Das eigene Kräuter-und Gemüsebeet ist ein Paradies für alle Hobbygärtner. Vor allem Kräuter duften herrlich, sind vielseitig verwendbar und stecken voller Mineralstoffe und Vitamine. Nichts ist aromatischer als die frische Würze der Kräuter, die ganzjährig erntefrisch heranwachsen. Mit frischen Kräutern wie Thymian, Oregano, Minze oder Majoran bekommt so manches Gericht erst die richtige Würze. Beim Anbau der kleinen Geschmackswunder hast du zahlreiche Möglichkeiten. Du kannst sie beispielsweise in Töpfen auf der Fensterbank, in einem Kräutergarten oder Kräuterbeet auf dem Balkon anlegen. Wir geben dir Tipps für das perfekte Kräuterparadies.


Kräuter anpflanzen im Kräutergarten

Kräutergarten anlegen

Unterschiedliche Kräuter haben unterschiedliche Vorlieben. Die meisten mediterranen Sorten mögen es warm und sonnig, andere wachsen am besten im Halbschatten. Für einen vertikalen Kräutergarten bieten sich Kräuter an, die ähnliche Bedürfnisse haben. Damit sonnenliebende Kräuter gut gedeihen und viele Mineralstoffe und Vitamine bilden, ist ein warmer Standort wichtig. Da viel Sonne für die Pflanzen auch einen höheren Wasserbedarf bedeutet, sollten die Kräuter zudem ausreichend feucht gehalten werden.

Der richtige Boden für den Kräuteranbau hängt von der Sorte ab. Thymian bevorzugt es trocken und sandig, Melisse feucht. Allgemein wichtig ist eine hohe Durchlässigkeit. Für alle Kräuter und sowohl für drinnen als auch draußen geeignet ist Bio-Kräutererde aus dem toom-Sortiment.

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Kräuterbeet anlegen und gestalten

Kräuterspirale

Möchtest du ein Kräuterbeet im heimischen Garten anlegen, solltest du darauf achten, dass die Kräuter artgerecht gepflanzt werden. Rosmarin liebt den vollsonnigen Standort im lockeren Geröllboden. Basilikum dagegen bevorzugt den etwas schattigeren und humosen Standort. Pfefferminze kommt sogar mit einem feuchten Fuß bestens zurecht. Mit einer Kräuterspirale deckst du die Ansprüche zahlreicher Kräuter ab und kannst dein Kräuterbeet gleichzeitig ansprechend gestalten.

Mit dem Bauen und Anlegen deines Kräuterbeets solltest du spätestens ab Mitte Mai beginnen. Hebe zur Pflanzung der Kräuter zunächst mit einer Handschaufel ein ausreichend tiefes Loch aus, lockere die Wurzelballen und setze die Kräuterpflanze ein. Anschließend füllst du das Loch mit Erde auf und drückst diese leicht an. Beende das Anlegen des Kräuterbeets, indem du die Pflanzen erstmalig gießt.


Welche Kräuter passen zusammen?

Kräuterbeet

Es lohnt sich, beim Anlegen eines Kräutergartens oder Kräuterbeets auf eine günstige Kombination verschiedener Kräuter zu achten. Einige Pflanzen begünstigen sich gegenseitig. So vermindert etwa Basilikum zwischen Salatgurken gepflanzt den Befall an der Gurke mit Mehltau. Bohnenkraut zwischen Bohnen vertreibt die schwarze Bohnenblattlaus. Der wüchsige Dill zwischen Gurken gepflanzt, verhilft der Gurke zu einem wachstumsfreundlichen Klima, da er die Pflanze leicht beschattet. Fügt man noch blühfreudige Heilpflanzen hinzu, so wird das Kräuter- oder Mischkulturbeet herrlich bunt! Mit orangen Ringelblumen, blauem echten Salbei oder farbenfrohen Stockrosen kann man wunderschöne Akzente im Beet setzen. 

Manche Kräuter sind allerdings Einzelgänger. Pflanze Melisse, Salbei oder Estragon deshalb im eigenen Topf oder mit ausreichend Abstand. Wenig empfehlenswert sind Kombinationen aus Basilikum und Melisse, Kamille und Pfefferminze oder Koriander und Fenchel. Gut zusammen passen Dill, Petersilie, Kresse, Kerbel und Majoran. Dasselbe gilt für Schnittlauch, Rosmarin, Thymian und Zitronenmelisse.


