Möbel restaurieren: sieben einfache Tricks

Egal ob als Entdeckung auf Omas Dachboden oder als unverhoffter Flohmarktfund: Alte Truhen, Schränke und Kommoden können wahre Schmuckstücke sein – zumindest, wenn der Zahn der Zeit noch nicht allzu sehr an ihnen genagt hat. Ist das aber leider der Fall und man möchte antike Möbel restaurieren, braucht man dazu aber nicht unbedingt viel Geld in die Hand zu nehmen. Mit kleinen Kniffen lassen sich alte Möbelstücke gut reinigen und neu aufarbeiten. Hier zeigt dir toom Baumarkt sieben Tricks, mit denen du alten Möbelstücken zu neuem Glanz verhilfst.

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Dauer: Etwa eine Stunde

Werkzeug: Tuch, Holzpolitur, Holzlack, Polierlappen, evtl. Schaschlikspieß, Borstenpinsel, Schmierfett oder Feinmechaniker-Öl, ggf. Schablone, Bleistift, Bohrer, Schraubendreher, Pinsel, Acryl- oder Kreidefarben, Wachs


Trick 1: Alte Möbelstücke reinigen

Im Laufe der Jahre macht ein Holzmöbelstück so einiges mit: Es entstehen Kratzer oder Löcher, die Maserung verblasst oder ein Schmutzfilm legt sich auf die Oberflächen. Dagegen helfen bereits kleine Tricks. Zunächst solltest du das Möbelstück mit einem Tuch von Staub befreien. Anschließend zeigt ein Kratztest, ob die Lackoberfläche erneuert werden muss. Fahre dafür einfach mit dem Fingernagel vorsichtig über die Oberfläche. Platzen kleine Stücke dabei ab, sollte erst der alte Lack komplett entfernt werden und dann ein ganz frischer Anstrich auf das Möbelstück aufgetragen werden.

Wenn der Lack noch in Ordnung ist, reicht die Pflege mit einer Holzpolitur. Diese bringt die Maserung des Holzes wieder zum Vorschein und lässt Flecken verschwinden. Gib ein paar Tropfen auf einen Polierlappen und reibe die Oberfläche damit ein. Vorsicht: Zum Polieren kein Mikrofasertuch verwenden, denn es bindet kleine Staubpartikel, die Kratzer verursachen können! Oft reicht das Polieren schon dazu aus, alte Möbel aufzubereiten, wenn diese nicht beschädigt sind.


Trick 2: alte Holzmöbel aufarbeiten und neu leimen

Holzstück wird geleimt

Willst du beispielsweise einen alten Schrank restaurieren, solltest du zuallererst seine Funktionstüchtigkeit in den Blick nehmen: Steht er stabil und kann nicht umkippen? Lassen sich Türen und Schubladen noch mühelos öffnen?

Oft lösen sich alte Leimverbindungen zwischen den Teilen eines Holzmöbels mit der Zeit, wodurch keine ausreichende Stabilität mehr gegeben ist. Dann solltest du das Möbelstück zunächst behutsam mit einem Holzhammer auseinandernehmen – am besten legst du dabei ein Stück Holz auf die Stelle des Möbels, auf die du gerade mit dem Hammer schlägst. Anschließend kratzt du den alten Leim ab, trägst neuen auf und setzt das Möbelstück wieder zusammen. Markierungen mit beschriftetem Klebeband helfen dir, am Ende alle Teile wieder richtig anordnen zu können.


Trick 3: Schubladen reparieren

Manchmal lassen sich Schubladen in alten Kommoden und Schränken nicht mehr richtig herausziehen. Schuld sind häufig die Schubladenschienen bzw. die kleinen Kugeln, auf denen sie entlanglaufen. Mit den Jahren setzen sich Staub und Schmutz in den Kugellagern ab und blockieren sie. Das Problem ist schnell gelöst: In einem ersten Schritt ziehst du die entsprechende Lade bis zur Problemstelle auf, damit du die Schiene sehen kannst. Ein Schaschlikspieß hilft dir nun dabei, die Kugeln wieder zu lockern.

Falls das nicht möglich ist, kann es auch sein, dass die Kugeln rostig und deshalb nicht mehr beweglich sind. Dann musst du die Schublade ganz herausnehmen und die Kugellager mit einem kleinen Borstenpinsel säubern. Anschließend kannst du etwas Schmierfett oder Feinmechaniker-Öl zwischen die Kugeln auf die Schiene geben.


