Hortensien (Hydrangea): Alles für guten Wuchs und tolle Blüten

Ursprünglich stammt die Hortensie aus den gemäßigten Regionen Süd- und Ostasiens sowie aus Nord- und Südamerika. Wohl kaum eine andere Pflanze hat den Trend des Bauern- oder Cottage-Gartens so stark unterstützt wie die Hortensie. Ungebrochen modern ist das alte, romantische Flair der Bauernhortensie. Und die Artenvielfalt bei den Hortensien ist inzwischen stark angewachsen. Die pflegeleichte und winterharte Pflanze bietet dir mit ihrer farbigen Blütenpracht viele Möglichkeiten, deinen Garten zu verschönern.


Standort: Halbschatten

Gießen: Mäßig gießen

Blütezeit: Juni bis August



Hortensienarten

Hortensien werden botanisch in Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume eingeteilt. Die verschiedenen Rosa-, Weiß- und Blautöne der Bauernhortensien sind die Hauptakteure im Sommerblüher-Sortiment. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch Neuzüchtungen, die am einjährigen Holz blühen und somit ständig Blüten nachschieben.

Am häufigsten trifft man in heimischen Gärten auf Rispenhortensien (Hydrangea paniculata), Kletterhortensien (Hydrangea petiolaris) und Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla). Letztere unterteilt man wiederum in Tellerhortensien und Gartenhortensien. Die verschiedenen Hortensien-Arten unterscheiden sich vor allem in Wuchs- und Blütenform sowie der Blütenfarbe voneinander.


Hortensien pflanzen – Standort und Zeitpunkt

Frau pflanzt Hortensie

Die meisten Hortensienarten eignen sich besonders für einen halbschattigen, windgeschützten Standort. Bei ausreichend feuchtem oder bewässertem Boden fühlt sich die Hortensie aber auch in der Sonne wohl – besonders die Rispenhortensie ist recht unempfindlich gegen starke Sonneneinstrahlung. Demgegenüber kommt die Kletterhortensie auch mit einem dauerhaft schattigen Standort gut klar; diese Art solltest du sogar am besten an feuchten und kühlen Standorten pflanzen. Grundsätzlich gilt: Je kühler und heller, desto länger hält der Blütenflor und umso schöner färben sich die Blüten aus.

Pflanze Hortensien am besten im Frühling oder Spätsommer, so haben die Pflanzen die besten Bedingungen zum Anwurzeln. Im Frühling musst du allerdings noch ab und zu mit Spätfrost rechnen, der junge Triebe beschädigen kann. Containerstauden kannst du dagegen in der Regel ganzjährig verpflanzen. Topf-Exemplare versorgst du im Frühjahr mit frischer Erde.

  • Der richtige Boden: Die Beschaffenheit des Bodens spielt für Hortensien eine große Rolle. Die Erde sollte tiefgründig, humos, locker und fruchtbar sein, allerdings nicht basisch oder kalkhaltig.
  • Flachwurzler: Hortensien brauchen ein großes Pflanzloch mit ausreichend Platz für ihre flachen Wurzeln. Achte bei der Pflanzung darauf, dass jede Hortensie genügend Abstand zu anderen Flachwurzlern hat.
  • Genug Feuchtigkeit: Tauche die Hortensie vor dem Einpflanzen in ein Wasserbad, damit sich die Erde bereits einmal richtig mit Wasser vollsaugen kann.
  • Balkon: In einem großen Blumenkübel fühlt sich die Hortensie auch auf dem Balkon wohl. Vermeide hier aber eine reine Südlage, da die Blätter der Pflanze sonst schnell verbrennen können.

Hortensien richtig gießen

Um ihre Blütenpracht zu entfalten, benötigen die Hortensien ausreichend Wasser. An heißen Tagen sowie direkt nach dem Einpflanzen solltest du sie morgens und abends gießen, sonst zumindest alle 2 bis 3 Tage. Ein guter Indikator: Die Erde sollte stets feucht sein. Vermeide dabei aber Staunässe, da Hortensien dagegen recht empfindlich sind.

Pro Gießvorgang braucht eine Pflanze zwischen 5 und 10 Litern kalkarmes Wasser – je nachdem, wie kühl der Standort ist. Ist dein Leitungswasser zu kalkhaltig, dann nutze lieber eine Regentonne zum Auffangen von Gießwasser. Gieße außerdem nie die Blüten oder Blätter deiner Hortensie, da sich sonst Mehltau bilden kann.


Hortensien pflegen und düngen

Hortensien benötigen für ihre Blütenpracht eine Menge Nährstoffe. Diese besorgen sie sich aus dem Boden; es schadet jedoch nicht, wenn du die Nährstoffversorgung deiner Hortensien mit dem passenden Dünger unterstützt. Spezieller Hortensiendünger ist reich an Stickstoff und arm an Phosphor. Rinderdung-Pellets eignen sich besonders gut zum Düngen deiner Hortensien, da sie den pH-Wert des Bodens stabil halten und ihn mit Humus anreichern.

