Hochbeet selber bauen – Anleitung und Tipps

Ein Hochbeet selber bauen liegt im Trend – und das zu Recht: Denn mit einem Hochbeet lässt sich vortrefflich dort gärtnern, wo dies sonst schwer möglich ist. Überzeugt? Dann mach dich mit unseren Tipps für den Hochbeet-Aufbau ans Werk! Geeignetes Handwerkzeug und Elektrowerkzeug für deine Projekte bekommst du natürlich auch bei uns. Weitere Tipps rund um das Thema Beete findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst. 

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Etwa 1 Tag

Werkzeug & Material: Wasserwaage, Zollstock, Gehrungs-, Kapp-, Hand- oder Tischkreissäge, Werktisch, Holzbohrer, Universalschere, Drahtschere, Hammer, Pinsel, Holzlatten, Kanthölzer, Terrassendielen oder Glattkantbretter, Rechteckleisten, Verzinkte Senkkopf-Holzschrauben, Dachpappennägel, Spanngurt, Schraubzwinge, Akkuschrauber, Wetterschutzlasur, Holzschutzfarbe, Teichfolie, Drahtkrampen, Maschendrahtgewebe, Gehwegplatten, Erden und Füllmaterial


Ein Hochbeet, viele Vorteile

Ein Hochbeet ist aus vielen verschiedenen Gründen von Vorteil:

  • Ein Hochbeet ist je nach Bauweise sehr mobil
  • Es ist unabhängig von der Bodenqualität am Standort
  • Die Füllung liefert (fast) alles, was Pflanzen brauchen
  • Aussaat, Pflanzen und Beete pflegst du im Stehen
  • Die komfortable Arbeitshöhe schont Kreuz und Knie

Die natürliche Humusbildung durch Verrottung in den Hochbeet-Schichten sorgt für Wärme – etwa fünf Grad Celsius mehr als in Flachbeeten sind möglich. Das fördert das Pflanzenwachstum und sorgt für reiche Erträge bereits im ersten Jahr. Die kompostierbaren Anteile in den Schichten verrotten innerhalb von fünf bis sechs Jahren vollständig. Dann musst du die Schichten im Hochbeet zwar erneuern, hast aber wunderbaren Humus für die Gartenbeete gewonnen.

Produkte für dein Hochbeet


Hochbeet selber bauen: So gehst du vor

Hände in Pflanzenbeet

Generell hast du große kreative Freiheit, wenn du ein Hochbeet selber baust. Du bestimmst den Aufwand und wählst aus zahlreichen Optionen. So kannst du zum Beispiel etwa fünf Zentimeter dicke, massive Kanthölzer stapeln. Oder du verwendest 2,5 Zentimeter schmale Latten, die du mit Pfosten verschraubst. Zusätzlich kannst du deine Konstruktion mit dicken, stabilen Holzpfosten an den Außenseiten stützen.


Wie baue ich ein Hochbeet? Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast dich dafür entschieden, dein Hochbeet selbst aus Holz zu bauen und alles zur Hand? Dann kannst du gleich loslegen. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du dabei vorgehst.

1. Eckpfosten und Seitenteile zusägen

Bringe die Kanthölzer für die langen und kurzen Seiten und die Rechteckleisten mit einer Handsäge auf die benötigte Länge oder lasse sie dir in deinem toom Baumarkt zuschneiden. Nun baust du die beiden Längsteile zusammen. Dafür schraubst du die Bretter an beiden Enden dicht an dicht an die Rechteckleisten an. Lass die Bretter jeweils eine Brettstärke über die Rechteckleisten hinausschauen. Bohre auch die Löcher zum Verschrauben vor. Sind die Längsteile sehr lang, verstärkst du sie mit einer zusätzlichen Leiste in der Mitte.

2. Hochbeet verschrauben

Nun geht es mit allen Brettern und den beiden Längsteilen in den Garten. Die Bretter der schmalen Seiten schraubst du an die Rechteckleisten der Längsteile, sodass sie bündig mit den Brettern der Längsteile abschließen. Damit nichts verrutscht, kannst du die Bretter einer der kurzen Seiten mit einem Spanngurt zusammenhalten. Fixiere dann an einem Ende der Bretter einen Balken mit einer Schraubzwinge.

Verschraube Bretter und Balken mit dem Akkuschrauber. Zwei Schrauben pro Brett sind ausreichend. Brett für Brett arbeitest du dich von oben nach unten nach unten vor. Danach folgt das zweite Längsteil und zum Schluss die Bretter der zweiten Seitenwände. Halte nun nacheinander die Bretter der Längsseiten mit einem Spanngurt zusammen und verschraube auch diese mit den Balken, die bereits mit den kurzen Seiten verschraubt sind, um den Rahmen zu komplettieren.

