Ratgeber

Tür lasieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Holztür wird mit Pinsel lasiert.
Lesezeit 10 Minuten
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: mittel
Material: Türen-Lasur, Holzschutz-Grundierung
Werkzeuge: Flachpinsel, Schleifpapier, Abdeckfolie, evtl. Türheber oder zweite Person zum Aushängen

Türen sind täglich im Einsatz, ob als Haustür, Zimmertür oder Kellertür. Vor allem Holztüren leiden mit der Zeit unter Kratzern, Feuchtigkeit oder Abnutzung. Eine Lasur schützt nicht nur vor äußeren Einflüssen, sondern bringt auch die natürliche Maserung des Holzes zur Geltung. In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine Tür fachgerecht lasierst und so langfristig schützt.


Schritt 1: Vorbereitung der Tür zum Lasieren

Bevor du mit dem Lasieren beginnst, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend für ein gleichmäßiges und langlebiges Ergebnis.

  • Baue die Tür aus und lagere sie waagerecht: Hänge die Tür aus und lege sie auf zwei stabile Böcke. So erreichst du alle Flächen gut und vermeidest unschöne Nasen beim Lasieren.
  • Entferne die Beschläge und Griffe: Schraube alle beweglichen Teile wie Schlösser, Scharniere und Türdrücker ab. Das schützt vor unbeabsichtigtem Anstrich und erleichtert die Arbeit.
  • Entferne den alten Anstrich: Schleife die Tür gründlich ab, bis alle alten Lasur- oder Lackreste verschwunden sind. Bei hartnäckigen Schichten kann ein Abbeizer helfen.
  • Reinige die Oberfläche: Entferne Schleifstaub und Fett mit einem leicht angefeuchteten Tuch. Nur auf einer sauberen Fläche haftet die neue Lasur zuverlässig.
  • Bereite das Arbeitsumfeld vor: Decke den Boden rund um deinen Arbeitsplatz mit Malervlies, Karton oder Folie ab, um ihn vor Spritzern zu schützen.

Ein zusätzlicher Tipp: Eine flach liegende Tür lässt sich gleichmäßiger lasieren und trocknet sauberer ab – besonders an Kanten und senkrechten Flächen.


Schritt 2: Vorbehandlung und Grundierung

Bevor du zur Lasur greifst, solltest du das Holz mit einer passenden Grundierung vorbehandeln. Gerade bei unbehandelten Holztüren sorgt sie dafür, dass die Lasur später gleichmäßig einzieht und das Material zuverlässig vor Feuchtigkeit, Schimmel und Bläuepilzen geschützt ist.

Verwende am besten eine spezielle Holzschutz-Grundierung für Türen und Fenster. Trage sie dünn und gleichmäßig mit einem Flachpinsel auf, ohne zu viel Material aufzunehmen, damit keine Läufer oder Pfützen entstehen. Achte darauf, auch Kanten und schwer zugängliche Stellen gründlich zu behandeln.

Lass die Grundierung anschließend vollständig durchtrocknen. Nur auf einer durchgetrockneten Fläche hält die Lasur später dauerhaft und bildet eine widerstandsfähige Oberfläche.


Schritt 3: Die richtige Lasur für deine Tür auswählen

Lasur ist nicht gleich Lasur. Besonders bei stark beanspruchten Flächen wie Türen spielt die Qualität der Lasur eine wichtige Rolle.

Innentür oder Haustür lasieren?

Lasur wird mit Pinsel auf Haustür verteilt.
Für das Lasieren der Haustür eignet sich eine robuste Dickschichtlasur.

Wenn du eine Innentür lasieren willst, zum Beispiel im Wohn- oder Schlafzimmer, ist eine Dünnschichtlasur ideal. Sie dringt tief in das Holz ein, erhält die natürliche Maserung und sorgt für eine offenporige Oberfläche. So bleibt das Holz atmungsaktiv und behält seinen natürlichen Charakter. Für den Innenbereich genügen in der Regel zwei Lasurschichten.

Wenn du deine Haustür lasieren möchtest, solltest du dagegen auf eine robuste Dickschichtlasur setzen. Diese bildet eine schützende Schicht auf dem Holz, die es zuverlässig vor Sonne, Regen und Temperaturschwankungen schützt.  Achte außerdem auf folgende Eigenschaften:

  • Witterungsbeständigkeit
  • UV-Schutz
  • Blockfestigkeit – damit die Tür bei Hitze nicht am Rahmen klebt
  • bei stark exponierten Türen: Wasserabweisende Wirkung oder zusätzliche Schutzversiegelung

Tipp: Ist deine Haustür stark beansprucht, lohnt es sich, die Lasur regelmäßig aufzufrischen. Etwa alle zwei bis vier Jahre, je nach Lage und Wettereinfluss.

Ein zusätzlicher Hinweis zur Haltbarkeit: Für Außentüren ist die Trocknungszeit zwischen den Anstrichen besonders wichtig. Plane ausreichend Zeit ein, damit sich die Schutzwirkung der Lasur vollständig entfalten kann.

Farbton wählen: Holztüren dunkel, weiß oder hell lasieren

Die Farbwahl entscheidet nicht nur über die Optik deiner Tür, sondern auch über die Wirkung im Raum oder Eingangsbereich. Lasuren sind in vielen Farbtönen erhältlich, von klassisch „natur“ bis hin zu modernen Weiß- oder Grautönen. Dabei bleibt die Holzstruktur immer sichtbar. Das unterscheidet Lasur vom deckenden Lack.

