Rosen

Die Rose ist nicht nur eine der schönsten Blumen, sondern auch besonders vielseitig. Für jedes Klima, jede Gartengröße und jede Vorliebe gibt es die ideale Sorte. Ob einzeln als Solitär oder als Gruppe im Rosenbeet, als Rosenstamm oder am Spalier, ja sogar als Bodendecker lässt sie sich perfekt einsetzen. Die Vielfalt ihrer Farben, Düfte und Wuchsformen ist so groß, dass schon die Planung des Rosengartens zum Erlebnis wird. Wir geben dir hilfreiche Tipps rund um die Pflege dieser vielseitigen Blume.


Der richtige Standort

Rosen mögen einen sonnigen, aber windoffenen Standort mit tiefgründig gelockerter Erde. Schatten, stauende Hitze oder auch Staunässe vertragen Rosen nicht. Die windoffene Lage ist wichtig, weil die Blätter nach Regen oder Morgentau schnell abtrocknen können. Bleiben die Blätter häufig feucht, entstehen schnell Pilzkrankheiten.

Bei verdichtetem Boden muss die Erde tiefgründig gelockert und mit Sand und Humus verbessert werden. Sollen Rosen an einen Platz gepflanzt werden, an dem bereits zuvor Rosen gestanden haben, muss die Erde großzügig um das Pflanzloch herum (60 x 60 x 60 cm) wegen „Bodenmüdigkeit“ gegen frische Erde ausgewechselt werden. Man kann auch in das Beet, in dem zuvor Rosen gestanden haben, Tagetes einsäen, die gegen spezielle Bodenschädlinge (Nematoden) und auch gegen „Bodenmüdigkeit“ helfen. Im folgenden Jahr können dann wieder Rosen an diese Stelle gepflanzt werden. 


Die richtige Sorte

Beschränkt man sich auf die Gartenrosen und lässt die Wildformen außen vor, so unterscheidet man in folgende Klassen:

  • Edelrosen oder auch Teehybriden genannt, Rosen mit besonders edel geformten Blüten, meist nur eine Blüte pro Stiel
  • Duftrosen, in unterschiedlichen Wuchsformen
  • Englische Rosen, meist gefüllt blühend, besondere Farben und besonders duftend
  • Beet- oder Floribundarosen, meist in Dolden blühend
  • Strauchrosen, zwischen 1 und 3 m hoch
  • Kletterrosen oder Ramblerrosen
  • Zwergrosen, bis 40 cm hoch auch für Balkonkästen geeignet
  • Bodendeckerrosen, kleinwüchsig und kleinblumig, ranken bildend
  • Stammrosen, meist Edel- oder Floribundasorten
  • Trauerrosen, Kletterrosen auf einem Stamm veredelt

Seit 1950 gibt es die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR), die bis heute als die weltweit strengste Bewertungsinstitution/Prüfungskommission gilt. Neben den Blüteneigenschaften wird vor allem die Pflanzengesundheit bewertet, wofür die Rosen an elf deutschen Standorten unter gleichen Bedingungen gepflanzt und ohne Pflanzenschutzmittelbehandlung kultiviert werden. Nur so kann nach mehrjähriger Beobachtung die Widerstandsfähigkeit einer neuen Sorte optimal und objektiv beurteilt werden; auch die vormals als ADR-Rosen ausgewiesenen Sorten werden weiterhin überprüft. So kann man sicher sein, dass ADR-Rosen widerstandsfähige Sorten sind. Auf entsprechenden Sortenlisten kann man sich dann nach eigenen Wünschen Sorten hinsichtlich Nutzung, Blütenfarbe und Duft (mit oder ohne) aussuchen.


Die richtige Pflege

Pflanzzeit

Containerrosen können fast ganzjährig gepflanzt werden, jedoch nicht bei Frost oder großer Hitze. Ansonsten ist die beste Pflanzzeit, für wurzelnackte Pflanzen im Frühjahr bis Mitte Mai und wieder ab Mitte September bis zum Frost. Alle Rosen sollten vor dem Pflanzen mehrere Stunden ins Wasser gestellt werden. Den Boden vor dem Pflanzen tiefgründig lockern, bei der Pflanzung im Frühjahr mit einem Vorratsdünger oder Hornspänen anreichern. Die Veredelungsstelle (am Wurzelhals) der Rose sollte beim Pflanzen unter der Oberfläche liegen. Werden die Rosen zu hoch eingepflanzt, erfrieren sie leichter.

Gießen

Rosen werden auch als Tiefwurzler bezeichnet, das bedeutet, dass sie Wasser aus tieferen Regionen nutzen können. Stehen sie aber viele Stunden in der Sonne, sollten sie ein- bis zweimal pro Woche kräftig im Wurzelbereich gegossen werden. Aber Achtung! Sie dürfen nicht von oben gegossen werden, da die Feuchtigkeit auf den Blättern Pilzinfektionen fördert.

Düngen

Wer bei der Pflanzung den Boden gut vorbereitet hat, kann im ersten Jahr aufs Düngen verzichten. Ab dem zweiten Jahr sollte beim Austrieb im Frühjahr ein Rosendünger, mineralisch oder organisch, um die Rose gestreut und leicht eingeharkt werden. Um das Nachblühen im Sommer zu unterstützen, sollte im Juni eine zweite Düngung erfolgen.