Je nach Rahmengröße verschraubst du weitere Balken in regelmäßigem Abstand zur Stabilisierung. Nun nimmt dein Hochbeet langsam Form an!

Ein Maschendrahtgewebe wird an den Kanten des Hochbeets befestigt.

3. Gewebe und Innenverkleidung anbringen

Damit die Bretter später nicht faulen und kein Wasser an den Seiten deines selbstgebaute Hochbeets ausläuft, kannst du die gesamten Innenseiten mit Teichfolie, Anti-Unkrautvlies oder einer speziellen Hochbeetfolie auskleiden. Über die untere, offene Fläche legst du ein engmaschiges Maschendrahtgewebe, nagelst es mit Drahtkrampen fest und schneidest deine das überstehende Gewebe ab. Der Draht schützt dein Hochbeet vor Wühlmäusen.

4. Hochbeet ausrichten und imprägnieren

Nun stellst du das fast fertige Hochbeet an die Stelle, an der es letztendlich stehen soll. Kontrolliere mit einer Wasserwaage, ob das Beet waagrecht steht. Gegebenenfalls kannst du Unebenheiten am Boden mit etwas Erde oder Sand ausgleichen. Je nachdem, welches Holz du für dein Hochbeet gewählt hast, solltest du die Bretter nun noch mit Holzschutzfarbe oder einer Holzlasur einlassen, damit es vor Wind und Wetter geschützt ist.

5. Arbeitsbereich anlegen

Wenn du das Hochbeet als Nutzbeet verwenden möchtest, solltest du rund um das Beet noch einen etwa 50 Zentimeter breiten Arbeitsbereich anlegen, damit du gut und trocken stehen und arbeiten kannst. Als Unterlage für den Arbeitsbereich kannst du ein Stabilisatorvlies nutzen. Es stabilisiert den Untergrund und verhindert, dass Unkraut zu stark sprießt. Auf das Vlies kommt nun eine etwa 5 Zentimeter dicke Schicht Pinienrinde. Harke sie gleichmäßig glatt. Idealerweise schließt die Pinienrinde in der Höhe mit der umliegenden Wiese ab, sodass es eine ebene Fläche gibt.

Tipp: Entweder platzierst du dein Hochbeet direkt auf dem Erdboden oder du stattest es mit einem eigenen Boden aus. Letztere Variante hat den Vorteil, dass du das Beet bei Bedarf leichter umsetzen kannst. Zudem ist es so vor Wühlmäusen geschützt. Am besten versiehst du dein Beet nicht nur mit einem eigenen Boden, sondern stellst es auch auf Gehwegplatten. So hat es möglichst wenig Kontakt zum Erdboden und das Holz hält länger.


Standortwahl für dein Hochbeet

Ein Handwerker misst den Gartenboden mit einer Wasserwaage aus.

Die wichtigste Standortwahl triffst du schon, indem du dich für diese Beetform entscheidest: Sie lautet Flexibilität. Selbst wenn du keinen Garten hast, kannst du ein Hochbeet für den Balkon selber bauen und damit auf dem Balkon gärtnern. Wenn du Blumen und Wildpflanzen ein Zuhause gibst, freut das auch Bienen und Schmetterlinge. Ebenso gut pflanzt du darin eigene Kräuter an oder nutzt es für den Gemüseanbau.

Noch deutlicher spielen Hochbeete ihre Trümpfe allerdings im Garten aus: Schnecken und Wühlmäuse kommen deutlich schwerer an die Pflanzen heran. Anders als im dichten Gras erkennst du Schnecken bereits auf dem Weg nach oben leicht und sammelst sie einfach ab. Dank der bequemen Arbeitshöhe haben Hobbygärtner die Pflanzen zudem besser im Blick.

Idealerweise stellst du ein Hochbeet folgendermaßen auf:

  • Auf festem und ebenem Untergrund
  • Von allen Seiten zugänglich
  • In Nord-Süd-Ausrichtung (für optimale Sonneneinstrahlung)
  • Schattig in der Mittagshitze

Tipp: Hochbeete lassen sich sehr gut taktisch positionieren: Zum Beispiel als Übergang zwischen verschiedenen Gartenbereichen oder als Sichtschutz für den Lieblingsplatz. Selbst Komposthaufen oder Mülltonnen verbirgst du damit elegant. Entsprechend inszeniert machen die höhergelegten Beete im Zusammenspiel mit Rasenflächen, Flachbeeten, Obstbäumen und anderen Gartenelementen einiges her. Verleihe deiner Terrasse einen grünen oder einen bunten Touch. Naturbelassenes Holz für den Rahmen wirkt am ursprünglichsten und überzeugt darüber hinaus durch eine angenehme Haptik.


