Rasen kalken: Schönheitskur für einen grünen Teppich

Gelbe Flächen, Moos und kraftlose Gartenpflanzen deuten auf einen übersäuerten Boden hin. Bei einem niedrigen pH-Wert verdichtet sich das Erdreich zunehmend. Die Folge: Immer mehr Pflanzen leiden an Sauerstoffmangel. Wer den Rasen kalkt, der kann dies Problem lösen. Schon bald sprießen dann wieder kraftvolle Halme. Für ein gutes Ergebnis gilt es, ein paar Dinge zu beachten.


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Material: Schutzkleidung wie Atemschutzmaske, Arbeitshandschuhe, Schutzbrille etc.



Rasen kalken: Wann Pflege unerlässlich ist

Oft verrät schon ein Blick auf das Gras, ob es sinnvoll ist, den Rasen zu kalken. Anzeichen dafür sind vor allem gelbliche Verfärbungen und Moos. Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest du regelmäßig den pH-Wert des Bodens messen. Nur so erfreust du dich ganzjährig an saftigem Grün und ersparst dir die mitunter mühsame Entfernung von Moos.

Als Faustregel beim Kalken von Rasen gilt: Gesunde Böden besitzen einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Welcher Wert optimal ist, hängt jedoch von der Bodenart ab:

  • Sandige Böden: Hier ist ein Wert von 5,5 bis 6,5 ideal.
  • Lehmige Böden: Optimal ist ein Wert zwischen 6,0 und 7,0.

Am größten ist der Handlungsbedarf bei einem pH-Wert unter 5,5. Übrigens brauchst du für eine Bodenanalyse keine Fachkenntnisse in Chemie. Mithilfe eines einfach zu handhabenden Bodentests aus dem Baumarkt ermittelst du den Wert schnell und unkompliziert. Durch die Färbereaktion des Tests siehst du sofort, ob du den Rasen kalken solltest oder ob eine Kalküberdüngung droht.

Weniger exakt, aber hilfreich sind Lackmus-Streifen. Fülle hierzu am besten ein Einmachglas mit einer Bodenprobe und vermische die Erde im Verhältnis 1:1 mit destilliertem Wasser. Nach 10 Minuten kannst du den Teststreifen in das Glas tauchen.


Rasen korrekt kalken: Der richtige Zeitpunkt

Rasen im Herbst mit Blättern

Du willst deinen Rasen kalken? Wann die beste Zeit dafür ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hat ein Boden einen zu niedrigen pH-Wert, solltest du sofort handeln und mit Kalk das Gleichgewicht wiederherstellen. Durch eine regelmäßige Analyse ermittelst du rechtzeitig den Bedarf. Denn im Prinzip kannst du zu jeder Jahreszeit deinen Rasen kalken. Besonders eignen sich jedoch zwei Zeiträume: Frühjahr und Herbst.

Den Rasen zu kalken hat im Frühjahr den Vorteil, dass du mehrere Pflegemaßnahmen in einem Zug durchführen kannst. Denn auch das Vertikutieren oder Aerifizieren steht im Frühling an. Der Vertikutierer beseitigt Unkraut sowie Moos und durchkämmt die Grasnarbe nach welken Blättern und abgestorbenen Halmen. Der Rasenlüfter verbessert die Sauerstoffaufnahme. Ist der Rasen von Filz befreit, nimmt der Boden Kalk leichter auf. Einen Rasen kalken und düngen solltest du jedoch nicht gleichzeitig. Dünge lieber in einem zeitlichen Abstand von drei Wochen.

Alternativ kannst du deinen Rasen im Herbst kalken. Denn im Winter ist das Gras sauren Niederschlägen und anderen Strapazen ausgesetzt. Um sich dafür zu wappnen, kann es eine Extraportion Nährstoffe gut gebrauchen.