Weiße Lasur auf Holztüren sorgt für einen hellen, nordisch anmutenden Look. Die natürliche Maserung schimmert leicht durch, was besonders bei Türen aus Nadelholz sehr gleichmäßig und wohnlich wirkt. Für ein deckenderes Ergebnis solltest du die weiße Lasur mehrfach auftragen. Zwei bis drei Schichten bringen den gewünschten Effekt.

Dunkle Lasuren eignen sich dagegen gut, um dem Holz Tiefe und eine besonders edle Note zu verleihen. Sie betonen die Maserung intensiver und wirken hochwertig. 

Dunkle Türen hell lasieren ist grundsätzlich möglich, erfordert aber deutlich mehr Vorbereitung:

  • Entferne den alten, dunklen Anstrich vollständig durch Schleifen. Idealerweise bis auf das rohe Holz.
  • Verwende eine helle Lasur in mehreren dünnen Schichten, um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen.
  • Bedenke: Lasuren sind halbtransparent. Reste alter dunkler Anstriche können durchschimmern.

Überlege dir am besten vor dem Kauf, welche Wirkung du erzielen möchtest und ob die neue Farbe zum Stil deines Hauses oder deiner Einrichtung passt.


Schritt 4: Tür fachgerecht lasieren

Ist die Grundierung durchgetrocknet, kannst du mit dem Lasieren beginnen. Für ein sauberes und langlebiges Ergebnis kommt es auf die richtige Technik und das passende Werkzeug an.

So gehst du beim Lasieren vor:

  • Rühre die Lasur gut um, bevor du startest. So verteilen sich die Farbpigmente gleichmäßig im Gebinde.
  • Trage die erste Schicht dünn und gleichmäßig auf, am besten mit einem Flachpinsel. Arbeite in Richtung der Maserung, damit die Oberfläche später harmonisch aussieht.
  • Kanten und Ränder nicht vergessen, denn auch dort muss die Lasur schützen.
  • Lass die erste Schicht gründlich trocknen. Halte dich dabei an die Angaben des Herstellers.
  • Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier (z. B. Körnung 220) sorgt dafür, dass die nächste Schicht besser haftet und das Ergebnis besonders glatt wird.
  • Trage die zweite Schicht auf, ebenfalls in Faserrichtung. Bei Bedarf kannst du auch eine dritte Schicht auftragen. Gerade bei Außentüren empfiehlt sich ein zusätzlicher Schutzauftrag.

Vermeide es, zu viel Lasur auf einmal zu verwenden. Das führt leicht zu Tropfnasen oder ungleichmäßigen Stellen. Weniger ist hier mehr. Plane außerdem genügend Zeit für Trocknung und Lüftung ein, bevor du die Tür wieder einbaust.


Pflege und Wartung nach dem Türenlasieren

Damit deine frisch lasierte Tür lange schön bleibt, lohnt sich regelmäßige Pflege. Denn selbst die beste Lasur schützt nicht ewig, besonders bei Außentüren, die Sonne, Regen und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.

So bleibt deine lasierte Tür lange ansehnlich:

  • Reinige die Oberfläche regelmäßig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch. Milde Reinigungsmittel reichen aus. Aggressive Reiniger oder Scheuermittel solltest du vermeiden.
  • Kontrolliere die Tür in regelmäßigen Abständen, vor allem an besonders beanspruchten Stellen wie der Unterkante oder an der Wetterseite.
  • Zeigen sich kleine Risse, matte Stellen oder abgegriffene Bereiche, solltest du nicht zu lange warten: Schleife die betroffene Stelle leicht an und frische den Anstrich punktuell auf.
  • Bei Außentüren empfiehlt es sich, die Oberfläche etwa alle zwei bis vier Jahre komplett nachzulasieren, je nach Witterung und Belastung.

Mit ein wenig Aufmerksamkeit sorgst du dafür, dass deine Tür auch nach Jahren noch gut aussieht und dauerhaft vor Feuchtigkeit und UV-Strahlen geschützt ist.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Türen lasieren

Was ist besser – Türen lackieren oder lasieren?

Beim Lasieren bleibt die natürliche Holzmaserung sichtbar. Das wirkt besonders wohnlich und sorgt für ein atmungsaktives Holz. Lacke hingegen bilden eine deckende Schicht und sind robuster gegenüber mechanischer Beanspruchung. Für alle, die den natürlichen Look erhalten möchten, ist Lasur die erste Wahl.

Kann ich auch furnierte Türen lasieren?

Nur bedingt. Furnierte Türen haben oft nur eine sehr dünne Echtholzschicht. Diese kann beim Schleifen schnell durchgeschliffen werden. Wenn du eine furnierte Tür bearbeiten möchtest, solltest du besonders vorsichtig vorgehen und auf Abbeizer oder starkes Schleifen verzichten.

Muss ich die Tür zum Lasieren unbedingt aushängen?

Es ist empfehlenswert, die Tür auszuhängen. So kannst du alle Flächen gleichmäßig bearbeiten und verhinderst, dass die Lasur verläuft. Besonders an den Kanten oder unteren Bereichen lässt sich die Arbeit im Liegen deutlich sauberer ausführen.

Wie oft sollte ich eine Haustür nachlasieren?

Je nach Witterungseinfluss etwa alle zwei bis vier Jahre. Kontrolliere deine Tür regelmäßig auf matte Stellen, feine Risse oder Abplatzungen. Sobald sich erste Anzeichen von Abnutzung zeigen, solltest du nachbessern. So bleibt der Schutz langfristig erhalten.

Welche Lasur eignet sich für stark beanspruchte Türen?

Für stark beanspruchte oder wetterseitig gelegene Außentüren empfiehlt sich eine Dickschichtlasur mit UV-Schutz und hoher Witterungsbeständigkeit. Achte außerdem auf die Angabe „blockfest“, damit die Tür später nicht am Rahmen klebt.


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