Steingarten anlegen: Pflegeleichte Miniaturlandschaften

Mit einem Steingarten bildest du eine alpine Felslandschaft nach oder schaffst einen modernen Schottergarten aus Kies, mit dem du geometrische Formen legst. Eine andere Möglichkeit ist, deinen Vorgarten mit prachtvollen Blütenkissen aus Polsterstauden zu verschönern oder eine kleine Ecke mit fleischigen Minisukkulenten und zusätzlich mit bunten Kieselsteinen zu verzieren. Es gibt also zahlreiche unterschiedliche Ideen, wie man einen Steingarten gestalten kann. Die Hauptrolle übernehmen dekorative Natursteine, Findlinge, Granitplatten oder Kies. Robuste Pflanzen sorgen für Abwechslung. Da sie verhältnismäßig wenig Wasser und Nährstoffe benötigen, kostet ihre Pflege kaum Zeit.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 1 bis mehrere Tage

Werkzeug: Notizblock, Bauschutt, Erde, Schaufel, Natursteine, Kies, Sand, Pflanzenvlies, Pflanzen



Einen Steingarten Schritt für Schritt anlegen

Schritt 1: Suche einen geeigneten Standort

Steingarten

Ein Steingarten bedarf keiner großen Fläche. Auch ein kleiner Vorgarten oder eine Nische sind dafür geeignet. Hast du noch weniger Platz, kannst du alternativ auch einen Miniatur-Steingarten im Kübel anlegen, den du auf dem Balkon, der Terrasse, im Wintergarten oder im Gewächshaus aufstellen kannst. Als Standorte eignen sich sehr gut Böschungen und Hänge mit einer Steigerung von circa 10 Prozent. Denn diese Schräglagen ähneln dem natürlichen Lebensraum von Gebirgspflanzen und Sukkulenten, in dem überschüssiges Wasser und damit auch Nährstoffe rasch abfließen. Einen trockenen und nährstoffarmen Boden erreichst du bei dir zu Hause, indem du Geröll oder Bauschutt anhäufst und ein künstliches Gefälle schaffst. Aber auch ein flacher Steingarten hat seinen Reiz. Als Vorbild können beispielsweise die Kiesbeete japanischer Gärten dienen. Für die meisten Steingartenpflanzen ist eine Ausrichtung nach Süden und Südwesten optimal. Wenn solch eine Ausrichtung nicht möglich ist, solltest du bei deiner Pflanzenauswahl auf Gewächse zurückgreifen, die auch im Schatten gut gedeihen.


Schritt 2: Fertige eine Skizze an

Südliches Flair durch mediterrane Bepflanzung, eine alpine Bergwelt im Kleinformat, ein pflegeleichtes Kiesbeet oder eine mehrstufige Terrasse mit plätscherndem Bachlauf nahe der Sitzecke oder der Spielwiese: Bevor du einen Steingarten anlegst, solltest du verschiedene Ideen auf Papier skizzieren. Mit einem detaillierten Plan erreichst du eher ein zufriedenstellendes Ergebnis. Denn mit ihm behältst du den Überblick über alles, was du tun oder anschaffen musst. Zudem erhältst du einen ersten optischen Eindruck und kannst besser einschätzen, wie gut sich deine Vorstellungen realisieren lassen. Erstelle am besten eine einigermaßen maßstabsgerechte Skizze. In diese zeichnest du Pflanzen, Steinarrangements, Dekoration und gegebenenfalls Trittstellen, Bachverläufe und Sitzbereiche ein. Auch Gedanken zum Farbkonzept, zur Beleuchtung oder zu einer jahreszeitlich wechselnden Bepflanzung kannst du in ersten Skizzen visualisieren.


Schritt 3: Hang abstufen oder künstlich aufschütten

Gartenarbeiten

Du willst den Steingarten an einer steilen Böschung anlegen? Dann stufe den Hang leicht ab. Das verhindert, dass Steine wegrollen und der nächste Regen die Pflanzen einfach wegspült. Am einfachsten ist es, den Hang stufenweise mit Geröll aufzuschütten oder Stufen hineinzugraben, um kleine Ebenen zu schaffen. Begrenze jede Stufenkante mit Steinen. Häufe anschließend auf jede Stufe eine Schicht nährstoffarmer Erde auf. Bietet dein Grundstück keinerlei Schrägen, schüttest du einfach selbst einen kleinen Hügel in deinem Garten auf – beispielsweise neben der Garten- oder Hausmauer. Um für Stabilität zu sorgen, solltest du den Untergrund zuvor auskoffern. Hebe die Erde circa 30 Zentimeter aus und entferne sämtliches Wurzelwerk. Anschließend schüttest du Bauschutt (wie beispielsweise zerbrochene Mauerziegel oder größere Steine) in die Kuhle, bis sich eine Erhebung bildet, die du noch einmal nachformen kannst. Damit es nicht zu Staunässe kommt, sollte die Neigung mindestens 10 Prozent betragen.


