Die Dipladenia war bereits im 19. Jahrhundert eine sehr beliebte Zimmerpflanze. Mittlerweile ist sie aber als Kübelpflanze auf unseren Balkonen und Terrassen präsenter als im Haus. Das liegt nicht zuletzt an ihrem tropischen Flair und der üppigen Blütenpracht. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du alles über die Dipladenia, ihre Pflege und die Überwinterung.


Über die Dipladenia

Lange galt die Dipladenia als Zimmerpflanze, ist heutzutage aber als Balkonbepflanzung viel verbreiteter.

Die farbenfrohe und prächtige Kübelpflanze mit ihren trichterförmigen Blüten ist wunderbar dafür geeignet, Rankgitter, Spaliere und Sichtschutzwände zu zieren, da sie sehr gerne klettert. Die Dipladenia-Farben reichen von zartem Weiß und Rosa über sonniges Gelb und Orange bis hin zu sattem Rot und Violett. Außerdem ist die Dipladenia bienenfreundlich und zieht auch Hummeln und andere Insekten an, die unsere Gärten dringend brauchen.

Im Handel sind oft gestauchte Züchtungen erhältlich, doch der zugeführte Wachstumshemmer lässt meistens im Folgejahr nach. Die schnellwüchsige Kletterpflanze kann bis zu 6 Meter groß werden und trägt im Sommer immer wieder neue Knospen – ihre Blühkraft dauert bis in den Herbst an.

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Name und Herkunft der Dipladenia

Die tropische Dipladenia stammt ursprünglich aus dem Dschungel Südamerikas, wo sie noch heute die besten Bedingungen vorfindet. Dipladenien werden häufig auch Mandevillen genannt – botanisch „Mandevilla“. Namensgeber war John Henry Mandeville, königlicher Generalbevollmächtigter Großbritanniens in Argentinien, der die Blühpflanze erstmals nach Europa brachte.

Weiße Dipladenia im Garten

Arten der Dipladenia

Von der aus der Familie der Hundsgiftgewächse stammenden Dipladenia gibt es weltweit über 120 Arten. Neue Sorten wie zum Beispiel Sundaville oder Tropidenia bilden Pflanzenorgane zur Wasserspeicherung aus, um Trockenperioden besser zu überstehen.

Ist die Dipladenia giftig?

Oberflächlich ist die Dipladenia zwar nicht direkt giftig, doch tritt bei der Verletzung der Blätter weißer Milchsaft aus. Dieser schmeckt sehr bitter und ist tatsächlich leicht giftig – die Berührung damit sollte daher vermieden werden.

Tipp: Beim Schneiden der Dipladenia kannst du den Fluss des Milchsafts reduzieren oder stoppen, indem du die Triebe anschließend in Wasser tauchst oder besprühst.


Dipladenia pflanzen

Rosa farbende Dipladenia im Topf

Gepflanzt werden Dipladenien am besten in großen Pflanzkübeln oder -töpfen, da bevorzugte Standorte der Dipladenia Balkon oder Terrasse sind. Balkonkästen eignen sich zwar auch für kompakte Exemplare, doch werden die schnellwüchsigen Kletterpflanzen oft zu groß für solch kleine Pflanzgefäße. Als Substrat solltest du auf spezielle Kübelpflanzenerde zurückgreifen und beim Pflanzen unbedingt eine Drainageschicht in den Kübel geben bzw. für einen guten Abfluss des überschüssigen Gießwassers sorgen, da die Dipladenia Staunässe nicht mag. Bei angemessener Pflege blüht die Tropenpflanze durchgehend von Mai bis Oktober.

Der richtige Standort für die Dipladenia

Die aus den warmen Tropen stammende Pflanze liebt es auch bei uns warm, hell und feucht – um die 20 Grad sollten es sein. Sonne und sommerliche Temperaturen fördern außerdem die Blütenbildung und stärken das Blattwerk. Ideale Standorte für Dipladenien sind sonnige Balkone oder Terrassen, aber auch warme Wintergärten.

Tipp: Pralle Mittagssonne mag die Dipladenia zwar nicht so gern, Hitze stört die Blühpflanze aber nicht.


Die Pflege der Dipladenia

Dipladenia mit Wassertropfen

Bei der schnellwachsenden Dipladenia solltest du regelmäßig überprüfen, ob ihr Pflanzgefäß noch ihrer Größe entspricht. Auch den Schnitt solltest du nicht vernachlässigen. Außerdem ist es wichtig, der lianenartigen Kletterpflanze eine Rankhilfe zur Verfügung zu stellen und die Triebe regelmäßig dahin umzuleiten, damit sie sich nicht in den Nachbarpflanzen verfangen.

Dipladenia gießen

Bei Sonne möchte die Dipladenia kräftig gegossen werden, ansonsten nur mäßig – nach der Blüte sollte die Wassergabe reduziert werden. Wichtig ist, dass der Wurzelballen zwar immer gut feucht, aber nicht zu nass ist – Staunässe solltest du unbedingt vermeiden und für einen guten Abfluss des Wassers sorgen. Am liebsten mag die Dipladenia kalkarmes und nicht zu kaltes Wasser (Regenwasser oder abgekochtes Leitungswasser). Einige Arten können in ihren dicken Blättern und Speicherwurzeln sogar Wasservorräte anlegen – ähnlich wie Sukkulenten.

Tipp: Für tropische Bedingungen kannst du deine Dipladenia regelmäßig einsprühen – das fördert zudem die Blütenbildung.

