Bodenarten und Erden im Überblick

Wenn du deinen Garten (neu) bepflanzen möchtest, sind bei der Auswahl der Pflanzen und der Standorte verschiedene Faktoren zu beachten. Neben einer sonnigen, schattigen oder halbschattigen Lage ist vor allem die Beschaffenheit des Bodens wichtig, damit eine Pflanze gedeiht. Wir verraten dir, welche Bodenarten in Deutschland beziehungsweise in deutschen Gärten am häufigsten vorkommen und wie du die verschiedenen Bodenarten selbst bestimmst. Du erfährst außerdem, was du tun kannst, um die Qualität des Bodens zu verbessern oder seine Eigenschaften so zu verändern, dass aus einem brachliegenden Beet eine grüne Oase wird.



Bodenarten: Eine kleine Übersicht

Die Erde in den Beeten gibt den Wurzeln Halt und speichert Wasser und Nährstoffe, die nach und nach an die Pflanzen abgegeben werden. Im Idealfall ist der Boden in deinem Garten reich an Humus – einer wertvollen organischen Substanz, die für eine optimale Bodenstruktur, ein gutes Wasserhaltevermögen und die Nährstoffspeicherung in der Erde sorgt. Je höher der Humusanteil ist, desto besser sind diese Eigenschaften der jeweiligen Erde. Bei Bedarf kannst du die Qualität des Erdbodens auch mit selbst hergestelltem Kompost verbessern.

Diese drei Bodenarten kommen in Deutschland am häufigsten vor:

  • Sandboden: Diese Erde ist sehr leicht und wasserdurchlässig. Dementsprechend bleibt das Wasser nicht lange im Boden. Sandboden trocknet verhältnismäßig schnell aus und erwärmt sich in der Sonne stark. Auch Nährstoffe werden nur kurzfristig gespeichert.
  • Lehmboden: Er ist der ideale Gartenboden, da er Wasser und Nährstoffe sehr gut speichert. Er ist mittelschwer und vereint die besten Bodenarten-Eigenschaften der anderen beiden Arten. Leichter Sand ist mit schwerem Ton und Schluff gemischt. Schluff ist eine (Unter-)Bodenart, die aus sehr feinem, verwittertem Gestein besteht.
  • Tonboden: Dieser Boden ist sehr schwer und leicht verdichtet. Wasser und Nährstoffe werden optimal gespeichert. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich schnell Staunässe bildet.

Bodenarten bestimmen: So geht’s ganz einfach

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Bodenarten in deinem Garten vorherrschen, kannst du es einfach herausfinden. Nimm dafür etwas Erde in die Hand und versuche, daraus eine Rolle zu formen – etwa so, als würdest du einen Teig ausrollen. Zerbröselt die Erde, hast du es mit einem Sandboden zu tun. Kannst du eine Rolle formen, die aber zerbricht, sobald du sie biegst, hast du in deinem Garten einen Lehmboden. Lässt sich die Rolle stark verformen, handelt es sich um die Bodenart Ton.


Bodenarten: Andere wichtige Eigenschaften und Inhaltsstoffe

Hast du die Bodenarten in deinem Garten bestimmt, weißt du schon einmal, ob du eher viel oder wenig gießen oder düngen musst. Außerdem kannst du nun Pflanzen ausschließen, die in deinem Gartenboden nicht gut wachsen würden. Neben dem Bodentyp gibt es allerdings noch weitere Faktoren, die Beachtung verdienen: der pH-Wert und der Nährstoffgehalt. Von diesen Bodenarten-Eigenschaften hängt es ab, was deine Pflanzen wann brauchen.

Beides kannst du mit einem umfangreichen Test einer Bodenprobe feststellen. Dafür entnimmst du im Herbst oder vor der Pflanzzeit im Frühling an rund 15 Stellen im Garten etwas Erde und schickst die Proben an ein Labor. Vor allem beim Anbau von Gemüse kann sich eine solche Analyse lohnen, da viele Gemüsepflanzen Starkzehrer sind und für einen guten Ertrag die richtigen Nährstoffe in ausreichender Konzentration vorfinden müssen.


pH-Wert des Bodens bestimmen

Den pH-Wert des Bodens kannst du mit einem Test-Kit selbst bestimmen. Diese drei Bodentypen gibt es: sauren, neutralen und alkalischen Boden.

