Richtiges Kompostieren

Komposterde und Humus sind für den Garten eine echte Wohltat - als natürlicher, umweltfreundlicher Dünger versorgen sie Beet- und Kübelpflanzen mit Nährstoffen und verbessern Bodenstruktur und -qualität. Im eigenen Garten lässt sich der wertvolle Rohstoff ganz leicht selbst herstellen, indem Gartenabfälle auf dem Komposthaufen oder im Schnellkomposter verwertet werden. Wie das funktioniert, erklären wir dir hier.


Schwierigkeitsgrad: leicht

Dauer: ca. eine Stunde

Werkzeug: Handtacker, Gartenhandschuhe, Blumenkelle

Materialien: Teichfolie, Wühlmausschutz, Zweige & Äste, Laub, Staudenschnitt, Kompost

Hochbeet-Erde, Pflanzen


In 5 Schritten zum eigenen Kompost

Schritt 1: Beste Voraussetzungen schaffen

Der Kompost kann das ganze Jahr über angelegt werden, jedoch eignet sich der Frühling für die Neuanlage besonders gut, denn so können im neuen Gartenjahr alle anfallenden Gartenabfälle gesammelt werden. Als Standort eignet sich ein halbschattiger und geschützter Platz am besten, an dem der Kompost dauerhaft bestehen kann, nicht austrocknet und bei Regen nicht durchweicht.

Bei anhaltender Trockenheit ist es wichtig, den Komposthaufen gelegentlich zu bewässern. Um Streitigkeiten und Geruchsbelästigung zu vermeiden, sollte man zudem genügend Abstand zur Grundstücksgrenze und zu Sitzplätzen im Freien einhalten.

Schritt 2: Schicht für Schicht - Den Kompost anlegen

In den ersten Behälter werden nun Garten- und Küchenabfälle locker eingeschichtet. Die unterste Schicht ist etwa 20 bis 30 cm hoch und besteht aus gröberem Material, auf dem der Komposthaufen aufgebaut wird. Ein Gemisch aus grob gehäckselten Ästen, Stängeln und Laub eignet sich gut als Grundlage. Anschließend sollten sich trockene und feuchte Lagen immer abwechseln.

Dabei dürfen die einzelnen Schichten nicht zu dick werden, denn die Qualität des Komposts und der daraus resultierenden Humuserde hängen stark von der Vielfalt des organischen Materials ab, das den Bodenlebewesen als Nahrung angeboten wird. Um den Kompost zusätzlich mit Nährstoffen anzureichern und die Geruchsbildung zu verringern, eignet sich das Einbringen von Gesteinsmehl, Kalk und Hornmehl.

Schritt 3: Kompost abdecken

Hat der Komposthaufen eine Höhe von etwa 120 cm erreicht, wird er geschlossen. Dazu deckt man ihn mit Rasenschnitt ab und lässt ihn ruhen, bis sich das Volumen deutlich verringert hat.

Anstelle einer abschließenden Schicht aus Gras, können auch Kürbis- oder Zucchinipflanzen auf den Kompost gepflanzt werden. Dort werden die Starkzehrer optimal mit Nährstoffen versorgt und ihre großen Blätter beschatten die Rotte.

Schritt 4: Den Kompost umsetzen

Nach der Errichtung des Komposthaufens dauert es etwa sieben bis zwölf Monate, bis Würmer, Schnecken, Asseln, Käfer, Gliederfüßer und unzählige Mikroorganismen verrottenden Gartenabfall in wertvollen Humus umgewandelt haben.

Bereits nach etwa drei Monaten hat sich das Volumen merklich verkleinert - um rund zwei Drittel. Dann sollte er durchgemischt werden, denn im unteren Bereich ist die Verrottung schon weiter fortgeschritten als oben.

Auf diese Weise gelangt noch nicht verrottetes Material von den Seiten und der Oberfläche ins Innere des Komposthaufens, wo es sich besser zersetzen kann.

Schritt 5: Einsatzbereiter Humus

Nach weiteren vier bis sieben Monaten ist die Humuserde einsatzbereit. Den reifen Kompost erkennt man an seiner dunklen Farbe und dem Duft nach frischem Waldboden.

Er wird zunächst gesiebt und die feinkrümelige Erde kann schließlich vielseitig im Garten verwendet werden, während grobe Bestandteile erneut kompostiert werden.

Abfälle, die auf den Kompost dürfen

  • gehäckselter Grünschnitt, Rasenschnitt, Laub und zerkleinerte Äste
  • Eierschalen
  • Kaffeesatz, Teebeutel, Teesatz (inkl. Filter)
  • Sägespäne
  • Samenunkräuter (vor der Blüte/Samenbildung)
  • Kleintierstreu
  • Pappe und Zeitungspapier
  • Papiertaschentücher und Küchenrolle
  • welke Zimmerpflanzen und Schnittblumen

Abfälle, die in den Restmüll gehören

  • Schnittgut, das von hartnäckigen Krankheiten oder Schädlingen befallen ist
  • gegarte und gewürzte Speisereste
  • Küchenabfälle tierischen Ursprungs (Fleisch, Fisch, Knochen, Gräten)
  • Schalen von Zitrusfrüchten
  • Kohleasche, Holzasche
  • Wurzelunkräuter
  • Hochglanzpapier, Zeitschriften, Prospekte
  • mit Lack oder Beize behandeltes Holz
  • Kunststoffe