Dipladenia wird zugeschnitten

Dipladenia düngen

Von Mai bis September solltest du deine Dipladenien etwa einmal pro Woche mit Flüssigdünger im Gießwasser düngen. Alternativ kannst du beim Einpflanzen oder Umtopfen einen Langzeitdünger ins Substrat einarbeiten. Ab Herbst sollte dann nicht mehr gedüngt werden, damit sich die Triebe für die Winterruhe verhärten können.

Dipladenia schneiden und umtopfen

Regelmäßiges Schneiden von Dipladenien ist sehr wichtig, jedoch solltest du größere Schnittarbeiten erst im Spätwinter erledigen, da sich an den Neutrieben die Blüten bilden. Kleinere Schnittarbeiten kannst du aber das ganze Jahr hindurch ausführen. Auch ein bodennaher Rückschnitt ist im Winter möglich – die Dipladenia treibt dann im Frühjahr neu aus. Nach der Blüte bilden sich Kapselfrüchte, in denen sich die Dipladenien-Samen befinden. Für eine üppigere Blütenpracht solltest du die reifenden Früchte entfernen, da die Pflanze sonst zu viel Energie darauf verwendet.

Wenn sie zu groß für ihre Töpfe und Kübel werden, sollte man alle Pflanzen umtopfen. Auch die Dipladenia wünscht sich etwa alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr eine neue Behausung. Du erkennst die Notwendigkeit daran, dass der Topfballen komplett durchwurzelt ist. Wenn du eine größere Dipladenia hast und diese nicht weiterwachsen soll, kannst du auch ihren Wurzelballen verkleinern und sie mit neuem Substrat wieder in denselben Topf setzen.


Dipladenia überwintern

Die kälteempfindliche Dipladenia wird bei uns meistens einjährig gehalten, kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch überwintert werden. Grundsätzlich ist die Dipladenia mehrjährig, die Überwinterung lohnt sich aber nur bei großen und kräftigen Pflanzen. Diese sollten vor dem ersten Frost in ihr Winterquartier gebracht werden, wo es idealerweise zwischen 5 und 15 Grad warm und hell ist und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Dipladenia legt von Oktober bis März eine Winterpause ein, in der der Wurzelballen zwischendurch auch mal abtrocknen sollte.

Überwintert die Dipladenia im Wohnraum oder warmen Wintergarten bei etwa 20 Grad, bedarf es der gleichen Pflege wie draußen. In diesem Fall trägt die Dipladenia auch im Winter Blüten – die fehlende Ruhepause kann jedoch die Blütenfülle beeinträchtigen. Erst nach dem letzten Frost im Mai darf die Dipladenia wieder nach draußen. Etwa zwei bis drei Wochen vorher solltest du den Rückschnitt vornehmen und die Pflanze umtopfen.

Obwohl eine Sorte der Dipladenia winterhart ist – nämlich die „Mandevilla laxa”, auch bekannt als chilenischer Jasmin –, machen ihr Temperaturen unter -5 Grad zu schaffen. Du solltest sie mit Gartenvlies und Kokosmatten gegen Frost sichern und sie auch nur in sehr milden Regionen im Freien überwintern lassen. Eine Styroporplatte oder Palette unter dem Topf schützt außerdem vor Bodenfrost.


Krankheiten und Schädlinge

Blattläuse auf einer Pflanze

Dipladenien sind nicht sehr stressresistent, was bei dauerhafter Hitze oder Trockenheit zu Schädlingsbefall mit der weißen Fliege führen kann. Vorsorglich kannst du in der Nähe der Pflanze Gelbtafeln anbringen. Zudem kann es sein, dass du im Mai Blattläuse bekämpfen musst, da es in diesem Monat häufig zu einem Befall kommt. Während der Überwinterung machen sich manchmal auch Wollläuse breit – gute Pflege und regelmäßiges Lüften können hier vorbeugen.

Tipp: Bei sehr starkem Schädlingsbefall kannst du die Dipladenia im Spätwinter radikal zurückschneiden.


Dipladenia vermehren

Die Vermehrung von Dipladenien ist nicht so einfach wie bei vielen anderen Pflanzen und gilt unter Hobbygärtnern eher als Glücksspiel. Die Bewurzelungsrate ist nicht sehr hoch, selbst wenn man Bewurzelungspulver zu Hilfe nimmt. Wenn du dennoch versuchen möchtest, deine Dipladenia durch Stecklinge zu vermehren, befolge diese Schritte:

  • Schneide Kopfstecklinge aus den Triebspitzen (ca. 10 cm lang).
  • Entferne alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar.
  • Tauche den Steckling in Bewurzelungspulver.
  • Stecke den vorbereiteten Steckling in einen Topf mit Anzuchterde.
  • Gieße das Substrat an und decke den Topf mit einem durchsichtigen Folienbeutel ab (dieser darf nun erstmal nicht geöffnet werden).
  • Lass die Stecklinge bei über 20 Grad und viel Licht ein paar Wochen stehen.
  • Bilden sich neue Triebe, hast du Glück.
  • Dann kannst du anschließend jeden Tag die Haube lüften.
  • Nach mehreren Monaten sollten sich zahlreiche Triebe gebildet haben.
  • Wenn die Pflanze kräftig nachgewachsen ist, kannst du den Ableger umtopfen.

Eine alternative Methode zur Vermehrung der Dipladenia ist über Absenker im Frühsommer:

  • Schneide einen langen, leicht verholzten Trieb ab.
  • Entferne im mittleren Abschnitt alle Blätter.
  • Ritze die Rinde leicht an.
  • Stecke den Trieb nun neben der Mutterpflanze in die Erde.
  • Treibt der Absenker neu aus, war die Bewurzelung erfolgreich.


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