3 verschiedene Bonsai-Bäumchen
Ratgeber
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Bonsais sind Pflanzen-Kunstwerke in Miniaturform: Ob als Garten- oder Zimmerpflanze, die klein gehaltenen Bäume sind definitiv ein Blickfang. In der Pflege sind sie jedoch etwas anspruchsvoller als viele andere Pflanzen. Wie man einen Bonsai pflegt und schneidet, damit das Bäumchen seine kompakte Form behält, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt. Mit den nachfolgenden Pflegetipps sorgst du für einen gesunden Bonsai, der viele Jahrzehnte alt werden kann.


Was ist ein Bonsai?

Bonsai

Der Name Bonsai ist japanisch und bedeutet übersetzt „Baum in der Schale”. Das trifft die Beschreibung von Bonsai-Bäumen recht gut, denn es handelt sich tatsächlich um Miniatur-Ausgaben von normalen Bäumen. Und zwar nicht um eine spezielle Züchtung, sondern um Bäume, die durch entsprechende Pflege und regelmäßigen Rückschnitt in ihrer kompakten Form gehalten werden. Die spezielle Form der Pflanzenkultivierung stammt aus Fernost und ist vor allem in China und Japan weit verbreitet. Dort ist es eine sehr alte Tradition, Bonsai-Bäume zu ziehen – als Zierpflanze im Garten oder als kleines Kunstwerk im Haus. Je nach Sorte und Bedingungen werden Bonsais dort bis zu mehrere Hundert Jahre alt. Hierzulande sind Bonsais besonders als Zimmerpflanzen verbreitet.

Grundformen des Bonsai

Eine Augenweide sind Bonsai-Bäumchen vor allem durch ihre interessanten Wuchsformen. Hierbei gibt es einige Grundformen, die teilweise von der natürlichen Wuchsform des Baumes abhängig sind, teilweise aber auch durch die richtige Pflege des Bonsais gezielt erreicht werden können. Durch Moos oder Steine können die unterschiedlichen Formen optisch noch betont werden.

Die bekanntesten Grundformen:

Wuchsforf

Fachbegriff

Merkmale

Besenform-Bonsai

Fachbegriff

Hokidachi

Merkmale

gerader und aufrechter Stamm, Verzweigungen in alle Richtungen, runde Baumkrone

Streng aufrechte Bonsaiform

Fachbegriff

Chokkan

Merkmale

gerader und nach oben verjüngter Stamm, Verästelungen knapp über dem Boden

Frei aufrechte Bonsaiform

Fachbegriff

Moyogi

Merkmale

S-Wuchs des Stammes, Verjüngung des Stammes nach oben, Äste an den Außenseiten jeder S-Biegung

Geneigte Bonsaiform

Fachbegriff

Shakkan

Merkmale

geneigter und nach oben verjüngter Stamm, einseitig starke Wurzeln für sicheren Halt, Äste wachsen im optischen Gleichgewicht zueinander

Kaskaden-Bonsaiform

Fachbegriff

Kengai

Merkmale

absteigend wachsender Stamm (entgegen seiner Natur), Krone bildet sich oberhalb des Topfrandes, Verästelungen wachsen horizontal und geben dem Baum Balance

Welche Pflanzen können zum Bonsai werden?

Grundsätzlich können fast alle Bäume – genauer gesagt alle verholzenden Pflanzen, also auch Sträucher – zu einem Bonsai geformt werden. Bonsais gibt es als tropische und subtropische Arten, aber auch als heimische Bäume. Aufgrund ihrer Verzweigungen sind Nadelbäume sehr beliebt, doch auch Laubbäume (immergrüne sowie laubabwerfende) finden recht häufig Einzug als Miniatur-Bäumchen.

Zu den beliebtesten Arten und als klassischer Bonsai (auch für Anfänger) zählen:

  • Ficus Ginseng & Ficus Benjamina

  • Fukientee

  • Geldbaum

  • Chinesische Ulme

  • Liguster

Wo gibt es Bonsais zu kaufen?

Bonsai-Bäume gibt es sowohl im Fachhandel als auch in Bau- und Supermärkten. „Echte“ Bonsais bekommst du jedoch fast nur im Fachhandel. Diese wurden über mehrere Jahre aufwendig in speziellen Bonsai-Baumschulen gezüchtet und sind wirklich hochwertig, aber auch entsprechend teuer (bis in den Tausenderbereich). Massenware, wie sie im normalen Einzelhandel oft angeboten wird, erkennst du an groben Schnittstellen, einem unharmonischen Schnitt und wesentlich günstigeren Preisen.

Anfänger-Tipp: Zum Üben darf es gerne ein Supermarkt-Bonsai sein. Kommst du damit gut zurecht, kannst du bei deinem zweiten Bonsai etwas tiefer in die Tasche greifen.

