Steigende Strompreise und eine sinkende Einspeisevergütung machen es für Besitzer einer Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, immer attraktiver, möglichst viel ihres Solarstroms selbst zu verbrauchen. Dabei hilft ein Stromspeicher. Wie du deine bestehende Solaranlage mit einem Speicher nachrüsten kannst und welche Kosten auf dich zukommen, erfährst du hier.
Welche Gründe sprechen für die Nachrüstung eines Stromspeichers?
Die Speichernachrüstung bringt viele Vorteile mit sich:
- mehr Unabhängigkeit: Mit einem Stromspeicher kannst du deinen Eigenverbrauch von 30 % auf bis zu 80 % erhöhen. Das bedeutet, dass du weniger abhängig von deinem Energieanbieter und von Strompreiserhöhungen bist.
- langfristige Kosteneinsparungen: Je mehr Solarstrom du selbst verbrauchst, desto weniger Energie musst du aus dem Netz beziehen. Eine selbst erzeugte Kilowattstunde (kWh) Solarstrom kostet zwischen 4 und 14 Cent, während du für Netzstrom je nach Anbieter (Stand Dezember 2024) zwischen 30 und 40 Cent pro Kilowattstunde zahlst.
- weniger CO2-Emissionen: Strom aus dem Netz wird zu großen Teilen durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe hergestellt. Dabei entstehen große Mengen CO2. Erhöhst du deinen Eigenverbrauch, leistest du gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz
Lässt sich jede PV-Anlage mit einem Stromspeicher nachrüsten?
Neue Photovoltaikanlagen werden meist als Komplettpaket inklusive Stromspeicher installiert. Das hat den Vorteil, dass alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Batteriespeicher lassen sich aber auch noch nachträglich einbauen. Aus technischer Sicht kann fast jede PV-Anlage mit einem Speicher nachgerüstet werden. Voraussetzung ist, dass die Anlage genügend Solarstrom zum Speichern liefert.
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Welche Batteriespeicher eignen sich für die Nachrüstung?
Nicht jeder Batteriespeicher eignet sich für den nachträglichen Einbau. Es kommt darauf an, ob der PV-Akku AC-seitig oder DC-seitig installiert werden kann.
Eine Solaranlage produziert immer Gleichstrom (DC). Für die Nutzung im Haushalt wird Wechselstrom (AC) benötigt, deshalb wandelt ein Wechselrichter den Gleichstrom in Wechselstrom um. AC- und DC-Akkus, die beide Gleichstrom speichern, werden an unterschiedlichen Stellen innerhalb der Gesamtinstallation eingebaut:
- AC-Speicher: werden hinter dem Wechselrichter der PV-Anlage angeschlossen. Der Gleichstrom (DC) der Photovoltaikanlage wurde bereits in Wechselstrom (AC) umgewandelt und in das Hausnetz geleitet. Was an Strom übrig bleibt, soll im PV-Akku gespeichert werden. Vor dem Speichern muss der Strom mithilfe eines gesonderten Speicher-Wechselrichters wieder in Gleichstrom umgewandelt werden. Zwar bringt jede Umwandlung Verluste mit sich, dafür können AC-seitige Speicher auch weiter weg von der PV-Anlage positioniert werden und lassen sich deshalb leichter nachrüsten.
- DC-Speicher: werden vor dem Wechselrichter installiert und direkt von der PV-Anlage mit Gleichstrom gespeist. Ein Hybrid-Wechselrichter als Kombination aus PV- und Batterie-Wechselrichter sorgt dann dafür, dass überschüssiger Strom, der nicht im Haushalt verbraucht wird, im Speicher zwischengelagert und später wieder zur Verfügung gestellt wird. So werden die Wandlungsverluste minimiert, jedoch ist die Nachrüstung der PV-Anlage mit einem DC-Speicher und einem hybriden Wechselrichter deutlich aufwendiger und kostenintensiver.
Wann lohnt sich die Nachrüstung eines Photovoltaik-Speichers?
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Ob sich die Investition in einen Stromspeicher lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Alter der PV-Anlage
- Höhe der Einspeisevergütung
- aktuelle Eigenverbrauchsquote
- Strompreis
- Kosten des Stromspeichers
- Speicherkapazität
Finanziell gesehen rentiert sich die Nachrüstung eines Stromspeichers erst, wenn die Einspeisevergütung unter dem Bezugsstrompreis liegt und deine PV-Anlage noch so jung ist, dass sich das Gerät amortisieren kann. Dabei solltest du auch Kosten für den Umbau berücksichtigen: Ältere PV-Anlagen sind meist auf Volleinspeisung ausgelegt. Wechselst du zur Überschusseinspeisung, benötigst du neben dem Anschluss an das Hausstromnetz auch neue Stromzähler.
Stromspeicher nachrüsten für PV-Anlagen ohne EEG-Förderung
Hast du eine sogenannte Post-EEG-Anlage, also eine Photovoltaikanlage, die vor mehr als 20 Jahren installiert wurde, erhältst du keine Einspeisevergütung mehr. Der selbst erzeugte Strom, den du in das öffentliche Netz einspeist, wird nach dem Börsenpreis vergütet. Bei PV-Anlagen ist das der Jahresmarktwert Solar. 2023 lag dieser bei 7,2 Cent pro Kilowattstunde. Vom Jahresmarktwert Solar werden noch die Vermarktungskosten des Netzbetreibers abgezogen.
