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Kartoffeln pflanzen: Anleitung und Tipps zur Pflege

Kartoffeln werden aus dem Boden gegraben
Lesezeit 21 Minuten
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Schmackhaft und pflegeleicht zugleich: Kartoffeln sind die beliebteste Beilage in der deutschen Küche und lassen sich im Garten ganz leicht selbst pflanzen und ernten. Die Vielfalt der Kartoffelsorten, die du selbst anbauen kannst, ist schier unendlich. Wie du das Beet in deinem Gemüse- und Kräutergarten für die Pflanzung vorbereitest und wie du Kartoffeln am besten setzt und schließlich pflegst, damit du einen hohen Ertrag erzielst, erfährst du in diesem Ratgeber.


Pflanzbedingungen: Wann und wie pflanze ich Kartoffeln?

Reihen von Kartoffelpflanzen auf einem Acker.
Kartoffelpflanzen kannst du etwa ab Ende März pflanzen und einige Monate später ernten.

Die Pflanzkartoffeln kaufst du am besten im Februar oder März. Ab wann du die Kartoffeln pflanzt und in die Erde setzt, hängt von Wetter und Klima in der Anbauregion ab. Mit der Pflanzung solltest du in jedem Fall erst beginnen, wenn kein Bodenfrost mehr droht, da die Knollen sonst erfrieren können. Erfriert nur das Grün und die Kartoffel im Boden ist unversehrt, kann die Pflanze nachwachsen.

Frühkartoffeln solltest du frühestens ab Ende März pflanzen. Falls doch noch einmal Frost herrscht, deckst du die Kartoffeln mit Vlies oder Stroh ab. Etwa im Juni kannst du dann ernten. Für mittelfrühe und späte Kartoffeln ist der beste Zeitpunkt zum Stecken ab Mitte April bis etwa Mitte Mai. Frost sollte dann kein Thema mehr sein. Ernten kannst du die mittelfrühen Kartoffeln im August, die späten Sorten sogar bis in den Oktober hinein. Schnellwachsende Kartoffelsorten kannst du sogar noch bis in den Sommer pflanzen.

Kartoffeln anpflanzen: Abstand und Tiefe beachten

Abhängig von der Sorte ist auch der Pflanzabstand, den du zwischen den gesetzten Kartoffeln lassen solltest, damit jede Pflanze maximalen Ertrag bringt.

  • Frühkartoffeln pflanzt du am besten in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern ein.
  • Bei mittleren und späten Sorten lässt du sogar rund 60 Zentimeter Abstand.
  • Zwischen den Reihen haben sich 60 bis 70 Zentimeter Abstand bewährt.

Wie tief du die Kartoffeln in die Erde pflanzt, ist hingegen bei allen Sorten gleich: Etwa 15 Zentimeter tief sollte jede Kartoffel in der Erde sitzen, sodass sie gut bedeckt und geschützt ist.

Standort und Boden für Kartoffelpflanzen

Kartoffeln brauchen viel Sonne, deshalb eignen sich für den Anbau Beete mit sonnigem Standort und insbesondere freiliegende Felder. Als Boden bevorzugt die Kartoffel lockeren, lehmigen sowie nahrhaften Boden, der gut entwässert. Staunässe kann dagegen dazu führen, dass die Knollen in der Erde verfaulen.

Mischkultur und Fruchtfolge mit Kartoffeln

Der klassische Kartoffelanbau auf großen Feldern erfolgt in der Regel in Monokultur. Um besonders kräftige Pflanzen zu erhalten, die robust gegen Schädlinge sind, solltest du Kartoffeln allerdings in Mischkultur mit anderem Gemüse anbauen.

Als Starkzehrer mögen Kartoffeln keine anderen Starkzehrer als Pflanznachbarn, kommen dafür aber umso besser mit Schwach- und Mittelzehrern zurecht. Gute Pflanznachbarn sind Knoblauch, Studentenblume, Dill, Kamille, Kapuzinerkresse und Lavendel – alle tragen dazu bei, dass Schädlinge der Kartoffelpflanze nicht zu nahekommen.

