Auch ohne großes Expertenwissen ist es gut machbar, sich ein paar schöne Orchideen zu Hause zu halten. Du musst dich nur an ein paar Regeln halten, die u. a. auch den richtigen Zeitpunkt und das richtige Vorgehen des Umtopfens betreffen – schon fühlen sich die Exoten viele Jahre auf deinen Fensterbänken wohl. Wann und wie du Orchideen umtopfen solltest, erfährst du in diesem Ratgeber.


Warum muss man Orchideen umpflanzen?

Es gibt mehrere Gründe, warum man von Zeit zu Zeit eine Orchidee umpflanzen sollte. Zum einen sollten alle Zimmerpflanzen regelmäßig Platz zum Wachsen bekommen, weshalb ein etwas größerer Topf auch deiner Orchidee bei ihrem Wachstum helfen wird. Zum anderen ist das Orchideensubstrat zwar ohnehin nährstoffarm, sollte aber dennoch ab und an erneuert werden – das verhindert auch, dass die Erde schlecht wird und schimmelt. Außerdem solltest du auch bei einem Schädlingsbefall oder einer Krankheit deine Orchideen umtopfen, damit sie wieder zu Kräften kommen und die Schädlinge sich nicht weiter ausbreiten können.

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Wann muss man Orchideen umtopfen?

Frau zieht Orchidee aus einem Topf

Für optimale Wachstumsbedingungen solltest du deine Orchideen etwa alle zwei bis drei Jahre umpflanzen. Die beste Zeit für das Umtopfen von Orchideen ist im Frühjahr oder Herbst, wobei den meisten Arten der Frühling und die sonnige Zeit danach für ein gutes Wurzelwachstum entgegenkommt.

Orchideen werden nicht ganz so gern während der Blütezeit umgetopft, da sie in dieser Phase ihre volle Energie in die Blütenpracht stecken und weniger in die Verwurzelung. Sollte es jedoch aufgrund von Schädlingen oder Krankheiten erforderlich sein, dass du eine Orchidee während ihrer Blüte umtopfen musst, so solltest du ihre Blüten entfernen – dann kann sich die Pflanze vollständig auf das Wurzelwachstum konzentrieren.


Was braucht man zum Umtopfen von Orchideen?

Auch wenn das Umtopfen von Orchideen – zum Beispiel bei den Schmetterlingsorchideen (Phalaenopsis-Hybriden) – etwas aufwendiger ist als bei vielen anderen Zimmerpflanzen, benötigst du dennoch nicht allzu viele Utensilien dafür; es müssen lediglich die richtigen sein, damit sich deine Orchidee auch nach dem Umpflanzen noch wohlfühlt.

Frau füllt Erde zu Orchidee

Der richtige Topf

Orchideen sind sogenannte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Sie haben ihre Wurzeln nicht im Erdreich, sondern wachsen auf Bäumen und Ästen – ihre Wurzeln sind freiliegend. Die Orchideen sind daher daran gewöhnt, nicht viele Nährstoffe zu erhalten, brauchen dafür aber viel Licht für die Photosynthese. Daher sollte der Pflanztopf für eine Orchidee im Idealfall transparent sein. Der Übertopf darf ruhig gefärbt sein, allerdings ist darauf zu achten, dass er tief und mit einem kleinen Absatz versehen ist, damit die Wurzeln der Pflanzen nicht in Staunässe hineinragen.

Tipp: Damit sich die Orchidee nicht so stark umgewöhnen muss, sollte der neue Topf – wenn überhaupt nötig – nur minimal größer sein als der alte.

Orchideenerde

Ganz wichtig ist der richtige Boden, wenn du deine Orchideen umtopfen möchtest. Die Spezialerde für Orchideen bzw. ein Orchideensubstrat unterscheiden sich von gewöhnlicher Blumen- oder Pflanzenerde. Das Substrat ist lockerer, sodass die Wurzeln der Orchidee sehr viel Luft bekommen. Orchideensubstrat erinnert äußerlich an feinen Rindenmulch und enthält genau die richtigen Nährstoffe, die deine Orchideen benötigen.