Trick 4: Möbel restaurieren durch Austausch der Griffe

Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung dafür, alte Möbel aufzubereiten. So nutzen sich beispielsweise Möbelgriffe mit der Zeit ab oder brechen ab. Ist ein Griff aus Holz, lässt er sich abschleifen und neu versiegeln. Bei einem kaputten Kunststoffgriff bleibt nur der Austausch. Und dieser ist eine ideale Gelegenheit, dem Möbelstück neue gestalterische Akzente zu verleihen. Falls für neue Griffe auch neue Löcher gebohrt werden müssen, kann es dir eine Schablone sehr erleichtern, die Anreißlöcher für das Bohren anzuzeichnen. Die Lochabstände von Schranktür- und Schubladengriffen weisen üblicherweise 3,2 cm, 6,4 cm oder 9,6 cm Abstand auf.

Die Schablone wird an der Vorderseite des Möbelstücks angelegt und der benötigte Abstand wird mit einem Bleistift markiert. Anschließend bohrst du die Löcher, beispielsweise mit einem Holzbohrer. Zu guter Letzt schraubst du die Griffe fest.

 


Trick 5: Furnier ausbessern beim Möbel-Aufbereiten

Furnier wird mit einer Schraubzwinge und einem Stück Holz festgedrückt

Alte Möbel sind häufig mit einem Furnier ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine dünne Platte hochwertigen Holzes, die auf dem Korpus aus günstigem Massivholz aufgeklebt ist. Mit der Zeit löst sich das Furnier in vielen Fällen ab oder wird rissig. Vor allem an den Ecken und Kanten hebt sich das Material leicht vom Untergrund. Mit etwas Leim befestigst du es wieder. Presse das Furnier dazu mithilfe einer Schraubzwinge oder Gewichten ordentlich gegen den Untergrund. Idealerweise legst du ein Stück Holz zwischen Schraubzwinge und Furnier, damit dieses keinen Schaden nimmt.

Kleine Risse und Beschädigungen kannst du ebenfalls mit Leim restaurieren. Oder du setzt ein Stück neues Furnier dort ein, wo sich im Laufe der Jahre Lücken auf der Oberfläche des Möbelstücks aufgetan haben. Bei starken Beschädigungen und großen Löchern ist dann schon eine aufwendigere Behandlung nötig. Wende dich in diesem Fall am besten an eine Fachperson.


Trick 6: Farbe ausbessern oder Möbel neu streichen

alter Holztisch wird angestrichen

Bei der Restaurierung von Möbeln fällt oft auf den ersten Blick auf, dass an einigen Stellen Farbe abgeblättert ist. Kleinere Makel kannst du mit einem Pinsel und passender Farbe selbst ausbessern. Vielleicht möchtest du deinem Möbelstück aber auch direkt einen ganz neuen Look verpassen? Dann musst du zunächst alte Farbreste entfernen und die Oberfläche von Schmutz und Staub befreien. Um das Holz für den neuen Anstrich aufnahmefähig zu machen, musst du die Oberflächen außerdem anschleifen. Zum Streichen von Holzmöbeln eignen sich dann unter anderem Acrylfarben. Möchtest du den angesagten Shabby-Chic-Style ausprobieren, bei dem Möbel bewusst so gestrichen werden, dass sie altgedient wirken, empfiehlt sich Kreidefarbe. Nachdem du die Farbe aufgetragen hast, kannst du mit Schleifpapier noch künstliche Alterserscheinungen im Anstrich vortäuschen.


Trick 7: lackierte Möbel restaurieren

Alter Lack wird von Tisch mit Schleifpapier entfernt

Ist der Lack an den Oberflächen vielerorts ab, solltest du dein Möbelstück neu lackieren. Dazu musst du zunächst den alten Lack entfernen – das funktioniert am besten mit Spiritusreiniger und Schleifpapier. Anschließend säuberst du das Möbelstück noch einmal gründlich vom Schleifstaub und trägst dann den neuen Lack auf. Es empfiehlt sich, lackierte Möbel nach dem Restaurieren zu polieren und zu wachsen, wodurch sie einen herrlichen Glanz erhalten.

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