Der perfekte Zeitpunkt hängt von weiteren Faktoren ab:

  • Witterung: Den Kalk verteilst du gleichmäßiger, wenn es trocken und windstill ist.
  • Regenprognose: Besonders günstig ist es, wenn die Wetterprognose Regen voraussagt. Das erspart es dir, den Rasen mit Gartenschlauch oder -sprinkler zu bewässern. Das Wasser stellt sicher, dass der Kalk tief in den Boden eindringt.

Den richtigen Kalk auswählen

Einen Rasen kalkst du am besten mit einem Spezialmittel. Rasenkalk weist genau die Mineralien und Konsistenz auf, die Gras benötigt. Es gibt verschiedene Kalkarten, die sich vor allem hinsichtlich der Wirkungsgeschwindigkeit unterscheiden. Empfehlenswert sind folgende Arten von Bodenhilfsstoffen:

  • kohlensaurer Kalk
  • Branntkalk (auch Ätzkalk genannt)
  • Mischkalk

Kohlensaurer Kalk eignet sich für jeden Rasen. Er ist schonend und besonders gut für naturnahe Gärten, in denen Pestizide und chemische Pflanzenschutzmittel zurückhaltend eingesetzt werden. Insbesondere Algenkalk ist sehr natürlich. Dagegen ist Dolomitkalk reich an Magnesium und die beste Wahl bei sandigem Boden.

Um einiges schneller wirkt Branntkalk. Dieser lockert auch schwere Böden auf. Aufgrund seiner leicht ätzenden Eigenschaft ist Vorsicht gefragt. Beim Ausstreuen solltest du Schutzkleidung tragen. Halte zudem Kinder und Haustiere vom Rasen fern. Nutze die Grasfläche anschließend lieber eine Weile lang nicht. Weniger bedenklich ist Mischkalk, der einen geringeren Anteil an Branntkalk aufweist.


Rasen optimal kalken: Anleitung für eine richtige Anwendung

Die richtige Dosierung hängt nicht nur vom pH-Wert, sondern auch von der Bodenbeschaffenheit ab:

  • leichte Böden: bei einem niedrigeren pH-Wert als 3,5 höchstens 150 bis 200 Gramm pro Quadratmeter, bei einem pH-Wert zwischen 5,3 und 5,7 rund 120 bis 180 Gramm
  • mittlere Böden: bei einem niedrigeren pH-Wert als 5,7 etwa 300 bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter, bei einem Wert zwischen 5,7 und 6,5 stattdessen 180 bis 250 Gramm
  • schwere Böden: bei einem pH-Wert unter 6,3 bis zu 400 Gramm pro Quadratmeter, bei einem Wert von 6,3 bis 6,9 rund 250 bis 350 Gramm

Werden die jeweiligen Höchstwerte überschritten, solltest du lieber auf das Kalken vor dem Winter verzichten. Um den Rasen so exakt wie möglich zu kalken, empfehlen sich Streuhilfen. Bei kleineren Rasenflächen reicht eine einfache Streuhilfe in Form eines Spezialbehältnisses mit Dosiereinsatz und rutschfestem Griff. Noch gleichmäßiger und einfacher gelingt das Ausbringen des Kalks mit einem Streuwagen.

Trage unbedingt Arbeitsschutzkleidung, um Atemwege, Augen und Hände zu schützen. Zudem ist es besser, eine lange Hosen sowie ein langärmeliges Oberteil anzuziehen. Bleibt nach dem Ausbringen Regen aus, solltest du den Rasen bewässern. Zudem sollte der Rasen erst einmal ruhen.


Tipp

Ein paar vorbereitende Maßnahmen für das Kalken von Rasen verbessern die Wirkung. Ideal ist es, die Grasfläche zuvor zu vertikutieren und zu aerifizieren. Mitunter reicht es aber auch, den Rasen zu mähen. Kurze Halme von 3–4 Zentimeter Länge verbessern die Aufnahmefähigkeit des Bodens. Bei vermoosten Flächen bekämpfst du die Ursache Staunässe besser, wenn du vor der Kalkbeigabe den Boden umgräbst.


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