Bewässerungssysteme für den Balkon

Der Balkon ist der perfekte Ort, um den Sommer zu Hause zu genießen und sich zu erholen. Noch größer ist das Wohlfühlerlebnis, wenn sich die Balkonbepflanzung in eine farbenprächtige Blütenpracht verwandelt hat oder die ersten Tomaten erntereif sind. Damit deine Bemühungen Früchte tragen, solltest du deine Balkonpflanzen täglich gießen. Willst du dir die Arbeit erleichtern oder die regelmäßige Bewässerung während der Urlaubszeit sicherstellen, können Bewässerungssysteme auf dem Balkon eine große Hilfe sein. Hier erfährst du, welche Arten von Bewässerungssystemen es gibt und wie du deine Balkonpflanzen bewässern kannst, ohne selbst zur Gießkanne greifen zu müssen.


Bewässerungssystem mit Regenfasspumpe

Wenn du auf dem Balkon einen Stromanschluss und ausreichend Platz für eine Tonne hast, dann bietet sich die Bewässerung mittels Tauchpumpe an: Setze die Regenfasspumpe in die gefüllte Tonne und schalte sie ein. Die Pumpe saugt das Wasser automatisch an und leitet es über den angeschlossenen Schlauch oder ein anderes Bewässerungssystem auf dem Balkon direkt an deine Pflanzen weiter. Um mehrere Schläuche anzuschließen, installierst du einfach einen Verteiler am Ausgang. Mithilfe einer Zeitschaltuhr lässt sich die Tauchpumpe außerdem programmieren; sie bewässert dann deine Pflanzen automatisch, wenn du einige Tage nicht zu Hause bist.


Spart Ressourcen und Zeit – die Wassertonne

Wer auf der Suche nach einer ressourcenschonenden Lösung ist, sollte auf natürliche Wasserquellen wie Regenwasser zurückgreifen, um seine Balkonpflanzen zu bewässern. Dadurch sparst du nicht nur Wasser, sondern auf lange Sicht auch Geld. Mithilfe einer Tonne kannst du problemlos mehrere hundert Liter Regenwasser auffangen und damit deine Balkonpflanzen bewässern. Voraussetzung dafür ist, dass du ausreichend Platz auf deinem Balkon hast. Aber selbst ohne Regenwasser kann eine solche Tonne nützlich sein: Einmal komplett mit Wasser aus der Leitung gefüllt, reicht der Vorrat aus, um damit mehrere Monate lang deine Pflanzen zu gießen. Dadurch sparst du dir den ständigen Weg zum Bad oder zur Küche, um neues Wasser aufzufüllen. 


Pflanzenbewässerung mit Regenfasspumpe und Tropfer

Schlauchsysteme mit Tropfer als Bewässerungssystem für den Balkon stellen ebenfalls sicher, dass alle Pflanzen die richtige Menge Wasser bekommen. Schließe den Tropfschlauch an die Regenfasspumpe an und platziere ihn anschließend so, dass er an den zu bewässernden Pflanzen entlangläuft. Sobald die Regenfasspumpe läuft, gelangt das Wasser tröpfchenweise in die Blumenerde. Mit solch einem Tropf-Bewässerungssystem stellst du sicher, dass Blumen oder Gemüsepflanzen immer ausreichend mit Wasser versorgt sind. Über eine Zeitschaltung läuft das Bewässerungssystem automatisch weiter, wenn du dich beispielsweise im Urlaub befindest. Wenn du einen Wasseranschluss auf dem Balkon hast, kannst du das Bewässerungssystem auch daran anschließen. Doch Vorsicht: Um das Risiko von Wasserschäden einzudämmen, solltest du den Wasserhahn nicht aufgedreht lassen, wenn du mehrere Tage außer Haus bist.


Bewässerungssystem ohne Strom: Tropf-Blumat

Mit einem sogenannten Tropf-Blumat kannst du deine Pflanzen auf dem Balkon bewässern, ohne dass du dafür einen Strom- oder Wasseranschluss auf dem Balkon benötigst. Das Bewässerungssystem zieht sich das Wasser aus einem höhergestellten Tank und nutzt dafür einfache physikalische Prinzipien. Als Tank eignet sich auch eine Regentonne oder ein größeres Fass. Damit das Wasser tropfen kann, muss der Behälter jedoch mindestens 50 Zentimeter (cm) über den Pflanzgefäßen stehen oder hängen.

