Balkonbepflanzung

Wenn der Winter vorüber ist und die Tage allmählich länger, heller und wärmer werden, ist es an der Zeit, den kahlen Balkon wieder mit Leben zu füllen und mithilfe bunt blühendender Balkonpflanzen in eine urbane Wohlfühloase zu verwandeln. Schon im Februar und März kannst du mit Hornveilchen (Viola cornuta), Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) und Primeln (Primula) erste farbenfrohe Akzente in den Balkonkasten setzen. Spätestens nach den Eisheiligen im Mai dürfen dann auch kälteempfindliche Blumen wie Geranien (Pelargonium), Petunien (Petunia) und Strauchmargeriten (Argyranthemum) an ihren Platz im Kasten oder Kübel. Hängende Balkonpflanzen eignen sich mit ihrem kaskadenähnlichen Wuchs insbesondere für die Bepflanzung von Ampeln, die dem Balkon oder der Terrasse eine weitere Dimension geben.


Auswahl der Balkonpflanzen

Zu den sonnenhungrigen Geranien, Petunien und Nelken gesellen sich auf sehr hellen Balkonen Blühgaranten wie das sattblaue Männertreu (Lobelia erinus), das üppige Eisenkraut (Verbena), der verspielte Elfenspiegel (Nemesia), das zarte Portulakröschen (Portulaca grandiflora), die kompakte Japanische Scheinmyrthe oder die elegante Bougainvillea (Bougainvillea).

Neben üppig bepflanzten Kästen lässt sich der Balkon zusätzlich durch einzelne Kübelpflanzen aufwerten. Auf dem Sonnenbalkon eignen sich hierfür zum Beispiel Engelstrompeten (Brugmansia), Strauchmargeriten (Argyranthemum frutescens), Hibiskus (Hibiscus), Oleander (Nerium oleander), Zitrusgewächse (Citrus) oder Olivenstämmchen (Olea europaea).

Auch wer über einen halbschattigen oder gar schattigen Balkon verfügt, kann aus einer Vielzahl Pflanzen schöpfen, um das Plätzchen im Freien in eine ausdauernd blühende Oase zu verwandeln. Insbesondere Fuchsien, Begonien (Begonia), Fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana) und Edel-Lieschen (Impatiens Neu-Guinea-Hybride) gedeihen prächtig im Halbschatten.

Aber auch die interessante Pantoffelblume (Calceolaria) oder die exotische Dipladenia (Mandevilla) fühlen sich ohne direkte Sonne wohl. Efeu (Hedera helix) und verschiedene Farne (Pteridophyta) lockern das Bild mit ihrem satten Grün etwas auf und geben Struktur, während Hortensien (Hydrangea) einzeln in Kübel gepflanzt.

Sonnenpflanzen

  • Callas
  • Crysanthemen
  • Dahlien
  • Geranien
  • Goldlack
  • Hyazinthen
  • Lilien
  • Lobelien
  • Sonnenblumen
  • Pfingstrosen

Schattenpflanzen

  • Begonien
  • Buschwindröschen
  • Fuchsien
  • Funkien
  • Glockenblumen
  • Herbst-Enzian
  • Strahlen-Anemone
  • Waldlilie
  • Gräser

Pflanzgefäße vorbereiten

Spätestens nach den Eisheiligen im Mai ist die Gefahr für vereinzelt auftretende, späte Nachtfröste vorüber. Der erste Schritt in der Balkonbepflanzung ist nach dem Kauf der Pflanzen zunächst die Vorbereitung der jeweiligen Pflanzgefäße.

Pflanzkübel und Balkonkästen, die schon im Vorjahr zum Einsatz gekommen sind, sollten gründlich von Schmutz und Pflanzenresten befreit werden, bevor sie neu befüllt werden. Ob aus Ton oder Kunststoff, jedes Pflanzgefäß sollte über Löcher am Boden verfügen, über die überschüssiges Gießwasser ablaufen kann, so dass keine Staunässe entsteht.

Damit die Löcher nicht durch Erde verschlämmen und verstopfen, empfiehlt sich die Abdeckung durch grobe Tonscherben oder Kiesel. Die unterste Schicht des Balkonkastens oder Pflanzkübels sollte aus einer Drainage-Schicht aus Blähton oder Granulat bestehen, die einerseits Wasser speichern und nach und nach an die Erde abgeben kann, andererseits aber auch für einen besseren Ablauf sorgt.