Kartoffeln verbrauchen viele Nährstoffe im Boden, weshalb du im Folgejahr im Beet keine Starkzehrer und vor allem nicht erneut Kartoffeln anbauen solltest – es sei denn, du tauschst vor der Pflanzung einen Großteil der Erde aus und reicherst sie mit Kompost oder Mist an. Gute Vorfrüchte für Kartoffeln sind hingegen Salatpflanzen, Radieschen und Spinat. Wenn du im Vorjahr Erbsen oder Bohnenpflanzen im Beet hattest, bereichert der gebildete Stickstoff den Kartoffelanbau.


Kartoffeln anpflanzen – Schritt für Schritt

Bunte Kartoffeln verschiedener Sorten

Die wichtigste Theorie zum Thema Kartoffelanbau kennst du nun – Zeit also für die Praxis: Beim Anpflanzen von Kartoffeln ist es wichtig, dass die Vorbereitung von Beet und Knollen stimmt. In der nachfolgenden Anleitung erfährst du, wie du beim Kartoffelanbau Schritt für Schritt vorgehst – von der Bodenvorbereitung über das Legen der Kartoffeln bis zur richtigen Pflege und Ernte deiner Kartoffelpflanzen.

Carolin Lütke

Häufe die Pflanzen regelmäßig an – so schützt du die Knollen vor Licht und erhöhst gleichzeitig den Ertrag.

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Schritt 1: Boden düngen und Beet vorbereiten

Kartoffeln sind sogenannte Starkzehrer – sie benötigen eine Menge Nährstoffe, um nach dem Pflanzen auch gut zu gedeihen. Im Idealfall solltest du bereits im Herbst des Vorjahres das zukünftige Kartoffelbeet im Nutzgarten anlegen. Lockere den Boden tiefgründig auf und reichere die Erde mit organischem Dünger wie Kompost oder (noch besser) Pferdemist an. Auch Hornspäne sind ein guter Dünger, den du während der Wachstumsphase der Kartoffeln aufbringen kannst.

Tipp: Ist die Gründüngung im Vorjahr nicht möglich, kannst du das Beet für deine Kartoffeln auch noch ein paar Wochen vor der Pflanzung vorbereiten.

Schritt 2: Pflanzkartoffeln vorbereiten

Pflanzkartoffeln werden nicht wie anderes Gemüse vorgezogen. Aber auch den beliebten Knollen kannst du einen Wachstumsvorsprung von bis zu drei Wochen verschaffen, indem du sie vorkeimen lässt. Lege die Kartoffeln dafür einige Wochen vor dem Pflanztermin bei etwa 10 bis 15 Grad an einen hellen Platz. Das Licht sorgt dafür, dass die Kartoffeln vorkeimen und ist notwendig, damit die Triebe nicht vergeilen, also zu lang werden. Sind die Triebe doch mal vergeilt, kannst du sie einfach entfernen – es wachsen dann wieder neue nach.

Bis zum Zeitpunkt des Einpflanzens sollten die Kartoffelknollen dann mehrere Zentimeter lange Triebe ausgebildet haben. Ist die Kartoffelschale stellenweise grün geworden, kannst du sie dennoch problemlos pflanzen. Lediglich essen solltest du diese Stellen nicht, da das gebildete Solanin giftig ist.

Tipp: Ein leerer Eierkarton eignet sich besonders gut, um Kartoffeln vorkeimen zu lassen. Lege in jede Mulde eine Kartoffel – so verhinderst du Druckstellen und Feuchtigkeit an den Knollen.

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Schritt 3: Kartoffeln einpflanzen

Person gräbt mit Spaten ein Loch in die Erde
Achte darauf, dass die Löcher für die Kartoffeln weit genug auseinander sind.

Wenn der Frost vorbei ist und nicht gerade starker Dauerregen den Boden durchtränkt hat, kannst du die Kartoffeln pflanzen. Dafür lockerst du zunächst das Erdreich auf und glättest die Oberfläche anschließend mit einem Rechen. Entferne große Steine, Wurzeln und Unkraut. Ziehe dann entweder über die gesamte Länge des Beets einen 10 bis 20 Zentimeter tiefen Graben oder grabe einzelne Löcher in dieser Tiefe.

Lege nun die Kartoffeln in die Erde: Entweder eine in jedes Loch oder mit entsprechendem Abstand zueinander in einer Reihe in den Graben. Die Keime (Triebe) sollten dabei nach oben zeigen und vorsichtig mit Erde bedeckt werden. Gieße die frisch gepflanzten Kartoffeln nun kräftig an, tritt das Erdreich aber nicht extra fest.