Tropf-Blumate arbeiten mit Feuchtigkeitssensoren aus Keramik mit Membranen, die über einen dünnen Schlauch die Pflanze mit Feuchtigkeit versorgen. Sobald der Feuchtigkeitssensor registriert, dass die Erde zu trocken ist, entsteht ein Unterdruck – die sogenannte Saugspannung. Diese bewegt die Membrane und öffnet sie, sodass Wasser hindurchfließen kann. Ist die Erde gut durchfeuchtet, geht der Unterdruck zurück. Die Membranen wieder in die Ausgangsposition zurück und quetschen den Tropfschlauch ab.

Statte jedes deiner Pflanzgefäße mit einem Tropf-Blumat aus und schließe sie alle an den Zufuhrschlauch an. Die Blumate bedienen sich dann aus deinem Wasserreservoir und du musst nur einen einzigen Tank installieren. Wenn du dich für ein Tropf-Blumat als Bewässerungssystem auf dem Balkon entscheidest, bevor du in den Urlaub fährst, justiere die Sensoren etwa zehn Tage vor Abreise und stelle sicher, dass alles reibungslos funktioniert.


Bewässerungssystem für den Balkon selbst bauen

Wer Geld sparen möchte, kann sich ein kleines Bewässerungssystem für den Balkon auch selbst bauen. Dafür benötigst du je Pflanzgefäß eine PET- oder Glasflasche sowie einen Bewässerungsaufsatz. Solche Aufsätze bestehen meist aus porösem Ton oder aus Kunststoff. Wir empfehlen die Verwendung von PET-Flaschen, da diese leichter sind als Glasflaschen und nicht zerbrechen können. Zudem bergen Glasflaschen die Gefahr, das Pflanzen oder Gegenstände in der Nähe der Blumenkübel versengt werden, wenn das Sonnenlicht durch das Glas gebündelt wird.

Bewässerungssystem aus PET-Flaschen

Ein Bewässerungssystem aus PET-Flaschen ist vergleichsweise kostengünstig. Zudem ist das System bestens dafür geeignet, Balkonpflanzen und Zimmerpflanzen zu bewässern, wenn man einige Tage nicht zu Hause ist. Achte aber unbedingt darauf, dass die Flaschen aus festem Plastik bestehen. Mit Flaschen aus weichem Kunststoff funktioniert das System nicht, da das Wasser zu schnell aus ihnen herausfließt. Wähle für jede Pflanze und jeden Kübel eine Flasche mit der passenden Füllmenge.

  • Bevor du das Bewässerungssystem in die Kübel auf deinem Balkon setzt, gieße die Pflanzen noch einmal ordentlich. Das Wasser in den Flaschen soll schließlich lange halten.
  • Befülle die Flasche mit Wasser und bohre anschließend vorsichtig ein Loch in den Flaschenboden. Setze anschließend den Bewässerungskegel aus Ton auf die Flaschenöffnung und stecke Flasche samt Aufsatz kopfüber in die Erde. Der poröse Tonkegel gibt das Wasser nun gleichmäßig an die Erde ab und du kannst beruhigt in den Urlaub fahren.

Übrigens: Bei der Verwendung eines Bewässerungsaufsatzes aus Kunststoff brauchst du kein Loch in den Flaschenboden zu bohren. Denn damit diese Option funktioniert, muss ein Unterdruck in der Flasche entstehen. Sonst läuft das Wasser zu schnell durch und ist rasch aufgebraucht.


Blumenkästen mit Wasserspeicher

Blumenkästen mit Wasserspeicher sind als Bewässerungssystem auf dem Balkon ebenfalls eine gute Lösung, wenn du viel unterwegs bist und nur selten dazu kommst, deine Pflanzen auf dem Balkon zu gießen. Es gibt viele Arten von Blumenkästen mit integriertem Wasserreservoir. Die meisten sind allerdings ähnlich aufgebaut: Sie bestehen aus einem großen Kasten, in den ein Gefäß mit Pflanzen eingesetzt wird. Auch ein doppelter Boden ist üblich.

Unter dem Pflanzgefäß liegt der „Wassertank“. Über Löcher im Boden des Gefäßes können sich Pflanzen über die Wurzeln so viel Wasser ziehen, wie sie benötigen. Ein Abstandhalter verhindert, dass die Pflanzen direkt im Wasser stehen und die Wurzeln faulen. Es gibt auch Kästen, bei denen sich Granulat oder ein Pflanzvlies am Boden des Gefäßes befindet – beides nimmt Wasser auf und speichert es. Wie viel Flüssigkeit sich im Kasten befindet, verrät ein Blick auf den Wasserstandsanzeiger.

Tipp: Anfangs sind die Wurzeln noch sehr kurz und nehmen möglicherweise nicht genug Feuchtigkeit auf. Deswegen solltest du regelmäßig die Erde kontrollieren und bei Bedarf gießen.