Kaum ein Obst ist so häufig in deutschen Gärten vertreten wie der Apfelbaum. Seine zahlreichen Sorten machen den Naschgarten rund um Kern-, Stein- und Beerenobst komplett und eignen sich nicht nur zum direkten Verzehr, sondern auch zum Kochen, Backen und Einmachen. Wie du auch in deinem Garten einen eigenen Apfelbaum pflanzt und ihn pflegst, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt. Falls dir der Apfelbaum doch nicht zusagt, haben wir noch zahlreiche andere Ideen für Bäume & Sträucher, mit denen du deinen Garten gestalten und aufwerten kannst.


Apfelbaum pflanzen – Schritt für Schritt

Ein Junger Apfelbaum wird in ein dafür ausgehobenes Loch im Boden gesetzt.

Damit er reichlich leckere Früchte tragen kann, muss dein Apfelbaum sorgsam gepflanzt werden. Apfelbaum-Setzlinge bzw. veredelte Stämmchen bekommst du entweder im Fachhandel oder in der Baumschule – in letzterer kannst du häufig auch die verschiedenen Sorten probieren. Pflanze deinen Obstbaum am richtigen Standort im Garten und halte dich an die nachfolgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

1. Schritt: Obstbaum vorbereiten

Als erstes bereitest du die Wurzeln des Apfelbaums für die Pflanzung vor. Hier wird bei der Vorgehensweise zwischen wurzelnackten Stämmen und Containerware unterschieden:

  • Wurzelnackter Apfelbaum: Stelle die nackten Wurzeln für ein paar Stunden in einen Eimer mit Wasser. Schneide anschließend abgestorbene und beschädigte Wurzeln ab und schneide die Hauptwurzeln an. Das sorgt für ein schnelleres Wachstum.
  • Apfelbaum im Topf: Entnimm den Wurzelballen erst kurz vor der Pflanzung aus dem Topf – eine Wässerung ist nicht notwendig, da die Wurzeln bereits an feuchte Erde gewöhnt sind. Schneide den Wurzelballen seitlich an und lockere diesen vorsichtig auf, bevor du den Baum einpflanzt.

2. Schritt: Pflanzloch ausheben

Das Pflanzloch für deinen neuen Apfelbaum sollte mindestens doppelt so groß im Umfang sein wie der Wurzelballen, damit die jungen Wurzeln nicht umknicken und sich nach dem Pflanzen ausbreiten können. Hebe das Pflanzloch ein bisschen tiefer aus als der Ballen groß ist und lockere nochmal dieselbe Tiefe des Bodens großzügig auf – am besten mit einer Grabegabel. So können sich die Wurzeln einfacher entfalten und stoßen nicht gegen feste Erde. Halte den Stamm zwischendrin immer wieder in das Loch, um die Tiefe zu überprüfen.

3. Schritt: Erde vorbereiten

Vermische die ausgehobene Erde mit frischem Kompost und Hornspänen, damit der junge Apfelbaum direkt eine gesunde Nährstoffzufuhr bekommt. Ist die Erde zu lehmig, kannst du außerdem etwas Sand untermischen und sie damit auflockern.

4. Schritt: Pflanzpfahl einsetzen

Damit der Stamm stabil steht und gerade wächst, werden Obstbäume mit einem Pflanzpfahl gestützt. Schlage diesen am Rand des Pflanzloches – etwa 30 Zentimeter vom Stamm entfernt – mit einem Vorschlaghammer in den Boden. Er sollte fest stehen und knapp unter der Baumkrone enden. Am besten schlägst du den Pfahl westlich des Stammes ein, dann wird der Baum bei Wind vom Pfahl weggedrückt und nicht zu ihm hin – eine Berührung sollte ausgeschlossen werden.

5. Schritt: Apfelbaum einpflanzen

Steht der Pfahl fest im Loch, kannst du den Apfelbaum einsetzen. Dieser sollte so tief in die Erde gepflanzt werden, wie er ursprünglich stand – das erkennst du an der dunklen Verfärbung der Rinde. Außerdem sollte die Veredelungsstelle etwa eine Handbreit über dem Boden sitzen. Steht der Apfelbaum mittig und in guter Tiefe, füllst du das Pflanzloch mit dem angereicherten Substrat auf. Drehe den Wurzelballen zwischendurch vorsichtig ein wenig, damit auch Erde zwischen die Wurzeln gelangen kann.