Tipp: Hast du nur wenige Pflanzkartoffeln, kannst du diese vor dem Stecken auch halbieren und die einzelnen Stücke einpflanzen. Wichtig dabei ist, dass jedes Stück über eigene Keime verfügt. Dadurch nimmt das Wachstum allerdings mehr Zeit in Anspruch.

Schritt 4: Kartoffeln anhäufeln für mehr Ertrag

Person pflanzt Kartoffelsetzlinge ein.
Durch das Anhäufeln kannst du dafür sorgen, dass deine Kartoffelpflanzen mehr Knollen ausbilden.

Wenige Wochen nach der Pflanzung schauen die ersten, mehrere Zentimeter langen Triebe aus dem Boden. Sobald deine Kartoffelpflanzen 10 bis 15 Zentimeter hoch sind, beginnst du mit dem Anhäufeln. Dafür lockerst du die Erde zwischen den Reihen mit einer Kartoffelhacke etwas auf. Mit einem Häufler ziehst du eine Führungsrille zwischen den Pflanzen. Danach ziehst du den Häufler ein- bis zweimal durch die Rille, bis die Triebe wieder fast komplett mit Erde bedeckt sind. Dabei kannst du auch gleich Unkraut rund um deine Kartoffelpflanzen entfernen und die Erde etwas auflockern.

Nach etwa zwei bis drei Wochen schauen wieder Triebe aus der Erde und du wiederholst das Anhäufeln – so lange, bis die Pflanze zu blühen beginnt. Je nach Sorte und Witterung kannst du den Vorgang drei- bis viermal wiederholen. Meist hat sich bis dahin ein etwa 30 Zentimeter hoher Wall gebildet. Durch das Anhäufeln bildet die Pflanze zusätzliche Wurzeln unterhalb der Oberfläche aus, sodass sich mehr Kartoffeln ausbilden und sich der Ernteertrag erhöht.

Wichtig: Die Knollen müssen immer vollständig mit Erde bedeckt sein. Bei Sonnenlicht bilden sie Giftstoffe aus und werden ungenießbar.

Schritt 5: Kartoffeln ernten

Frühkartoffeln kannst du ab Juni beziehungsweise ab der Blüte nach Bedarf ernten. Lege dafür vorsichtig die Wurzeln frei und ernte einige Knollen. Schiebe das Erdreich anschließend zurück auf die Wurzeln, damit die Pflanze weiterwachsen und neue Knollen ausbilden kann.

Die Haupternte erfolgt meist erst im Hoch- und Spätsommer. Das sichtbare Kraut rund um die Blüte ist dann bereits verwelkt. Du kannst, musst aber nicht, alle Kartoffeln gleichzeitig aus der Erde holen. Findest du bei der Ernte grüne Kartoffeln, haben diese zu viel Licht abbekommen und giftiges Solanin gebildet. Diese Knollen darfst du nicht mehr verzehren.


Wie pflegt man gepflanzte Kartoffeln?

Person pflanzt in einem Hochbeet.
Kartoffeln kannst du in großen und kleinen Beeten oder sogar im Kübel anpflanzen. Sie gelten allgemein als pflegeleicht.

Grundsätzlich sind Kartoffeln sehr pflegeleicht und eignen sich damit ideal für Anfänger in Sachen Gemüsepflanzen. Ein paar Handgriffe sind dennoch wichtig, um die Knollen beim Wachsen und Reifen zu unterstützen.

Gießen musst du ausgepflanzte Kartoffeln nur in Trockenphasen, da sie sich normalerweise Wasser aus dem Erdreich ziehen und keine zusätzliche Bewässerung benötigen. Je kleiner die Anbaufläche, desto schlechter wird dort Wasser gespeichert – Kartoffeln im Topf sind deshalb eine Ausnahme und müssen regelmäßig gewässert werden. Um Fäule vorzubeugen, gießt du bei Kartoffeln das Wasser direkt auf die Erde und lässt die Blätter möglichst trocken.

Da der Boden für Kartoffelpflanzen bereits vorab gut mit Nährstoffen versorgt wurde, ist das Düngen der Pflanzen während der Wachstumsphase zweitrangig. Lediglich nach dem Austrieb solltest du ein paar Mal mit verdünnter Brennnesseljauche gießen, um Krautfäule vorzubeugen. Dünge Kartoffeln 


Welche Pflanzmöglichkeiten für Kartoffeln gibt es?

