Was gibt es Schöneres, als es sich an einem lauen Sommerabend mit einem kühlen Getränk auf der Terrasse gemütlich zu machen? Damit man sich rundum wohlfühlen kann, bedarf es aber nicht nur bequemer Sitzmöbel. Auch das Ambiente muss stimmen. Das i-Tüpfelchen der Terrassengestaltung bildet eine abwechslungsreiche Bepflanzung.


Terrassenbepflanzung planen

Terrasse mit Sitzecke und Pflanzen

Bevor du in den Baumarkt oder in das Gartencenter stürmst und deinen Einkaufswagen wahllos mit Pflanzen belädst, solltest du dir einen groben Plan erstellen. Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  1. Wie viel Platz steht zur Verfügung?
  2. Wie sind die Witterungsverhältnisse auf der Terrasse (Sonne, Wind, Wasser)?
  3. Soll die Terrassenbepflanzung einen bestimmten Zweck erfüllen (z. B. Sicht- oder Sonnenschutz)?
  4. Welchen Stil möchtest du realisieren (z. B. romantischer Landhauslook, mediterran, japanisch oder modern)?
  5. Wie hoch darf der Pflegeaufwand sein?
  6. Steht ein Winterquartier für die Pflanzen bereit oder sollen sie im Freien überwintern?
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Tipps zur Pflanzenauswahl

Auf die Terrasse solltest du dir generell nur Pflanzen holen, die sich auch auf einem begrenzten Lebensraum wohlfühlen. Die Auswahl reicht von Stauden und Rosen über Ziergräser bis hin zu Kräutern, Gemüsepflanzen und Obstgehölzen. Damit Bäume und Sträucher nicht zu groß werden, müssen sie regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Zwei Frauen bepflanzen Blumenbeet neben einer Terrasse

Sonnig, halbschattig oder schattig?

Achte beim Kauf auf die Standortansprüche der Pflanzen: Es gibt sowohl Arten für sonnige und halbschattige Standorte als auch solche, die im Schatten gedeihen. Als sonnig gelten Terrassen, die mehr als acht Stunden dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind und auf die Wände oder Bäume keinen Schatten werfen. Halbschattige Standorte bekommen zwischen vier und acht Stunden Licht ab. Auch diffuses Licht, das durch Baumkronen fällt, zählt als Halbschatten. Plätze, die weniger als vier Stunden von der Sonne beschienen werden, sind schattig. Das ist oft bei Terrassen in Nord-Ausrichtung der Fall.

Frostempfindliche oder winterharte Pflanzen für die Terrasse?

Wenn du deine Terrasse mit Blumenkübeln gestalten möchtest, solltest du dir darüber Gedanken machen, wie du sie über den Winter bringst. Die meisten Gewächse benötigen einen entsprechenden Winterschutz – das gilt auch für winterharte Pflanzen, die für gewöhnlich draußen überwintern. Im Gegensatz zum Gartenboden durchdringt der Frost die Erde im Kübel schneller und tiefer. Der Wurzelballen gefriert dadurch rasch, taut aber an milden Wintertagen wieder auf. Der schnelle Wechsel lässt die Wurzeln faulen. Isolierende Materialien wie Styropor, Jutesäcke, Vlies oder Kokosmatten gleichen die Temperaturschwankungen aus und mildern tiefe Minusgrade ab.

Empfindliche Pflanzen solltest du bereits im Oktober, noch vor den ersten Nachtfrösten, in ein passendes Winterquartier bringen. Mediterrane Pflanzen können bis November im Freien bleiben, da sie kältere Nächte gewöhnt sind.


