Du liebst den Geschmack von Kiwi, aber in deinem Garten herrschen nicht die entsprechend milden Temperaturen, um sie anpflanzen zu können? Alternativ kannst du ganz einfach Kiwibeeren anbauen. Die kleinen Früchte werden auch als Mini-Kiwis bezeichnet und sind aufgrund ihrer Frosthärte und Robustheit besser für heimische Gärten geeignet als normale Kiwis. Wie du Kiwibeeren pflanzen, pflegen und ernten kannst, erfährst du in diesem Ratgeber von toom Baumarkt.

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Über die Kiwibeere – und was sie mit der Kiwi gemeinsam hat

Hand mit drei Kiwibeeren

Der Name täuscht nicht: Kiwibeeren sind mit der beliebten Kiwi verwandt und werden häufig als ihre „kleine Schwester“ bezeichnet. Beide Arten stammen aus Asien und gehören zur Familie der Strahlengriffelgewächse – weshalb Kiwibeeren auch als Scharfzähniger Strahlengriffel bekannt sind. Sie sind auf unserem Speiseplan zwar nicht so verbreitet wie die große Kiwi, doch nicht weniger lecker und dank der enthaltenen Vitamine auch sehr gesund.

Geschmacklich ähneln sich die beiden Früchte sehr, allerdings beinhalten Mini-Kiwis weniger Säure und sind daher etwas süßer. Außerdem können sie mitsamt der Haut verzehrt werden, sind als Pflanze wesentlich robuster und bei einer Frostverträglichkeit bis minus 30 Grad zählt die Kiwibeere zu den winterharten Pflanzen. Die bekannteste Sorte für den Obstgarten ist die Mini-Kiwi „Weiki“.

Aussehen, Wuchs und Früchte

Aufgeschnittene Kiwibeeren auf dem Tisch

Als schlingender Kletterstrauch kann die Kiwibeere bis zu 6 Meter groß werden, wenn sie nicht erzogen und zurückgeschnitten wird. Cremeweiße Blüten zieren im Juni die üppigen grünen Blätter, und im Herbst sind die Beeren erntereif. Die Kiwibeere an sich ist etwas größer als die Stachelbeere und hat eine rundlich-längliche Form, die je nach Sorte etwas anders ausfällt. Auch die Farbgebung der Schale ist sortenabhängig und reicht von Grün über Gelblich bis hin zu Hell- oder Dunkelrot. Die Schale lässt sich praktischerweise einfach mit verzehren.

Befruchtung von Kiwibeeren

Nur die wenigsten Sorten der Kiwibeere sind Selbstbefruchter. Du brauchst daher immer mindestens eine männliche Pflanze für bis zu acht weibliche, damit sich Früchte am Strauch ausbilden können. Lass dich am besten im Gartencenter beraten, welche Fremdbefruchter-Sorten zusammenpassen. Bei vielen im Handel erhältlichen Kiwibeeren-Pflanzen ist bereits eine männliche Pflanze mit eingetopft, sodass die Befruchtung sichergestellt ist. Übertragen werden die Pollen durch Bienen, Hummeln und andere Insekten, die sich mit einem bienenfreundlichen Garten als Nützlinge fördern lassen.


Ideale Bedingungen für die Kiwibeere

Kiwibeerenstrauch an Rankgitter

Die Kiwibeeren-Pflanze ist zwar nicht sehr anspruchsvoll, aber damit sie in deinem Garten gut anwachsen kann und viele Früchte trägt, müssen die wichtigsten Bedingungen für Standort, Boden und Pflanzung erfüllt sein.

  • Standort: Der beste Standort für Kiwibeeren-Pflanzen ist geschützt und halbschattig. Dabei sollte die Krone am meisten Sonne abbekommen, denn mehr Sonnenlicht im Herbst bedeutet süßere Früchte. Im Winter sollte die Sonne jedoch nicht zu stark auf den Strauch scheinen.
  • Substrat: Die Kiwibeere bevorzugt einen kühlen, durchlässigen Boden mit einem hohen Humusanteil, der gleichmäßig feucht gehalten wird.
  • Pflanzzeit: Gepflanzt werden Kiwibeeren im Frühjahr, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Ideal ist es, die Eisheiligen Mitte Mai noch abzuwarten, um keine Frostschäden zu riskieren.

