Hochbeet selber bauen - so gehst du es richtig an

Mit einem Hochbeet lässt sich vortrefflich dort gärtnern, wo dies sonst schwer möglich ist. Darüber hinaus hat es viele weitere Vorteile:

  • Ein Hochbeet ist je nach Bauweise sehr mobil
  • Es ist unabhängig von der Bodenqualität am Standort
  • Die Füllung liefert (fast) alles, was Pflanzen brauchen
  • Pflanzen und Beete pflegst du im Stehen
  • Die komfortable Arbeitshöhe schont Kreuz und Knie

Die natürliche Humusbildung durch Verrottung in den Hochbeet-Schichten sorgt für Wärme – etwa fünf Grad Celsius mehr als in Flachbeeten sind möglich. Das fördert das Pflanzenwachstum und sorgt für reiche Erträge bereits im ersten Jahr. Die kompostierbaren Anteile in den Schichten verrotten innerhalb von fünf bis sechs Jahren vollständig. Dann musst du die Schichten im Hochbeet zwar erneuern, hast aber wunderbaren Humus für die Gartenbeete gewonnen.

Überzeugt? Dann mach dich mit unseren Tipps für den Hochbeet-Aufbau ans Werk! Geeignetes Handwerkzeug und Elektrowerkzeug für deine Projekte bekommst du natürlich auch bei uns.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Drei bis vier Stunden je nach Größe

Werkzeug: Holzlatten, Kanthölzer oder Balken in bevorzugtem Format, Schrauben, Handsäge, Spanngurt, Schraubzwinge, Akkuschrauber, Holzschutzfarbe oder Teichfolie, Gehwegplatten


Hochbeet bauen: So gehst du vor

Hände in Pflanzenbeet

Generell hast du große kreative Freiheit, wenn du ein Hochbeet selber baust. Du bestimmst den Aufwand und wählst aus zahlreichen Optionen. So kannst du zum Beispiel etwa fünf Zentimeter dicke, massive Kanthölzer stapeln. Oder du verwendest 2,5 Zentimeter schmale Latten, die du mit Pfosten verschraubst. Zusätzlich kannst du deine Konstruktion mit dicken, stabilen Holzpfosten an den Außenseiten stützen.


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast dich für einen kompletten Eigenbau aus Holz entschieden und alles zur Hand? Dann kannst du gleich loslegen.

  1. Bringe die Kanthölzer für die langen und kurzen Seiten mit einer Handsäge auf die benötigte Länge.
  2. Bohre die Löcher zum Verschrauben vor.
  3. Halte die Bretter einer der kurzen Seiten mit einem Spanngurt zusammen.
  4. Fixiere an einem Ende der Bretter einen Balken mit einer Schraubzwinge.
  5. Verschraube Bretter und Balken mit dem Akkuschrauber.
  6. Wiederhole diesen Schritt am anderen Ende der Bretter, sodass beide Enden der kurzen Seite anschließend jeweils mit einem Balken verschraubt sind.
  7. Wiederhole diese Schritte mit den Brettern der anderen kurzen Seite.
  8. Halte nun nacheinander die Bretter der Längsseiten mit einem Spanngurt zusammen und verschraube auch diese mit den Balken, die bereits mit den kurzen Seiten verschraubt sind, um den Rahmen zu komplettieren.
  9. Je nach Rahmengröße verschraubst du weitere Balken in regelmäßigem Abstand zur Stabilisierung.

Tipp: Entweder platzierst du dein Hochbeet direkt auf dem Erdboden oder du stattest es mit einem eigenen Boden aus. Letztere Variante hat den Vorteil, dass du das Beet bei Bedarf leichter umsetzen kannst. Zudem ist es so vor Wühlmäusen geschützt. Am besten versiehst du dein Beet nicht nur mit einem eigenen Boden, sondern stellst es auch auf Gehwegplatten. So hat es möglichst wenig Kontakt zum Erdboden und das Holz hält länger. Eine Feuchtigkeitssperre erhältst du, indem du es mit Holzschutzfarbe behandelst oder innen mit Teichfolie verkleidest.