Für ausgeförderte PV-Anlagen kann es sich also lohnen, auf Eigenverbrauch umzustellen. Ob ein Stromspeicher in diesem Szenario sinnvoll ist, solltest du ganz genau durchrechnen. Photovoltaikanlagen haben eine prognostizierte Lebensdauer von 30 Jahren. Die restliche Zeitspanne reicht oft nicht aus, damit sich die Investition bezahlt macht.
Stromspeicher nachrüsten für ältere PV-Anlagen mit noch laufender EEG-Förderung
PV-Anlagen älteren Datums, deren EEG-Förderung noch nicht ausgelaufen ist, profitieren zum Teil noch von sehr hohen Vergütungssätzen für die Einspeisung des Solarstroms. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, mit der Nachrüstung des Stromspeichers zu warten, bis die EEG-Vergütung ausläuft. Das betrifft vor allem PV-Anlagen, die vor 2013 in Betrieb genommen wurden.
Stromspeicher für neu installierte PV-Anlagen ab 2014
Für Anlagen, die ab 2014 installiert wurden, sieht die Rechnung anders aus: Die Einspeisevergütung liegt hier bei knapp 13 Cent pro Kilowattstunde oder weniger und damit weit unter dem aktuellen Strompreis. Zudem bleibt genügend Zeit für die Amortisation des Stromspeichers. Eine Nachrüstung mit einem PV-Speicher ist also sinnvoll.
Mehr zum Thema erfährst du im Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher?
Wie groß sollte der Stromspeicher zum Nachrüsten sein?
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Der Batteriespeicher sollte weder zu klein noch zu groß gewählt werden. Ein überdimensionierter PV-Akku treibt die Kosten unnötig in die Höhe. Zudem wirkt sich die schlechte Auslastung negativ auf die Lebensdauer aus. Kleinere Speicher sind zwar günstiger in der Anschaffung, es muss aber noch viel teure Energie aus dem Netz dazugekauft werden.
Als sinnvoll gilt eine Speicherkapazität von 1 bis 1,5 Kilowattstunden (kWh) pro Kilowattpeak (kWp) installierter PV-Leistung. Bei der Berechnung der richtigen Speichergröße spielt auch der eigene Stromverbrauch eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Je größer die Photovoltaikanlage im Vergleich zu deinem Stromverbrauch ist, desto mehr überschüssigen Solarstrom kannst du potenziell speichern. Zukünftige Veränderungen solltest du von vornherein einplanen. Möchtest du beispielsweise später eine Wallbox installieren oder eine Wärmepumpe einbinden, wird sich dein Stromverbrauch merklich erhöhen. Eventuell ist dann ein kleinerer Speicher die bessere Wahl.
Was kostet es, eine PV-Anlage mit einem Speicher nachzurüsten?
Stromspeicher sind in den letzten Jahren immer günstiger geworden. Die Anschaffungskosten hängen von der Speichergröße ab: Kleinere Speicher bekommst du heute bereits ab 3.000 Euro. Für einen größeren Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von 10–12 Kilowattstunden musst du mit 10.000–12.000 Euro rechnen. Beim Nachrüsten eines Solarspeichers kommen eventuell noch Kosten für Umbaumaßnahmen und/oder einen neuen Wechselrichter hinzu. Oft ist der Einbau eines Smart Meters vorgeschrieben.
Hinweis: Seit 2023 gelten neue steuerliche Regelungen. Für das Nachrüsten eines Batteriespeichers zahlst du keine Mehrwertsteuer.
Gibt es eine Förderung für das Nachrüsten eines Stromspeichers?
Die Kosten für die Speichernachrüstung musst du nicht allein stemmen. Der Staat unterstützt die Anschaffung mit attraktiven Förderungen. Du kannst beispielsweise das KfW-Programm 270 in Anspruch nehmen und erhältst einen zinsgünstigen Kredit mit vorteilhaften Tilgungsbedingungen. Einige Städte und Gemeinden bieten auch Zuschüsse. Nachfragen lohnt sich!
Kann man einen PV-Batteriespeicher selber nachrüsten bzw. anschließen?
Die Installation eines Stromspeichers erfordert Kenntnisse in der Elektrotechnik und eine sorgfältige Planung. Als Laie empfiehlt es sich, diese Arbeit von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen. So stellst du sicher, dass alle Komponenten später ordnungsgemäß zusammenspielen. Übernimmst du die Montage auf eigene Faust, läufst du Gefahr, dass der Stromspeicher seine volle Speicherkapazität nicht entfalten kann. Zudem setzt du deine Garantie aufs Spiel.
Muss der nachträgliche Einbau eines Batteriespeichers angemeldet werden?
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Grundsätzlich musst du jede Erweiterung deiner PV-Anlage anmelden – das gilt auch, wenn du einen PV-Speicher nachrüstest. Für die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur hast du einen Monat ab Zeitpunkt der Inbetriebnahme Zeit. Versäumst du die Frist, drohen Bußgelder oder eine Kürzung der Einspeisevergütung.
Lässt sich auch ein Balkonkraftwerk mit einem PV-Akku nachrüsten?
Es gibt Stromspeicher, die direkt auf Balkonkraftwerke ausgelegt sind und sich einfach per Plug and Play anschließen lassen. Die Nachrüstung rentiert sich vor allem dann, wenn die Leistung der Solarmodule entsprechend hoch ist. Achte darauf, dass der Speicher mit deinem Balkonkraftwerk kompatibel ist und letzteres über die nötigen Schnittstellen verfügt. Zudem muss der Stromspeicher für die Aufstellung im Freien geeignet sein. Geräte, die ausreichend wetterfest sind, erkennst du an der Kennzeichnung IP65.