Nichts ist bei der Gartenpflege so lästig wie Unkraut. Und auch außerhalb des Gartens machen sich die ungeliebten Gewächse breit, zum Beispiel zwischen Pflastersteinen. Wie du Unkraut bekämpfst und auch zwischen den Steinen entfernst und was du dabei rechtlich beachten solltest, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt.


Unkraut: kurz erklärt

Nahaufnahme von Unkraut zwischen Pflastersteinen während es entfernt wird.

Unkraut verbreitet sich sehr schnell, schädigt Oberflächen und verdrängt andere Pflanzen – zudem entspricht das wilde Erscheinungsbild oft nicht dem Ideal eines schönen Gartens. Deshalb gehört das Vernichten von Unkraut zu den regelmäßigen Pflegearbeiten in einem Garten.

Doch mit dem eher negativen Begriff wird Unkraut Unrecht getan: Genau genommen handelt es sich um Wildkräuter und -blumen, die unter Umständen sogar als Nutz- und Heilpflanzen verwendet werden können. Sie wachsen lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort. Mit Gänseblümchen, Giersch, Löwenzahn und Co. lässt sich zum Beispiel nicht nur ein bienenfreundlicher Garten gestalten, sondern sie finden auch Anwendung in der Küche.

Tipp: Räume diesen „Unkräutern“ gern einen eigenen Platz im Garten ein, an dem sie keine anderen Pflanzen oder Bauten beeinträchtigen.

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So entfernst du Unkraut zwischen Pflastersteinen

Ein Unkrautbrenner im Einsatz auf einem gepflasterten Weg.

Um Unkraut effektiv zu vernichten, gibt es unterschiedliche Methoden: Du kannst ihm entweder mit Hitze zu Leibe rücken oder das Unkraut mit guter alter Handarbeit entfernen. Welche Methode sich für Einfahrt, Gartenwege oder Terrasse am besten eignet, hängt von Fläche, Beschaffenheit und Ausbreitungsgrad ab ‒ und auch von deiner Ausdauer. Die langfristigsten Bekämpfungsarten von Unkraut sind nämlich gleichzeitig auch die aufwändigsten.

Thermische Unkrautbekämpfung

Eine schnelle und einfache Methode – besonders für große Flächen – ist Hitze. Allerdings sterben die Pflanzen dabei nur oberflächlich ab und wachsen aus den Wurzeln recht schnell wieder nach. Die Variante mit Wasser dringt vergleichsweise etwas tiefer ins Erdreich als die anderen thermischen Verfahren. Vorteil bei den heißen Methoden ist jedoch, dass die Samen der Pflanzen direkt mit vernichtet werden und sich nicht verbreiten können. Am Ende der Prozedur kannst du die abgestorbenen Unkräuter einfach zusammenfegen und auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgen.

  • Heißwasser als Unkrautvernichter: Kochendes Wasser oder noch heißes, ungesalzenes Nudel- oder Kartoffelwasser über die Pflanzen gießen. Die Stärke von Nudeln oder Kartoffeln wirkt zusätzlich gegen das Unkraut.
  • Elektrisches oder gasbetriebenes Thermogerät: Langsam über das Unkraut führen und dieses damit abtöten. Eignet sich sehr gut für großflächige Bereiche und auch für die Unkrautvernichtung auf dem Rasen.
  • Abflammgerät: Ebenfalls langsam über die Gewächse führen. Hierbei reicht bereits ein kurzer Hitzeschock, um das Unkraut abzutöten ‒ es muss nicht „in Flammen aufgehen“.

Beachte: Hitzeverfahren können die Pflasteroberfläche angreifen. Du solltest dich also vorab über das Material informieren und an einer unauffälligen Stelle testen.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Die mechanische oder manuelle Unkrautbekämpfung ist zwar anstrengender, doch ist sie sehr effektiv und umweltschonend. Durch das Entfernen der Wurzeln ist diese Methode auch langfristiger erfolgreich als die Bekämpfung mit Hitze. Bei der Gartenpflege im Beet oder auf dem Rasen kommen Hacke und Unkrautstecher zum Einsatz, um Unkraut zwischen den Fugen zu beseitigen gibt es spezielle Fugenkratzer und Fugenbürsten.