Standortwahl

Hochbeete bepflanzt

Die wichtigste Standortwahl triffst du schon, indem du dich für diese Beetform entscheidest: Sie lautet Flexibilität. Selbst wenn du keinen Garten hast, kannst du ein Hochbeet selber bauen und damit auf dem Balkon gärtnern. Wenn du Blumen und Wildpflanzen ein Zuhause gibst, freut das auch Bienen und Schmetterlinge. Ebenso gut pflanzt du darin eigene Kräuter und Gemüse an. Noch deutlicher spielen Hochbeete ihre Trümpfe allerdings im Garten aus: Schnecken und Wühlmäuse kommen deutlich schwerer an die Pflanzen heran. Anders als im dichten Gras erkennst du Schnecken bereits auf dem Weg nach oben leicht und sammelst sie einfach ab. Dank der bequemen Arbeitshöhe hast du die Pflanzen zudem besser im Blick.

Idealerweise stellst du ein Hochbeet folgendermaßen auf:

  • Auf festem und ebenem Untergrund
  • Von allen Seiten zugänglich
  • In Nord-Süd-Ausrichtung (für optimale Sonneneinstrahlung)
  • Schattig in der Mittagshitze

Tipp: Hochbeete lassen sich sehr gut taktisch positionieren: Zum Beispiel als Übergang zwischen verschiedenen Gartenbereichen oder als Sichtschutz für den Lieblingsplatz. Selbst Komposthaufen oder Mülltonnen verbirgst du damit elegant. Entsprechend inszeniert machen die höhergelegten Beete im Zusammenspiel mit Rasenflächen, Flachbeeten, Obstbäumen und anderen Gartenelementen einiges her. Verleihe deiner Terrasse einen grünen oder einen bunten Touch. Naturbelassenes Holz für den Rahmen wirkt am ursprünglichsten und überzeugt darüber hinaus durch eine angenehme Haptik.


Material

Holzlatten

Hochbeete werden aus verschiedenen Materialien gefertigt. Modelle aus Metall und Kunststoff finden sich ebenso wie Varianten aus Holz und Stein. Willst du ein Hochbeet selber bauen, eignet sich Holz prinzipiell am besten, da du es leicht bearbeiten kannst. Verwende beispielsweise naturbelassenes oder druckimprägniertes Lärchen- oder Kiefernholz. Auch Robinie und Douglasie zählen zu den widerstandsfähigen Hölzern, die sich für einen Hochbeet-Aufbau sehr gut eignen.


Tipp: Soll es besonders schnell und mit möglichst wenig Aufwand gehen? Dann baue ein Hochbeet mit Paletten. Diese haben den Vorteil, dass du sie nicht erst zusägen musst. Außerdem passen die Teile bereits perfekt aufeinander. Ebenso kannst du natürlich einen Hochbeet-Bausatz kaufen, der alle benötigten Materialien enthält. Derartige Bausätze für Hochbeete beinhalten üblicherweise auch eine ausführliche Bauanleitung.


Wichtige Maße

Hände Holzlatten ausmessen

Es bleibt dabei, dass du dein Hochbeet einfach selber bauen willst? Wunderbar! Dann überlege dir im Vorfeld gut, wie genau dein Hochbeet aussehen soll.

Höhe

Wähle die Höhe des Beets, also die spätere Arbeitshöhe, am besten in Relation zu deiner Körpergröße aus. Ähnlich wie an der Spüle und den Arbeitsplatten in der Küche solltest du dich auch beim Hochbeet nicht zu weit vorbeugen oder in die Knie gehen müssen. 90–100 Zentimeter (cm) Höhe sind eine gute Höhe. Passe sie einfach nach Bedarf an. Arbeitest du lieber im Sitzen, setzt du die Bauhöhe ebenfalls entsprechend niedriger an.

Breite und Länge

Je nach Armlänge sollte dein Hochbeet zudem nicht breiter als 130 Zentimeter sein, sonst erschwerst du dir das Pflanzen, die Pflege und das Ernten. Ebenso solltest du beachten, dass größere und längere Hochbeete entsprechend mehr Inhalt haben und deshalb stabiler gebaut sein sollten. Sie müssen schließlich einem größeren Innendruck standhalten, den die Füllung ausübt. Ab einer Länge von zwei Metern solltest du deshalb die Wände mit Pfosten stabilisieren.


Hochbeet richtig anlegen und bepflanzen

Mann und Frau bepflanzen Hochbeet

Du bist mit dem Bau schon fertig? Dann möchtest du sicher wissen, wie du dein Hochbeet Schicht für Schicht richtig anlegst. Das zeigen wir dir hier in drei einfachen Schritten. Die passenden Nutzpflanzen und Blumen zum Bepflanzen findest du natürlich auch bei uns.