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Bonsaipflege – auch für Anfänger geeignet

Hände umrahmen Bonsai

Im Gegensatz zur Pflege normaler Zimmerpflanzen ist die Bonsaipflege zugegebenermaßen etwas aufwendiger, da die kleinen Bäumchen nicht wachsen und dennoch gesund bleiben sollen. Wenn man sich an ein paar Grundregeln hält, ist die Pflege eines Bonsai-Baums durchaus für jeden machbar. Damit du auch als Anfänger deinen Bonsai richtig pflegst, ist es wichtig, dessen Vorlieben in Sachen Standort, Substrat und Bewässerung zu kennen.

Standort und Substrat

Der perfekte Standort für deinen Bonsai-Baum hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem von der Baumart. Nicht jeder Baum hat dieselben Standortbedingungen. So sind heimische Bonsais besser im Freien aufgehoben, weil dort die besten Bedingungen im natürlichen Lebensraum des Baumes herrschen. Tropische und subtropische Bäumchen kommen jedoch besser als Zimmerbonsais zurecht. Dort bevorzugen sie einen möglichst hellen Platz – also direkt am Fenster. Scheint dort jedoch über mehrere Stunden pralle Sonne, solltest du den Bonsai durch eine lichtdurchlässige Jalousie etwas schützen, denn zu viel Sonneneinstrahlung trocknet das Substrat sehr schnell aus. Außerdem sollten Bonsai-Bäumchen vor Zugluft geschützt werden – beim Lüften also am besten vom Fenster wegstellen.

Verschiedene Bonsai-Bäumchen

Im warmen Sommer stehen Bonsai-Pflanzen übrigens sehr gern im Freien, da sie dort die natürlichste Umgebung haben – und sehen außerdem in einem japanischen Garten super aus. Auch hier sollte die pralle Sonne eher gemieden werden. Beim Substrat für Bonsais solltest du auf spezielle Bonsai-Erde zurückgreifen, die es im Gartencenter gibt. Diese ist durchlässig und klumpt nicht, sodass Wasser gut abfließen kann. Aufgrund des geringen Volumens von Bonsaischalen sind die richtig dosierten Nährstoffe im Substrat sehr wichtig – herkömmliche Pflanz- oder Blumenerde eignet sich deshalb nicht.

DIY-Tipp: Du kannst die Erde für Bonsai-Bäume auch selbst mischen. Vermenge dazu einfach Tongranulat, Kies und Kokosfasern zu einem durchlässigen Substrat.

Bonsai gießen

Bewässerung und Nährstoffzufuhr

Gießen und Düngen sind auch beim Pflegen von Bonsai-Bäumen essenzielle Bestandteile der Pflegeroutine. Durch die sehr flachen Pflanzschalen können weder Feuchtigkeit noch Nährstoffe lange im Substrat gehalten werden. Gieße also lieber etwas öfter, aber nicht zu viel – teste die Feuchtigkeit der Erde bei Bedarf mit dem Finger. Staunässe solltest du unbedingt vermeiden, da diese die feinen Wurzeln schädigt.

Alternativ zum Gießen kannst du Bonsai-Bäume auch wässern – nimm dazu den kompletten Baum inklusive Wurzelballen aus der Schale und tauche ihn in ein Wasserbad, bis das Substrat gut durchfeuchtet ist. Anschließend muss überschüssiges Wasser wieder abfließen können.

Da Bonsai-Bäume eine hohe Luftfeuchtigkeit mögen, ist es zudem ratsam, die Pflanzen gelegentlich mit etwas Wasser zu besprühen. Um ausreichend Nährstoffe zur Verfügung zu haben, müssen Bonsai-Bäume etwa einmal im Monat gedüngt werden. Verwende hierfür flüssigen, organischen Spezialdünger, denn andere Pflanzendünger können Bonsais schnell überdüngen. Den Flüssigdünger kannst du mit ins Gießwasser geben oder auch in das Tauchbad beim Wässern.

Tipp: Zum Bewässern und Besprühen eignet sich am besten Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser.


Bonsai umtopfen Schritt für Schritt

Bonsai wird eingepflanzt

Etwa alle zwei bis drei Jahre sollten Bonsai-Bäume umgetopft werden. Anders als beim Umtopfen von anderen Pflanzen ist das Ziel bei Bonsais aber nicht, dass sie wachsen können und die Wurzeln in einem größeren Topf mehr Platz bekommen. Bonsai-Bäume sollen ja klein bleiben. Doch durch die flachen Pflanzschalen halten sich Nährstoffe nicht so lange im Substrat – regelmäßiges Düngen kann dies nur eine gewisse Zeit ausgleichen. Daher solltest du regelmäßig für frisches Substrat sorgen.

Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr vor der neuen Wachstumsphase. Anzeichen, dass es Zeit zum Umtopfen wird, ist wie bei allen Zimmerpflanzen die Durchwurzelung des Pflanzgefäßes. Da die neue Schale jedoch nicht größer wird, musst du deinem Bonsai die Wurzeln schneiden.