Die passenden Pflanzgefäße

Unterschiedliche Pflanzen in Kübeln

Zur Terrassenbepflanzung bieten sich Kübel, Balkonkästen oder Hängeampeln an, die es in unterschiedlichen Materialien und Größen gibt. Leichte Pflanzgefäße lassen sich problemlos verschieben, sie können aber bei starkem Wind aber schneller umkippen. Je mehr Platz dir auf der Terrasse zur Verfügung steht, desto größere Pflanzgefäße kannst du wählen. Eventuell passt sogar ein Hochbeet auf den Freisitz. Ein Eigenbau lässt sich perfekt an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Wie es geht, erfährst du in der DIY-Anleitung Hochbeet selber bauen.

Bei einer kleineren Terrasse kannst du auch in die Höhe gärtnern. Pflanzenregale und Vertikalbeete bieten viel Pflanzfläche auf kleinem Raum. Je üppiger du die Terrasse bepflanzt, desto schlichter sollten die Gefäße sein.

Wichtig: Pflanzen, die in Töpfen und Kübeln wachsen, trocknen schneller aus als ausgepflanzte Exemplare. Deshalb solltest du sie ausreichend bewässern. Der richtige Zeitpunkt dafür ist entweder morgens oder abends. An heißen Sommertagen kann es notwendig sein, dass du zweimal gießen musst.


Pflanzideen für die Terrasse

Pflanzen lassen eine Terrasse nicht nur wohnlich wirken, sie dienen auch gestalterischen Zwecken. Sie verleihen dem Freisitz Struktur, können Bereiche abgrenzen, aber auch verbindend wirken. Zudem kannst du mit der Bepflanzung bestimmte Gestaltungsstile unterstreichen. Im Folgenden findest du einige Pflanzideen für besondere Anforderungen.

Tulpenbeet hinter der Terrrasse

Terrassenrand bepflanzen

Der Übergang zwischen Terrasse und Garten sollte möglichst harmonisch verlaufen. Die Terrassenumrandung kannst du beispielsweise als Blumenbeet anlegen. Was es dabei zu beachten gilt, erfährst du im Artikel Beete planen. Auch ein abwechslungsreich bepflanzter Steingarten oder ein Kräuterbeet bieten sich für die Einfassung der Terrasse an. Bei kleineren Grundstücken empfiehlt es sich, zu Pflanzen zu greifen, die auch im Garten auftauchen. Ein wilder Mix wirkt schnell zu unruhig.

Etwas schwieriger ist die Umrandung erhöhter Terrassen. Aufgrund ihrer exponierten Lage wirken sie oft wie ein Fremdkörper im Garten. Um eine harmonische Verbindung zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst beispielsweise den Hang mithilfe von Steinpalisaden oder einer Trockenmauer in verschiedene Ebenen unterteilen. So entstehen waagerechte Beete, die sich kreativ bepflanzen lassen. Zwischen den Steinen einer Trockenmauer finden pflegeleichte Pflanzen wie Hauswurz oder Mittagsblumen einen idealen Lebensraum.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Böschung als Hangbeet anzulegen. Da das Gieß- und Regenwasser hier schneller abläuft, solltest du Pflanzen wählen, die mit wenig Wasser auskommen. Optimal sind polsterbildende Stauden und Bodendecker. Mit ihrem dichten Wurzelgeflecht finden sie Halt am Hang und schützen das Beet zudem vor Bodenerosion. Spannende Akzente setzen Ziergräser und prächtige Stauden.

Terrassenbepflanzung als Sichtschutz

So gut das nachbarschaftliche Verhältnis auch ist: Auf der eigenen Terrasse möchte man ungestört bleiben. Statt mit Zäunen und Seitenmarkisen kannst du den Sitzbereich auch mit Pflanzen vor fremden Blicken schützen. Als Sichtschutz eignen sich beispielsweise buschige Kübelpflanzen, hochwachsende Gräser, Bambus, Spalierobst oder eine immergrüne Hecke. Letztere muss jedoch regelmäßig in Form gebracht werden.

