Unkraut im Rasen bestimmen und bekämpfen

Wenn Unkraut im Rasen das Gartenidyll stört, musst du nicht gleich zur chemischen Keule greifen. Denn Unkrautvernichter (Herbizide) schaden Tieren und auch anderen Pflanzen – und unerwünschte Kräuter lassen sich oft auch mit mechanischen Mitteln beseitigen. Nachfolgend haben wir einige Praxistipps für dich zusammengestellt.


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Werkzeuge: Vertikutierer oder Rasenlüfter, Spaten



Richtige Pflege zahlt sich aus

Unkraut im Rasen entfernen

Am besten sorgst du gleich von Anfang an dafür, dass dein Rasen so gesund und unkrautfrei wie möglich wächst und gedeiht, denn Pflegefehler sind die häufigste Ursache für Unkraut. Mit einer adäquaten, kontinuierlichen Rasenpflege kannst du Unkraut im Rasen aber nachhaltig bekämpfen. Das beginnt bereits damit, dass du den Rasen richtig anlegst. Zu den einzelnen Aspekten der Rasenpflege, die wir nachfolgend kurz erläutern, haben wir umfangreiche Tipps für dich, die du über den jeweiligen Link erreichst. In den verlinkten Artikeln behandeln wir die jeweiligen Themen vertiefend und erklären beispielsweise unter anderem, wie du häufige Rasenprobleme am besten lösen kannst.

Rasen düngen

Hochwertiges Saatgut 

Verwende ausschließlich hochwertige Rasenmischungen, wenn du aussähst. Eine dichte Grasnarbe beugt Unkrautwachstum vor. Schnell wachsende Futtergräser, die in erster Linie auf schnelles statt auf dichtes Wachstum getrimmt sind, bieten hingegen mehr Angriffsfläche. Außerdem musst du sie häufiger mähen.

Düngen

Wenn Rasen schnell und gleichzeitig auch dicht wächst, hat es Unkraut deutlich schwerer, sich zwischen den gesunden Halmen auszubreiten. Deshalb kommt es vor allem auf eine optimale Nährstoffversorgung des Rasens an. Womöglich musst du regelmäßig düngen, um sie sicherzustellen.

Bewässern und Schneiden

Eine optimale Bewässerungist ebenso wichtig, damit der Rasen gut gedeihen kann. Zudem solltest du regelmäßig und vor allem richtig mähen, denn auch damit förderst du das Rasenwachstum.

Vertikutieren

Mehr Platz, mehr Licht, mehr Luft: Ein Vertikutierer ist ein Gartengerät, dessen starre, senkrechte Messer auf einer waagerecht verbauten, rotierenden Walze sitzen. Damit entfernst du Mulch, Moos und den sogenannten Rasenfilz samt Wurzelwerk aus der obersten Bodenschicht. Ihre verrottenden biologischen Rückstände stören andernfalls die Nährstoffversorgung. Zugleich lockerst du beim Vertikutieren den Boden auf. Ist dieser zu stark verdichtet, kann das Gras nicht richtig wachsen. Außerdem besteht das Risiko von Staunässe, wodurch die Rasenwurzeln faulen können.

Beim Vertikutieren verpasst du deinem Rasen also eine richtige Grundreinigung. Das strapaziert ihn jedoch auch, weswegen du nicht öfter als zweimal im Jahr vertikutieren solltest. Allerdings kann das Gras anschließend wieder umso dichter und besser wachsen. Ein Vertikutierer eignet sich somit nicht nur zur Rasenpflege, sondern ist in vielen Fällen auch ein effektives Mittel, um Unkraut im Rasen zu vernichten. Aber Vorsicht: Manche Unkräuter verbreiten sich durchs Vertikutieren auch stärker! Falls du also schon Unkraut im Garten hast, solltest du es vorab bestimmen.

Ein Handvertikutierer eignet sich für kleine Flächen. Größere Flächen solltest du hingegen mit einem Elektro-Vertikutierer bearbeiten. Wenn du kein eigenes Gerät besitzt, musst du nicht unbedingt eines anschaffen. Oft kann ein Nachbar aushelfen. Alternativ kannst du derartiges Gerät auch im Baumarkt deiner Wahl ausleihen.