Ein neutraler Boden hat einen pH-Wert von sechs bis sieben, er ist für fast alle Pflanzenarten ideal. Böden mit einem niedrigeren pH-Wert gelten als sauer, sie enthalten meist sehr viel Humus, aber wenig Kalk. Viele Gartenpflanzen, zum Beispiel Heide oder Azaleen, fühlen sich in saurem Boden wohl. Du kannst den Boden neutralisieren, indem du ihn regelmäßig kalkst. Alkalische Böden hingegen haben einen pH-Wert von über sieben. In ihnen ist eher zu viel Kalk enthalten, zusätzliches Kalken sollte daher unbedingt vermieden werden: Dies würde den Pflanzen die Nährstoffaufnahme erschweren.


Nährstoffgehalt in den Bodenarten bestimmen

Den exakten Nährstoffgehalt eines Bodens zu bestimmen, ist nur im Labor möglich. Allerdings gibt es einige Indikatoren dafür, wie gut ein Boden mit Nährstoffen versorgt ist.

Zunächst ist zwischen stickstoffarmen und stickstoffreichen Bodenarten zu unterscheiden. Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe, daher brauchst du stickstoffreiche Erde nur wenig zu düngen. Sogenannte Zeigerpflanzen verraten dir, ob der Boden in deinem Garten stickstoffreich ist. Dazu gehören unter anderem:

  • Brennnessel
  • Giersch
  • Gartenwolfsmilch
  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Melde
  • Kletten-Labkraut

Viele dieser Pflanzen sind im Garten nicht gerade gern gesehen – doch sie sind ein Zeichen für die gute Qualität der Erde.

Ist der Boden stickstoffarm, solltest du die Erde regelmäßig mit einem speziellen Dünger versorgen. Auch hierfür gibt es Zeigerpflanzen, zum Beispiel:

  • Sauerampfer
  • Rauhaarige Wicke
  • Wilde Möhre
  • Mauerpfeffer
  • Ackerfuchsschwang

Wenn deine Gartenpflanzen gelbe oder anderweitig verfärbte Blätter und Blattadern aufweisen, Blätter abwerfen, vertrocknen oder nur noch kümmerlich wachsen, ist das meistens ein sicheres Zeichen dafür, dass bestimmte Nährstoffe fehlen – etwa Eisen, Kupfer, Magnesium oder Zink. Leiste dann entweder mit einem speziell auf die Pflanze abgestimmten Dünger Erste Hilfe oder beschreibe einem Experten die Symptome, der dir die richtige Vitaminkur für deine Pflanzen nennen kann. Häufig auftretende Mangelerscheinungen stehen außerdem oft auf dem Schildchen, das beim Kauf an der Pflanze hängt – inklusive Tipps, was dagegen hilft.


Erde aufbereiten, wenn du die Bodenart bestimmt hast

Nachdem du nun weißt, welche Bodenarten es gibt, welche Eigenschaften sie aufweisen und welche Rolle die verschiedenen Nährstoffe spielen, erfährst du noch, wie du den Boden je nach Bedarf aufbereiten kannst. Nur weil dein Garten hauptsächlich aus der Bodenart Ton besteht, musst du nämlich nicht auf einen deutlich pflanzenfreundlicheren Lehmboden verzichten. Etwas Arbeit ist damit allerdings verbunden: Wenn du weißt, wo du was pflanzen möchtest, gräbst du das Beet gründlich um und mischst nach Bedarf wahlweise folgende Bodenarten unter:

  • Sand oder Kies: Verleiht schweren Böden eine höhere Durchlässigkeit.
  • Lavagrus: Ein poröses, vulkanisches Gestein, das ebenfalls die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessert und viel Wasser speichern kann.
  • Gesteinsmehl (Bentonit): Erhöht die Wasserspeicherkapazität.
  • Kompost, Mist (verrottet), Rindenhumus: In leichten (Sand-)Böden erhöhst du damit den Humusgehalt und die Festigkeit des Bodens.
  • Kalk: Reguliert den pH-Wert saurer Böden.

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