6. Schritt: Erde verdichten und angießen

Ist das Pflanzloch aufgefüllt, trittst du die Erde vorsichtig fest. Forme anschließend rund um den Stamm einen Gießrand, damit das Wasser zu den Wurzeln geleitet wird und nicht in den Rasen abfließt. Gieße nun den frisch gepflanzten Apfelbaum kräftig an, bis die Erde gut durchnässt ist – das wird auch als Einschlämmen bezeichnet.

7. Schritt: Stamm anbinden

Nachdem Baum und Pfahl fest in der Erde stehen, müssen diese noch aneinander befestigt werden – verwende dafür Gartenschnur oder ein Kokosseil. Lege das Seil mehrmals wie eine Acht um Stamm und Pfahl und umwickele anschließend den Mittelteil so oft, bis eine stabile Konstruktion entstanden ist. Verknote das Ende am Holzpfahl, um den Stamm zu schonen. Dieser sollte fest mit dem Seil umwickelt sein, jedoch nicht gequetscht werden.

8. Schritt: Stamm schützen

Optional kannst du den Stamm deines neuen Apfelbaumes vor Tieren und Umwelteinflüssen schützen. Gegen Wildtiere, die gerne mal an junger Obstbaumrinde knabbern, kannst du einen Stammschutz aus Kunststoff verwenden. Zusätzlich kannst du die Rinde kalken, um sie vor Sonne und Schädlingen zu schützen. Hast du in deinem Garten Wühlmäuse, kannst du zu deren Bekämpfung außerdem einen zersetzbaren Drahtkorb um den Wurzelballen anbringen.

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Der Apfelbaum – vielfältiger Klassiker

Ein einzelner Früchte tragender Apfelbaum auf einer Wiese.

Der Apfel ist unheimlich sortenreich und das beliebteste Baumobst im heimischen Obstgarten. Das zu den Rosengewächsen zählende Kernobst erstrahlt ab Ende April mit seiner wunderschönen Apfelblüte, die den phänologischen Vollfrühling symbolisiert. Sorten, die sich für deinen Obstgarten eignen, sind beispielsweise Boskop, Pinova und Gerlinde. Doch welche Sorten von Apfelbäumen für deine Gartenbepflanzung die richtigen sind, hängt nicht nur vom persönlichen Geschmack ab, sondern auch vom Standort, dem vorhandenen Platz und somit der Wuchsform des Baumes.

Folgende Wuchsformen sind hier zu unterscheiden:

Hochstamm

Diese Apfelbäume mit einer Stammhöhe von 1,80 bis 2 Metern können insgesamt bis zu 6 Meter groß werden.

Halbstamm

Halb- und Hochstamm unterscheiden sich nur in der Stammhöhe – diese beträgt beim Halbstamm etwa 1,20 bis 1,50 Meter.

Buschbaum

Der Buschbaum hat keinen freiliegenden Stamm und erreicht eine Gesamthöhe von etwa 3 bis 4 Metern.

Spindelbusch

Diese Form des Apfelbaumes erreicht etwa 2 bis 3 Meter Höhe und ist aufgrund der geringen Größe leicht zu pflegen und vor allem für kleine Gärten geeignet.

Sonderformen

Als Apfelbaum-Sonderformen gelten das sogenannte Säulenobst, Spalierobst und der Mini-Apfelbaum. Diese kleinen Obstbäume eignen sich auch für Balkon und Terrasse.

Außerdem ist die Bodenbeschaffenheit für einen gesunden Apfelbaum sehr wichtig. Veredelte Apfelbäume tragen die Wuchseigenschaften ihrer Unterlage, die somit für Größe und Umfang des Baumes verantwortlich ist. Bei sandigen Böden ist eine stark wachsende Unterlage erforderlich, bei lehmigen Böden eine schwach wachsende.


Befruchtung von Apfelbäumen

Ein blühender Zweig eines Apfelbaums in der Nahaufnahme.

Was du beim Pflanzen eines Apfelbaumes im Garten beachten solltest, ist, dass es sich dabei um Fremdbefruchter handelt. Das heißt, du benötigst einen Pollenspender in der näheren Umgebung. Das sollte eine Apfelsorte mit ähnlicher Blühzeit sein, damit die Bienen die Pollen vom einen zum anderen Baum tragen und die Blüten befruchten können. Alternativ gibt es auch Familienbäume mit mehreren Sorten – diese befruchten sich gegenseitig. Ob eine Blüte erfolgreich bestäubt wurde, zeigt sich daran, dass nach der Blüte nur die Blütenblätter abfallen. Wurde eine Blüte nicht befruchtet, wird der Stiel mit abgestoßen.

