Sandkasten selber bauen – mit oder ohne Dach

Dein Kind möchte im eigenen Garten Sandburgen bauen? Den Spielzeug-Truck durch den Sand steuern? Mit Schaufel, Eimer und Förmchen spielen? Dann musst du nicht unbedingt einen fertigen Sandkasten oder Bausatz kaufen. Mit etwas handwerklichem Geschick erledigst du das Ganze einfach selbst. Hier findest du unsere Sandkasten-Bauanleitung.


Standortwahl

  • Errichte den Sandkasten nicht in einer Senke. Ideal ist ein leicht erhöhter Standort, denn nach einem Regenschauer läuft so das Wasser besser ab.
  • Achte darauf, dass der neue Sandkasten im Schatten oder Halbschatten steht, damit dein Kind nicht stundenlang im Sonnenschein spielt.
  • Ein Platz im Schatten eines Baumes oder im Hausschatten eignet sich gut. Achte darauf, dass du beim Graben keine Wurzeln beschädigst.
  • Steht kein passender Schattenplatz zur Verfügung, solltest du als Sonnenschutz ein Dach für den Sandkasten bauen. Der Sandkasten sollte im Sichtbereich liegen, damit du die spielenden Kinder im Blick hast.

Sandkasten aus Holz selber bauen

Sandkasten aus Holz

Holz ist beim Sandkastenbau meist der Rohstoff der Wahl. Ein rechteckiger Sandkasten aus Holzbohlen, mit Kies als Drainage, lässt sich nämlich besonders einfach bauen. Die Holzoberfläche fügt sich zudem auf natürliche Weise in das Gesamtbild des Gartens ein. Achte darauf, dass du unbehandelte Holzbohlen kaufst, denn Regenwasser kann Chemikalien aus imprägniertem Holz lösen. Diese sollten natürlich nicht im Sand landen, in dem der Nachwuchs spielt.


Welches Holz eignet sich für einen Sandkasten?

Das widerstandsfähige Holz von Lärche, Robinie oder Douglasie eignet sich besonders gut, um daraus einen Sandkasten zu bauen. Sie mögen zwar etwas teurer sein als andere Holzarten; in unbehandeltem Zustand sind diese Gehölze aber oft deutlich länger haltbar. Douglasie ist ein nordamerikanisches Nadelgehölz, das man seiner Herkunft nach auch Oregon pine nennt (pine = Kiefer). Sie wird allerdings auch in Europa angebaut. Lange Transportwege sind also nicht nötig.


Holzbohlen zuschneiden (lassen)

Wähle zunächst Holzbohlen in der gewünschten Länge aus oder schneide diese selber zu. Die Bohlen sollten etwa 20 Zentimeter (cm) breit und fünf Zentimeter dick sein. Viele Sandkästen haben Seitenlängen zwischen 1,50 und zwei Metern (m). Bei zu großen Sandkästen bleibt oft viel Platz und Sand ungenutzt. Wähle die Länge der Bohlen nach Bedarf. Da der Sandkasten idealerweise etwa 40 Zentimeter hoch ist, benötigst du acht Holzbohlen, sprich für jede der vier Seiten je zwei gleichlange Bohlen übereinander.


Loch ausheben

Schaufel in Rasen

Hebe mit dem Spaten ein etwa 15 bis 20 Zentimeter tiefes Loch aus, indem du die Grasnarbe im gewünschten Bereich entfernst. Das Loch ist idealerweise halb so tief wie die spätere Seitenwand des Sandkastens. Achte darauf, dass die Wände nicht zu hoch werden und damit kleinen Kindern womöglich den Einstig erschweren. Wenn du den Sandkasten in den Boden einlässt, steht er stabiler und die Einstiegsschwelle ist automatisch niedriger. Das Loch muss an jeder Seite fünf Zentimeter (bzw. der Dicke der Bohlen entsprechend) länger sein als die Holzbohlen selbst, denn an jeder Ecke grenzen zwei Bohlen im 90-Grad-Winkel aneinander.


Rahmen zusammenbauen

Bilde aus vier Holzbohlen ein Quadrat oder Rechteck – je nachdem, für welche Bohlenlängen du dich entschieden hast – und verschraube die Bohlen jeweils an den Ecken. Wiederhole das Ganze mit den übrigen vier Bohlen. Die beiden identischen Rahmen positionierst du übereinander und verschraubst sie sowohl mit geraden Winkelverbindern als auch mit rechten Winkeln aus verzinktem Stahlblech. So erhältst du einen stabilen und gleichzeitig wetterfesten Rahmen.


Drainage und Unkrautschutz

Platziere den Sandkastenrahmen im Loch und fülle eine Kiesschicht als Drainage ein. Decke den Kies anschließend mit einem wasserdurchlässigen Vlies ab. Dieses nagelst oder tackerst du an den Innenwänden des Sandkastens fest. So kann Regenwasser im Erdreich versickern und das Vlies hindert zugleich Unkraut und Insekten daran, von unten in den Sandkasten einzudringen.