Hochbeet selber bauen: Material

Vier Säcke Erde und Mulch vor einem selbstgebauten Hochbeet.

Hochbeete werden aus verschiedenen Materialien gefertigt. Modelle aus Metall und Kunststoff finden sich ebenso wie Varianten aus Holz und Stein. Willst du ein Hochbeet selber bauen, eignet sich Holz prinzipiell am besten, da du es leicht bearbeiten kannst. Welches Holz du zum Hochbeet bauen verwendest, kannst du frei entscheiden. Verwende beispielsweise naturbelassenes oder druckimprägniertes Lärchen- oder Kiefernholz. Auch Robinie und Douglasie zählen zu den widerstandsfähigen Hölzern, die sich für einen Hochbeet-Aufbau sehr gut eignen.

Hochbeet mit Bausatz oder aus Paletten bauen

Soll es besonders schnell und mit möglichst wenig Aufwand gehen? Dann baue ein Hochbeet mit Paletten. Diese haben den Vorteil, dass du sie nicht erst zusägen musst. Außerdem passen die Teile bereits perfekt aufeinander. Ebenso kannst du natürlich einen Hochbeet-Bausatz kaufen, der alle benötigten Materialien enthält. Derartige Bausätze für Hochbeete beinhalten üblicherweise auch eine ausführliche Bauanleitung.


Die passenden Hochbeet-Maße

Es bleibt dabei, dass du dein Hochbeet selber bauen willst? Wunderbar! Dann überlege dir im Vorfeld gut, wie genau dein Hochbeet aussehen soll.

Höhe

Wähle die Höhe des Beets, also die spätere Arbeitshöhe, am besten in Relation zu deiner Körpergröße aus. Ähnlich wie an der Spüle und den Arbeitsplatten in der Küche solltest du dich auch beim Hochbeet nicht zu weit vorbeugen oder in die Knie gehen müssen. 90–100 Zentimeter (cm) Höhe sind eine gute Höhe. Passe sie einfach nach Bedarf an. Arbeitest du lieber im Sitzen, setzt du die Bauhöhe ebenfalls entsprechend niedriger an.

Ein Handwerke bohrt Löcher in Holzleisten vor.

Breite und Länge

Je nach Armlänge sollte dein Hochbeet zudem nicht breiter als 130 Zentimeter sein, sonst erschwerst du dir das Pflanzen, die Pflege und das Ernten. Du kannst natürlich auch schmalere Hochbeete bauen, wenn du nicht viel Platz hast, etwa auf dem Balkon. Möchtest du ein größeres und längeres Hochbeet, solltest du beachten, dass diese entsprechend mehr Inhalt haben und deshalb stabiler gebaut sein sollten. Sie müssen schließlich einem größeren Innendruck standhalten, den die Füllung ausübt.

Um ein Hochbeet, dessen Längsseiten 2,5 Meter oder länger sind, richtig zu bauen, solltest du jede Längsseite mit einem Mittelpfosten verstärken und mit Draht verspannen, damit die Bretter sich durch die Erdlast nicht nach außen biegen oder sogar brechen. Die Mittelpfosten schraubst du dazu auf beiden Innenseiten mehrfach an die Bretter. In die Innenseiten der Pfosten schraubst du auf halber Höhe je eine Ösenschraube und verbindest die gegenüberliegenden Ösen mit einem dicken, verzinkten Spanndraht. Achte dabei auf die benötigte Zugspannung – am besten geht das mithilfe eines Spannschlosses. Dann erst kannst du das Hochbeet befüllen.


Hochbeet richtig anlegen und bepflanzen

Nahaufnahme der Kräuter in einem Hochbeet.

Du hast dein Hochbeet schon selbst gebaut? Dann möchtest du sicher wissen, wie du das Beet Schicht für Schicht richtig mit Füllmaterial und Pflanzerde befüllst. Das zeigen wir dir im Beitrag"Hochbeet bepflanzen" in drei einfachen Schritten. Die passenden Nutzpflanzen und Blumen zum Bepflanzen findest du natürlich auch bei uns.