Polygonalplatten verlegen auf und ohne Beton

Polygonalplatten sind rustikal und gleichzeitig elegant und werten Terrassen, Auffahrten und Wege im Garten auf. Das Besondere an den vieleckigen Natursteinplatten ist eben genau das: dass sie ein Naturprodukt sind, sodass jede Platte in ihrer Form, Größe und Oberfläche anders aussieht. Polygonalplatten kannst du selbst verlegen – entweder auf einem verdichteten Unterbau aus Beton oder schwimmend auf Splitt. Wie du in beiden Fällen Polygonalplatten fachgerecht verlegst, erklären wir dir hier. 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Dauer: Je nach Fläche bis zu 2 Tage

Werkzeug: Schaufel, Spaten, Schubkarre, Zollstock, Wasserwaage, Rüttelplatte, Winkelschleifer oder Diamantsäge, Gummihammer, Kammspachtel, Scheuerbürste, Schwamm


Polygonalplatten verlegen: Materialkunde

Terrasse aus Polygonalplatten

Bevor es konkret wird, geben wir dir einen kurzen Überblick über gängige Steinarten für Polygonalplatten. Für welche Sorte du dich entscheidest, hängt auch davon ab, wo du die Polygonalplatten verlegen möchtest. Einige Steine sind nicht frostbeständig, andere nicht robust genug, dass sie sich für eine Garageneinfahrt eignen würden. Beim Verlegen von Polygonalplatten spielen die Kosten außerdem eine Rolle – der Quadratmeterpreis unterscheidet sich je nach Steinart. Zur Auswahl stehen dir Platten aus:

  • Granit: abriebfest und extrem beständig gegen Frost und Streusalz
  • Quarzit: abrieb- und frostfest
  • Sandstein: relativ abrieb- und frostfest, reagiert allerdings mit bzw. auf Streusalz
  • Porphyr: sehr robust und ideal für Garagen, Zufahrten und Terrassen
  • Kalkstein: vergleichsweise weich und wenig abriebfest, reagiert auf Säuren und Salze und ist somit nur bedingt für den Außenbereich geeignet
  • Marmor: reagiert empfindlich auf Frost und ist nicht geeignet für den Außenbereich

Übrigens: Der spanische Architekt Gaudí verwendete für seine Werke ebenfalls eine Form von Polygonalplatten – allerdings die keramische Ausführung.


Polygonalplatten verlegen: Den Unterbau vorbereiten

Damit du später deine Terrasse ohne zu stolpern betreten und die Garagenauffahrt bedenkenlos nutzen kannst, musst du zunächst einen geeigneten Unterbau schaffen. Stabil, tragfähig und witterungsbeständig sollte dieser vor allem bei großen Natursteinflächen und stark belasteten Flächen sein – Polygonalplatten auf Splitt zu verlegen, also schwimmend, ist nur etwas für kleine Flächen. Im Detail gehen wir auf diese Verlegeart weiter unten ein. Konzentrieren wir uns zuerst auf das Anlegen eines Unterbaus. Grundsätzlich hast du zwei Lösungen: Schaffe einen Unterbau aus Kies, Sand und einer Betonplatte – dieser ist besonders stabil – oder verwende ein Mineralgemisch oder eine KFT (kombiniert frostsichere Tragschicht).

Schritt 1: Erdreich ausheben

Hebe das Erdreich etwa 20 bis 25 Zentimeter tief aus – selbst, wenn du die Platten oberhalb des eigentlichen Gartenniveaus verlegen möchtest.

Schritt 2: Tragschicht einfüllen und verdichten

Fülle eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht aus Sand und Kies oder mindestens 20 Zentimeter des Mineralgemisches bzw. KFT in den ausgehobenen Bereich ein. Verdichte die Schicht mithilfe einer Rüttelplatte, damit keine Hohlräume zurückbleiben.

Mann schleppt Zementsack

Schritt 3: Betonplatte gießen

Wenn du dich für einen Unterbau mit einer Kies-Sand-Schicht entschieden hast, gieße nach dem Verdichten eine etwa 15 Zentimeter starke Betonplatte auf das Kiesbett.