Viele Kartoffeln mit Erde daran

Der Kartoffelanbau ist nicht nur klassisch im groß angelegten Gartenbeet möglich, sondern für verschiedene Methoden geeignet. Somit musst du auch mit wenig Platz nicht auf eine leckere Kartoffelernte verzichten.

  1. Klassisch: Kartoffeln im Gartenbeet oder auf dem Feld pflanzen
  2. Nachhaltig: Hügelbeet anlegen und im letzten Anbaujahr mit Kartoffeln bepflanzen
  3. Praktisch: mit Kartoffeln ein Hochbeet bepflanzen
  4. Begrenzt: Topf, Kübel, Pflanzsack oder Kartoffelturm für Balkon und Terrasse verwenden

Kartoffeln auf dem Balkon pflanzen

Wenn du keinen Garten hast, kannst du stattdessen einfach ein Gemüsebeet auf dem Balkon anlegen. Kartoffeln lassen sich prima in einem großen Kübel oder Eimer pflanzen. Einige Sorten eignen sich dafür allerdings besser als andere – frage am besten beim Kauf der Pflanzkartoffeln, welche Sorten kompakt wachsen und für die Topfkultur geeignet sind. Außerdem ist zu beachten, dass durch die beschränkte Erdmenge regelmäßig nachgedüngt werden muss.

Möchtest du Kartoffeln im Topf pflanzen, gehst du dabei genauso vor wie beim Anbau im Garten: Wähle einen sonnigen Platz und verwende nährstoffreiche Erde. Befülle ein großes Pflanzgefäß damit und setze die einzelnen Kartoffeln hinein. Der Topf sollte mindestens 40 Zentimeter im Durchmesser sowie eine Tiefe von 50 Zentimetern haben. Fülle das Gefäß bis etwa auf zwei Drittel Höhe mit Erde, damit du während des Wachstums immer wieder frische Erde nachfüllen kannst – dieses Nachfüllen ersetzt das Anhäufeln und ist bei der Topfkultur besser geeignet.

Ein besonders wichtiges Thema, wenn du auf dem Balkon Kartoffeln pflanzt, ist Staunässe: Stelle unbedingt sicher, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann – der Topf sollte also ein Loch im Boden haben.

Kartoffeln im Sack anpflanzen

Neben der Pflanzung im Topf oder Kübel kannst du deine Kartoffeln auch in einem Pflanz- oder Kartoffelsack anbauen. Vorteil: Durch den Stoff fließt überschüssiges Wasser einfach ab – du solltest ihn aber auf einen großen Untersetzer stellen, damit dein Bodenbelag nicht verschmutzt und durchnässt wird. Eine weitere Möglichkeit ist ein spezieller Kartoffelturm – er besteht aus mehreren Etagen und ermöglicht dir die Pflanzung von möglichst vielen Kartoffeln auf wenig Raum.


Welche Krankheiten und Schädlinge setzen der Kartoffelernte zu?

Als bekanntester Schädling auf Kartoffelpflanzen gilt wohl der Kartoffelkäfer, der seinen Namen aus gutem Grund trägt. Er und seine Larven fressen mit Vorliebe Kartoffellaub, aber auch anderes Gemüsesorten wie Auberginen sind nicht vor ihm sicher. Ganze Nutzgärten und Felder kann der Vielfraß vertilgen und hat er sich einmal ausgebreitet kannst du kaum mehr tun, als die lästigen Käfer und seine Larven abzusammeln.

Um einem Befall durch den Kartoffelkäfer vorzubeugen, kannst du ein paar einfache Maßnahmen befolgen:

  • Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig auf Befall. Prüfe dabei vor allem die Unterseite der Blätter, wo der Kartoffelkäfer bevorzugt seine Eier ablegt. Diese sind leicht zu erkennen, denn die Gelege bestehen aus etwa 20 bis 80 zusammenhängenden gelben bis orangefarbenen Eiern. Die Eier solltest du schnellstmöglich abwischen und entsorgen.
  • Wechsle den Standort deiner Kartoffelpflanzen jährlich: Wie schon erwähnt verlangt der nährstoffintensive Kartoffelanbau der Erde einiges ab. In der kalten Jahreszeit ist sie zudem die ideale Überwinterungsgelegenheit für den Kartoffelkäfer. Also gleich noch ein Grund mehr, den Standort deiner Pflanzen jedes Jahr zu variieren.
  • Baue Kartoffeln in Töpfen an: Nutzt du Töpfe für deine Kartoffelpflanzen, erschwert das dem Kartoffelkäfer die Ausbreitung. Auch hier gilt: Wechsle die Erde für das neue Jahr.