Rasen säen

Nachsäen

Lücken im Rasen solltest du schnellstmöglich behandeln – nicht nur nach dem Vertikutieren. Wenn du hochwertiges Saatgut nachsähst, kannst du unschöne Lücken in der Grasdecke schließen und so den Rasen ausbessern. Unerwünschte Pflanzen finden dann schwerer Raum, und bestenfalls musst du nicht so bald wieder lästiges Unkraut im Rasen bekämpfen.

Rasen kalken

Für ein gesundes Pflanzenwachstum braucht es nicht nur Wasser, Platz und Licht. Auch der pH-Wert des Bodens muss stimmen. Prüfe den pH-Wert also am besten regelmäßig. Bei Bedarf musst du womöglich den Rasen kalken.

Bodenaktivator

Ein Bodenaktivator enthält typischerweise organische Substanzen, Mikroorganismen und Mineralstoffe, die zur Aufwertung ausgelaugter Böden beitragen und helfen, die Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen. Auch Kalk ist oft enthalten, er trägt zur Normalisierung des pH-Wertes im Boden bei.


Unkrautarten im Rasen

Nisten sich unerwünschte Pflanzen auf dem heimischen Rasen ein, handelt es sich meist um Vertreter der folgenden Arten. Die Techniken und Mittel zur Bekämpfung ähneln sich oft.

Moos

Moos

Rasenflächen, die im Halb- oder Vollschatten liegen, neigen grundsätzlich stärker zu Moosbefall. Moos kann darüber hinaus ein sicheres Zeichen dafür sein, dass der Rasen geschwächt ist. Eine unzureichende Düngung oder ein zu saurer Boden zählen zu den häufigsten Ursachen für einen Moosbefall. So gehst du dagegen vor:

  • Moos per Vertikutierer entfernen
  • pH-Wert des Bodens bestimmen
  • Rasen kalken, falls der pH-Wert unter 5,5 liegt
  • Boden düngen
  • kahle Stellen nachsähen
Weißklee

Weißklee

Weißklee zählt zu den häufigsten Gartenunkräutern. Bienen und Hummeln finden seine namensgebenden und nektarreichen weißen Blüten unwiderstehlich. Barfuß über eine solche Wiese zu laufen, kann entsprechend schmerzhaft sein. Die breiten Blätter des Klees nehmen dem Gras zudem das Licht. Natürlich kannst du auch gegen Weißklee im heimischen Rasen vorgehen. Am besten eignet sich dafür der Frühherbst, da der Klee dann nicht mehr ganz so stark wächst.

  • Kleenester per Handvertikutierer bearbeiten
  • tief in Längs- und Querbahnen arbeiten
  • möglichst viele Wurzelabschnitte entfernen
  • kahle Stellen nachsähen

Alternativ:

  • Klee samt Wurzelwerk mit dem Spaten ausstechen
  • mit Mutterboden auffüllen und leicht verdichten
  • kahle Stellen nachsähen

Hornklee und Sauerklee

Diese Kleearten verbreiten sich äußerst schnell. Ist der Befall flächenmäßig noch begrenzt, kannst du die Grasnarbe samt der ersten Bodenschicht im betroffenen Bereich austauschen. Ist der ganze Rasen betroffen, musst du ihn entweder komplett abtragen oder dich mit dem Klee arrangieren.


Löwenzahn

Löwenzahn

Spätestens wenn es überall gelb blüht, solltest du den Rasenmäher anschalten. Am besten stichst du aber schon vor der massiven Ausbreitung die einzelnen Löwenzahn-Pflanzen samt Pfahlwurzel mit einem Unkrautstecher bzw. mit einem speziellen Löwenzahnstecher aus und entsorgst die Pflanzen in der Mülltonne. Alternativ kannst du praktisch jeden Bestandteil der Pflanze auch verwerten – als Kaninchenfutter oder als Verzehr- und Heilpflanze. Wirf ihn aber nicht auf den Kompost, sonst breitet er sich prompt wieder aus.