Hilfsmittel

Neben dem richtigen Topf und speziellem Substrat brauchst du für das Umtopfen deiner Orchideen noch ein paar Hilfsmittel:

  • eine Schere für das Zurückschneiden der Blüten und Stiele
  • ein kleines, scharfes Messer
  • eine Sprühflasche mit Wasser
  • ggf. Aktivkohle für schnellere Wundheilung

Wichtig: Orchideen sind sehr empfindlich – die Klingen sollten daher vorher mit Alkohol desinfiziert werden.


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit der nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung ist es gar nicht so schwer, deine Orchidee richtig umzutopfen.

Orchidee wird aus Topf gelöst

1. Orchidee aus altem Topf entnehmen

Zuerst musst du die umzutopfende Orchidee aus ihrem alten Topf entnehmen. Manchmal sind die Wurzeln schon aus den Bodenlöchern herausgewachsen, dann musst du beim Lösen sehr behutsam vorgehen, um die Pflanze nicht zu beschädigen. Sitzt die Orchidee sehr fest in ihrem Topf, empfiehlt es sich, den Topf vorsichtig aufzuschneiden, anstatt die Pflanze mit Gewalt herauszuziehen.

2. Altes Substrat entfernen

Ist die Orchidee mitsamt ihrem Wurzelballen und den Luftwurzeln aus dem Topf entnommen, musst du das alte Substrat entfernen. Hierzu schüttelst du die Wurzeln leicht durch, sodass alle Stückchen des Substrats herausfallen.

3. Abgestorbene Pflanzenteile entfernen

Nun solltest du abgestorbene Pflanzenteile entfernen – sowohl Blüten und Stiele als auch verfaulte oder vertrocknete Wurzeln. Zum Schneiden nutzt du das scharfe, desinfizierte Messer. Wenn du das Messer vorab in Aktivkohle tauchst, wird die Heilung an den Schnittstellen der Orchidee befördert.

Frau füllt Topf für neue Orchidee

4. Orchidee in neuen Topf pflanzen

Damit die Orchidee in ihren neuen Topf einziehen kann, füllst du etwas frisches Substrat diesen ein. Aber nicht zu viel, denn der komplette Wurzelballen muss noch in den Topf hineinpassen. Dann setzt du die Orchidee mit den Wurzeln voran in einer langsamen Drehbewegung in den Topf und füllst die Lücken um die Pflanze herum mit neuem Substrat auf. Damit sich dieses bis in die Zwischenräume der Wurzeln verteilt, kannst du den Topf leicht auf den Tisch klopfen.

Orchidee wird mit Wasser besprüht

5. Besprühen statt wässern

Nach dem Umtopfen besprühst du die Blätter und Wurzeln der Orchidee mit frischem Wasser (nicht zu kalt und nicht zu kalkhaltig). Du solltest in den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Umtopfen der Orchidee auf das Wässern verzichten und sie lediglich einsprühen. Auch auf die Gabe von Dünger solltest du erst einmal verzichten.

6. Nachpflege von umgetopften Orchideen

Der optimale Standort für umgetopfte Orchideen ist derselbe wie jener vor dem Umtopfen: Orchideen mögen es hell und warm, aber nicht zu sonnig. Außerdem sollte es am Aufstellort nicht zu trocken sein, dafür aber möglichst keine Zugluft herrschen. Die Pflege von Orchideen nach dem Umtopfen unterscheidet sich nur unwesentlich von der Orchideenpflege im Allgemeinen.

Nach der Eingewöhnungsphase im neuen Topf kannst du sie wieder regelmäßig wässern bzw. mit dem Wurzelballen in Wasser tauchen. Letzteres bekommt Orchideen wesentlich besser als Gießen. Auch düngen kannst du deine Orchideen dann wieder wie gewohnt alle paar Wochen während des Frühlings und Sommers – aber nur mit speziellem Orchideendünger.


Fazit

Frau pflanzt neue Orchidee ein

Auch wenn die Pflege und das Umtopfen von Orchideen nicht ganz vergleichbar ist mit der Pflege von anderen Zimmerpflanzen, ist es doch auch kein Hexenwerk. Mit den Tipps in diesem Ratgeber sollte es für dich ein Leichtes sein, deine Orchideen umzupflanzen und ihnen neue Lebenskraft zu schenken.


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