Pflastersteine verlegen

Du willst eine Terrasse im Garten anlegen? Einen Gartenbereich befestigen? Oder einen Weg durch den Garten pflastern? In puncto Gestaltung sind der Phantasie dabei kaum Grenzen gesetzt. Und das Beste ist: Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du bares Geld sparen und selbst schöne Pflastersteine verlegen. Unsere praktische Anleitung kann dir als Starthilfe dienen. Ganz egal, ob du Granitpflaster verlegen willst, dich für Kopfsteinpflaster, Beton, Klinker oder Naturstein entscheidest: Die folgende Anleitung gilt für alle Varianten.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Je nach Größe der Fläche circa 3 Arbeitstage für 2 Personen

Werkzeug: Richtschnur, Wasserwaage, Rüttelplatte, Richtlatte, Gummiplatte (für das Verfugen), Steinsäge, Pflasterhammer



1. Mach eine Skizze

Werkzeuge und Pflastersteine

Wie soll das Pflaster aussehen? Willst du ein klassisches Reihen-, Diagonal- oder Bogenpflaster? Einen Block-, Flecht- oder Läuferverband? Nicht nur über Form und Größe, sondern auch über die Farbgebung der einzelnen Steine kannst du das Erscheinungsbild bis ins Detail beeinflussen. Eine sorgfältige Planung ist entsprechend wichtig, wenn du Pflastersteine verlegen willst. Das Muster soll ja schließlich genau deiner Vorstellung entsprechen. Je nach seiner Komplexität musst du die Steine allerdings auch für jede einzelne Position genau nach Größe und Geometrie auswählen. Erstelle deshalb zuerst eine Skizze beziehungsweise einen möglichst exakten Verlegeplan!

Tipp: Bei einigen Händlern für Pflastersteine kannst du (meist gebührenpflichtig) deine Skizze per Software in ein Verlegemuster übertragen. So erhältst du schnell konkrete Anregungen, wie du die Steine anordnen kannst.


2. Auswahl der Materialien

Pflastersteine

Wenn du verschiedene Materialien in sogenannten wilden Verbänden mischst oder unregelmäßige Bruchsteine verwendest, musst du beachten, dass sich die Baustoffe gegebenenfalls in der Höhe unterscheiden. Bevor du die Pflastersteine verlegst, musst du deshalb den Untergrund entsprechend vorbereiten und Höhendifferenzen ausgleichen, sonst baust du kleine Stolperfallen. Verwendest du Steine und/oder Platten verschiedener Art und Maße? Auch dann solltest du entsprechend vorausplanen.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn du nur einen Baustoff verwendest. Für Einsteiger eignen sich vor allem rechteckige Varianten wie Pflasterklinker oder Betonsteine. Sie lassen sich dank ihrer hohen Maßgenauigkeit leicht handhaben, gut im Sandbett ausrichten und gleichmäßig verfugen.


3. Bettung anlegen

Bettung anlegen

Je nach Nutzung der Pflasterfläche muss der Untergrund mehr oder weniger belastbar sein. Eine Terrasse und ein Gartenweg werden beispielsweise deutlich weniger beansprucht als eine Garageneinfahrt, die regelmäßig das Gewicht eines Autos samt Beladung tragen muss und somit auch solider anzulegen ist. Als Mittel der Wahl gelten beim Verlegen von Pflastersteinen meist Sand oder Splitt. Am besten kombinierst du eine Tragschicht aus Schotter oder Kies (Korngröße zehn bis 45 Millimeter) mit einem Pflasterbett aus Sand oder Feinsplitt (Korngröße drei bis acht Millimeter).

Hebe auf der gesamten Fläche das Erdreich ausreichend tief aus. Plane dabei die Höhe der Pflastersteine, der Tragschicht und des Pflasterbetts ebenso ein wie eventuelle Höhendifferenzen der Materialien, die du verlegen willst. Der Untergrund muss natürlich weitgehend eben sein. Verdichte ihn mit einer Rüttelplatte. Solltest du keine haben, bekommst du ein günstiges Leihgerät im Baumarkt. Schneide eventuell angrenzende Pflanzen großzügig zurück.

WICHTIG: Damit Regenwasser gut ablaufen kann, solltest du unbedingt ein Gefälle von mindestens 2,5 Prozent im Boden und in der Tragschicht einbauen. Natürlich musst du dieses so umsetzen, dass es das Wasser von Gebäuden weg und/oder zu einer Drainage leitet.

Fülle die Tragschicht aus Schotter oder Kies ein, glätte sie und gib anschließend Sand oder Feinsplitt als Pflasterbett darauf. Für Flächen wie eine Terrasse oder einen Gartenweg solltest du circa zehn bis 15 Zentimeter Schotter einplanen und darauf etwa fünf Zentimeter Sand oder Feinsplitt ausbringen. Zieh das Pflasterbett mit einer Richtlatte glatt. Soll die Fläche als Garageneinfahrt dienen? Dann plane besser mit einer Tragschicht aus 20 bis 25 Zentimetern Schotter oder Kies.

Die Pflastersteine sollen besonders stabil aufliegen? Dann kannst du zusätzlich Zement in das Sandbett einharken. Nimm dazu einen Sack Zement pro zehn Quadratmeter Sand. Ebne die Fläche anschließend erneut und verdichte mit der Rüttelplatte. Fertig ist das Bett.


