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Löwenmäulchen pflanzen & pflegen: Standort, Aussaat und Tipps

Nahaufnahme von weißen, gelben und pinken Löwenmäulchen.
Lesezeit 11 Minuten
Inhalt:

Löwenmäulchen (Antirrhinum) gehören zu den beliebtesten Sommerblumen im Garten. Ihre charakteristischen Blüten öffnen sich bei leichtem Druck wie ein kleines „Löwenmaul“ und bringen mit vielen Farben Abwechslung ins Beet oder in den Topf. Die Pflanzen gelten als pflegeleicht und blühen bei passendem Standort oft über viele Wochen. Erfahre jetzt, wann und wie du sie am besten aussäst, worauf es bei Pflege und Standort ankommt und wie du dich über eine lange Blütezeit freuen kannst.


Steckbrief: Löwenmäulchen – Die wichtigsten Infos

  • Deutscher Name: Löwenmäulchen
  • Botanischer Name: Antirrhinum
  • Pflanzenart: einjährige Sommerblume (teilweise kurzlebig mehrjährig)
  • Wuchshöhe: ca. 20 bis 100 cm (sortenabhängig)
  • Blütezeit: meist Juni bis Oktober
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: locker, nährstoffreich, gut durchlässig
  • Pflegeaufwand: gering
  • Winterhart: bedingt winterhart (kurzzeitig frostverträglich)
  • Giftig: leicht giftig
  • Verwendung: Beet, Rabatte, Schnittblume, Kübel

Standort und Boden: Das braucht das Löwenmäulchen

Löwenmäulchen fühlen sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort am wohlsten. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto länger blühen sie. Ideal sind Beete, Rabatten oder größere Kübel an einem geschützten Platz.

Der Boden sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Staunässe vertragen Löwenmäulchen nicht. Überschüssiges Wasser muss gut ablaufen können. Lockere schwere Erde vor dem Pflanzen gründlich auf und arbeite bei Bedarf Kompost oder Pflanzerde ein, damit Wasser besser ablaufen kann und die Wurzeln schnell Fuß fassen.


Löwenmäulchen-Aussaat

Bunter Strauß aus pastellfarbenen Löwenmäulchen und Glockenblumen.
Typisch für Löwenmäulchen sind die auffälligen Blüten, die sich bei leichtem Druck öffnen.

Du möchtest dein Beet mit farbenfrohen Löwenmäulchen beleben? Dann leg jetzt den Grundstein – mit der richtigen Aussaatzeit und etwas Fingerspitzengefühl bei der Anzucht.

Pflanzzeit

Bei Löwenmäulchen hast du zwei gute Wege: früh vorziehen oder direkt ins Beet säen. Wenn du vorziehst, starten die Pflanzen mit einem Vorsprung. Das zahlt sich meist in einer früheren und längeren Blüte aus.

  • Vorkultur: ab Februar/März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus.
  • Auspflanzen: ab April/Mai, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.
  • Direktsaat: ab April direkt ins Freiland möglich.

Löwenmäulchen vorziehen: Schritt für Schritt

Löwenmäulchen lassen sich gut in Schalen oder kleinen Töpfen vorziehen. Wichtig: Sie sind Lichtkeimer. Die Samen werden nur angedrückt, nicht mit Erde bedeckt.

  1. Aussaaterde vorbereiten: Fülle Anzuchtschalen oder kleine Töpfe mit lockerer, eher nährstoffarmer Aussaaterde.
  2. Samen verstreuen: Streue die Samen dünn auf die Oberfläche. Drücke die Samen nur leicht an und bedecke sie nicht mit Erde.
  3. Vorsichtig befeuchten: Befeuchte die Erde gleichmäßig, am besten mit einer Sprühflasche, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.
  4. Hell und warm aufstellen: Stelle die Aussaat an einen hellen Platz bei etwa 18–20 °C und halte die Erde gleichmäßig feucht.
  5. Pikieren: Wenn die Jungpflanzen mehrere Blätter gebildet haben, vereinzle sie vorsichtig und setze sie in eigene Töpfchen.

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Löwenmäulchen pflanzen (Beet oder Kübel)

Setze vorgezogene Jungpflanzen ins Beet, sobald es dauerhaft milder ist. Plane 20–30 cm Abstand ein. So bekommen die Pflanzen genug Luft und können sich gut verzweigen. Im Kübel darf es gern etwas großzügiger sein, damit die Erde nicht so schnell austrocknet und die Löwenmäulchen stabil wachsen.

  • Im Beet: Lockere die Erde vor dem Pflanzen und arbeite bei Bedarf etwas Kompost ein.
  • Im Kübel: Achte auf ein Abzugsloch und eine Drainageschicht (z. B. Blähton), damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Junge Pflanzen reagieren empfindlich auf Spätfrost. Bei kühlen Nächten hilft ein Vlies oder ein geschützter Platz, zum Beispiel an einer Hauswand.