Kiwibeeren pflanzen: Schritt für Schritt

Kiwibeeren kannst du wie die meisten Beerensträucher anpflanzen – nämlich einfach direkt ins Beet setzen. Da es sich um Kletterpflanzen handelt, müssen sie anschließend an einer Rankhilfe befestigt werden. Das kann ein Gitter, eine Pergola oder ein Obstspalier sein. Übrigens: Mehr dazu, wie du eine Pergola selber bauen oder Spalierobst ziehen kannst, erfährst du in anderen Artikeln. Die seitlich wachsenden Triebe der Kiwibeere müssen sich ausreichend ausbreiten können, sodass du einen Pflanzabstand von etwa zwei Metern einhalten solltest.

1. Boden vorbereiten

Boden wird mit Spaten aufgelockert

Um den gewünschten humosen Boden zu erhalten, solltest du für die Pflanzung der Kiwibeere frischen Rindenkompost bzw. Rindenhumus oder etwas Rinderdung bereithalten. Lockere den Boden auf und hebe ein ausreichend großes Pflanzloch aus.

Tipp: Da es sich bei der Kiwibeere um einen Flachwurzler handelt, vermeide eine nachträgliche Bodenbearbeitung, sonst verletzt du dabei die hoch liegenden Wurzeln des Strauchs.

2. Kiwibeeren einpflanzen

Mische nun den Aushub mit Rindenkompost oder Rinderdung, damit das Substrat einen höheren Humusanteil bekommt. Setze anschließend die Pflanze mittig in das Pflanzloch und fülle es mit der Substratmischung auf. Trete die Erde etwas an.

3. Wässern und mulchen

Kiwibeeren am Strauch

Gieße die frisch gepflanzte Kiwibeere danach kräftig an. Um ein zu schnelles Austrocknen der flach liegenden Wurzeln zu verhindern, solltest du anschließend eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder -kompost ausbringen.

4. Triebe leiten und Strauch erziehen

Triebe von einem Kiwiebeerenstrauch

Nach dem Einpflanzen gilt es noch, eine Rankhilfe anzubringen. Ist kein Rankgitter oder keine Pergola verfügbar, kannst du ein einfaches Spalier aus zwei Pfosten und waagerechten Spanndrähten aufstellen. Daran können die Triebe entlangwachsen. An einer Pergola kannst du die Triebe relativ ungeordnet entlangführen und festbinden, allerdings führt diese Variante auch zu weniger Ertrag. Um die Kiwibeere am Spalier zu erziehen und damit eine möglichst große Ernte zu bekommen, musst du die Pflanze folgendermaßen zurückschneiden:

  • Entferne alle Haupttriebe bis auf einen und kürze diesen auf etwa 60 Zentimeter ein.
  • Leite ihn anschließend senkrecht am Spalier nach oben und binde ihn fest.
  • Lichte nun die Seitentriebe aus und lasse an jedem Draht zwei davon stehen – an diesen wachsen später die Fruchttriebe.

Kiwibeere im Kübel pflanzen

Du kannst deine Kiwibeere auch für Balkon und Terrasse im Topf pflanzen. Er sollte jedoch ausreichend breit sein, damit sich die Flachwurzeln gut ausbreiten können. Auch bei der Pflanzung im Kübel ist eine Rankhilfe nötig, um Wuchs und Fruchtbildung zu fördern.


Kiwibeeren pflegen

Kiwibeerenpflanze wird gedüngt

Etwa drei Jahre nach der Pflanzung ist mit den ersten Früchten zu rechnen. Grundsätzlich ist die Mini-Kiwi eine recht pflegeleichte Pflanze, doch eine gewisse Pflegeroutine benötigt auch sie, damit sie sich gut entwickeln kann. Vor allem darf sie im Sommer nicht austrocknen, da die flachen Wurzeln darauf recht empfindlich reagieren können. Und da die Kiwibeere sehr viele Blätter hat, findet auch recht viel Verdunstung statt.

