Fliesen legen

Fliesen und Fugen haben einen harten Job: Immer wieder müssen sie ein Wechselbad aus heißem und kaltem Wasser, Sporen und Reinigungsmittel überstehen. Kein Wunder, dass dein Bad Spuren von vielen Jahren intensiver Nutzung zeigt. Deshalb ist es Zeit, neu anzufangen. Wir zeigen dir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du selber Fliesen legen kannst. 


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Unterschiedlich je nach Fläche

Werkzeug: Ausgleichmasse, Dichtbänder, Zollstock, Wasserwaage, Richtlatte, Fliesenschneidegerät oder Fliesenkneifzange, Pinsel, Spachtel.



Materialbedarf

Wie verlegt man Fliesen, fragst du dich? Um eigenhändig Fliesen zu verlegen, benötigst du zunächst einmal das richtige Werkzeug. Vergewissere dich, dass du über Zollstock, Wasserwaage, Richtlatte, Fliesenschneidegerät oder Fliesenkneifzange, Pinsel, Spachtel und genügend Fliesen verfügst. Vermesse vor dem Einkauf die zu fliesende Fläche und überlege dir, wie du die Fliesen anordnen möchtest. Ob diagonal, horizontal oder vertikal: aus ästhetischen Gründen solltest du darauf achten, dass du die Fliesen symmetrisch verlegst. Bitte bedenke bei der Berechnung auch an möglichen Fliesenverschnitt. Bestimme anhand dieser Kriterien deinen Materialbedarf. Dann hast du schon einmal die ersten Voraussetzungen geschaffen, um richtig zu fliesen. 


Untergrund

Die Vorbereitung des Untergrunds ist beim Fliesen legen sehr wichtig. Kleine Unebenheiten bleiben sonst später sichtbar und stören. Der Untergrund muss sauber - also auch staubfrei, trocken, eben und tragfähig sein. Unebenheiten lassen sich durch Bodenausgleichsmasse angleichen; Risse müssen verspachtelt werden. Sind Spanplatten oder Dielenböden der Untergrund, sollten diese fest verschraubt sein, bevor du damit beginnst, Fliesen selber zu verlegen. Schwingungen werden durch eine Entkopplungsplatte vermieden. Wir raten davon ab, Fliesen auf Fliesen zu verlegen. Stattdessen solltest du die alten Fliesen entfernen.


Grundieren

Wird Fliese auf Fliese verlegt, so muss zunächst eine Grundierung mit Haftprimer benutzt werden, um für eine entsprechende Haftung zu sorgen. Als Alternativabdichtung können auch Dichtbänder oder Manschetten oder in Rollenform nach DIN 18534 verwendet werden.


Zuschnitt

Für den Zuschnitt der Fliesen benötigst du ein Fliesenschneidegerät. Mit diesem ritzt du die Fliesen auf der Oberseite an und kannst sie dann über der Kante brechen. Für runde Zuschnittstellen verwendest du eine Fliesenkneifzange (Papageienschnabel), mit der du nach und nach eine Öffnung herauskneifen kannst, oder du verwendest eine Bohrmaschine mit Lochfräseaufsatz.


Verlegetechniken

Bevor du beginnst, solltest du dich entscheiden, wie genau du die Fliesen verlegen möchtest.

Möchtest du die Fliesen rechtwinklig verlegen, spanne eine parallele Richtschnur aus der Mitte einer Seitenwand. Orientiere dich an einer seitlichen Fuge an der gespannten Richtschnur und lege eine Fliesenreihe an der Richtschnur entlang. An der Stirnseite des Raumes fahre mit dem Verlegen fort (L-Form, auf dem Kopf stehend).

Diagonale Verlegung: Durch eine Quer- und eine Längsachse, die du ausgehend von den Mittelpunkten der Raumseiten ermittelst, bestimmst du den Raummittelpunkt im Schnittpunkt der beiden Achsen. So kannst du die Fliesen diagonal verlegen. Ermittel nun mit einem Winkeleisen den 45-Grad-Winkel für eines der vier Raumrechtecke. Entlang dieser 45-Grad-Achse legst du die erste Fliesenbahn. Wir empfehlen, die Fliesen vor dem eigentlichen Verlegen testweise auszulegen, um die Wirkung zu begutachten.


Bei Bodenfliesen: Vermessen des Raumes

Vermesse die Grundfläche des Raums und ermittle exakt die Raummitte. Ordne die Fliesen testweise im Kreuz an.


