Ein Handwerker schließt einen Wasserhahn an.
Ratgeber
Hier findest du:
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Dauer: 2-4 Stunden, je nach Anzahl der Erneuerungen
Werkzeuge: Wasserhahn/Mischbatterie, Eimer oder Schüssel, Standhahnschlüssel, Ringmaulschlüssel oder Ratschenschlüssel, Wasserpumpenzange, Rohrrundbürste, Schraubendreher, Kartuschenpresse, Silikonabzieher, Metallsäge
Material: Wasserhahn mit Anschlussschäuchen und Dichtungen, Gegengewicht, Stopfventilsieb, Plastikkitt, transparentes Silikon, Siphon, Spülbecken

Du möchtest deinen alten Zweigriffhahn durch eine praktische Einhebelarmatur ersetzen (und so auch noch Wasser einsparen)? Oder du benötigst eine herausziehbare Handbrause für die Küche und steigst deswegen auf ein neues Modell um? Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung von toom Baumarkt zum Wasserhahn anschließen in Küche oder Bad hast du das neue Modell im Handumdrehen sicher eingebaut. Weitere Tipps findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst.


Wasserhahn montieren: So gelingt der Anschluss

Mithilfe dieser einfachen Anleitung, kannst du deinen Wasserhahn in der Küche wechseln - sowohl im Falle von Hochdruck- als auch von Niederdruckarmaturen.

Bei einer Hochdruckarmatur liegen für die Frischwasserzufuhr zwei Wasseranschlüsse in der Wand – einer für warmes und einer für kaltes Wasser. Der Wasserhahn verfügt entsprechend über 2 Schläuche. Diese Bauweise ist am weitesten verbreitet. Bei einer Niederdruckarmatur kommt lediglich ein Kaltwasseranschluss aus der Wand. Das Warmwasser wird hier also beispielsweise über einen Boiler aufbereitet. In dem Fall benötigt der Wasserhahn drei Anschlüsse – wofür die gut sind, erfährst du in „Schritt 5: Anschlussschläuche befestigen“.

Übrigens: Wenn du in einer Mietwohnung wohnst und die Wohnung mit Küche angemietet hast, solltest du mit dem Vermieter besprechen, wenn du einen neuen Wasserhahn anschließen möchtest.

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Küchenarmatur montieren: Anleitung

In dieser Anleitung und im Video zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du einen Wasserhahn anschließen kannst und wie du deine Spüle einschließlich Siphon erneuerst.

Schritt 1: Wasser abstellen und Wasserhahn-Anschluss vorbereiten

Waschbecken mit einem alten Wasserhahn

Bevor du damit beginnst, den Wasserhahn anzuschließen, solltest du unbedingt die Wasserzufuhr abdrehen, ansonsten kommt es zu einer Überschwemmung in deiner Küche.

Das machst du entweder an den Eckventilen unterhalb der Spüle bzw. des Waschbeckens oder aber am Hauptwasserhahn selbst. Der befindet sich in Mietwohnungen in der Küche oder im Bad, in Einfamilienhäusern meist im Keller hinter dem Wasserzähler. Danach öffnest du den Wasserhahn, bis kein Wasser mehr nachfließt. So bist du auf der sicheren Seite.

Für einen besseren Ein- und Überblick und um leichter arbeiten zu können, schaffst du dir am besten Platz unter der Spüle und hängst die Tür des Spülenschranks aus. Auch eine Schublade (falls vorhanden) solltest du entfernen. Stelle außerdem einen Eimer oder eine Schüssel unter das Waschbecken und verschließe den Siphon, damit keine Schrauben oder andere Kleinteile in den Abfluss fallen können.

Wichtig: Hast du einen drucklosen Warmwasserspeicher/Boiler in der Küche oder im Bad, dann schalte ihn aus und trenne ihn vom Stromkreis


Schritt 2: Waschbecken-Anschlüsse lösen

Ein Handwerker löst die Anschlussschläuche des Wasserhahns.

Als Erstes kümmerst du dich nun um den Siphon. Dieser nimmt stets viel Platz ein, den du für deine weiteren Arbeiten brauchst. Also raus damit.

Schau dir den Verschluss genau an und wähle das passende Werkzeug zum Abschrauben des Siphons. Wenn dein Siphon noch nicht zu gebraucht aussieht, lasse ihn in einem Stück, sodass du ihn hinterher einfach wieder einbauen kannst.