Bunte Löwenmäulchen in einem Blumenbeet.
Direkt gesäte Löwenmäulchen beginnen etwas später zu blühen, entwickeln sich dafür kräftig im Beet.

Alternative: Löwenmäulchen direkt ins Beet säen

Wenn du dir die Vorkultur sparen möchtest, kannst du Löwenmäulchen auch ab April direkt ins Freiland säen.

  1. Saatfläche auswählen: Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz und lockere die Erde. Entferne grobe Klumpen, damit die Oberfläche fein bleibt.
  2. Aussaat verteilen: Streue die Samen sparsam aus oder säe in flachen Reihen. Drücke sie anschließend nur leicht an.
  3. Fein wässern: Befeuchte die Saat vorsichtig mit einem feinen Strahl oder einer Sprühflasche, damit nichts weggeschwemmt wird.
  4. Keimphase begleiten: Halte die Fläche gleichmäßig feucht, bis die Keimlinge da sind.
  5. Auf Abstand bringen: Sobald die Pflanzen kräftiger sind, dünne auf 20–30 cm aus – so bekommen die Löwenmäulchen Luft und verzweigen sich besser.

Löwenmäulchen gießen

Löwenmäulchen mögen einen gleichmäßig feuchten Boden, kommen aber besser mit kurzen Trockenphasen zurecht als mit Staunässe. Gieße am besten morgens und möglichst bodennah, damit Blätter und Blüten schnell abtrocknen.

  • Im Beet: Gieße regelmäßig, besonders in längeren Trockenperioden. Der Boden sollte nicht vollständig austrocknen.
  • Im Topf oder Kübel: Kontrolliere die Erde häufiger. Gefäße trocknen schneller aus als Gartenboden. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können.

Löwenmäulchen düngen

Damit Löwenmäulchen über viele Wochen blühen, brauchen sie ausreichend Nährstoffe. In gutem Gartenboden kommen sie meist mit wenig Dünger aus. In Töpfen ist Nachschub wichtiger, weil die Nährstoffe schneller verbraucht sind.

  • Geeigneter Dünger: Ein Blumen- oder Universaldünger passt gut. Im Beet kannst du auch mit Kompost unterstützen.
  • Düngeintervalle als Orientierung:
    • Beet: etwa alle 4–6 Wochen nachdüngen.
    • Kübel: während der Blütezeit meist 1× pro Woche schwach dosiert (Herstellerangaben beachten).

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Schneiden und sonstige Pflege

Löwenmäulchen brauchen keinen starken Rückschnitt wie viele Stauden oder Sträucher. Für eine lange Blüte ist aber Ausputzen wichtig: Dabei entfernst du nur verblühte Blütenstände oder erntest einzelne Stiele. Das hält die Pflanze länger in der Blüte.

  • Verblühte Stiele entfernen: Schneide verblühte Blütenstände regelmäßig bis zum nächsten Blattpaar zurück. So steckt die Pflanze weniger Energie in die Samenbildung und bildet schneller neue Knospen.
  • Schnittblumen ernten: Du kannst Löwenmäulchen stiellang schneiden und in die Vase stellen. Das wirkt wie Ausputzen und fördert ebenfalls die Neubildung von Blüten.
  • Stabilität sichern: Höhere Sorten stehen besser an einem windgeschützten Platz oder mit einer lockeren Stütze, damit die Stängel nicht umknicken.

Wenn du konsequent ausputzt, bleiben Löwenmäulchen oft bis in den Spätsommer hinein blühfreudig.


Löwenmäulchen im Topf oder Kübel

Löwenmäulchen eignen sich gut für Topf, Kübel oder Balkonkästen, vor allem niedrig wachsende Sorten. Wichtig ist, dass die Pflanzen genug Platz und eine gute Wasserversorgung haben.

  • Topfgröße: Wähle ein ausreichend großes Gefäß, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Pro Pflanze solltest du etwa 20 cm Durchmesser einplanen.
  • Drainage: Achte auf ein Abzugsloch im Topf und lege eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies an. So vermeidest du Staunässe.
  • Erde: Verwende eine nährstoffreiche, strukturstabile Pflanzerde.
  • Standort: Stelle den Topf möglichst sonnig und windgeschützt auf.

Im Kübel ist der Pflegeaufwand etwas höher als im Beet: Gieße regelmäßiger und dünge während der Blütezeit gleichmäßig nach.


Krankheiten und Schädlinge

Löwenmäulchen sind meist robust. Probleme treten vor allem auf, wenn es längere Zeit feucht ist oder die Pflanzen zu dicht stehen. Dann lohnt es sich, Blätter und Triebe regelmäßig kurz zu kontrollieren.