4. Pflastern

Pflastersteine entlang Richtschnur verlegen

Wenn du die Breite des Sandbetts gleich so planst, dass sich das gewählte Steinformat als Ganzes in den Sand setzen lässt, sparst du dir viel Mühe. Ein exaktes Zuschneiden erfordert nämlich Zeit – und das für den Baustoff passende Werkzeug. Pflastere größere Bereiche am besten in Etappen – zum Beispiel von zwei mal zwei Metern. Spanne bei Bedarf Richtschnüre im rechten Winkel, an denen du dich orientierst.

Wenn du Pflastersteine verlegst, arbeitest du am besten immer von der bereits verlegten Fläche aus, sonst zerstörst du die frisch angelegte Sandbettung gleich wieder. Am besten legst du dir eine Schaltafel als Arbeitsfläche auf die Steine. So gehst du sicher, dass du einzelne Steine nicht durch unachtsame Bewegungen eindrückst oder verrückst. Ihre endgültige Festigkeit erhalten die Pflastersteine und/oder -platten schließlich erst nach dem Verfugen und Aushärten.

Beginne mit dem Verlegen an einer geraden Kante, zum Beispiel an der Hausfassade oder am Garageneingang. So erhältst du leichter eine gerade Linie als Basis. Kontrolliere die Ausrichtung mit einer Wasserwaage. Kleine Ungenauigkeiten setzen sich sonst fort und verschlimmern sich mit jeder Reihe.

WICHTIG: Baue an den Seiten Dehnungsfugen von etwa vier Millimetern Länge ein. Die Fugenbreite zwischen den einzelnen Steinen oder Platten sollte etwa drei bis fünf Millimeter betragen. Bei geraden Pflastersteinen helfen Distanzkeile. Wenn die ersten Reihen liegen, füllst du die Fugen mit Brechsand auf.


5. Verfugen

Ohne Fugen könnten die Stein- oder Plattenkanten leicht Schaden nehmen. Grundsätzlich hast du zwei Optionen: Beim Pflastersteine-Verlegen ist meist die sogenannte ungebundene Vorgehensweise Standard. Das bedeutet, die Steine und/oder Platten werden, wie oben beschrieben, auf einem Bett aus Sand oder Feinsplitt auf Schotter oder Kies verlegt. Die Fugen bestehen dabei aus dem gleichen Material wie der Untergrund. Du kehrst oder schlämmst also lediglich gewaschenen, groben Sand, Natursteinkörnungen oder Feinsplitt in die Fugen ein.

Nach dem Verfugen verdichtest du die Steinfläche nochmals mit der Rüttelplatte. ACHTUNG: Montiere unbedingt eine Gummiplatte unter die Rüttelplatte, um die Steine nicht zu beschädigen. Das gilt besonders, wenn du Klinker verlegst!

Pflastersteine verfugen

Bei der gebundenen Variante kommt hingegen Zementmörtel in die Fugen. Auch hier bestehen die Fugen aus dem gleichen Material wie der Untergrund. Du hast Zement ins Sandbett gemischt? Dann fügst du auch dem Fugensand Zement hinzu. Dafür mischst du Quarzsand und Zement im Verhältnis drei zu eins und füllst den Zementmörtel in die Fugen ein.

Beide Methoden haben ihre Vorteile: Eine zu hohe Belastung der verlegten Pflastersteine sowie große Temperaturschwankungen können zu Verformungen führen. Flexible, ungebundene Fugen können diese besser ausgleichen. Außerdem fließt Wasser besser ab, denn es kann durch die Fugen sickern. Allerdings kann starker Regen den Sand beziehungsweise Splitt ausspülen. Dann musst du die Fugen gegebenenfalls erneuern, damit die Steine nicht wackeln.

Der Vorteil der gebundenen Variante ist hingegen ganz klar die Stabilität. Der Zementmörtel hält die verlegten Pflastersteine fest zusammen. Wasser sickert zwar nicht durch die Fugen, allerdings lassen sich diese auch nicht ausspülen. Folglich kann sich das Pflaster bei dieser Mörtelart nur geringfügig ausdehnen. Übersteigt die Belastung die materialspezifische Bruchdehnung, können Spannungsrisse entstehen und einzelne Steine können sich lösen.

Tipp: Du bevorzugst die Stabilität der ungebundenen Methode, suchst aber einen Kompromiss in puncto Durchlässigkeit? Dann kannst du statt Zementmörtel auch Reaktionsharzfugenmörtel verwenden. So erhältst du stabile und ausspülgeschützte Fugen mit einer offenporigen Struktur, die Wasser versickern lässt. Außerdem ist der Harz nicht so frostanfällig wie Zementmörtel und widersteht Rissen besser.


6. Rand gestalten

Weg aus Pflastersteinen

Sofern die Pflastersteine nicht direkt an eine Mauer grenzen, fasst du sie an den Seitenrändern am besten noch mit Randsteinen ein, damit sich die Steine oder Platten nicht verschieben. Mit einer Läuferschicht schaffst du einen Rahmen und schließt die gepflasterte Fläche sauber ab.


7. Kosten

Pflastersteine verlegen

Beim Pflaster-Verlegen lässt sich der Preis pro Quadratmeter natürlich nicht pauschal beziffern. Die Kosten hängen vor allem von den gewählten Baustoffen ab und können deshalb stark schwanken. Hochwertiger Sand ist bereits für unter zehn Euro pro Sack zu haben. Splitt lässt sich ebenfalls für etwa drei Euro pro Quadratmeter beschaffen. Hinzu kommen gegebenenfalls geringfügige Leihgebühren für eine Rüttelplatte beziehungsweise für entsprechendes Werkzeug zum Zuschneiden der Pflastersteine und -platten. Alles in allem lassen sich Pflastersteine durchaus kostengünstig selbst verlegen.