Dünge deine Hortensien im Garten und im Kübel nur kurz vor sowie während der Blütezeit. Achte darauf, dass die Erde feucht genug bleibt und der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet, da die Pflanze sonst schnell mit Blattfall reagiert.

Gelblich verfärbte Blätter können ein Indiz für einen zu hohen pH-Wert im Boden sein – das schwächt das Immunsystem der Hortensie und lockt wiederum Schädlinge und Krankheiten wie Läuse oder Grauschimmel an. Hier helfen Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung.

Stützen musst du deine Hortensien übrigens nicht – selbst die Kletterhortensie benötigt dank ihrer Haftwurzeln keine Rankhilfe.


Hortensien schneiden

Mann schneidet Hortensie

Die meisten Hortensienarten müssen nur ein wenig gestutzt werden; manche blühen sogar im Folgejahr nicht mehr, wenn sie zu stark geschnitten werden – hier ist also Vorsicht geboten. Manch eine Hortensienart darf allerdings ruhig ein wenig zurückgeschnitten werden. Orientiere dich an folgenden Hinweisen:

  • Bei Bauern-, Teller- und Kletterhortensien solltest du lediglich abgestorbene oder erfrorene Triebe entfernen. 
  • Rispen- und Schneeballhortensien vertragen einen starken Rückschnitt im Spätherbst und belohnen ihn mit einem buschigeren Wuchs und großer Blütenpracht im Folgejahr.
  • Auch die Wald- und die eichenblättrige Hortensie sollten zu Beginn des Winters stärker zurückgeschnitten werden.

Hortensien überwintern

Gefrorene Hortensie

Fast alle Hortensien sind winterharte Pflanzen und müssen nur vor sehr starkem Frost bewahrt werden. Hat die Hortensie bereits mit dem Neuaustrieb begonnen und kündigt sich ein Spätfrost an, solltest du sie allerdings ebenfalls schützen. Hier helfen Reisig, Kokosmatten oder ein Gartenvlies. Wichtig ist, dass die Hortensie atmen kann, du also beispielsweise keine Folie als Winterschutz benutzt. Etwas Laub und Mulch rund um den Wurzelhals tun deinen Hortensien ebenfalls gut.

Junge Hortensien benötigen zudem etwas mehr Schutz als ausgepflanzte Exemplare. Hortensien im Topf stellst du in eine geschützte Lage und wickelst sie beispielsweise mit einer Kokosmatte ein. Hast du außerdem genug Platz im Haus, lässt du deine Hortensien einfach drinnen bei etwa 5 bis 8 °C überwintern. Wenn sie dann ab Februar neu austreiben, brauchen sie wieder einen etwas wärmeren Ort.


Hortensien als Zimmerpflanzen

Hortensie im Topf drinnen

Als Zimmerpflanze bevorzugt die Hortensie einen hellen, kühlen Platz ohne Sonneneinstrahlung. Standorte direkt über oder neben einer Heizung sind aufgrund der Wärme ungeeignet – richtig wohl fühlen sich Hortensien bei einer Temperatur zwischen 15 und 20 °C. Wie auch im Garten mag die Hortensie hier kalkarmes Wasser und eine gleichmäßige Nährstoffversorgung.

Statt normaler Blumenerde verwendest du Rhododendrenerde – die speichert das Wasser besser und hat überdies den perfekten pH-Wert für deine Hortensien. Staunässe vermeidest du mit einer Drainageschicht am Topfboden. Sie besteht aus Tongranulat und einer Drainagematte. Zudem solltest du für eine gute Belüftung sorgen, da sich sonst Schimmel an den Wurzeln deiner Topf-Hortensie bilden kann.


Weitere Tipps zu Hortensien

• Blaue Blüten: Ein saurer Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 4,5 sorgt bei manchen Hortensiensorten (beispielsweise bei Bauern- und Tellerhortensien mit eigentlich rosa Blüten) dafür, dass sich die Blüten mit der Zeit blau färben. Das liegt am Aluminium, das die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen. Ist der Boden nicht sauer genug, hilft die Zugabe von Aluminiumsulfat zum Gießwasser.

• Schnittblumen: Mit einem schattigen Platz und ausreichend Wasser werden dir deine Hortensien auch als Schnittblumen viel Freude bereiten und eine tolle Dekoration für dein Heim bieten.

• Pflanzenkombinationen: Hortensien lassen sich wunderbar mit einer Vielzahl anderer Pflanzen kombinieren – achte lediglich darauf, dass sie nicht um Sonne und Bodenwasser konkurrieren. Schattenliebende Blattstauden wie Funkien oder kleinere Bambusarten bilden beispielsweise einen schönen Kontrast zur Farbenpracht der Hortensien und nehmen ihnen auch nicht das Wasser weg.

• Insekten: Besonders Kletter- und Tellerhortensien ziehen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. an, da ihre fertilen Blüten viel Nektar bieten. Zwar haben auch Rispenhortensien fruchtbare Blüten, ihre dichten Blütenrispen können für die Insekten aber (zu) schwer erreichbar sein.