Das duftet aber gut! Der betörende Geruch von Lavendel gefällt nicht nur den Hummeln – auch bei uns Menschen ist Lavendel ein sehr beliebter Duft. Er begegnet uns in Kosmetik, Raumdüften und sogar in der Küche. Lavendel selber zu trocknen und zu verarbeiten ist die nachhaltigste Möglichkeit, den Duft zu verströmen – gerade wenn man den Lavendelstrauch im Sommer ohnehin zurückschneidet. Wie man Lavendel richtig trocknet und aufbewahrt, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt.


Welcher Lavendel eignet sich zum Trocknen?

Lavendel mit weißem Schmetterling

Obwohl man grundsätzlich jede Lavendelart trocknen kann, gibt es Unterschiede in der Wirkung. Möchtest du Lavendel für die Verwendung in der Küche und als Heilmittel trocknen, bietet sich der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) an. Denn ein Strauch dieses mediterranen Gewächses hat das kräftigste Aroma und die beste Wirkung auf Körper und Geist. Am effektivsten gegen Motten und Insekten wirken die stark duftenden Speiklavendel (Lavandula latifolia), Schopflavendel (Lavandula stoechas) und Wolllavendel (Lavandula lanata). Diese bieten somit eine gute Basis für Duftsäckchen und Deko.

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Lavendel richtig trocknen – so geht's

Damit du das Maximum aus deinem Lavendel herausholen kannst, solltest du beim Trocknen ein paar Dinge beachten – wie den richtigen Zeitpunkt und den Ort. Obwohl meist nur die Lavendelblüten getrocknet werden, kannst du als Gewürz auch die Lavendelblätter trocknen. Der Trocknungsvorgang ist derselbe.

Lavendel schneiden

1. Schneiden – wann und wie?

Das stärkste Aroma hat der Lavendel kurz vor der vollständigen Blüte – je nach Sorte zwischen Juni und August. Wenn also ein paar Blüten bereits geöffnet sind, aber noch nicht alle, ist der richtige Zeitpunkt, um Lavendel zum Trocknen zu schneiden. Verpasst du dieses Zeitfenster, kannst du die Blüten und Blätter zwar immer noch ernten, doch ist der Duft dann nicht mehr so intensiv. Verblühten Lavendel zu trocknen lohnt sich jedoch nicht mehr, da die Blüten dann bereits zu viele Duftstoffe verloren haben.

Wähle für den Schnitt einen trockenen Tag und schneide zur Mittagszeit, wenn der Morgentau verdunstet ist. Es ist wichtig, dass die Pflanze komplett trocken ist, da sie sonst schnell zu schimmeln beginnt. Schneide die einzelnen Stiele etwa zehn Zentimeter unter der Blüte ab. Möchtest du die Blätter des Lavendels trocknen, schneidest du entsprechend blättrige Triebe ab.

Tipp: Wenn dein Lavendel im Sommer seinen zweiten Rückschnitt bekommt, kannst du die abgetrennten Triebe direkt zum Trocknen verwenden.

Lavendel bündeln

2. Bündeln und aufhängen

Binde immer ungefähr zehn Stängel zu kompakten Bündeln zusammen. Zu dick sollten diese Bündel jedoch nicht sein, damit auch die inneren Stiele gut trocknen können. Da sich die Stiele bei der Trocknung zusammenziehen und ein Faden locker werden könnte, empfehlen sich für das Bündeln Haushaltsgummis. Hänge die fertigen Lavendelsträuße danach zum Trocknen kopfüber an eine Schnur oder Stange – nicht zu dicht beieinander, damit alle Bündel noch ausreichend Luft bekommen. Der Aufhängungsort sollte trocken und schattig sein, da zu viel Wärme und Licht dem Lavendel die ätherischen Öle entzieht. Deshalb sollte Lavendel auch niemals im Backofen getrocknet werden.

Tipp: Wenn du die einzelnen Stiele vor dem Bündeln und Aufhängen ein bis zwei Tage auf einem Tuch ausbreitest, sind diese schon so gut vorgetrocknet, dass sie anschließend nicht mehr so lange hängen müssen.

Gebündelter Lavendel hängt zum Trocknen

3. Verarbeiten und aufbewahren

Je nach äußerem Einfluss dauert es etwa ein bis zwei Wochen, bis der Lavendel vollständig getrocknet ist. Du merkst das daran, dass die Blüten ganz leicht abfallen und sich zwischen den Fingern zerbröseln lassen. Bei den Blättern verhält es sich ähnlich. Um den Lavendel weiterzuverarbeiten, streifst du Blüten oder Blätter nun vorsichtig mit den Fingern vom Stiel ab.

Anschließend wird der getrocknete Lavendel entweder haltbar gemacht, direkt weiterverarbeitet oder gelagert. Wenn du dich für die Lagerung entscheidest, solltest du auf eine luftdichte Dose oder ein Papiertütchen setzen. Entscheidend ist, dass die Stängel trocken und kühl ruhen kann. So ist der Lavendel bis zu einem Jahr verwendbar. Wie du getrockneten Lavendel haltbar machst und verarbeitest, erfährst du weiter unten.


Anwendungsmöglichkeiten von getrocknetem Lavendel

Die Inhaltsstoffe von Lavendel wirken beruhigend, konzentrationsfördernd und desinfizierend, weshalb das mediterrane Gewächs schon lange als Naturheilmittel bekannt ist. Außerdem gilt Lavendel als natürliches Hausmittel gegen Motten und Mücken, weil diese den speziellen Geruch nicht mögen – wohingegen Bienen, Hummeln und andere nützliche Insekten den Nektar lieben. Darüber hinaus wird Lavendel auch im Haushalt und in der Kosmetik genutzt.

Lavendel-Öl

Die Wirkung von Lavendel auf Körper und Geist:

  • hilft gegen Kopfschmerzen und Stress
  • fördert Beruhigung und Konzentration

Lavendel als Kosmetik:

  • getrocknete Blüten als Zusatz im heißen Badewasser
  • mit Zucker und Öl vermischte, getrocknete Blüten dienen als Hautpeeling
  • Lavendelöl für wohltuende Massagen

Lavendel trocknen für Duftsäckchen und Deko:

  • getrocknete Blüten als Mottenkissen im Kleiderschrank
  • getrockneter Lavendelstrauß als Deko
  • duftendes Potpourri mit getrockneten Blüten

Lavendel in der Küche:

  • Lavendel trocknen für Tee
  • Blüten und Blätter für Gewürzmischungen aus dem Kräutergarten trocknen
  • haltbar machen als Lavendelzucker, -honig oder -öl
Kräuter hängen in Bündeln zum Trocknen

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