Ob immergrüne Palmen oder dekorative Blüten: Zimmerpflanzen erhöhen den Wohlfühlfaktor in jedem Raum. Damit du lange Freude daran hast, brauchen die Pflanzen allerdings Pflege. Im Ratgeber findest du hilfreiche Tipps zur Zimmerpflanzenpflege und lernst, woran du Schädlinge erkennst. Und allen, die keinen grünen Daumen haben, gibt toom Tipps für Zimmerpflanzen, die mit wenig Pflege auskommen.


Die Pflege von Zimmerpflanzen fängt beim Substrat an

Bereits beim Einpflanzen der Zimmerpflanzen kannst du einen wichtigen Beitrag zu ihrem Wohlergehen leisten. Denn ähnlich wie Gartenpflanzen stellen auch Zimmerpflanzen individuelle Ansprüche an den Boden beziehungsweise die Erde, in der sie wachsen. Kein Wunder, schließlich gelten Palmen oder Monstera-Arten ja auch nur in den nördlichen Breitengraden als Zimmerpflanzen.

Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen torfreduzierter und torffreier Pflanzenerde, bei der der Torf durch Rindenhumus, Kompost oder Holz- und Kokosfasern ersetzt wird. Diese Substrate erhöhen die Fähigkeit der Erde, Wasser zu speichern. Eine Alternative ist Zimmerpflanzenerde mit beigemischtem Ton; einige Zimmerpflanzen fühlen sich auch in reinem Tongranulat sehr wohl. Für besonders anspruchsvolle Zimmerpflanzen, beispielsweise für Orchideen, gibt es speziell abgemischte Pflanzenerde. 

Tipp: Schau dir unsere umpfangreichen Ratgeber zum Thema Kübel- und Zimmerpflanzen an.

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Richtiger Pflanz- und Übertopf hat Einfluss auf die Pflege

Monstera monkey leaf und Monstera deliciosa

Für die Wasserversorgung spielt auch der richtige Pflanz- und Übertopf eine Rolle. Wenn es darum geht, Zimmerpflanzen richtig zu pflegen, ist Staunässe nämlich ein zentrales Thema. Wähle daher immer ein Pflanzgefäß mit einem Loch im Boden, sodass überschüssiges Wasser in den Übertopf ablaufen kann. Wichtig ist, dass zwischen Pflanzgefäß und Übertopf ausreichend Platz ist, sonst bringt das Loch im Boden nicht viel.

Pflanztöpfe bestehen meist aus Kunststoff oder Ton. Der Vorteil an Ton ist, dass er Wasser aufnimmt, speichert und nach und nach an die Pflanze abgibt. So brauchst du die Pflanze seltener zu gießen.

Tipp: Bist du viel unterwegs und kannst deinen Zimmerpflanzen nur wenig Pflege und Zeit geben, dann entscheide dich für Pflanzgefäße mit integrierter Bewässerung. Sind die Wasserspeicher einmal aufgefüllt, musst du die Pflanzen deutlich seltener gießen.


Richtiges Gießen ist entscheidend für die Zimmerpflanzenpflege

Bonsai gießen

Viele Fehler werden beim Gießen von Zimmerpflanzen gemacht. Viele meinen es zu gut mit den Topfgewächsen und übergießen sie. Da das überschüssige Wasser jedoch nur in den schmalen Raum zwischen Pflanz- und Übertopf entweichen kann, bildet sich schnell Staunässe und die Wurzeln fangen an zu schimmeln. Darum gilt: Lieber weniger gießen, dafür aber regelmäßig.

Am besten informierst du dich vorab und besorgst dir für deine Zimmerpflanzen eine Pflegeanleitung. So weißt du von Anfang an, welche Ansprüche deine Pflanzen jeweils an die Wasserversorgung stellen. Einige Zimmerpflanzen, z. B. Farn oder Drachenbaum, brauchen für die richtige Pflege immer leicht feuchte Erde, während es bei anderen Zimmerpflanzen wie dem Elefantenfuß bei der Pflege wichtig ist, dass die Erde regelmäßig komplett austrocknet.

Bei Pflanzen mit mäßigem Wasserbedarf hilft der Fingertest: Ist das Erdreich auch noch in ein bis zwei Zentimetern Tiefe trocken, darf gegossen werden. Bedenke, dass auch die Jahreszeiten einen Einfluss auf die Zimmerpflanzen haben – wenn auch weniger stark als auf Gartengewächse: Im Sommer sowie in der Heizperiode kann ihr Wasserbedarf steigen. Einige Zimmerpflanzen benötigen sogar eine Winterruhe. Stelle sie daher im Winter in einen kühlen Raum und gieße sie nur wenig.

