Wasser sparen im Garten - Tipps und Tricks

Prächtige bunte Blumen, sattgrünes Gras und leckere Früchte an den Obstbäumen sind der Stolz jedes Gartenbesitzers. Damit die Farbenpracht auch die heißen Sommertage übersteht, brauchen deine Pflanzen vor allem eines: reichlich Wasser. Denn so viel Freude der hübsche Garten auch bereitet, mit der Wasserrechnung kommt schnell das böse Erwachen. Damit dir das nicht passiert, haben wir hier die besten Tipps zum Wassersparen im Garten zusammengestellt.


So kannst du den Wasserverbrauch im Garten senken

Zusätzlich zum finanziellen Aspekt gibt es noch einen weiteren guten Grund, Wasser zu sparen: Es schont die natürlichen Ressourcen. Wenn du den Wasserverbrauch im Garten deutlich senkst, tust du also auch der Umwelt etwas Gutes.

Doch wie lässt sich das am besten umsetzen? Willst du im Garten Wasser sparen, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Pflanzen so sparsam gießen wie möglich
  • alternative Wasserquellen, z. B. Regenwasser, zum Gießen verwenden
  • Wasserbedarf senken, ohne dass Pflanzen darunter leiden

Der letzte Punkt wirft häufig Fragen auf, denn viele Hobbygärtner wissen gar nicht, dass sie den Wasserbedarf ihrer Pflanzen durch Faktoren wie Standort, Pflanzgefäß oder Zeitpunkt des Gießens entscheidend beeinflussen können.


Standortvorlieben und Wasserbedarf deiner Pflanzen berücksichtigen

Garten mit vielen Pflanzen

Berücksichtige den Wasserbedarf bereits bei der Auswahl der Pflanzen für deinen Garten, denn sie haben teilweise sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Falls du nur wenig schattige Plätze hast, greife zu Pflanzen, die viel Sonne brauchen. Sie fühlen sich nicht nur bei mindestens sechs Sonnenstunden am Tag ausgesprochen wohl, sondern können auch mit Trockenheit gut umgehen, da ihre Wurzeln tief in den Boden wachsen und sie die Pflanze dadurch mit Wasser aus feuchten Erdschichten versorgen können. Solche wassersparenden Pflanzen sind zum Beispiel Flieder, Sonnenblumen, Lupinen oder Rosen.

Dagegen sind Pflanzen wie die Hortensie oder der Rhododendron für ihren hohen Wasserbedarf bekannt. Wenn du sie an einem windgeschützten, schattigen Standort mit maximal drei Sonnenstunden am Tag einpflanzt, musst du weniger gießen, weil der Boden dort länger feucht bleibt und weniger Wasser verdunstet.


Mit den richtigen Pflanzgefäßen im Garten Wasser sparen

Rosen im Garten mit Übertopf

Selbst bei der Auswahl der Blumentöpfe und -kübel lässt sich Wasser sparen. In Töpfen aus durchlässigen Materialien wie Ton verdunstet nämlich besonders bei Hitze sehr viel Wasser. Auch wenn unglasierte Terracottatöpfe auf Terrasse und Balkon einiges her machen, sind sie zum Wassersparen eher ungeeignet. Vor allem wenn die Pflanze einen hohen Wassebedarf hat, sollte man eher auf glasierte Keramiktöpfe zurückgreifen. Generell empfiehlt es sich für Kübelpflanzen einen ausreichend großen Topf zu wählen, damit die Erde an heißen Tagen nicht sofort austrocknet.

  • Glasierte Keramiktöpfe: Ton ist ein sehr durchlässiges Material, sodass bei Hitze viel Wasser verdunsten kann. Eine zusätzliche Glasurschicht verhindert das. Aus diesem Grund sind glasierte Pflanzgefäße vor allem für sehr durstige Pflanzen empfehlenswert.
  • Große Pflanzgefäße: Bringe deine Pflanzen lieber in großen Kübeln als in zierlichen Töpfen unter. Je mehr Erde im Pflanzgefäß ist, umso länger kann diese das Wasser auch an heißen Tagen speichern.
  • Blähton: Fülle alle Gefäße vor dem Bepflanzen mit Blähton, aus dem deine Pflanzen in trockenen Perioden Wasser ziehen können. Blähton ist ein Naturmaterial mit unzähligen Poren, in denen über einen langen Zeitraum hinweg Wasser gespeichert werden kann. Bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser im Blähton, sodass es dann als Wasserdampf über den Pflanzenbestand steigt.