Bei Bodenfliesen: Fliesenkleber

Es empfiehlt sich, anmachfertigen Fliesenkleber zu verwenden. Nach einer Reifezeit kannst du ihn mit einer Kelle oder Traufel auf den Untergrund auftragen. Beim Fliesen Verlegen auf Spanplatten oder über einer Fußbodenheizung benötigst du Flexkleber.


Bei Bodenfliesen: Kleberfläche

Trage mit einem Zahnspachtel den Kleber zu einer ebenen Fläche von ca. 1 bis 1,5 m² auf. Die Zahnung des Spachtels solltest du von der Fliesenrückseite, der Größe der Fliesen und dem Untergrund abhängig machen.


Bei Bodenfliesen: Richtschnur

Spanne zur Orientierung eine Richtschnur (bei rechtwinkligen Räumen parallel zu den Seitenwänden), um die Raummitte zu ermitteln. Die erste Fliesenreihe entlang der Schnur verlegen und entweder die Mitte der Fliese oder eine Fuge an dieser Richtschnur orientieren. Die zweite Fliesenreihe an einer anliegenden Wand entlang legen, sodass sich eine L-Form ergibt.


Bei Bodenfliesen: Richtig legen

Den richtigen Abstand zwischen den Fliesen erreichst du mit Fliesenkreuzen. Mit einer leichten Drehbewegung die Fliesen in das Kleberbett drücken. 


Bei Bodenfliesen: Sockelleisten und Raumübergänge

Beim Anbringen einer Sockelleiste mindestens eine Fugenbreite Abstand zwischen der Unterkante der Sockelleiste und der Bodenfliese lassen. Auch bei Übergängen zu anderen Räumen sollte die Breite der Dehnungsfuge beibehalten werden.


Bei Wandfliesen: Untergrund bei Wandfliesen

Bevor du die Wandfliesen anbringst, solltest du zuvor den Untergrund prüfen und vorbereiten. Die Fläche sollte sauber, trocken, staubfrei, eben und tragfähig sein. Glätte Unebenheiten wie kleine Risse mit Spachtelmasse aus. 


Bei Wandfliesen: Grundlinie

Wandfliesen werden von innen nach außen verlegt. Zur Orientierung hilft es, mithilfe einer Wasserwaaage eine waagerechte Grundlinie anzuzeichnen und eine weitere senkrechte Linie in der Mitte der Wand mit einem Senklot zu ergänzen. Beginne anschließend mittig entlang der waagerechten Grundlinie die Fliesen zu verlegen und setze dies dann entlang der senkrechten Linie fort. Von der ersten senkrechten Fliesenreihe kannst du das Verfliesen nach außen zu den Ecken hin fortsetzen. 


Bei Wandfliesen: Kleber

Nach der angegebenen Reifezeit den anmachfertigen Pulverkleber gleichmäßig auf die Wandfläche auftragen und ihn mit einem Zahnspachtel zu einer ebenen Fläche spachteln. Auf Untergründen wie Spanplatten oder alten Fliesen empfehlen wir einen Kleber für hohe Beanspruchung (z. B. Flexkleber). Die Zahnung des Spachtels von der Fliesenrückseite, der Größe der Fliesen und dem Untergrund abhängig machen.


Bei Wandfliesen: richtig legen

Du beginnst vom Mittelpunkt aus zu fliesen. Den richtigen Abstand zwischen den Fliesen erreichst du mit Fliesenkreuzen. Mit einer leichten Drehbewegung drückst du die Fliesen in das Kleberbett. Wenn nur ein Teil der Wand gefliest wird, empfehlen wir, von unten nach oben zu fliesen. Ansonsten empfiehlt es sich, waagerecht eine Richtlatte anzubringen und von dieser aus nach oben zu verlegen. Durch die Richtlatte verrutschen die Fliesen nicht nach unten. Bei Außenecken immer mit ganzen Fliesen außen beginnen und eventuell ein Eck- oder Abschlussprofil setzen.


Bei Wandfliesen: gerade und fest

Vergewissere dich von Zeit zu Zeit anhand der Fliesenkreuze, dass die Lage stets waagerecht ist und schaue nach, ob die Fliesen mit genügend Kleber befestigt sind (80 % Bedeckung ist erforderlich).


Bei Wandfliesen: Dekorfliesen

Den oberen Flächenabschluss kannst du mit Dekorfliesen oder Bordüren individuell verschönern.


Bei Natursteinfliesen: Materialunterschiede

Bei Fliesen aus Marmor, Granit, Travertin und anderen Natursteinen gibt es von Stein zu Stein Abweichungen in Farbe und Struktur. Generell ist zu beachten, dass die Verwendung von Natursteinfliesen auch den Einsatz von weißem (auf keinen Fall farbigem oder grauem), für Naturstein geeigneten Mörtel erfordert.