Überwinterung

Rosen sind grundsätzlich gut winterhart. Trotzdem sollte zum Schutz zusätzliche Erde (oder Humus), dicht um die Pflanze an gehäufelt werden, sodass die Basis geschützt ist. Diese dann noch mit Tannenzweigen oder einer kräftigen Laubschicht abdecken und der Winter kann kommen. Die Überwinterung von Rosen im Pflanzgefäß ist ganz leicht, indem du das Gefäß z. B. mit einem Jutesack einpackst und damit vor dem Durchfrieren schützt.

Pflanzenschutz

Im Idealfall entdeckst du Rosenkrankheiten oder -schädlinge möglichst früh. Durch schnelles Handeln, kannst du die Ausbreitung der Krankheit schnell und erfolgreich verhindern. 

Rosenblattlaus

Die große Rosenblattlaus ist von ganz besonderer Bedeutung, da sie die größten Schäden anrichten kann. Bei warmem Wetter können sich die Blattläuse explosionsartig vermehren und sitzen dann zu hunderten an jungen Trieben, Blütenknospen und Blättern. Sie ernähren sich vom dem nahrhaften Pflanzensaft und verhindern so das Wachstum der Rosen. Auch ihre klebrigen Honigtauausscheidungen schädigen die Pflanzen zusätzlich.

Rosenkrankheiten

Pilzerkrankungen wie der Befall mit Sternrußtau, Rosenrost und echter Mehltau sind wohl die häufigsten Erkrankungen. Durch eine gute Ernährung sowie Standort- und Sortenauswahl kann man auf Pflanzenpflege und Pflanzenschutz Einfluss nehmen. Es gibt heute auch viele Rosensorten die Mehltauresistenz sind. Um leichtem Pilzbefall vorzubeugen eigenen sich Ackerschalterhalm-Sud und ein Backpulver-Öl Gemisch.


Rezept für Schachtelhalm-Sud und Backpulver-Öl-Gemisch

Ackerschachtelhalm frisch (300 g) oder getrocknet (30 g) in 10 l Wasser 24 Stunden ein- weichen. Danach erhitzen und 15 Minuten köcheln lassen. Nach dem Abkühlen im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen und spritzen (mehrmals wiederholen). Bei empfindlichen Sorten wöchentlich oder 14-tägig behandeln. Bei sichtbarem Mehltaubefall sollten befallene Teile zuerst abgeschnitten und entsorgt werden.

Auch eine gute Wirkung, die  Befall vorbeugt, hat eine Backpulverlösung, die man selbst herstellen kann.

Rezept: 10 g Backpulver + 5 g (Raps-)Öl für 1 l Spritzbrühe sowie 1 Spritzer Emulgator (z. B. Spülmittel).

Bei sichtbarem Mehltaubefall sollten befallene Teile zuerst abgeschnitten und mit dem Hausmüll entsorgt werden. Besonders wichtig hierbei ist es, befallenes Laub aufzusammeln und mit zu entsorgen. Am besten dann noch den Boden gleich mitbehandeln, um die auf den Boden gefallenen Sporen zu treffen und ebenfalls zu bekämpfen. 


Schnitt von Rosen

Das Schneiden der Rosen ist wie eine Verjüngungskur und unterstützt die Bildung von tollen Blüten und gesunde Pflanzen. Beschränken wir uns auch beim Rosenschnitt auf die Gartenrosen und lassen die Wildformen wieder außen vor, so ergibt sich das man im Jahresverlauf verschiedene Zeiträume und Schnitttechniken anwenden sollte. Ziel des Schneidens ist, das ein lockere Aufbau möglich ist. Das sich keine Triebe kreuzen und reiben. Alles was zu stark nach innen wächst wird auch entfernt. Geschnitten wird leicht schräg, ungefähr 0,5 cm oberhalb eines nach außen zeigendem Auge (Austrieb). Wichtigstes Hilfsmittel dafür ist eine scharfe Rosenschere, damit sauber, glatte Schnitte möglich sind, die schnell verheilen.


Die verschiedenen Jahreszeitenschnitte:

  • Der Frühjahrschnitt = Erziehungsschnitt erfolgt vor dem Blattaustrieb der Rosen und ist Voraussetzung für schöne und gesunde Pflanzen.
  • Der Sommerschnitt = Blütenschnitt erfolgt nach dem Verblühen des ersten Blütenflors und unterstützt den Austrieb des nächsten Blütentriebes.
  • Der Herbstschnitt = Pflegeschnitt vor dem ersten Frost dient lediglich der ordnungsgemäßen Überwinterung.

Es gelten folgende Grundregeln für den Schnitt:

  • Je tiefer man einen Trieb herunterschneidet, desto weniger Augen bleiben übrig und umso stärker und länger werden die neuen Triebe.
  • Dickere Ausgangstriebe entwickeln stärkere, längere und auch mehr Triebe als dünne Ausgangstriebe.
  • Die oberen Augen auf einem Trieb treiben früher aus als die unteren Augen auf dem gleichen Trieb.
  • Um langstielige Blüten zu fördern (z. B. bei Edelrosen), sollte stark zurückgeschnitten werden - möchte man mehr Blüten mit kürzeren Stielen (z. B. bei Beetrosen), so wird weniger stark zurückgeschnitten.
  • Schwachwüchsige Sorten werden stärker, starkwüchsige weniger tief zurückgeschnitten.
  • Abgestorbene, erfrorene, kranke, sich kreuzende Triebe werden stets vorweg bis ins gesunde Holz herausgeschnitten.