen eine Beschäftigung. Sie pflegen die Mutterpflanzen und schneiden die Stecklinge. Vom Schnitt der Stecklinge bis zur fertig kultivierten Pflanze kann dieser Prozess beispielsweise beim Weihnachtsstern bis zu 70 Wochen dauern.

Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen durch Fairtrade

Um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter:innen im globalen Süden zu verbessern, erweiterte Fairtrade 2015 seinen Standard für Blumen und Pflanzen um die Kategorie Jungpflanzen. Seitdem können neben Schnittblumen auch Jungpflanzen oder unbewurzelte Stecklinge Fairtrade-zertifiziert werden.

Eine Zertifizierung birgt für die Arbeiter:innen viele Vorteile. Dazu zählen beispielsweise feste Arbeitsverträge, Mutterschutz, Schutzkleidung oder Trainings zum sicheren Umgang mit Chemikalien. Zudem profitieren sie von einem Lohn, der mindestens der Lohnuntergrenze entspricht, die der Fairtrade-Standard vorschreibt. Zusätzlich erhalten zertifizierte Betriebe eine Fairtrade-Prämie, über deren Verwendung Landwirt:innen und Arbeiter:innen frei verfügen dürfen. Diese können gemeinsam entscheiden, in welche Projekte die Prämie investiert werden soll.

„Wir hoffen, mit den zusätzlichen Prämieneinnahmen eine Reihe von Wünschen der Arbeiter:innen erfüllen zu können. Einer davon ist die Einrichtung einer Kindertagesstätte. Viele Arbeiterinnen sehen sich gezwungen, ihre Arbeit nach der Geburt aufzugeben, weil es niemanden gibt, der sich um ihr Kind kümmern kann", so Roman Girma, Ernte-Koordinatorin bei Red Fox, einer Pflanzenfarm, die an dem Pilotprojekt teilnimmt. „Außerdem möchten wir die medizinische Betreuung ausbauen, sodass künftig auch die Familien der Arbeiter:innen dort versorgt werden können. Bislang sind nur die Angestellten selbst über die vom Unternehmen betriebene Klinik krankenversichert.“

Ergänzend zur regulären Fairtrade-Prämie zahlt toom außerdem eine Extra-Prämie von einem Cent pro eingekaufter Fairtrade-Pflanze über den Jungpflanzenbetrieb an die Arbeiter:innen der Stecklingsfarmen. Das entspricht in etwa einer Verdopplung der Fairtrade-Prämienzahlung. Um Pflanzen zu kennzeichnen, die über das Pilotprojekt gehandelt werden, führt Fairtrade ein neues, gesondertes Pilotsiegel ein. Die ersten so gekennzeichneten Weihnachtssterne sind ab November 2022 bei toom Baumarkt erhältlich.

Mehr Informationen zum Thema Fairtrade finden Sie unter https://toom.de/ueber-toom/nachhaltigkeit/gruene-produkte/fairtrade-pflanzen/

Über toom:

Mit mehr als 300 Märkten im Portfolio (toom Baumarkt, B1 Discount Baumarkt und Klee Gartenfachmarkt), rund 18.000 Beschäftigten und einem Bruttoumsatz von 2,9 Milliarden Euro zählt toom zu den führenden Anbietern der deutschen Baumarktbranche. Das Unternehmen gehört zur REWE Group. Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2021 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von 76,5 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren rund 380.000 Beschäftigten in 21 europäischen Ländern präsent. +++ Seit 2016 trägt toom das Zertifikat „audit berufundfamilie“. Mit dem „audit berufundfamilie“, einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, geht toom als Arbeitgeber zukunftsorientierte Wege und unterstützt seine Mitarbeiter in unterschiedlichen Lebensphasen und den damit verbundenen Herausforderungen.

Für Presserückfragen:

REWE Group, toom Baumarkt GmbH, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Daria Ezazi, Humboldtstraße 140-144, 51149 Köln, Tel.: 0221-149-6272, E-Mail: daria.ezazi@rewe-group.com


[1] Der REWE-Rückstandsleitfaden verschärft die gesetzlichen Anforderungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei Zierpflanzen.

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