Kräuter richtig pflegen und gießen

Frau gießt Kräuter mit Gießkanne

Die meisten Kräuter aus mediterranen Gegenden benötigen nur wenig Wasser. Bärlauch, Brunnenkresse oder Waldmeister dagegen sollten regelmäßig gegossen werden. Das Gießwasser sollte etwas abgestanden sein. Auch Regenwasser ist gut geeignet. Kräuter nehmen Wasser jedoch nicht nur über die Wurzeln auf, sondern auch bedingt über die Blätter. Daher können sie hin und wieder kalt abgeduscht werden. Um Staunässe zu vermeiden, sollte der Topf ein Abzugsloch haben. Generell sind der Morgen und Abend geeignete Zeiten für die Wässerung der Kräuter. Werden sie in der Mittagssonne gegossen, kann es zu Brandflecken kommen und das Wasser verdunstet zu schnell. 

Kräuter können vielseitig gepflanzt werden. Ob du sie in Töpfen auf der Fensterbank oder der Terrasse heranziehst oder dich für das Anlegen eines Kräuterbeets im Garten entscheidest: die verschiedenen Arten haben ihre ganz eigenen Vorlieben. Grundsätzlich benötigen Kräuter weniger Dünger als andere Gemüsepflanzen. Dennoch gibt es die sogenannten starkzehrenden Kräuter, die mit einigen Düngergaben viel besser wachsen.

Beim Schneiden der Kräuter unterscheidet man in einen Ernte- und einen Rück-/Pflegeschnitt. Dabei ist zu beachten, ob es sich bei dem Kraut um eine Staude wie z. B. Schnittlauch oder Bärlauch oder um einen Kleinstrauch wie z. B. Rosmarin oder Salbei handelt. Der Ernteschnitt erfolgt ab spätem Frühjahr bis zum ersten Frost, laufend. Besonders würzig sind Kräuter immer vor der Blüte. Am besten erntest du morgens, bevor der Tau vollständig abgetrocknet ist.

Der Rück-/Pflegeschnitt entfällt bei Stauden, da mit den ersten Frösten die oberirdischen Triebe absterben. Diese kannst du ruhig als Frostschutz über den Winter liegen lassen. Im Frühjahr treiben die Kräuter dann wieder aus. Bei Rosmarin oder Lavendel empfiehlt es sich, im Herbst etwa auf die Hälfte zurückzuschneiden. Im Frühjahr kann man dann die Kleinsträucher auslichten, abgestorbene Bestandteile entfernen und dann das ganze Kraut in Proportion bringen.

Tipp: Wasserhaltige Kräuter wie Petersilie morgens ernten und noch am selben Tag verwenden.


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Vorhang auf für unsere beliebtesten Kräuter: wir zeigen dir die Klassiker, denn mit deinem eigenen Kräutergarten ist immer für die richtige Würze gesorgt.

Die beliebtesten Kräuterarten

Basilikum

Petersilie, Schnittlauch und Basilikum sind echte Klassiker unter den Kräutern. Sie wachsen einfach, schnell und sind immer griffbereit auf der Fensterbank und verfeinern viele Speisen und Getränke. Dazu kommen noch viele Exoten, die aber nicht ständig verfügbar sind wie z. B. Bärlauch, Koriander, Olivenkraut, Kerbel und Knobi-Gras. Die Welt der Kräuter-, Heil-, Aroma- und Duftpflanzen ist schier unerschöpflich. Beliebt für die Verwendung in der Küche sind Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin, Oregano, Pfefferminze, Thymian, Salbei, Basilikum, Dill und Kresse. Viele dieser Kräuter lassen sich sogar auf der Fensterbank ziehen. Zum Konservieren hängend trocknen oder portionsweise einfrieren.

Basilikum

Ursprünglich aus Indien bringt es mediterranes Flair in die Küche und ist sehr empfindlich gegenüber Kälte. Basilikum darf in keinem Kräutergarten fehlen. Das Anpflanzen von Basilikum im Garten ist sehr einfach, denn man kann die Pflanze gut durch eine Aussaat von Samen ziehen. Du kannst Basilikum aber auch in einem Blumentopf am sonnigen Küchenfenster gedeihen lassen und hast es so beim Kochen immer griffbereit.

Majoran

Majoran wird besonders gerne als Würze bei deftigen Speisen verwendet und ist als Pizza- und Pastagewürz oder in Kombination mit anderen Kräutern für kräftige Eintöpfe bestens geeignet. Man kann Majoran sowohl im Freiland kultivieren als auch in Töpfen, natürlich auch hier, wie bei allen anderen Kräutern, gerne auch auf der sonnigen Küchenfensterbank. Die günstigste Zeit für die Aussaat ist März.

