Haustür einbauen: So gelingt es dir

Eine Haustür erfüllt in erster Linie praktische Zwecke: Sie hält Kälte, Feuchtigkeit und ungebetene Gäste davon ab, in Haus oder Wohnung einzudringen. Aber sie dient vielen auch als Eyecatcher in der Hausfassade. Falls du deine alte austauschen und eine neue Haustür selber einbauen willst, um einen hübschen Eingang zu erhalten, verrät dir dieser Ratgeber, wie du vorgehen musst.


Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten

Dauer: 3–4 Stunden

Werkzeug: Zollstock, Wasserwaage, Bleistift, Akkuschrauber, Cuttermesser, Brecheisen oder Meißel, Säbelsäge, Holzkeile, Montageschaum, Haftgrund, Schlagbohrer, Hammer, Inbusschlüssel, Reparaturmörtel, Kartuschenpistole, Acryl, Glättkelle, Schutzkleidung (Handschuhe, Brille, Overall)


Eingangstür einbauen? Hol dir Unterstützung!

Zwei Männer tragen eine Türe

Eine Haustür oder Nebeneingangstür einzubauen, erfordert sehr genaues Arbeiten und gehört nicht unbedingt zu den leichtesten Übungen eines Heimwerkers. Dennoch soll es dir dieser Ratgeber ermöglichen, eine neue Haustür selber einzubauen. Du benötigst dafür etwas Zeit, einige Werkzeuge und am besten noch eine zweite Person, die dir zur Hand geht – beispielsweise beim Einsetzen des schweren Türflügels.

Hast du keine zweite Person zur Hilfe oder willst du die Arbeit lieber von absoluten Profis verrichten lassen, dann wende dich gern an den toom Handwerksservice für die fachgerechte Haustürmontage!


Schritt 1: vor dem Kauf Maße ermitteln

Handwerker misst die Maße der Haustür aus

Bevor du deine Eingangstür einbauen kannst, musst du erst einmal die exakten Maße bestimmen. Dafür ermittelst du das Mauerinnenmaß, also die Breite der Bandöffnung, und Höhe sowie Tiefe der Türöffnung. Miss am besten gleich an mehreren Stellen und notiere dir die Werte, damit du beim Kauf auch ganz sicher eine Tür mit der passenden Größe auswählst. Achte dabei auf die sogenannte Einbauluft – das ist der zu lassende Platz für die Materialausdehnung, ähnlich wie bei einer Dehnungsfuge beim Verlegen von Bodenbelägen. Etwa 10 bis 15 mm auf beiden Seiten sowie am oberen Türabschluss sollten als Einbauluft ausreichen.

Notiere dir außerdem, auf welcher Seite die Tür angeschlagen ist – DIN links oder DIN rechts. Da sich eine Haustür nach innen öffnen sollte, kannst du das sehr einfach bestimmen: Öffnest du die Tür mit der linken Hand in Richtung deiner linken Körperhälfte, wählst du ein Türmodell gemäß DIN links, andernfalls eines gemäß DIN rechts.


Schritt 2: die alte Tür ausbauen

Rahmen von Haustür wird entfernt

Bevor du eine neue Haustür einbauen kannst, muss natürlich die alte Tür entfernt werden. Gehe folgendermaßen vor, um die alte Tür auszubauen:

  1. Baue zunächst den alten Türflügel aus. Klopfe dazu die Bolzen der Scharniere mit einem Hammer heraus. Entferne zuvor aber etwaige Abdeckkappen an den Scharnieren.
  2. Entferne dann alle Schrauben und Dübel im Türrahmen.
  3. Mit einem Cuttermesser durchtrennst du anschließend den Wandanschluss zwischen Tür und Tapete sowie den Anschluss zur Türschwelle.
  4. Säge den Türrahmen an mehreren Stellen schräg an, um ihn später leichter herausbrechen zu können.
  5. Entferne den alten Rahmen nun aus dem Mauerwerk. Schlage dazu zunächst mit einem Hammer seitlich gegen den Rahmen, um ihn aus der Verankerung zu lösen. Nutze nun ein Brecheisen dazu, den Türrahmen an den Seiten herauszustemmen.
  6. Ist der alte Rahmen mit Mauerankern im Mauerwerk befestigt, musst du diese vor dem Einsatz des Brecheisens mit einer Fräse durchtrennen.
  7. Entferne zum Schluss das untere Rahmenprofil.

Ist das erledigt, solltest du alles gründlich säubern und eventuelle Mörtel- bzw. Schaumreste entfernen sowie die alten Dichtungen vorsichtig abtrennen.


Schritt 3: Vorbereitung vor dem Einbauen der Haustür

Man hebt Haustür in den Rahmen

Zunächst gilt es, die Tür ggf. aus dem Rahmen auszuhängen, da beide Teile in einzelnen Schritten zu montieren sind. Den Rahmen umklebst du anschließend mit selbstklebendem Dichtband – das dient dazu, Schlagregen nicht eindringen zu lassen. Besprühe die gesäuberten Fugen anschließend mit staubbindendem Haftgrund, der den Halt des später aufzubringenden Montageschaums verbessert. Fülle die Bodenfuge der Türschwelle dann mit druckfestem Montageschaum aus.