Andere Tiere, die den Kartoffelpflanzen und ihren Knollen im Boden schaden können, sind Blattläuse, Drahtwürmer, Erdraupen und Wühlmäuse.

Wenn sich Staunässe bildet, können die gepflanzten Kartoffeln auch von Braun-, Kraut- und Knollenfäule befallen sein. Damit es erst gar nicht so weit kommt, solltest du auf lockeren Boden, einen guten Abfluss, trockenes Laub und robuste Sorten achten. Auch genug Abstand zwischen den Pflanzen hilft, da so unter anderem der Wind besser durch das Beet ziehen kann.


Die Vielfalt der Pflanzkartoffeln

Die Kartoffel ist nicht nur beliebt, sondern auch vielseitig. Wie bei vielen Gemüsesorten gibt es auch bei Kartoffeln frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Die Unterscheidung betrifft die jeweilige Kulturzeit, die eine Kartoffel von der Pflanzung bis zur Ernte benötigt. Aber es gibt noch weitere Merkmale in Aussehen, Wuchs und Geschmack:

Sortenvielfalt bei Pflanzkartoffeln

Kriterien für verschiedene Kartoffelsorten
KriteriumSortenvielfalt
Erntezeitpunktfrühe, mittelfrühe und späte Sorten
Stärkegehaltmehlig kochend, vorwiegend festkochend und festkochend
Farbeweiß bzw. gelb, blau-violett, rot, gemustert
Größe und Formverschiedene Größen, rundliche und längliche Knollen
Geschmackzurückhaltend oder kräftig

Eine ganz besondere Sorte ist die sogenannte „Tomoffel“ – oberirdisch Tomatenpflanze, unterirdisch Kartoffel. Bei dieser Hybridpflanze wurde eine Tomate veredelt.

Übrigens: Für den Anbau des Knollengemüses solltest du spezielle Pflanzkartoffeln verwenden. Zwar kannst du zum Pflanzen theoretisch auch Kartoffeln aus dem Supermarkt verwenden, doch diese sind meist mit Keimhemmern behandelt.


Wie lagere ich Kartoffeln richtig?

Kartoffeln in einer Holzkiste und einem Sack

Je nach Sorte lassen sich die selbst gepflanzten und frisch geernteten Kartoffeln unterschiedlich lange lagern. Der Lagerort sollte in jedem Fall dunkel und kühl sein. Ideal ist eine Temperatur von knapp unter zehn Grad und wenig Luftfeuchtigkeit. Der Kühlschrank ist allerdings kein geeigneter Lagerort. Halte die Knollen außerdem von Äpfeln und Birnen fern, da die Früchte die Kartoffeln schneller verderben lassen. Richtig aufbewahrt bleiben einige Sorten bis zu sechs Monate lang frisch. Weitere Informationen zum Thema findest du im Ratgeber „Kartoffeln lagern“.


Häufig gestellte Fragen zum Kartoffelanbau

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kartoffeln zu pflanzen?

Kartoffeln gehören zu den frostempfindlichen Pflanzen; deshalb solltest du sie erst in den Boden setzen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich ausreichend erwärmt hat. Eine gängige Faustregel im Hobbygarten ist, ab Mitte bis Ende April zu pflanzen – abhängig von Klima, Region und Bodenwärme. Frühkartoffeln können tendenziell etwas früher ins Beet, mittlere und späte Sorten etwas später. Entscheidend ist, dass der Boden mindestens um die 8 bis 10 °C hat und kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist. 

Worauf solltest du achten?

  • Wassertemperatur und Bodenfeuchte: Zu nasser Boden verzögert das Aufwärmen und kann Fäulnis begünstigen. 
  • Frostschutz durch Vlies oder Mulch kann das Pflanzen einige Tage früher möglich machen und schützt die Kartoffeln auch, wenn sie schon in der Erde liegen.

Sollte ich Kartoffeln vorkeimen, und wie funktioniert das?

