Shabby Chic: Möbel aus Holz auf alt trimmen

Abblätternde Farbe, bestoßene Kanten, Kratzer und Kerben: Was für viele ein Grund ist, sich von ihren Möbeln zu trennen, wird von Shabby-Chic-Liebhabern bewusst herbeigeführt. Schließlich sind die kleinen Gebrauchsspuren das, was diesen Einrichtungsstil ausmacht. Sie verleihen den Möbelstücken einen nostalgischen Charme und lassen den Betrachter in vergangenen Zeiten schwelgen. Shabby-Chic-Möbel sind nicht auf Hochglanz poliert, sie sind nicht perfekt. Und genau darum geht es: um die Schönheit des Unvollkommenen.

Viele Hersteller haben mittlerweile Shabby-Chic-Möbel im Sortiment. Du kannst den Shabby Chic aber auch ganz einfach selbst machen. So werden aus Omas Tisch oder dem Schrank vom Flohmarkt individuelle Unikate, die alle Blicke auf sich ziehen. In unserer DIY-Anleitung zum perfekten Shabby-Chic-Möbelstück zeigt toom Baumarkt dir, wie es geht!


Schwierigkeitsgrad: leicht

Dauer: je nach Möbelstück 3–4 Stunden (ohne Trockenzeit)

Werkzeug: Schleifpapier mit grober (60–80), mittlerer (120) und feiner Körnung (180), Schleifklotz, Schleifschwamm, eventuell Schleifmaschine, Grundierung für Kreidefarbe, Farbroller, Pinsel, Kreidefarbe, Möbelwachs


Kreidefarben für Möbel im Shabby-Chic-Stil

Möbelstück wird mit Kreidefarbe angemalt

Das wichtigste Hilfsmittel, wenn es darum geht, Holz alt aussehen zu lassen, ist Kreidefarbe. Mit ihrer samtig-pudrigen Erscheinung verleiht sie Möbelstücken eine antike Anmutung. Es gibt sowohl Produkte zum Selbstanmischen als auch gebrauchsfertige Farben, die lediglich umgerührt werden müssen. Letztere lassen sich besonders leicht verarbeiten und eignen sich damit auch für DIY-Neulinge, die Shabby-Chic-Möbel selbst streichen möchten.

Kreidefarbe besteht in der Regel aus gelöschtem Kalk (Sumpfkalk), natürlichen Pigmenten und Wasser. Zur Verbesserung der Beständigkeit sind manchmal zusätzlich chemische Substanzen wie Acrylbindemittel beigefügt. Farben mit einem sehr hohen Kreideanteil wirken matter und lassen sich später gut abschleifen. Produkte mit einem geringeren Kreideanteil sind dagegen abriebfester und können auch auf stark beanspruchte Flächen wie Wände, Böden und Treppen aufgetragen werden.

Die Grundlage für den charakteristischen Shabby-Chic-Stil bilden helle Farben wie Altweiß, Creme oder Beige, die mit sanften Pastelltönen kombiniert werden. Sehr beliebt sind Rosé, Mint, Flieder, Himmelblau und Grau. Aber auch ein kräftigeres Türkis, Gelb oder Violett dürfen durchaus zum Einsatz kommen.


Shabby-Chic-Möbel selbst machen: die Basics

Sessel und bläuliche Kommode im Shabby-Chic-Style

Grundsätzlich kannst du jedes Möbelstück im Shabby Look streichen. Möchtest du ein möglichst authentisches antikes Erscheinungsbild erzielen, dann sollte jedoch die Formgebung mit der Oberflächengestaltung harmonieren. Kunstvoll verzierte Schränke und Kommoden, Tische mit geschwungenen Beinen und Stühle mit aufwendigen Schnitzereien bringen den Flair vergangener Tage in dein Zuhause. Erschwingliche Möbel findest du beispielsweise auf Flohmärkten, im Internet oder bei Haushaltsauflösungen.

Für die Umgestaltung im Shabby-Chic-Stil eignen sich Möbel aus Massivholz am besten. Sie sind robust und können mehrmals abgeschliffen werden. Du kannst aber auch Furnier-, Plastik- oder Metallmöbel mit Kreidefarbe streichen, da sie auf vielen Untergründen haftet. Achte beim Kauf auf die Herstellerangaben.

Als Anfänger startest du vorzugsweise mit einem kleinen Möbelstück. Eine Kommode, ein Stuhl, ein Hocker oder ein Tischsind perfekte Shabby-Chic-Einstiegsobjekte. Erfahrene Do-it-yourself-Handwerker können auch gleich einen größeren Schrank im Shabby Chic gestalten.