Den Boden länger feucht halten

Gemulchter Garten

Schon mit ein paar wenigen Handgriffen kannst du den Boden vor Verdunstung schützen und länger feucht halten. Eine der besten Möglichkeiten ist das Mulchen mit Produkten aus zermahlenen Rinden- und Astresten. Mulchen verhindert das Keimen von Unkraut, schützt Staudenbeete und kann auch unter Bäume und Sträucher gestreut werden. Dort schützt der Rindenmulch den Boden vor Verdunstung und Austrocknung. Für langfristigen Schutz empfiehlt sich eine etwa sieben bis zehn Zentimeter dicke Schicht.

Zudem gibt es eine vielfältige Auswahl an Folien, die den Boden zwar lange feucht halten, aber auch stark aufheizen lassen und die Durchlüftung einschränken können. Solche Folien gibt es auch aus biologisch abbaubaren Materialien wie Papier oder Maisstärke. Sie zersetzen sich innerhalb weniger Monate und sind deshalb nur für kurze Einsätze zu empfehlen.

Durch Mulchmähen kannst du den Wasserverbrauch für die Rasenbewässerung senken. Diese Funktion bieten inzwischen viele moderne Rasenmäher. Beim Mulchmähen wird der Rasenschnitt klein gehäckselt und bleibt auf der Rasenfläche liegen. So wird einer starken Wasserverdunstung entgegengewirkt. Im Sommer solltest du den Rasen ein Mal pro Woche mulchmähen, sonst wächst das Gras zu hoch und es gibt zu viel Rasenschnitt, was bei warmer, feuchter Luft im Sommer Fäulnis begünstigen kann. Der frische Rasenschnitt kann übrigens auch zum Mulchen von Pflanzen verwendet werden. Aber setze ihn auch dabei sparsam ein, um Fäulnis zu vermeiden.


Mit Regenwasser gießen

Regenfass aus Holz im Garten mit Regenrinne

Dieser Tipp ist so simpel wie effektiv: Indem du Regenwasser zum Gießen verwendest, lassen sich die Kosten für den Wasserverbrauch im Garten immer noch am besten senken. Zudem hat Regenwasser gegenüber Leitungswasser den Vorteil, dass es einen niedrigen pH-Wert besitzt und meistens auch weniger Kalk enthält. So bekommt es vielen Pflanzen deutlich besser als Leitungswasser.

Für kleinere Gärten bietet sich eine Regentonne an. Wer mehr Platz zur Verfügung stehen hat, sollte über den Bau von unterirdischen Wasserbehältern, sogenannten Zisternen, nachdenken. Diese haben ein Fassungsvermögen von mehreren Tausend Litern und können den Geldbeutel auf längere Sicht zusätzlich entlasten.


Pflanzen gießen zur richtigen Tageszeit

Wiese mit Bäumen und Sonnenaufgang

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Dies Sprichwort gilt auch für die Gartenbewässerung. Idealerweise sollte der Garten nämlich in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden bewässert werden. Besonders im Sommer solltest du die Morgenstunden nutzen, um deinen Rasen zu bewässern. Zwischen drei und vier Uhr morgens ist der Boden noch schön kühl und das Wasser kann langsam im Boden versickern. Untersuchungen haben ergeben, dass beim Rasensprengen zur Mittagszeit bis zu 90 Prozent der Wassermenge ungenutzt verdunstet. Durch die Bewässerung zur richtigen Zeit kannst du in deinem Garten also eine Menge Wasser sparen.

Wenn du deinen Rasensprenger nicht gern selbst zu unliebsamen Uhrzeiten einschaltest, solltest du über die Anschaffung eines Smart-Garden-Bewässerungssystems nachdenken. Dank der modernen Technologie wird dein Garten dann automatisch präzise und kostensparend bewässert, ohne dass du früh dafür aufstehen musst.


Pflanzen richtig gießen

Erdbeerpflanze mit Gießkanne gießen

Zu guter Letzt kommt es auf die richtige Gießtechnik an, denn auch Pflanzen richtig zu gießen will gelernt sein.

  • Verzichte auf einen dünnen Sprühstrahl. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass mehr Wasser verdunstet als an der Wurzel deiner Pflanze ankommt.
  • Wässere deine Pflanzen immer im Wurzelbereich. Besonders in der Sonne kann es deiner Pflanze schaden, wenn du Blätter und Blüten mit Wasser überschüttest, weil die Wassertropfen wie Lupen wirken und gebündeltes Sonnenlicht deine Pflanze verbrennen kann. Doch auch an kühleren Tagen solltest du Wasser auf den Blättern möglichst vermeiden. Wenn die Feuchtigkeit zu lange dort verbleibt, begünstigt das die Entstehung von Pilzinfektionen, die behandelt werden müssen.
  • Gieße lieber seltener, dafür aber kräftig. So kann das Wasser in tiefere Bodenschichten versickern, wo es länger gespeichert wird.

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