Schritt 4: Beton grundieren und abdichten

Besonders witterungsbeständig wird das Fundament, wenn du die Betonplatte nach dem Trocknen erst mit einer Grundierung streichst und anschließend mit einer flüssigen Schicht Terrassen- oder Balkonabdichtung versiehst. Grenzt die Fläche an eine Wand, setze dort ein Dichtband ein.

Wichtig: Der Unterbau muss ein Gefälle von mindestens 1,5 bis 2 Prozent aufweisen, sodass Regenwasser von Wänden weg ablaufen kann.


Polygonalplatten verlegen auf Beton: Anleitung

Ist der Unterbau fertig, kannst du mit dem Verlegen der Polygonalplatten starten.

Polygonalplatten sortieren

Schritt 1: Polygonalplatten sortieren

Lege die Natursteine erst einmal lose aus. Forme dabei die endgültige Fläche nach und verschaffe dir so einen Überblick, wo welcher Stein liegen soll und wie die verschiedenen Formen und Farben zueinander passen. Für kleine Lücken und Ränder benötigst du eventuell kleinere Platten oder Polygonalplatten mit einer geraden Kante. Bringe die Platten mit einem Winkelschleifer oder einer Diamantsäge in die entsprechende Form. Wenn du ein Muster gefunden hast, das dir gefällt, kannst du die einzelnen Steine noch mithilfe von Kreppband und einem Filzstift durchnummerieren – so behältst du beim endgültigen Verlegen der Polygonalplatten den Überblick.

Schritt 2: Betonplatte und Steine säubern

Lose Steinchen, Staub und anderer Schmutz mindert die Haftungswirkung des Mörtels. Fege die Betonplatte darum ab und feuchte sie mit etwas Wasser an – das verbessert die Haftung zusätzlich. Auch die einzelnen Platten sollten mit einem Schwamm und etwas Wasser gereinigt werden.

Bettungsmörtel auftragen

Schritt 3: Randsteine einsetzen

Wenn deine Terrasse oder der Gehweg saubere Abschlüsse haben soll, verlegst du als nächstes Randsteine. Trage dafür ein Fundament aus Magerbeton auf und klopfe die Steine mit einem Gummihammer in das Fundament. Ist der Rand aus anderen Steinen als die Polygonalplatten gefertigt, setzt du auch die erste Reihe der Platten noch mit in das Fundament aus Magerbeton.

Schritt 4: Bettungsmörtel auftragen

Nun kann das eigentliche Verlegen losgehen. Trage dafür eine etwa fünf Zentimeter dicke Schicht Bettungsmörtel auf die Betonplatte auf. Da der Mörtel schnell aushärtet, rühre immer nur kleine Mengen frisch an und trage dann eine Schicht für ungefähr drei Platten auf. Erst wenn diese drei Platten eingesetzt sind, bringst du ein neues Mörtelbett auf den Boden.

Polygonalplatten verlegen

Schritt 5: Polygonalplatten einsetzen

Drücke die vorsortieren Steine in den noch feuchten Mörtel. Achte dabei auf eine Fugenbreite von drei bis fünf Zentimetern zwischen den einzelnen Steinen. Sitzen die Platten an der richtigen Stelle, klopfe sie mit einem Gummihammer fest. Für große Platten kannst du ein Schutzbrett zwischen Platte und Hammer legen, damit sich der Druck besser verteilt und der Naturstein nicht so schnell reißt. Prüfe beim Anklopfen mit einer Wasserwaage immer wieder, dass deine Fläche gerade ist und das notwendige Gefälle beibehält.

Schritt 6: Lücken füllen

Trage abwechselnd Bettungsmörtel für etwa drei Platten auf und positioniere die Steine, bis die komplette Fläche verlegt ist. Tritt sehr viel Mörtel zwischen den Fugen aus, entferne den Überschuss mit einem Fugeneisen. Lücken kannst du mit kleinen Steinstücken füllen.

Mörtel zwischen Platten

Schritt 7: Mörtel aushärten lassen

Vor dem nächsten Arbeitsschritt muss der Verlegemörtel komplett ausgehärtet sein. Gib der Fläche dafür etwa einen Tag Zeit. Ist Regen angekündigt, schütze den neuen Weg oder die Terrasse mit einer Plane.