Die Anleitung: Möbel auf alt trimmen

Alte Möbel, die du im Shabby-Chic-Stil streichen möchtest, solltest du zuerst gründlich reinigen. Vor allem, wenn es sich um einen Dachboden- oder Flohmarktfund handelt, hat sich im Laufe der Zeit bestimmt viel Schmutz und Staub abgesetzt. Schraube von Schränken und Kommoden sämtliche Metallbeschläge und Scharniere ab, damit du später beim Streichen auch jede Stelle erreichst. Wenn das Möbelstück komplett getrocknet ist, kannst du endlich loslegen. toom Baumarkt hat alle Schritte für dich zusammengefasst.

Oberfläche von Holzmöbelstück wird abgeschliffen

1. alten Anstrich ab- oder anschleifen

Die meisten alten Lacke lassen sich problemlos mit Kreidefarbe im Shabby Chic überstreichen. Damit die Farbe gut hält, sollte die Oberfläche von Holzmöbeln gut aufgeraut werden. Dafür reicht ein einfacher Handschliff mit einem Schleifpapier in mittlerer Körnung aus. Wickle das Schleifpapier um den Schleifklotz und führe es mit wenig Druck über die Oberfläche. Rundungen kannst du mit einem flexiblen Schleifschwamm bearbeiten.

Manchmal ist es nötig, den alten Anstrich komplett abzutragen. Etwa dann, wenn

  • die Oberfläche gewachst oder geölt ist,
  • die Holzmaserung später durchscheinen soll oder
  • das Möbelstück bereits sehr oft lackiert wurde.

Am schnellsten lässt sich der Lack mithilfe eines Schleifgeräts entfernen. Fange mit einem groben Schleifpapier (60–80) an. Wenn die alte Farbe abgetragen ist, wechselst du auf eine mittlere Körnung (120). Gehe zum Schluss noch einmal mit einem feinen Schleifpapier in der Körnung 180 über die Oberfläche. Wichtig: Schleife immer in Richtung der Holzmaserung!

Ein Paar streicht Schubladen von einer Kommode

2. Möbel grundieren und mit Kreidefarbe streichen

Je nach Untergrund, gewünschtem Effekt und Deckkraft der Kreidefarbe ist eine Grundierung notwendig. Gerade bei gebeizten oder lasierten Oberflächen kann es vorkommen, dass das Möbelstück ausblutet: Durch die Flüssigkeit in der Farbe werden Pigmentstoffe gelöst, die dann durch den Anstrich dringen und unschöne Flecken hinterlassen.

Nachdem die Grundierung getrocknet ist, kommt die Kreidefarbe zum Einsatz. Für große Flächen empfiehlt sich eine Farbrolle. Bei kleineren Flächen, Zwischenräumen und Ornamenten solltest du lieber zum Pinsel greifen. Einen schönen Shabby Look erzielst du, wenn du dein Möbel mit zwei verschiedenen Farbtönen streichst. Die erste Schicht bildet die Farbe, die später durchschimmern soll. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese heller oder dunkler als der zweite Farbton ist. Kreidefarbe trocknet sehr schnell. Du solltest also zügig arbeiten.

Ist die erste Farbe trocken, kannst du das Möbelstück mit der zweiten Kreidefarbe streichen.

offene Schublade einer Kommode im Shabby-Chic-Style

3. der Feinschliff

Jetzt kommt der Arbeitsschritt, mit dem du aus dem Tisch, dem Schrank oder der Kommode ein echtes Shabby-Möbelstück machst: das Abschleifen der Deckschicht. Nimm dazu ein feines Schleifpapier und gehe damit über die Stellen, an denen bei alten Möbeln typischerweise Gebrauchsspuren zu finden wären – das sind vor allem Kanten, Ecken, Griffe und Ornamente. Du kannst auch die Fronten und Ablageflächen bearbeiten. Erlaubt ist, was gefällt. Betrachte das Möbelstück dabei immer wieder mit ein paar Schritten Abstand.

Nun musst du nur noch den Staub abwischen und die Oberfläche mit Möbelwachs versiegeln – und schon ist der Shabby Look perfekt.


Accessoires im Shabby Chic

Dekorative Blumen auf Bank im Shabby-Chic-Style

So richtig wohnlich wird es erst mit der passenden Deko. Und diese darf im Shabby-Chic-Stil neben den Möbeln üppig ausfallen: Textilien mit Vintage-Mustern, silberne Vasen, Kristallleuchter, Porzellan mit Blütendekor und Selbstgemachtes – etwa eine Häkeldecke oder gestrickte Kissenhüllen – sind typisch für diesen Einrichtungsstil. Abgerundet wird die Shabby-Chic-Deko mit echten Blüten wie Pfingstrosen, Hortensien und Rosen.

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