Tipp: Sorge für insektenfreundliche Pflanzen und Nisthilfen in der Nähe, damit du viele Bienen anziehst.


Wann werden Apfelbäume gepflanzt?

Die beste Pflanzzeit für einen Apfelbaum ist der späte Herbst. So kann der Baum über den Winter fest im Boden verwurzeln und anschließend im Frühjahr und Sommer seine Energie in Blüten- und Fruchtbildung stecken. Zu welcher Jahreszeit du deinen Apfelbaum pflanzt, hängt auch davon ab, ob es sich um Container- oder Wurzelware handelt. Die Zeit für das Ausbilden neuer Wurzeln über den Winter ist nämlich besonders bei wurzelnackten Stämmchen wichtig, damit diese sich vor der Wachstumsphase an das Erdreich gewöhnen können. Bei Containerware kannst du einen Apfelbaum auch im Frühjahr pflanzen, wobei dennoch der Herbst die bevorzugte Pflanzzeit ist.


Standort und Pflanzabstand

Nahaufnahme eines Apfelbaums auf einer Plantage.

Apfelbäume kommen auch mit halbschattigen Standorten zurecht, doch je mehr Sonne sie bekommen, desto mehr Vitamine, Aroma und Reife gelangen in die Früchte. Mehr Sonne bedeutet jedoch auch ein erhöhter Wasserbedarf, was du im Sommer bedenken solltest. Außerdem sollte der Standort so gewählt werden, dass nicht mit Spätfrost zu rechnen ist, weil die zarten Apfelblüten darauf empfindlich reagieren. Als Pflanzabstand zu anderen Bäumen und Sträuchern, Grundstücksgrenzen sowie Mauern und Gebäuden solltest du dich an der zu erwartenden Kronengröße orientieren. Nur wenn diese ausreichend Platz zum Entfalten hat, kann der Apfelbaum gesund und natürlich wachsen.


Kann man einen Apfelbaum umpflanzen?

Mehrere kleine Apfelbäume in Töpfen.

Bäume umzupflanzen ist nicht gängig, doch in den ersten vier Jahren nach Pflanzung durchaus möglich. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Herbst, damit die Wurzeln über den Winter wieder neu festwachsen können. Achte beim Ausgraben jedoch darauf, dass du die Wurzeln nicht zu stark beschädigst, da dein Apfelbaum sonst langfristig Schaden nehmen kann.


Den Apfelbaum pflegen

Nahaufnahme eines Apfelbaums mit Früchten, der geschnitten wird.

Nach der Pflanzung kommt die Pflege. Für ein gutes Wachstum solltest du deinen Apfelbaum direkt nach dem Einpflanzen schneiden und auch in den Folgejahren regelmäßig zurückschneiden. Außerdem sollte der Boden deines Apfelbaumes immer schön feucht gehalten werden – das ist besonders in den ersten zwei Jahren und vor allem im Sommer sehr wichtig, um die Wurzeln zu unterstützen. Als Dünger empfiehlt es sich, ein- bis zweimal im Jahr etwas frischen Kompost und im Frühjahr Hornspäne in den Boden einzuarbeiten. Beides wird der Apfelbaum mit gesunden Früchten belohnen. Den Pflanzpfahl und den Strick solltest du regelmäßig überprüfen und bei Bedarf reparieren oder austauschen – er sollte immer fest sitzen, doch den Stamm nicht abschnüren.

Tipp: Mulche den Wurzelbereich, um unnötige Verdunstung zu vermeiden.


Apfelernte im eigenen Garten

Ein Korb voller frisch geernteter Äpfel.

Auch wenn die Äpfel an sich nicht übermäßig empfindlich sind, solltest du sie sehr vorsichtig pflücken. So verhinderst du, dass junge Knospen beschädigt werden, die im Folgejahr für neue Äpfel benötigt werden. Reif sind deine Äpfel, wenn man sie leicht pflücken kann, die Farbe kräftig und die Kerne braun sind und das Fruchtfleisch beim Aufschneiden knackt. Äpfel, die für die Lagerung gedacht sind, werden bereits ein wenig früher geerntet und können während der Lagerung ausreifen.


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