Nun löst du die Anschlussschläuche (zwei bei einer Hochdruckarmatur, drei bei einer Niederdruckarmatur) von den Ventilen bzw. vom Boiler mit dem passenden Werkzeug.

Anschließend löst du die große Mutter (seltener eine Schraube) an der Unterseite des Wasserhahns und nimmst die Unterlegscheibe ab. Das perfekte Werkzeug für diese manchmal schwer zu erreichende Stelle ist ein Standhahnschlüssel oder ein passender Ringmaulschlüssel. Hierbei kann Wasser, das sich in den Schläuchen befindet, abtropfen. Dafür hast du ja die Eimer bereitgestellt.

Tipp: Falls sich deine Eckventile nicht mehr richtig schließen lassen, sind sie vermutlich verkalkt und du solltest sie gleich mit austauschen.


Schritt 3: Alten Wasserhahn abmontieren

Jemand zieht einen alten Wasserhahn aus dem Waschbecken.

Nun ziehst du den Wasserhahn samt Schläuchen nach oben aus dem Hahnloch heraus. Gehe dabei besonders vorsichtig vor, da Spüle oder Waschbecken sonst unter Umständen Kratzer davontragen können. Mit einer Rohrrundbürste kannst du anschließend die Aussparungen reinigen.

Der neue Wasserhahn hat in der Regel seine eigenen Schläuche, sodass du die alten Schläuche samt altem Wasserhahn entsorgen kannst. Aber bitte nicht in den Hausmüll damit, sondern bringe ihn zu einem Wertstoffhof in deiner Nähe.

Willst du sie dagegen noch verwenden, dann schraube sie einfach vom Hahn selbst ab – dank ihres Gewindes benötigst du kein zusätzliches Werkzeug.


Schritt 4: Neuen Wasserhahn einbauen

Ein neuer Wasserhahn wird in die Spüle eingesetzt.

Falls du dich entschieden hast, auch dein Spülbecken auszutauschen, wird das Wasserhahn anschließen zunächst um einiges leichter, weil du nicht in dem Schrank unter der Spüle arbeiten musst. Deine neue Spüle legst du am besten auf zwei Böcke, sodass sich von oben wie unten gut daran arbeiten lässt.

Verbinde die Verlängerungsschläuche für Warm- und Kaltwasser mit deiner neuen Armatur. Wichtig: Beachte die richtige Zuordnung von kaltem und warmem Wasser. Zunächst die Schläuche nur mit der Hand festdrehen.

Lege zunächst den weichen Dichtungsring auf die Öffnung und fädele anschließend die Schläuche der neuen Mischbatterie hindurch, bis diese über dem Hahnloch sitzt. Den harten Dichtungsring sowie die Unterlegscheibe führst du nun über die Schläuche bis zur Unterseite der Spüle, wo du sie mit der Überwurfmutter befestigst. Ziehe die Mutter noch nicht ganz fest, damit du den Wasserhahn erst noch richtig ausrichten kannst.


Schritt 5: Spüle anschließen

Das neue Spülbecken wird in die Arbeitsplatte eingesetzt.

An dem Schlauch für die Handbrause befestigst du an der tiefsten Stelle das Gegengewicht. Prüfe danach, ob sich der Schlauch leicht bewegen lässt. Stecke das Überlaufventil auf der Unterseite der Spüle an. Dann bringst du auf der Oberseite die Blende für das Überlaufventil an.  

Nimm dir etwas Plastikkitt und knete ihn mit der Hand durch. Lege ihn danach um den Rand des Stopfenventilsiebs. Jetzt setzt du das Sieb von oben ein und drückst es gut fest. Dichtung und Verschraubung auf das Überlaufventil stecken und das Stopfenventil am Spülbecken ansetzen.

Das Stopfen- und Überlaufventil mit der Verschraubung verbinden. Die Schraube von oben durch das Sieb führen und das Ventil damit befestigen. Tipp: nicht zu fest anziehen, weil sonst die Gewindeschraube herausbricht.

Zusammen mit der Dichtung bringst du den Blindstopfen an der anderen Öffnung des Spülbeckens an und und schraubst ihn von unten fest.

Lege dann das Becken mit der Unterseite nach oben auf zwei Böcke und fülle den Rand rundherum komplett mit durchsichtigem Silikon auf. Die Einbuchtung muss gut gefüllt sein und das Silikon leicht herausragen. Passe jetzt das Spülbecken in die Arbeitsplatte ein.

Tipp: Silikon, das an den Seiten herausquillt, mit Silikontrennmittel besprühen und mit einem Fugenabzieher entfernen. Schließlich noch mit einem Tuch nachwischen und trocknen lassen.