Nun setzt du den Türrahmen in die Laibung ein und fixierst ihn mit Holzkeilen, damit er nicht aus der Maueröffnung herausfällt. Entferne vorher aber noch ggf. vorhandene Transportlaschen. Überprüfe den richtigen waagerechten und lotrechten Sitz mit der Wasserwaage und achte dabei auch auf die benötigten Abstände zwischen Zarge und Mauer.


Schritt 4: die neue Haustür einbauen

Mann schraubt Haustür fest

Nun kannst du die eigentliche Haus- bzw. Nebeneingangstür montieren. Kontrolliere zunächst mit der Wasserwaage, ob der innenliegende Fußboden eben ist – sich die Tür also später ohne Schleifen öffnen lässt. Falls sich der Boden in einer Richtung leicht anhebt, solltest du auch den Rahmen entsprechend anheben.

Danach markierst du die Löcher für die Verdübelung, falls sie nicht bereits im Türrahmen vorgebohrt sind. Auf der Bandseite setzt du sechs Markierungen, jeweils 20 cm ober- und unterhalb der drei Bänder. Auf der Schließseite benötigst du nur vier Bohrlöcher: Markiere zwei von ihnen in jeweils etwa 15 cm Entfernung zu den Ecken, die anderen beiden in einem möglichst gleichartigen Abstand über den Rahmen. Oben setzt du lediglich zwei Markierungen, jeweils 15 cm von den Ecken entfernt. Prüfe danach, ob der Rahmen immer noch richtig sitzt und dass er sich nicht etwa verschoben hat.

Bohre dann die Löcher mit einem Mauerwerksbohrer (6 mm Durchmesser) oder einem Bohrer für Beton (6,5 mm) mit 200 mm Länge. Verschraube anschließend die Bandseite, beginnend mit der obersten Schraube. Auf der Schließseite bringst du erst einmal nur die oberste Schraube an, um den Rahmen später noch nachjustieren zu können. Vorher solltest du aber den Türflügel testweise einhängen, um seinen korrekten Sitz zu prüfen. Bringe dann auch alle restlichen Schrauben der Schließseite an.

Verschraube zum Schluss die Schwelle am Boden und befestige die Blende.


Schritt 5: die Haustür abdichten und Fugen verblenden

Handwerker arbeiten an der Haustür

Nach Befestigung des Rahmens musst du zunächst die Laibung verputzen, beispielsweise mit Reparaturmörtel. Sobald der vollständig abgebunden hat, füllst du den Hohlraum zwischen Zarge und Laibung mit Montageschaum aus.

Nun gilt es, etwaige Deckleisten anzubringen und die Fugen abzudichten. Die Leisten schneidest du passend zu und klebst sie mit PVC-Kleber fest, falls sie nicht selbstklebend sind. Danach kannst du dann zu Kartuschenpistole und Acryl greifen, um die Fugen abzudichten. Überschüssiges Material entfernst du mit einem Glättspachtel.


Schritt 6: die letzte Feinjustierungen

Mann überprüft Haustür

Im letzten Schritt hängst du die Tür ein und prüfst, ob die Haus- bzw. Nebeneingangstür-Montage auch wirklich so geklappt hat, wie du es dir vorgestellt hast. Bei manchen Modellen kannst du kleine Stellschrauben an den Bändern dazu nutzen, die Tür horizontal und vertikal zu justieren, damit sie sich leise und widerstandslos öffnen und schließen lässt.

Bringe nun außerdem die Türklinken an und prüfe im letzten Schritt den Schließmechanismus auf tadelloses Funktionieren.


Eine Hauseingangstür einbauen: Das ist sonst noch wichtig

  • Holztüren: Möchtest du eine Nebeneingangstür aus Holz einbauen, muss sie vor dem Einbau unter Umständen noch gestrichen und lackiert werden. Erst nachdem sie anschließend vollkommen durchgetrocknet ist und das Holz nicht mehr arbeitet, kannst du mit dem Einbau der Nebeneingangstür fortfahren.
  • Haustür mit Seitenteil einbauen: Möchtest du eine Haustür mit Seitenteil einbauen, gehst du genauso vor wie bei anderen Türen auch. Die Rahmenkonstruktion ist hier natürlich etwas größer, davon abgesehen ändert sich aber nicht viel. Das Glas für das Seitenteil setzt du ein, nachdem der Rahmen befestigt ist.
  • Bodenschwelle beim Haustür-Einbau beachten: Eine Türschwelle dient nicht nur als Anschlag für das Türblatt, sondern auch als thermische Trennung zwischen Innen- und Außenbereich eines Gebäudes oder einer Wohnung. Sie sorgt also für ein gutes Raumklima, indem sie Kälte besser draußen hält. Viele Haustüren verfügen zusätzlich ab Werk über eine Dichtung – es gibt aber auch sogenannte Schwellendichtungen, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn zwischen dem Eingang und dem Flur ein Höhenausgleich vorzunehmen ist.

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