Sehr romantisch wirken Kletter- und Rankpflanzen, die an einem Spalier, an einem Zaun oder an Sichtschutzelementen emporwachsen. Zu den beliebtesten Arten zählen Wein, Kletterrosen, Clematis, Efeu, Geißblatt, Spindelsträucher und Hopfen. Ziehst du sie an einer Pergola nach oben, schaffst du dir mit der Bepflanzung nicht nur einen schönen Sichtschutz, sondern auch einen natürlichen Sonnenschutz für die Terrasse.

Mann gießt Pflanzen auf der Dachterrasse

Dachterrasse bepflanzen

Möchtest du eine Dachterrasse bepflanzen, solltest du zunächst die Witterungsverhältnisse und Standortbedingungen prüfen. Gerade im städtischen Umfeld wird der Freisitz oft durch die umliegende Bebauung verschattet. Ist die Dachterrasse dagegen der höchste Punkt, dann können die hohe Sonneneinstrahlung wie auch der Wind zur Herausforderung für die Bepflanzung werden.

Für die Dachterrasse empfehlen sich daher vor allem genügsame und Pflanzen, die Wind und Wetter standhalten. Dazu zählen beispielsweise Eibe, Berberitze und Thuja, die zudem einen schönen Sichtschutz abgeben. Auch Ziergräser wie Seggen oder Reitgras machen in luftiger Höhe eine gute Figur. Wenn du dich an einer üppigen Blütenpracht erfreuen möchtest, kannst du zu Lavendel, Schleierkraut oder Heiligenkraut greifen.

Bei Kletterpflanzen solltest du jedoch vorsichtig sein: Schnell wachsende Exemplare wie Efeu, Wein oder Knöterich könnten Schäden an der Bausubstanz verursachen.


Ideen für thematische Terrassenbepflanzungen

Mit Pflanzen lassen sich die unterschiedlichsten Stilrichtungen verwirklichen. Die Terrassenbepflanzung sollte dabei zum Design des Hauses passen.

Stilrichtung

Grundsätze der Gestaltung

geeignete Pflanzen

Landhauslook

Grundsätze der Gestaltung

nostalgische Formen und Materialien prägen das Erscheinungsbild, die Bepflanzung zeichnet sich durch üppige Blüten in zarten Pastelltönen aus, als Blumentöpfe dienen ausrangierte Gefäße aus Haus und Garten

geeignete Pflanzen

Hortensien, Rosen, Flieder, Kräuter

mediterran

Grundsätze der Gestaltung

eine mediterran bepflanzte Terrasse spiegelt das Flair des Südens wider, die Pflanzgefäße bestehen aus Terrakotta

geeignete Pflanzen

Zitruspflanzen, Olivenbaum, Oleander, mediterrane Kräuter (Oregano, Lavendel, Thymian, Salbei), Wein, Blauregen

asiatisch

Grundsätze der Gestaltung

man beschränkt sich auf das Wesentliche , Blattschmuckpflanzen und in Form geschnittene Gehölze werden kombiniert mit Kies und Wasser, auf eine üppige Blütenpracht wird verzichtet

geeignete Pflanzen

Bambus, Bonsaibäumchen (beispielsweise aus Stecklingen von Buche, Linde, Ahorn oder Eiche), Rhododendron

modern

Grundsätze der Gestaltung

klare und lineare Formen geben bei einer modernen Terrassenbepflanzung den Ton an, Pflanzen werden sparsam und akzentuierend eingesetzt, Töpfe und Kübel werden passend zum Bodenbelag ausgewählt, zum Einsatz kommen vorwiegend gedeckte Farben

geeignete Pflanzen

Ziergräser und Farne, Zitruspflanzen als Blickfang, Buchsbaum, Bambus

natürlich

Grundsätze der Gestaltung

naturnah bepflanzte Terrassen sind insektenfreundlich und bieten Lebensraum für verschiedene Kleintiere, Naturmaterialien wie Baumstämme und Moos ergänzen die üppigen Blüten heimischer Pflanzen

geeignete Pflanzen

Wildblumen, Margeriten, Kapuzinerkresse, Lupinen, Farne, Efeu


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