Schritt 6: Siphon vorbereiten

Mit einer kleinen Säge wird ein Siphon gekürzt.

Der Siphon befindet sich in der Regel zwischen dem Tauchrohr und dem Rohr, das zum Abwasseranschluss führt. Er verhindert, dass üble Gerüche aus dem Kanal und dem Abwassersystem in die Küche gelangen.

Schraube das Siphonknie mit dem Extenderstück zusammen montiere es zur Anpassung der Länge provisorisch an das Tauchrohr. Halte nun den Siphon so hoch, dass die untere Verbindung bündig mit dem Abwasserrohr abschließt. Nun weißt du, welche Länge du beim Tauchrohr benötigst.

Solltest du das Rohr tatsächlich kürzen müssen, kannst du das mit einer Metallsäge machen. Den Grat mit einer Feile glätten, sodass sich alles beim Einbau leichter zusammenstecken lässt.


Schritt 7: Armaturen-Anschlüsse befestigen und Wasserhahn anschließen

Der neue Wasserhahn wird wieder an die Schläuche angeschlossen.

Drehe nun die Schläuche an den Anschlüssen für die Wasserzufuhr fest, um den Wasserhahn anschließen zu können. Am besten funktioniert das in der Regel mit einer Wasserpumpenzange. Halte die Schläuche beim Anschrauben mit der Hand fest, damit sie nicht überdrehen.

Beachte hierbei die korrekten Anschlüsse für Kalt- und Warmwasser – diese sind normalerweise farblich markiert (Blau für „kalt“, Rot für „warm“). Verbiege oder knicke die Schläuche dabei aber nicht.

Boiler bzw. Niederdruckarmatur anschließen: Hier musst du drei Schläuche anschließen, der Kaltwasserschlauch kommt an den einzigen Wandanschluss, der Warmwasserschlauch an den Boiler. Der dritte Schlauch dient dem Kaltwasserrücklauf in den Boiler und wird ebenfalls an diesen angeschlossen. Meist ist der Warmwasseranschluss links am Boiler, der für den Kaltwasserrücklauf rechts. Prüfe das aber sicherheitshalber noch einmal genau bei deinem Gerät nach.

Schraube alle Gewinde gut fest und überprüfe dabei auch den sicheren Sitz der Dichtungen.

Stecke dann das Wandanschlussrohr des Siphons auf den Wandanschlussstutzen und montiere es am Ablauf. Schraube den sogenannten Geruchsverschluss fest. Jetzt musst du nur noch das Siphontauchrohr am Stopfenventil unter der Spüle anschließen und festdrehen. 

Falls du eine Spülmaschine hast, musst du sie ebenfalls am Siphon anschließen. Montiere den Schlauch der Spülmaschine an das Geräteanschlussventil und fixiere ihn mit einer Schlauchschelle.

Tipp: Falls du kein Gerät anschließen willst, verwende am besten einen Siphon ohne Geräteanschluss.


Schritt 8: Wasserhahn fixieren und Dichtigkeit checken

Das neue Waschbecken mit dem neuen Wasserhahn.

Richte den Wasserhahn so aus, wie du ihn haben möchtest, und ziehe dann die Überwurfmutter unterhalb des Beckens fest. Der Wasserhahn sollte nun festsitzen. Schließe ggf. deinen Boiler wieder an den Strom an und öffne die Wasserzufuhr am Haupthahn bzw. an den Eckventilen.

Teste deinen neuen Wasserhahn anschließend und prüfe dabei gründlich, dass an den Leitungen und Anschlüssen nirgends Wasser austritt. Sollte das der Fall sein, musst du das Wasser noch einmal abstellen und die Anschlüsse ggf. nachziehen.


Manchmal reicht auch Reparieren statt einen neuen Wasserhahn zu montieren

Übrigens: Falls dein Wasserhahn tropft, musst du ihn nicht unbedingt gleich austauschen – womöglich hilft auch eine Wasserhahn-Reparatur, die du ganz einfach selbst vornehmen kannst. Bei einer Niederdruckarmatur ist es sogar völlig normal, dass der Hahn tropft, da sich das Wasser im Boiler bei der Erhitzung ausdehnt und über den Wasserhahn zum Druckausgleich austropft. Ohne diesen Druckausgleich könnte der Boiler platzen –  es ist also nicht zwangsläufig etwas nicht in Ordnung, wenn bei einer Niederdruckarmatur der Wasserhahn tropft.


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