Oregano

Oregano

Typisches Gewürzkraut für die mediterrane Küche, das einen sonnigen Standort liebt. Dieses hocharomatische Würz- und Heilkraut ist besonders als Pizza- und Pastasaucengewürz bekannt. Die durch die zahlreichen Öldrüsen aromatisch duftende Gartenstaude gedeiht vollkommen pflegeleicht sowohl im Garten als auch in einem Blumentopf.

Rosmarin

Intensiver Duft und Geschmack, für die rustikale und mediterrane Küche geeignet und ideales Grillkraut, das nur bedingt winterhart ist. Rosmarin ist aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken und sollte in keinem Kräutergarten fehlen. Er lässt sich sowohl im Garten als auch in einem Topf auf der Fensterbank wunderbar anziehen und liebt einen warmen, sonnigen Standort. Die Pflege einer fertigen Pflanze ist einfacher als die Aussaat.

Petersilie

Die Petersilie ist der echte Klassiker unter den Küchenkräutern. Sie eignet sich sehr gut zum Würzen von Kartoffeln, Salaten und vielen weiteren Speisen. Ihr aromatisches Laub lässt sich für Salate, Suppen, Quark oder Kräuterbutter verwenden. Am besten gedeiht die Petersilie im Garten an einem sonnigen bis halbschattigen Platz und sollte ständig feucht gehalten werden.

Salbei

Salbei ist eine alte Würz- und Heilpflanze, duftet wohltuend und eignet sich besonders gut zur Verfeinerung von Suppen, Fleisch- und Fischgerichten. Salbei gedeiht sehr gut im Garten, aber auch im Blumenkasten an einer sonnigen Stelle. In beiden Fällen sollte der Boden nicht zu feucht sein.

Schnittlauch

Schnittlauch

Die röhrenförmigen Blätter mit dem typischen Zwiebelaroma passen zu Aufläufen oder Rührei. Schnittlauch ist ein sehr intensives, schmackhaftes Lauchgemüse, das einen leichten bis starken Zwiebelgeschmack hat. Er zählt zu den beliebtesten Gartenkräutern. Mit etwas Pflege und einem sonnigen bis halbschattigen Platz im Kräuterbeet oder im Topf hat man an Schnittlauch lange Freude.

Thymian

Wertvolles Grillgewürz, besonders in Kombination mit Rosmarin. Thymian lässt sich frisch und getrocknet verwenden. Dem Gewürz wird eine kräftigende und stimulierende Wirkung nachgesagt und es ist sogar als Hustenkraut bekannt. Thymian bevorzugt einen sonnigen, trockenen und windgeschützten Platz und kann sowohl im Garten als auch im Kräuterbeet auf dem Balkon gepflanzt werden.

Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse ist aufgrund ihres erfrischenden Aromas eines der meistverwendeten Kräuter, besonders als Zitronenersatz. Mineralwasser bekommt mit ein paar Blättchen Zitronenmelisse und einem Spritzer Zitronensaft eine frische Note. Sie mag besonders sonnige, windgeschützte Plätze in leicht sandiger, aber humoser, nährstoffreicher Erde. Kräuterdünger und Kompost begünstigen ihr Wachstum.


Weitere kreative Kräuterideen zum Selbermachen

Kräuter trocknen

Die bekannteste und älteste Methode ist das Trocknen der Kräuter. Dazu laufend im Jahr junge Triebe abschneiden. Immer zeitig vor dem Blühstadium ernten, am besten an einem trockenen Morgen oder Vormittag. Es empfiehlt sich, die Kräuter abends mit einem weichen Wasserstrahl kräftig abzubrausen, so sind sie schon mal sauber und können noch mal ordentlich Aroma bilden. Die abgeschnittenen Zweige zu kleinen Bündeln binden und kopfüber in einem dunklen, trockenen Raum aufhängen. Die trockene Umgebung ist wichtig, damit sich kein Schimmelpilz bilden kann, der die Kräuter unbrauchbar macht. Als zusätzliches Hilfsmittel kannst du die kleinen Bündel locker mit Zeitungspapier umwickeln. Wichtig ist, dieses nach unten hin offenzulassen. Diese „Trichter“ 14 Tage bis drei Wochen trocknen lassen. Danach die Blätter von den Stielen (Ausnahme Schnittlauch) abzupfen und mit dem Wiegemesser fein schneiden oder fein zerbröseln. Den Aufbewahrungsbehälter bitte dunkel lagern. Aber auch das Einfrieren ist mittlerweile eine gängige Praxis.


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