Kartoffeln vorzukeimen ist nicht zwingend notwendig, kann aber die Entwicklung beschleunigen. Dabei legst du die Pflanzkartoffeln einige Wochen vor dem Auspflanzen bei etwa 10–15 °C an einen hellen Ort, sodass sie stabile Triebe ausbilden. Das hilft den Knollen, nach dem Setzen schneller ins Wachstum zu kommen, was zu einer früheren Ernte führen kann.

Tipps für das Vorkeimen:

  • Helle, frostfreie Umgebung verwenden, ideal sind ein belichteterKellerraum, der Wintergarten oder ein heller Abstellraum
  • Ein leerer Eierkarton oder eine flache, große Kiste verhindern Druckstellen und fördern gleichmäßiges Keimen. 
  • Sehr lange oder dünne (sogenannte „vergeilte“) Triebe solltest du entfernen – kräftige, kurze Triebe sind besser für den späteren Start im Beet. 

Welche Kartoffelsorten eignen sich für den Anbau im Garten?

Es gibt eine große Vielfalt an Kartoffelsorten, die sich in Reifezeit, Geschmack, Verwendung beim Kochen und Robustheit unterscheiden. Hobbygärtnerinnen und -gärtner wählen typischerweise zwischen:

  • Frühkartoffeln, die relativ schnell reifen und schon im Sommer geerntet werden können. 
  • Mittelfrühen Sorten, für eine Ernte im Spätsommer. 
  • Späten Sorten, die im Herbst reifen und sich gut zur Lagerung eignen. 

Je nach Sorte unterscheidet man zudem zwischen festkochenden, vorwiegend festkochenden und mehligkochenden Kartoffeln (z. B. „Nicola“, „Laura“ oder „Adretta“). Für den Anbau im Garten lohnt es sich, bereits beim Kauf auf den Erntezeitraum und die Lagerfähigkeit zu achten. 

Wie bereite ich den Boden optimal vor?

Kartoffeln sind Starkzehrer, das heißt sie benötigen reichlich Nährstoffe und lockeren Boden, um gut zu wachsen. Die beste Vorbereitung beginnt bereits im Herbst oder mindestens einige Wochen vor dem Pflanzen:

  • Lockere den Boden tiefgründig auf, um Staunässe und Verdichtung zu vermeiden. 
  • Arbeite organische Substanz wie Kompost, Pferdemist oder gut verrotteten Dünger ein, so bekommt das Bodenleben Nährstoffimpulse. 
  • Ein sonniger, gut durchlüfteter Standort verbessert Knollenbildung und mindert die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krankheiten ausbreiten. 

Ein gut vorbereiteter Boden bildet die Grundlage für eine gesunde, kräftige Pflanzenentwicklung und erleichtert später auch Pflegearbeiten wie Unkrautentfernung und Anhäufeln. 

Wie tief und mit welchem Abstand pflanze ich Kartoffeln?

Beim Setzen der Knollen gilt: Tiefe, Abstand und Reihenabstand beeinflussen spätere Lichtverhältnisse, Luftzirkulation und Ertrag:

  • Pflanztiefe: etwa 10 bis 15 cm unter der Oberfläche, damit junge Triebe nicht zu spät durch Erde brechen. 
  • Reihenabstand: rund 60 bis 75 cm, um ausreichend Platz für Entwicklung und Pflege zu lassen. 
  • Pflanzabstand in der Reihe: circa 30 bis 40 cm, damit jede Pflanze eigenen Raum hat und sich ausreichend Knollen entwickeln. 

So hat jede Pflanze genügend Ressourcen und gleichzeitig eine gute Luftzirkulation zwischen den Reihen, die Pilzerkrankungen vorbeugt. 

Warum ist das Anhäufeln wichtig und wie funktioniert es?

Anhäufeln ist eine Pflegemaßnahme, bei der du Erde um die Pflanzenbasis aufschüttest, sobald die Triebe ca. 10 bis 15 cm aus dem Boden schauen. Dadurch wird:

  • Licht von den Knollen ferngehalten, sodass keine grünen, ungenießbaren Anteile entstehen. 
  • mehr Wurzelraum geschaffen, was mehr Platz für Knollenbildung bietet. 
  • die Pflanze stabilisiert und gleichzeitig das Unkraut reduziert.

Führe das Anhäufeln idealerweise mehrmals im Abstand von etwa zwei Wochen durch, wenn die Triebe wieder 10 bis 15 cm gewachsen sind. 

Wie pflege ich Kartoffeln während der Wachstumszeit?