Schritt 8: Polygonalplatten verfugen

Die Polygonalplatten sind verlegt, nun verfugst du sie mit Trasszement. Rühre den Zement so flüssig an, dass er sich gut gießen lässt – der sauberste Weg die Platten zu verfugen. Bevor du das Material eingießt, feucht die Zwischenräume mit einem Schwamm an. Das verbessert die Haftung. Sobald der Trasszement in den Fugen sitzt, wische mit dem Schwamm noch einmal nach, um überschüssiges Material zu entfernen und die Fuge zu glätten. Versuche möglichst sauber zu arbeiten, da sich der Zement nur schlecht von den Polygonalplatten abwischen lässt und oftmals unschöne Spuren hinterlässt.

Platten reinigen

Schritt 9: Wandanschluss verfugen

Einen Wandanschluss verfugst du nicht mit Trasszement, sondern mit Natursteinsilikon. So entsteht eine flexible Dehnungsfuge.

Schritt 10: Die Fläche reinigen und versiegeln

Bleibt doch etwas Zement auf den Polygonalplatten zurück, kannst du nach dem Aushärten der Fugen die Fläche mit reichlich Wasser säubern. Für hartnäckige Verschmutzungen gibt es spezielle Zementschleier-Entferner. Achte aber darauf, dass das Mittel zu deiner Plattenart passt und nicht die Oberfläche unnötig angreift. Um deine Terrasse und andere Flächen gegen Witterungseinflüsse und andere Verschmutzungen zu schützen, kannst du die Natursteinfläche abschließend versiegeln.


Polygonalplatten verlegen ohne Beton

Mann verlegt Polygonalplatten auf Split

Polygonalplatten auf Beton zu verlegen hat den Vorteil, dass diese Flächen extrem stabil und ebenmäßig werden und gleichzeitig pflegeleicht sind – allerdings sind sie wasserundurchlässig und die natürliche Optik leidet mitunter etwas. Wenn du Polygonalplatten wasserdurchlässig verlegen möchtest und dir die natürliche Optik wichtig ist, ist ein Splittbett die Lösung. Bedenke dabei, dass die Platten sich eher verschieben und Unebenheiten entstehen können. Für große Belastungen sind so verlegte Natursteine nicht geeignet und der Pflegeaufwand ist höher, da sich Unkraut in den Fugen breitmachen kann.

Das Verlegen der Polygonalplatten direkt auf Erde ist übrigens nicht empfehlenswert, da das Erdreich den Steinen keinen guten Halt bietet und Feuchtigkeit und Frost sich unmittelbar auf die Platten auswirken können.

Einfacher ist es, Polygonalplatten auf Splitt zu verlegen. Allerdings solltest du die folgenden Schritte sehr sorgfältig ausführen, damit keine Stolperfallen entstehen:

  1. Hebe, wie oben beschrieben, das Erdreich etwa 20 Zentimeter tief aus.
  2. Fülle den Bereich mit feinem Kies oder Splitt auf. Um die Tragfähigkeit zu erhöhen und eventuelle Lücken zu schließen, kannst du auch etwas feineren Sand dazugeben.
  3. Bei größeren Flächen verdichtest du das Splittbett mit einer Rüttelmaschine.
  4. Nun kannst du die Polygonalplatten verlegen, indem du sie in das Splittbett setzt und mit einem Gummihammer festklopfst. Gehe hier gründlich vor, um Unebenheiten zu vermeiden.
  5. Fülle die Fugen mit Splitt auf.
  6. Fege final über die Fläche, sodass auch kleine Steinchen in die Fugen gelangen.

Tipp: Wenn du Polygonalplatten schwimmend verlegen möchtest, verwende möglichst große und schwere Platten mit mindestens drei Zentimeter Dicke – das erhöht die Stabilität.


Polygonalplatten an der Wand verlegen

Mauer aus Polygonalplatten

Mit den Natursteinen kannst du nicht nur deine Terrasse oder Wege im Garten anspruchsvoll gestalten: Polygonalplatten eignen sich auf für das Verlegen an der Wand – beispielsweise an der Gartenmauer oder je nach Material auch im Badezimmer oder in einem anderen Innenraum. Achte, je nach Plattenstärke und Material auf den passenden Untergrund und trage den Mörtel ausreichend dick auf, sodass die Steine schnell guten Halt finden. Grundsätzlich gelten hierbei ähnliche Regeln wie beim Fliesenlegen im Bad.