Typische Probleme: erkennen und handeln

Verschiedene Probleme an Löwenmaulpflanzen erkennen und behandeln.
ProblemWoran erkennst du es?Was hilft?
BlattläuseKleine grüne/schwarze Läuse an Triebspitzen und Knospen, Blätter klebrigMit Wasserstrahl abspülen oder absammeln; bei starkem Befall geeignetes Mittel einsetzen
MehltauWeißer, pudriger Belag auf Blättern, Blätter wirken matt oder vergilbenBefallenes entfernen (Hausmüll); mehr Abstand/Luft; bodennah gießen
Grauschimmel (Botrytis)Grauer, pelziger Belag an Blüten/Stängeln, weiche faulige StellenBefallenes großzügig entfernen; nicht über Kopf gießen; Bestand auslichten
WachstumsproblemeBlätter werden hell oder gelb, Pflanzen bleiben kleinGießen und Nährstoffe prüfen; Staunässe ausschließen; maßvoll nachdüngen

Überwinterung und Winterhärte

Ob Löwenmäulchen im nächsten Jahr wieder im Garten stehen, kann zwei Gründe haben: Entweder treibt die Pflanze erneut aus, oder es wachsen neue Pflanzen aus Samen nach. Was bei dir passiert, hängt von Sorte, Standort und Winterwetter ab.

  • Meist nicht winterhart: Die meisten Löwenmäulchen werden als Sommerblumen kultiviert und halten starken Frost nicht aus. Nach der Blüte sterben sie ab und können im Herbst entfernt werden.
  • Selbstaussaat möglich: Lässt du einige Samenstände stehen, können sich Löwenmäulchen in milden Lagen selbst aussäen. Dann erscheinen im Frühjahr neue Pflanzen an ähnlicher Stelle.
  • Manchmal kommen sie wieder: An geschützten Standorten und in milden Wintern überstehen einzelne Pflanzen leichte Fröste und treiben im Frühjahr erneut aus.
  • Überwintern: Eine Mulchschicht aus Laub oder Reisig schützt den Wurzelbereich vor starkem Frost und starken Temperaturschwankungen.

Löwenmäulchen-Jahreskalender: Pflege übers Jahr

Bunte Löwenmäulchen in pink, gelb und weiß.
Vom Frühjahr bis zum Herbst: Löwenmäulchen blühen über viele Wochen.

Löwenmäulchen begleiten dich durch die Gartensaison – vom ersten Keim bis zur letzten Blüte. Mit unserem Jahreskalender behältst du den Überblick, wann welche Pflegeschritte anstehen.

Frühjahr (Februar bis Mai)

  • Löwenmäulchen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorziehen.
  • Ab April/Mai Jungpflanzen ins Beet oder in Kübel setzen.
  • Boden vorbereiten und bei Bedarf mit Kompost anreichern.
  • Regelmäßig gießen, damit die Pflanzen gut anwachsen.

Sommer (Juni bis August)

  • Gleichmäßig gießen, besonders bei Hitze.
  • Während der Blütezeit maßvoll düngen.
  • Verblühte Blütenstände regelmäßig entfernen, um die Dauerblüte zu fördern.
  • Hohe Sorten bei Bedarf stützen.

Herbst (September bis Oktober)

  • Weiter ausputzen, solange die Pflanzen blühen.
  • Samenstände für die Samenernte stehen lassen.
  • In milden Lagen Selbstaussaat beobachten.

Winter (November bis Januar)

  • Einjährige Pflanzen entfernen.
  • Mehrjährige oder überwinternde Pflanzen mit Mulch schützen.
  • Kübelpflanzen windgeschützt und isoliert aufstellen.

Tipp: Für einen guten Überblick über anstehende Gartenarbeiten hilft dir auch unser Gartenkalender mit saisonalen Tipps und To-dos.


Häufige Fragen zu Löwenmäulchen

Sind Löwenmäulchen winterhart?

Löwenmäulchen sind bedingt winterhart. Die meisten Sorten werden als einjährige Sommerblumen kultiviert. In milden Regionen oder an geschützten Standorten können einzelne Pflanzen leichte Fröste überstehen und im Frühjahr wieder austreiben.

Sind Löwenmäulchen mehrjährig?

In der Regel sind Löwenmäulchen nicht mehrjährig. Sie können sich aber durch Selbstaussaat im Garten halten oder in milden Wintern erneut austreiben.

Sind Löwenmäulchen giftig?

Löwenmäulchen gelten als leicht giftig. Für Erwachsene ist das meist unproblematisch, bei Kindern oder Haustieren solltest du jedoch darauf achten, dass Pflanzenteile nicht verzehrt werden.

Kann man Löwenmäulchen im Topf pflanzen?

Ja, Löwenmäulchen eignen sich gut für Topf, Kübel oder Balkonkästen. Wichtig sind ein sonniger Standort, ausreichend Platz und eine gute Drainage, damit keine Staunässe entsteht.

Wie oft muss man Löwenmäulchen gießen?

Gieße Löwenmäulchen regelmäßig, sodass der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Im Topf ist häufigeres Gießen nötig als im Beet, besonders an warmen Tagen.

Warum blühen meine Löwenmäulchen nicht mehr?

Häufig liegt das an der Samenbildung. Entferne verblühte Stiele regelmäßig, damit die Pflanze neue Knospen bildet und länger blüht.


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