  • Gießen: Regelmäßig, aber mäßig. Der Wurzelbereich darf nicht austrocknen, es sollte aber auch keine Staunässe entstehen. Achte auch immer auf eine ausreichende Mulchschicht, die übermäßige Verdunstung über das Erdreich verhindert.
  • Düngen: Jedes Frühjahr freut sich die Kiwibeere über eine Düngung mit Hornmehl oder organischem Beerendünger, um für die neue Wachstumsphase die richtige Menge Nährstoffe zur Verfügung zu haben. Vermeide jedoch eine Überdüngung.

Kiwibeeren schneiden

Kiwisträucher

Da Kiwibeeren recht schnittverträglich sind, kannst du zu lange, wilde oder beschädigte Triebe das ganze Jahr über entfernen.

Lediglich im Frühjahr solltest du nur die nötigsten Schnittmaßnahmen durchführen, da die Triebe in dieser Zeit stark bluten. Für einen hohen Ertrag müssen die Leit- und Haupttriebe einmal im Jahr zurückgeschnitten werden, bestenfalls im Sommer, bevor sich Früchte bilden.

Erziehungsschnitt am Spalier:

  • Es darf immer nur einen senkrechten Haupttrieb geben – kürze alle anderen jährlich ein.
  • Leittriebe gibt es pro Draht immer zwei Stück – je einen auf jeder Seite des Spaliers. Alle weiteren kürzt du ebenfalls jährlich ein.
  • Außerdem werden alle Seitentriebe bis zum fünften Blatt hinter der letzten Frucht eingekürzt.
  • Nach der Ernte schneidest du zusätzlich alle Fruchttriebe auf zwei Knospen zurück.

Krankheiten und Schädlinge

Kiwibeeren sind an sich sehr resistent gegen Befall, doch Kirschessigfliegen können vermehrt auftreten. Sie ritzen die Schale der Beeren auf und legen ihre Eier darin ab. Betroffen sind reife Früchte mit weicher Schale. Sobald du einen solchen Befall bemerkst, solltest du schnellstmöglich alle Beeren ernten – auch die nicht so reifen, bevor sie das nächste Ziel der Schädlinge sind. Unausgereifte Kiwibeeren können anschließend im Haus nachreifen.

Tipp: Informiere dich über Nützlinge und Schädlinge im Garten und wie du ihnen vorbeugen kannst.


Mini-Kiwi vermehren

Eine sortenechte Vermehrung von Kiwibeeren geschieht über ihre Ableger. Leite hierfür einfach einen Ranktrieb durch die Erde und warte, bis er eigene Wurzeln gebildet hat. Sobald der Trieb ausreichend fest in der Erde verwurzelt ist, kannst du ihn von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen. Kiwibeeren aus Samen selber zu ziehen ist nicht empfehlenswert, da sich selten Früchte bilden.


Ernte und Verwendung von Kiwibeeren

Kiwibeerenfrüchte aufgeschnitten auf dem Tisch

Je nach Sorte sind die Mini-Kiwis zwischen September und Oktober erntereif. Du kannst die Reife an der gut ausgefärbten Schale erkennen. Ernte am besten immer ganze Trauben, das heißt, schneide sie komplett ab. Beim Abzupfen einzelner Beeren nimmt die Schale schnell Schaden, was die Haltbarkeit erheblich verkürzt. Ist das Fruchtfleisch noch recht hart, können die Beeren zwei bis drei Wochen im Haus nachreifen.

Im Kühlschrank ist das leckere Beerenobst bis zu drei Wochen haltbar, du kannst Kiwibeeren aber auch sehr gut einfrieren und später verarbeiten. Mini-Kiwis lassen sich direkt verzehren oder für Marmeladen, Smoothies und Desserts verwenden.

Tipp: Sieh dir auch an, wie du Johannisbeeren pflanzen, Heidelbeeren pflanzen und Erdbeeren pflanzen kannst.


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