Entferne Löwenzahn in jedem Fall, bevor er zur Pusteblume reift – sonst genügt ein Windstoß, um die Samen im Garten zu verteilen. Auf das Vertikutieren solltest du bei Pusteblumen ebenfalls verzichten, da du den umherfliegenden Samen damit praktisch das Bett bereitest, anstatt das Unkraut im Rasen zu vernichten.


Quecke

Diese zähen Wurzelunkräuter breiten sich sowohl über Samen als auch über unterirdische Kriechtriebe aus. Mechanisches Jäten allein hat deshalb meist keinen Erfolg und durch ein Umgraben des Rasens verbreitet sich die Pflanze oft nur noch schneller und weiter. Am besten beugst du auch hier vor, indem du den Rasen regelmäßig schneidest, mit Nährstoffen versorgst und Lücken prompt nachsähst. Rasenkanten und Wurzelsperren verhindern zudem, dass die Quecke von außen eindringt.

Hat sich die Quecke bereits in deinem Garten verbreitet, deckst du den Rasen sechs Monate lang mit einer licht- und wasserdichten Folie ab. Leider geht dabei allerdings auch der Rasen ein. Entferne anschließend die Reste des Unkrauts und lege den Rasen neu an.


Brennnessel

Brennessel

Brennsesseln verfügen ebenfalls über ein stark verzweigtes, aber glücklicherweise flaches Wurzelwerk. Sobald du sie entdeckst, stichst du sie am besten mit einem Löwenzahnstecher aus und entfernst die Wurzel restlos oder du packst einzelne Stängel am Wurzelhals und ziehst sie aus dem Boden. Alternativ kannst du die Erde auch mit einem Spaten umgraben. Das geht am besten, wenn sie feucht ist. Schütze dich mit Handschuhen vor den Brennhaaren.


Gänseblümchen

Die zarten Blümchen verbreiten sich rasant, sofern genug Platz vorhanden ist. Auch hier solltest du das Unkraut im Rasen gleich ausstechen, natürlich samt Wurzelwerk. Sähe kahle Stellen anschließend nach und dünge.


Ehrenpreis

Echter Ehrenpreis (auch Wald-Ehrenpreis) ist ein Wegerich-Gewächs, das auch als Naturheilmittel Verwendung findet. Das Kraut enthält wirksame Bitterstoffe, Gerbstoffe und Saponine. Diesen Flachwurzler entfernst du, indem du den Boden zunächst per Grubber oder Hacke lockerst – sowohl um die Pflanzengruppe herum als auch zwischen den einzelnen Exemplaren. Dann jätest du die Einzelpflanzen, indem du sie vorsichtig aus dem Boden hebst. Gegebenenfalls vorhandene Ausläufer leiten dich zu den benachbarten Pflanzen.


Gundermann

Die Blüten dieser essbaren Pflanze schmecken sehr scharf und dienten früher als Pfeffer-Ersatz. Die Blätter ähneln Efeu. Um dieses genügsame Unkraut im Rasen nachhaltig zu entfernen, musst du die Mutterpflanze finden – denn aus ihr sprießen schon nach kurzer Zeit bis zu zwei Meter (m) lange Ranken, an denen sich etwa alle zehn Zentimeter (cm) neue Pflänzchen bilden. Reiß die Mutterpflanze samt Wurzel aus. Folge den Ranken und entferne auch diese komplett mit allen neuen Trieben inklusive Wurzelwerk.


Unkraut im Rasen vernichten mit Hausmitteln?

Einige Hausmittel, die zuweilen empfohlen werden, haben im Garten nichts verloren. Essig und Salz sind sogar offiziell verboten, da die Konzentration dieser Stoffe im Boden nicht zu hoch werden darf. Kochend heißes Wasser kannst du hingegen unbesorgt einsetzen, um Unkraut im Rasen vernichten. Allerdings solltest du gut zielen, denn sonst zerstörst du schlimmstenfalls auch gesundes Gras oder schädigst Nützlinge. Das siedende Wasser zerstört den Organismus der Pflanze. Lass es nach dem heißen Guss etwas trocknen und zieh das unerwünschte Gewächs dann einfach heraus. Gieße anschließend zur Sicherheit nochmals heißes Wasser auf die Stelle.