Tipp: Am besten verwendest du zum Gießen Regenwasser oder abgestandenes Mineralwasser. Letzteres versorgt deine Zimmerpflanzen zusätzlich mit Nährstoffen wie Kalium oder Magnesium. Leitungswasser ist für viele Pflanzen zu kalkhaltig.

Die meisten Zimmerpflanzen werden an den Wurzeln gegossen. Einige wollen regelmäßig getaucht werden: Orchideen etwa stellst du mit dem Pflanztopf in ein lauwarmes Wasserbad und wartest, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Nimm die Pflanze aus dem Wasser und lass den Ballen gut abtropfen und trocknen. Auch eine leichte Dusche gehört bei manchen Zimmerpflanzen zur Pflege dazu: Palmen, Farne und Ficusarten werden dadurch von Staub befreit und die Blätter können wieder atmen. Zimmerpflanzen mit dickfleischigen Blättern kannst du auch regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen.


Zimmerpflanzen problemlos pflegen am richtigen Standort

Ähnlich wie im Garten gibt es auch in der Wohnung unterschiedliche Lagen: sehr sonnig und warm; hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung; überwiegend schattig oder komplett schattig. Kakteen, Gerbera und einige Palmenarten kommen mit einem sonnigen Zimmerplatz sehr gut zurecht. Auch Bambus kannst du als Zimmerpflanze nur richtig pflegen, wenn er viel Sonne bekommt – am besten stellst du ihn in die Nähe eines Fensters mit Südausrichtung. Der beliebte Drachenbaum und die Grünlilie mögen es hell, vertragen aber kein direktes Sonnenlicht – Gleiches gilt für den Gummibaum. An schattigen Plätzen gedeihen Farne und die Vandas, eine Orchideenart. Zimmerpflanzen, die es schattig mögen, fühlen sich meist auch an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit wohl, sodass sie ideal fürs Badezimmer sind.

Grundsätzlich verbessern Zimmerpflanzen das Raumklima, da sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Allerdings brauchen viele Pflanzen eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent, tropische Gewächse teilweise sogar von 80 Prozent. Um diesen Wert zu erreichen, kannst du in einen Raum mehrere Pflanzen stellen: Sie erhöhen nämlich insgesamt die Luftfeuchtigkeit. Außerdem hilft beim Pflegen von Zimmerpflanzen der regelmäßige Einsatz einer Sprühflasche. Das Besprühen mit Wasser ist vor allem im Winter sinnvoll sowie bei Pflanzen, die über der Heizung stehen.


Zimmerpflanzen düngen oder nicht?

Flüssigdünger wird in Gießkanne geschüttet

Nicht alle, aber doch einige Zimmerpflanzen benötigen Dünger, so zum Beispiel Palmen und Bambus. Auch hier gilt: Informiere dich vorab darüber, was die Art braucht und verwende ein geeignetes Mittel, um deine Pflanze zu düngen. Je nach Standort, Boden und Pflanzenart ist eine andere Nährstoffzusammensetzung nötig. Meist hast du die Wahl zwischen Flüssigdünger, der ins Gießwasser gegeben wird, und Düngestäbchen oder -tabletten, die in die Erde gesteckt werden. Einige Dünger entfalten ihre Wirkung sofort, andere geben die Nährstoffe über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg ab.


Warum ist Umtopfen so wichtig für die Pflege von Zimmerpflanzen?

Eine Frau beim umtopfen von Blumen.

Bei guter Pflege wachsen Zimmerpflanzen mehr oder weniger schnell und entwachsen irgendwann dem Pflanzgefäß. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit ist ein Umtopfen deshalb meist alle zwei bis drei Jahre (bei kleineren Pflanzen) oder alle vier bis fünf Jahre (bei größeren Pflanzen) notwendig. Im größeren Gefäß haben die Wurzeln wieder Platz zum Austreiben, sodass die Pflanze mitunter einen wahren Wachstumsschub erfährt. Zudem ist die frische Erde reich an Nährstoffen. Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist übrigens das Frühjahr, wenn neue Blätter und Triebe entstehen.