  1. Nimm den Bonsai mitsamt dem Wurzelballen aus der Schale – entferne zuvor vorhandene Fixierungsdrähte.

  2. Entferne nun so viel altes Substrat wie möglich von den Wurzeln und lockere diese mit einer Gartenkralle auf.

  3. Kürze die Wurzeln mit einer scharfen (Bonsai-)Schere um ein Drittel ein.

  4. Bereite die Bonsaischale für die Wiederbepflanzung vor: Reinige sie und dichte Abflusslöcher mit einem Netz ab, die mit einem Draht auf der Unterseite fixiert werden.

  5. Soll dein Bonsai mit einem Draht befestigt werden, ziehe diesen nun ebenfalls durch das Netz und lasse die langen Enden oben aus der Schale schauen.

  6. Fülle nun gegen Staunässe eine dünne Drainageschicht aus Blähton in das Gefäß.

  7. Setze den vorbereiteten Wurzelballen in die Schale und fülle diese mit der Bonsaierde auf. Damit das Substrat auch in die Zwischenräume der Wurzeln gelangen kann, kannst du dieses mit einem Stäbchen nach unten drücken.

  8. Fixiere den Bonsai nun mit den losen Drahtenden über dem Wurzelballen (nicht um den Stamm).

  9. Den Draht kannst du mit einer weiteren, dünnen Erdschicht abdecken – alternativ kannst du hier auch Moos oder etwas Kies verwenden.

  10. Gieße deinen Bonsai nun vorsichtig an, sodass das komplette Substrat durchfeuchtet wird, aber keine Staunässe entsteht.

Tipp: Nach dem Umtopfen sollte der Bonsai vor zu extremen Bedingungen geschützt werden – zu viel Sonne und Wind sollten vermieden werden.


Bonsai schneiden: eine Anleitung

Bonsai-Krone wird zurückgeschnitten

Damit er schön klein bleibt, solltest du deinen Bonsai-Baum regelmäßig schneiden. Dafür brauchst du eine sehr scharfe Schere und für die stärkeren Äste auch eine Zange: am besten eine spezielle Bonsaischere sowie eine sogenannte Konkavzange. Nicht nur der Wurzelschnitt beim Umtopfen, sondern auch das Einkürzen von Trieben und ein Blattschnitt sorgen dafür, dass der Bonsai ein Miniatur-Bäumchen bleibt.

Für das richtige Schneiden von Bonsais muss man zwischen zwei verschiedenen Schnitten unterscheiden: dem Grundschnitt für die generelle Gestaltung und dem Erhaltungsschnitt für einen dauerhaft kompakten Wuchs. Beide Methoden werden kombiniert angewandt und Triebe sollten immer kurz über einem Knoten gekürzt werden.

Tipp: Die Triebe von Nadelbäumen solltest du lieber nicht mit einer Schere kürzen, sondern mit Daumen und Zeigefinger abzupfen. Sie reagieren auf Schnittwunden sehr empfindlich.

Grundschnitt

Dieser erste Schnitt am Bonsai sollte jährlich durchgeführt werden – am besten im Frühjahr vor der neuen Wachstumsphase. Doch auch nach der Wachstumsphase im Herbst kommen Bonsai-Bäume gut mit dem Grundschnitt zurecht. Der sogenannte Gestaltungsschnitt verhilft dem Bonsai zur gewünschten Form und Wuchsrichtung.

  1. Entferne zuerst abgestorbene und verletzte Triebe.

  2. Kappe anschließend alle Triebe, die gekreuzt wachsen oder die Form deines Bonsais stören.

  3. Kürze nun die übrigen Triebe auf die gewünschte Länge ein.

  4. Achte darauf, dass der Stamm im unteren Drittel keine Triebe hat – je nach Wuchsform kann es hier Ausnahmen geben.

  5. Damit Schnittstellen schneller heilen, kannst du auf große Wunden spezielle Wundverschlusspaste aus dem Fachhandel auftragen.

Tipp: Nach dem Umtopfen solltest du mit dem nächsten Grundschnitt warten, bis sich der Bonsai etwas erholt hat. Große Pflegemaßnahmen erträgt der Bonsai besser separat.

Bonsai vor untergehender Sonne

Erhaltungsschnitt

Beim Erhaltungsschnitt handelt es sich um eine Art Pflege- oder Formschnitt für den Bonsai. Diesen kannst du ganzjährig durchführen und solltest das auch immer wieder zwischendurch tun. Damit er seine Form behält, werden Neuaustriebe am Bonsai zurückgeschnitten. So zwingst du das Bäumchen, das Wachstum auf die inneren Triebe zu legen und der Bonsai gewinnt nicht an Größe und Volumen. Bei Laubbäumen mit recht großen Blättern kannst du zusätzlich einen Blattschnitt vornehmen: Durchtrenne hierfür im Sommer alle Blattstiele – daraufhin können neue, kleinere Blätter wachsen.

Tipp: Bei jungen Bonsais kannst du die neuen Triebe vor dem Einkürzen etwas länger wachsen lassen, damit diese ausreichend verholzen können.


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