Bei Natursteinfliesen: Mörtel

Beim Kauf des Steins gezielt nach einem passenden Mörtel und der richtigen Technik des Verfugens erkundigen, da diese je nach Material und Oberflächenbehandlung variieren.


Bei Natursteinfliesen: Mörtel auftragen

Falls die Fliesen eine unterschiedliche Dicke aufweisen, im sog. „Mittelbett“ (2–5 cm) einen grobkörnigen Mörtel wählen. Sind die Fliesen gleich dick, einen feinen Mörtel mit sog. „Dünnbett“ (ca. 1 cm) wählen. Mit einem Zahnspachtel, welcher der Dicke des Mörtels gemäß gewählt werden sollte, die Klebermasse glatt streichen. 


Bei Natursteinfliesen: Zuschnitt bei Natursteinfliesen

Für den Zuschnitt von Natursteinfliesen benötigst du einen Sägetisch mit Diamantblatt und Wasserkühlung. Wichtig: Bei dieser Arbeit solltest du zur Sicherheit Handschuhe und Schutzbrille tragen. Bei Verwendung von Marmorfliesen empfehlen wir, diese nass zu schneiden. Nach dem Schneiden sollten allerdings die Schnittkanten sofort mit einem Lappen trocken gewischt werden. Beim Zuschnitt von Löchern verwendest du eine Bohrmaschine mit einem geeigneten Lochfräseaufsatz. Aussparungen erzeugst du mit einem Winkelschleifer mit segmentierter Diamantscheibe.


Bei Natursteinfliesen: Sockelleisten und Raumübergänge

Beim Anbringen einer Sockelleiste mindestens eine Fugenbreite Abstand zwischen der Unterkante der Sockelleiste und der Bodenfliese lassen. Trage den Mörtel direkt auf die Sockelfliese auf und verwende Holz oder Pappstreifen, um den Fugenabstand zu den Fliesen zu erhalten. Auch bei Übergängen zu anderen Räumen sollte die Breite der Dehnungsfuge beibehalten werden. Übergangsschienen kommen als Übergang zu anderen Fußbodenbelägen zum Einsatz.


Bei Natursteinfliesen: wichtig beim Verfugen von Naturstein

Achte beim Naturstein darauf, auch einen geeigneten Mörtel (also einen Natursteinmörtel oder Marmorsilikon) zu verwenden. Das Verfahren ist dasselbe wie beim Verfugen allgemein.


Verfugen: Fugenmörtel

Es ist wichtig, den Fugenmörtel auf den verwendeten Kleber abstimmen. Wenn du Flexkleber verwendet hast, sollten Sie auch flexiblen Fugenmörtel verwenden. Säubere die Fugen vor dem Verfugen mit einem Holzkeil.


Verfugen

Trage Handschuhe bei der Arbeit mit Fugenmasse. Mische den Mörtel nach der Anleitung des Herstellers. Wenn der Mörtel die Konsistenz eines sämigen Breis erreicht hat, die Fugenmasse auf die Fliesen schütten und die Masse mit einem Fugengummi diagonal in die Fliesenzwischenräume einarbeiten. Es sollte kein Überschuss an Masse auf den Fliesen bleiben. Entferne diesen mit einem Gummiwischer und wische den Mörtelschleier mit einem feuchten Schwamm ab.


Eckfugen

Bei Eck-, Dehn- und Anschlussfugen nicht mit Mörtel arbeiten, sondern dauerelastische Dichtmasse wie z. B. Silikon verwenden. Zum Fugen erneuern, klebe die Fugenränder zunächst ab und trage das Silikon mit einer Kartusche auf. Zum Glattstreichen mit Spülmittel benetzten, Daumen über die Silikonspur ziehen und das Klebeband seitlich von der Fuge weg. Je nach verwendetem Material beachte bitte die spezifischen Herstellerhinweise.


Sockelfliesen verfugen

Wenn du Sockelfliesen anbringen möchtest, mache dies als Letztes mit einem Spachtel, Fugengummi oder einfach per Hand.


Säubern

Den Mörtelschleier erst leicht antrocknen lassen, bevor du ihn mit einem weichen Schwamm oder einem Schwammbrett wegwischst. Bitte verwende keine scharfen Reiniger oder Schwämme mit kratzigen Oberflächen.


Polieren

Als letzten Schritt beim Fliesen legen solltest du noch einmal mit einem trockenen und weichen Tuch die letzten Mörtelreste wegpolieren, um Rückstände zu verhindern.