Kartoffeln sind insgesamt recht pflegeleicht, aber einige Punkte wirken sich direkt auf Ertrag und Gesundheit aus:

  • Gießen: Regelmäßig bei längerer Trockenheit, besonders während der Knollenbildung. Zu viel Staunässe solltest du allerdings vermeiden, da sie Fäulnis begünstigt. 
  • Unkraut entfernen: Häufiges Jäten und leichtes Lockern der Erde unterstützt das Wachstum und reduziert Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe. 
  • Düngen: Eine einmalige Düngergabe vor dem Pflanzen reicht meist; während der Saison ist bei guter Bodenqualität oft keine zusätzliche Düngung nötig. 

Wann und wie ernte ich meine Kartoffeln?

Die Ernte richtet sich nach der Sorte und dem geplanten Verwendungszweck:

  • Frühkartoffeln: Ernte möglich, sobald die Knollen ausreichend Größe haben – meist im Sommer. 
  • Späte Sorten: Warte, bis das Kraut abstirbt, bevor du erntest; das erhöht die Lagerfähigkeit. 

Beim Ernten gräbst du vorsichtig rund um die Pflanzen, um die Knollen nicht zu beschädigen. Beschädigte Kartoffeln solltest du nicht lange lagern, da sie schneller verderben. 

Kann ich Kartoffeln auch ohne Garten anbauen?

Ja, Kartoffeln lassen sich auch auf Balkon, Terrasse oder im Hochbeet anbauen, wenn du passende Gefäße nutzt. Für Kübel- oder Sackanbau gelten ähnliche Prinzipien wie im Beet, du solltest aber:

  • große Gefäße (mindestens 30–40 Liter pro Pflanze) verwenden, damit sich Wurzeln und Knollen entwickeln können. 
  • auf gute Drainage achten, damit kein Wasser im Topfboden steht. 
  • öfter gießen, da Erde in Kübeln schneller austrocknet. 

Damit kannst du selbst auf begrenztem Raum eine erfolgreiche Kartoffelernte erzielen.

Welche Schädlinge und Krankheiten sind typischerweise zu erwarten?

Kartoffeln haben einige bekannte Schädlinge und Krankheiten, die du im Blick behalten solltest:

  • Kartoffelkäfer und Larven können die Blätter fressen und kräftiges Kraut schwächen. 
  • Kraut- und Knollenfäule tritt besonders bei feuchter Witterung auf; gute Luftzirkulation und Vermeidung von Staunässe helfen. 
  • Wühlmäuse oder Schnecken können Knollen im Boden beschädigen. 

Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und robuste Sorten reduzieren Risiken und stärken die Gesundheit des gesamten Beetes. 

Brauchen Kartoffeln viel Sonne?

Kartoffelpflanzen brauchen viel Sonne, um zuverlässig gute Erträge zu bringen.

  • Ideal sind sechs bis acht oder mehr Stunden direkte Sonne pro Tag.
  • Mit vier bis sechs Stunden kommen sie zwar meist auch noch zurecht, allerdings fällt der Ertrag dann häufig geringer aus und die Knollen bleiben tendenziell kleiner.
  • Steht die Pflanze zu schattig, bildet sie eher viel Kraut statt vieler Knollen, und das feuchtere Mikroklima kann Krankheiten wie Kraut- und Knollenfäule begünstigen.

Wenn du nur einen halbschattigen Platz zur Verfügung hast, helfen frühe Sorten mit kurzer Vegetationsdauer sowie ein möglichst luftiger Standort und eine Bewässerung am Morgen, ohne das Laub dauerhaft nass zu machen.

Kann ich zum Kartoffeln pflanzen auch normale Kartoffeln aus dem Supermarkt verwenden?

Grundsätzlich kannst du Speisekartoffeln vorkeimen lassen und pflanzen, aber es gibt Einschränkungen:

  • Viele Supermarkt-Kartoffeln sind mit Keimhemmern behandelt, damit sie beim Lagern nicht vorzeitig austreiben. 
  • Pflanzkartoffeln aus dem Fachhandel sind hingegen zertifiziert keimfähig und häufig krankheitsfrei – sie sorgen für einen zuverlässigeren Start und besseren Ertrag. 

Wenn du Supermarkt-Kartoffeln nutzt, achte darauf, dass sie keine grünen Stellen oder weiche, beschädigte Bereiche haben. Diese solltest du nicht essen oder pflanzen. 


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