  • Fugenkratzer: Ein Fugenkratzer ist eine schmale Klinge, mit der die Fugen ausgekratzt werden. Dabei wird das Unkraut samt Wurzeln entfernt. Als rückenfreundliche Variante gibt es Fugenkratzer auch mit langem Stiel. Alternativ kannst du dafür ein Messer verwenden, was jedoch nicht ganz so effektiv ist.
  • Fugenbürste: Eine Fugenbürste ist eine schmale Drahtbürste, mit der das Unkraut aus den Fugen gebürstet wird. Diese Variante ist jedoch etwas oberflächlicher als ein Fugenkratzer und entfernt nicht alle Wurzeln.

Tipp: Nach dem Auskratzen der Fugen kannst du diese mit unkrauthemmendem Spezialsand auffüllen, um das Wachsen neuen Unkrauts zu verzögern.


Sind Unkrautvernichter erlaubt?

Unkrautvernichter wird aus einer Frühflasche verteilt.

Neben den thermischen und mechanischen Methoden zum Entfernen von Unkraut auf Pflaster gibt es auch Unkrautvernichter – sogenannte Herbizide. Diese sind jedoch streng verboten und die unerlaubte Anwendung kann zu empfindlichen Geldstrafen führen. Das gilt sowohl für biologische als auch für chemische Mittel. Festgelegt ist das im Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) und umfasst alle befestigten und sonstigen Freilandflächen, die nicht gärtnerisch, land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden.

Der Grund für dieses Verbot ist, dass die Mittel bei Regen über die Pflasterflächen gespült werden und dann ungefiltert ins Grundwasser gelangen. Im Garten werden die Mittel erst durch die Erdschichten getragen, wo Wirkstoffe abgebaut werden – weshalb die Verwendung dort erlaubt ist.

Sondergenehmigung: Bei der Stadt oder Kommune kann man eine Sondergenehmigung für die Verwendung von Herbiziden beantragen – diese wird zum Beispiel von der Bahn genutzt, wird privat aber nicht vergeben.

Unkrautvernichter selbst machen

Auch das Herstellen von eigenen Gemischen oder die Verwendung von Hausmitteln als Unkrautvernichter ist nicht erlaubt. Dies ist ebenfalls im Pflanzenschutzgesetz geregelt, denn Herbizide müssen offiziell zugelassen sein – eigene Mischungen und Hausmittel sind das jedoch nicht. Hausmittel gegen Unkraut können beispielsweise Waschsoda, Salz oder Essig sein. Du solltest diese aber ohnehin nicht zum Entfernen von Unkraut verwenden, da viele Stoffe die benachbarten Pflanzen schädigen können.


Unkraut in Fugen und im Garten vorbeugen

Üppiger Löwenzahn der zwischen Pflastersteinen wächst.

Unkraut auf Gehwegen, zwischen Steinen und im Garten dauerhaft zu entfernen, ist leider sehr schwierig. Daher gilt: Nach dem Entfernen des Unkrauts solltest du dem erneuten Wachstum vorbeugen.

Um das Durchdringen von Unkraut zu unterdrücken, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Beete mulchen (weiterer Vorteil: wenn doch mal was durchkommt, können die Pflanzen durch den lockeren Mulch leicht herausgezogen werden)
  • dichte Bodendecker pflanzen
  • gute Rasenpflege – Rasen dicht und gesund halten sowie regelmäßig düngen
  • Mulchfolie unter Wegen auslegen
  • gejätete Fugen mit Fugensand auffüllen
  • Unkraut und Moos regelmäßig entfernen, damit es nicht überhandnimmt
  • Verteilen von Samen verhindern

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