Deckt man die Drainage-Schicht mit einem Trennvlies ab, so verhindert man das Einschwämmen von Substrat in die unterste Schicht. Abschließend befüllt man das Gefäß nun mit hochwertiger Blumenerde, die auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt sein sollte und mit Langzeitdünger oder Hornspänen angereichert werden kann, so dass regelmäßige Düngergaben über das Gießwasser häufig nicht mehr notwendig sind. Gegebenenfalls ist es auch ratsam, das Substrat mit etwas Sand zu vermischen, um es auf diese Weise besonders locker und durchlässig zu machen.


Pflanztipps

Für ein gesundes Anwachsen und üppiges Gedeihen sind neben dem Einsatz einer hochwertigen Erde auch die Qualität der Pflanzen und insbesondere die Pflanztechnik entscheidend.

Beim Kauf der Pflanzen gilt übrigens: Kaufen Sie lieber eine Pflanze mehr als eine zu wenig.

Übrig gebliebene Pflänzchen, die keinen der begehrten Plätze im Kasten oder Kübel ergattern konnten, zieren den Balkon auch noch, wenn sie einzeln in Töpfe gesetzt werden, während zu spärlich bepflanzte Kästen und Kübel ihre Wirkung verfehlen. 

Spannung lässt sich erzeugen, indem Pflanzen mit unterschiedlicher Wuchshöhe zusammengebracht werden. Auch Farbkontraste oder Ton-in-Ton-Abstufungen setzen gekonnt Akzente. Frisches Grün, beispielsweise durch Gräser oder Kräuterpflanzen, bringt Struktur und Ruhe in den Balkonkasten. Kombinieren Sie insgesamt lieber wenige unterschiedliche Pflanzenarten, die als Wiederholungselement jedoch mehrfach auftauchen dürfen, anstelle von unzähligen verschiedenen Blumen, die für Unruhe sorgen können.

Außerdem sollten die Pflanzen, die sich ein Gefäß teilen, ähnliche Ansprüche an Pflege, Standort, Wasser- und Nährstoffbedarf haben. So passen zum Beispiel Petunien und Geranien bestens zusammen, aber auch Fuchsien, Knollenbegonien und Fleißiges Lieschen sind gute Nachbarn. Bevor Sie mit dem Einpflanzen loslegen, können Sie die jeweiligen Pflanzen samt Übertopf an die vorgesehene Stelle im Kasten oder Kübel stellen, um die Wirkung zu überprüfen und die Position gegebenenfalls noch einmal zu ändern. Setzen Sie die einzelnen Pflanzen für ein üppiges Ergebnis möglichst dicht nebeneinander, lassen Sie ihnen aber den nötigen Platz, den sie zur vollen Entfaltung benötigen. Insbesondere bei Fuchsien sollte man darauf achten, dass das Pflanzgefäß nicht zu groß gewählt wird, damit die Wurzeln den nötigen Halt finden und gut anwachsen können.

Haben Sie sich auf ein Arrangement festgelegt, pflanzen Sie die Blümchen so ein, dass der Ballen, der – sofern er komplett durchwurzelt ist – für ein besseres Wurzelwachstum vorher angerissen werden sollte, weder im Pflanzloch versinkt, noch über die Erdoberfläche herausragt. Drücken Sie die gerade eingesetzten Pflanzen an, füllen Sie mit Erde auf, so dass ein Gießrand frei bleibt, und bewässern Sie das Pflanzgefäß gründlich.


Die richtige Pflege

Die meisten Balkonpflanzen sind genügsame Dauerblüher, die sich durch einen langanhaltenden Blütenflor und besondere Pflegeleichtigkeit auszeichnen. Doch auch sie freuen sich über die eine oder andere Zuwendung und danken es mit noch üppigerer Blüte.

So sollte man grundsätzlich bei allen Balkonpflanzen regelmäßig Verblühtes und Verwelktes ausputzen, so dass die Pflanzen angeregt werden, fortwährend neue Blüten zu bilden, und Krankheitserregern der Nährboden entzogen wird. Der Wasser- und Nährstoffbedarf richtet sich stark nach den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Pflanzen, Staunässe sollte jedoch bei allen Balkon- und Terrassenblumen vermieden werden.

Da Kübelpflanzen kaum Wasser speichern können, müssen sie häufiger gegossen werden als Beetblumen, an heißen Tagen mitunter sogar mehrmals täglich. Hierzu empfehlen sich dann insbesondere die kühleren Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne weniger stark strahlt und das Gießwasser nicht gleich verdunstet.

Wer vor dem Bepflanzen Langzeitdünger in das Substrat eingearbeitet hat, muss während der Wachstumsperiode gar nicht oder nur selten zusätzlich über das Gießwasser düngen.