Fehler bei der Pflanzenpflege erkennen

Manchmal zeigt eine Zimmerpflanze trotz sorgfältiger Pflege braune Stellen, sie wirft Blätter ab oder wächst einfach nicht mehr. Woran das liegen kann, stellen wir dir in der folgenden Liste vor:

  • Gelbe Blätter oder Blattspitzen: Der Standort kann zu kühl sein oder du gießt zu viel und es hat sich Staunässe gebildet. Bilden sich von Beginn an blassgelbe Blätter, kann das auch an Lichtmangel liegen.
  • Braune oder schwarze Flecken auf Blättern oder Blattspitzen: Auch hierfür kann Staunässe der Grund sein, ebenso zu trockene Luft. Ein Anzeichen für zu trockene Luft sind außerdem herabhängende, schlaffe Blätter.
  • Abfallende Blätter: Ein zu kühler Standort und Staunässe sind die häufigsten Ursachen für Blattverlust.
  • Löchrige und angefressene Blätter: Kaputte Blätter deuten auf Schädlingsbefall hin.
  • Kümmerlicher Wuchs: Fehlt der Zimmerpflanze Licht, kann sie nicht oder nur schlecht wachsen. Verkrüppeln die Blätter oder entfalten sie sich nicht richtig, kann das auch auf einen Befall mit Weichhautmilben hinweisen.

Zimmerpflanzen, die wenig Pflege brauchen

Kolbenfaden

Wenn du denkst, dass du keinen grünen Daumen hast, musst du deswegen nicht auf das satte Grün von Zimmerpflanzen verzichten. Denn es gibt viele Zimmerpflanzen, die leicht zu pflegen sind. Dazu gehören:

  1. Yucca-Palme: Sie ist quasi die Königin der Zimmerpflanzen, die mit wenig Pflege auskommen. Diese Palmen fühlen sich an nahezu jedem Standort wohl und müssen nur selten gegossen werden. Da die Palme kalkhaltiges Wasser mag, ist auch Leitungswasser kein Problem. Lediglich Staunässe solltest du vermeiden. Du kannst sie in einfacher Gartenerde mit etwas Kies oder Sand pflanzen und im Sommer sogar rausstellen. Mit etwas Geduld und guter Pflege erreichen diese Palmen eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern.
  2. Bogenhanf: Für das Badezimmer ist Bogenhanf die perfekte Pflanze. Die Pflege ist leicht, denn sie besteht aus seltenem Gießen. Kakteenerde ist genau der richtige Boden für die Pflanze. Beim Standort kann sich der Bogenhanf mit allen Lichtverhältnissen anfreunden – je dunkler es ist, desto langsamer wächst er. Achtung: Bogenhanf ist sehr giftig, sodass weder Kleinkinder noch Haustiere an das Gewächs gelangen sollten.
  3. Elefantenfuß: Auch diese Sukkulenten fühlen sich in Kakteenerde wohl, sie können aber auch in Blumenerde oder in einem Gemisch aus Lehm, Quarz und Laub gepflanzt werden. Diese Zimmerpflanzen gehören zum Typ „leicht zu pflegen“, denn sie müssen selten gegossen werden und kommen mit nahezu allen Temperaturen und Lichtverhältnissen zurecht. Besonders gut wächst ein Elefantenfuß jedoch an einem sonnigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  4. Drachenbaum: Wie weiter oben bereits beschrieben, bevorzugt der Drachenbaum ein stets leicht feuchtes Erdreich. Wenn du dieser Zimmerpflanze etwas Gutes tun möchtest, besprühst du ihre Blätter hin und wieder mit etwas Wasser. Ansonsten brauchen diese Pflanzen wenig Pflege. Wähle für sie einen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung, als Boden eignet sich herkömmliche Blumenerde. Was du allerdings bedenken solltest: Bei sehr guter Pflege werden einige Sorten bis zu zwei Meter hoch – wähle also einen Standort mit einer ausreichend hohen Decke.
  5. Kolbenpfaden: Mit seiner hübschen Blattzeichnung ist der Kolbenfaden ein echtes Highlight. In einfacher Blumenerde gedeiht die Pflanze an fast jedem Standort – nur direkte Sonne mag sie nicht, dann verbrennen ihre Blätter. An einem schattigen Standort reduziert sich allerdings das Muster auf den Blättern ein wenig. Was die Zimmerpflanzen auch noch so leicht zu pflegen macht, ist ihr geringer Wasserbedarf – gießen musst du sie nur selten.

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