Optional: Sitzfläche bauen

Kinder sitzen auf Sandkasten

Wenn du einen Sandkasten bauen möchtest, der ringsum eine Sitzfläche hat, benötigst du vier zusätzliche Holzbohlen in entsprechender Länge. Soll die Sitzfläche breiter als 20 Zentimeter sein, stabilisierst du sie zusätzlich mit dreieckigen Holzstützen oder mit rechten Winkeln aus verzinktem Stahlblech, die du an der Sandkastenwand und an der Unterseite der Sitzbohlen verschraubst. Sind die Bohlen für die Sitzfläche nicht breiter als 20 Zentimeter, kannst du sie auch direkt mit der Sandkastenwand verschrauben.


Sand einfüllen

Jetzt ist es Zeit, aus dem Holzkasten mit Vlies einen echten Sandkasten zu machen. Am besten wählst du dafür speziellen Spielsand mit GS- oder TÜV-Siegel. Dieser ist feiner als herkömmlicher Bausand, aber auch meist etwas teurer. Er stammt aus möglichst tiefen Sandschichten, lässt sich beim Spielen besser formen, ist weitgehend staubfrei, bleibt stabil genug und sorgt nicht so schnell für raue Hände. Zur Not hilft etwas Wasser, damit der Sand besser zusammenhält. Fülle den Sandkasten zu etwa 60 bis 70 Prozent. Spätestens nach zwei Jahren solltest du den Sand wechseln.


Abdeckung bauen

Damit kein Schmutz oder Laub im Sand landet und der Sandkasten nicht zur Katzentoilette wird, solltest du in jedem Fall für eine geeignete Abdeckung sorgen. Fertige Abdeckplatten oder spezielle luftdurchlässige Netze findest du im Fachhandel – allerdings kannst du auch hier selbst nach Belieben tätig werden und eine Abdeckung aus Brettern zusammenbauen. Schneide dazu beispielsweise Holzbohlen entsprechend zu und verschraube sie mit Kantholz beziehungsweise Rahmenholz. Achte auch hierbei darauf, ausschließlich unbehandeltes Holz zu verbauen.


Ein Dach für den Sandkasten selber bauen

Sandkasten Sonnenschirm im Garten

Wenn es keinen passenden Schattenplatz im heimischen Garten gibt, solltest du ein Dach für deinen Sandkasten bauen oder einen (beweglichen) Sonnenschirm aufstellen, den du jeweils dem Stand der Sonne anpasst. So spielt der Sprössling nicht dauerhaft im direkten Sonnenlicht. An windigen Tagen ist ein Sonnenschirm natürlich ungeeignet und ein fest verbautes Dach von Vorteil. Am besten fällst du die Entscheidung für das Dach, bevor du Kies und Vlies einsetzt.

Du benötigst vier lange, stabile Holzbalken gleicher Länge – je einen pro Sandkastenecke – sowie vier kürzere Stützbalken gleicher Länge und einige flache Bretter, je nach Größe des Sandkastens. Verschraube die vier langen Balken zunächst innen in den Ecken mit der Sandkastenwand. Verbinde anschließend die langen Balken am oberen Ende mit den kürzeren Stützbalken. Befestige diese mit Winkeln und Schrauben, um dem Gestell die nötige Stabilität zu verleihen. Nun folgt das eigentliche Dach: Lege die Holzbretter flach auf das Gerüst und verschraube diese mit den Stützbalken. Abschließend kannst du das Dach noch mit Markisenstoff bespannen.


Sandkasten selber bauen mit Palisaden

Neben klassischen Bohlen eignen sich auch Holzpflöcke als Sandkastenbegrenzung. Hier ist beim Bau allerdings etwas mehr Muskelkraft gefragt. Hebe zunächst wie oben beschrieben ein Loch aus und vertiefe dieses anschließend an den Rändern noch ein wenig, sodass dort eine schmale Rinne entsteht. Diese befeuchtest du mit dem Gartenschlauch, damit du die Rundhölzer leichter vertikal ins Erdreich schlagen kannst. Das erledigst du nun mit einem Gummihammer. Mit einer Wasserwaage prüfst du, ob die Hölzer gerade ausgerichtet sind und eine schöne Palisade bilden. Für noch mehr Stabilität häufst du etwas feuchte Erde am Fuß der Hölzer an und komprimierst diese mit dem Fuß. Nun folgen wie oben Kies-Drainage und Vlies, ehe du den Sand einfüllst.


Sandkasten selber bauen aus Stein

Stein ist sehr wetterbeständig und stabil, aber auch klobig, schwierig zu verarbeiten und birgt bei einem Sturz ggf. eine höhere Verletzungsgefahr als Holz. Aus diesen Gründen erhält Letzteres oft den Vorzug. Wenn du dennoch einen Sandkasten aus Stein bauen möchtest, solltest du ihn aus Pflastersteinen mauern, damit sich die Steine nicht einfach umstoßen lassen. Außerdem empfiehlt es sich, einen Sandkasten aus Stein bis zum Rand mit Sand zu füllen, um die Verletzungsgefahr durch eine hohe und harte Schwelle zu verringern.


Sandkasten aus einem Reifen bauen

Einen alten Traktorreifen mit Sand zu füllen, zählt zu den einfachsten Methoden, einen Sandkasten selber zu bauen. Vielleicht malst du ihn sogar zusammen mit dem Sprössling farbig an. So wird der Sandkasten zu echter Gartenkunst.