Schritt 4: Boden vorbereiten und Drainageschicht anlegen

Kies Schotter Schiefer

Eine Drainage aus Schotter, Kies und Sand erzeugt einen lockeren Untergrund, der Stauwasser vorbeugt. Zudem erleichtert sie es, größere Gesteinsbrocken zu verankern. In Verbindung mit einem Pflanzenvlies schützt diese Schicht Steingartenpflanzen vor Unkraut sowie Wühlmäusen und anderen Schädlingen. Willst du einen Steingarten auf einer planen Fläche anlegen, ist eine Drainage unverzichtbar, denn nur sie verhindert Staunässe. Sie sollte dicker als 20 Zentimeter sein. Deckst du sie zusätzlich mit einem Vlies ab, verstopft keine Erde die lockere Kiesschicht. Das Drainagematerial eignet sich auch dazu, kleinere Erhebungen zu formen. Das sieht natürlicher aus als deutlich abgegrenzte Stufen oder ein komplett flaches Kiesbeet.


Schritt 5: Schütte Pflanzenerde auf

Auf die Bauschutt- und Drainageschicht folgt das Substrat. Verwende am besten hochwertige Spezialerde. Denn für einen Steingarten geeignete Pflanzen bevorzugen in der Regel nährstoffarme Erde von sandig-kiesiger Struktur. Wenn der Untergrund ein sehr nährstoffreicher Lehmboden ist, solltest du zusätzlich etwas Sand beimengen.


Schritt 6: Finde geeignete Steine

Kieselsteine in Schubkarre

Steine sind in einem Steingarten das wichtigste Gestaltungselement. Daher ist es wichtig, sie sorgfältig auszuwählen. Überlege dir, welche Größen du benötigst und welche Farben und Texturen optisch miteinander harmonieren. Anthrazitfarbener Schiefer verfügt über eine glatte Oberfläche und scharfe Kanten. Dagegen ist Vulkangestein wie dunkler Basalt poröser und die Steine sind meist etwas abgerundet. Sollen in deinem Steingarten nach der Gestaltung helle Brauntöne dominieren, wählst du am besten Tuff oder Jurakalk. Durch eine mehrfarbige Musterung zeichnet sich hingegen Gneis aus. Du kannst aber auch unter Verwendung mehrerer verschiedener Gesteinsarten eine Gebirgslandschaft nachahmen. Doch Vorsicht: Ein zu bunter Mix wirkt unruhig.

Steine geben Mineralien ab. Daher solltest du auch berücksichtigen, inwieweit Gestein langfristig den pH-Wert des Bodens beeinflusst. Mit Jurakalk und Tuff tust du solchen Pflanzen etwas Gutes, die basische Böden bevorzugen. Dazu gehören beispielsweise viele alpine Steingartengewächse. Granit und Basalt schaffen hingegen ein neutrales bis leicht saures Milieu.


Schritt 7: Platziere die Steine

Steine legen

Soll es ein Steingarten im modernen Design oder die Miniaturausgabe einer Bergflora sein? Je nach gewünschtem Stil verlegst du die Steine entweder nach streng geometrischen Prinzipien oder in unregelmäßiger Anordnung. Im Allgemeinen wirkt eine asymmetrische Anordnung natürlicher. Sehr schön sehen auch Beete aus, bei denen größere Steine geschwungene Konturen schaffen. Alternativ kannst du auch auf Kontraste setzen und im Wechsel glatt geschliffene Granitbrocken, rundliche Zierkiesel und porösen Tuff verteilen. Orientiere dich dabei an deiner Planungsskizze: Platziere zuerst die großen und auffälligen Steine. Verankere diese, indem du sie bis zu einem Drittel eingräbst. Schütte für noch mehr Stabilität die dabei entstehenden Hohlräume mit Sand auf.


Schritt 8: Steingarten bepflanzen und dekorieren

Nimm auch hierbei deinen Plan zu Hilfe und setze die Steingartenpflanzen gezielt als Gestaltungselemente ein – achte dabei auch auf die verschiedenen Vegetationszeiten. Pflanze sonnenverwöhnte mediterrane Gewächse lieber in Nähe eines größeren Steinbrockens, der die Tageswärme länger speichert. Setze zudem die Jungpflanzen, Blumenzwiebeln oder Samen in größeren Abständen zueinander ein, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig in die Quere kommen. Grabe zuerst ein ausreichend großes Loch. Hast du ein Vlies ausgelegt, solltest du den Stoff kreuzförmig einschneiden. Bedecke die Wurzelkrone vollständig mit Substrat und anschließend mit einer Kiesschicht. Das sieht nicht nur stimmiger aus, sondern hält auch Unkraut und überschüssiges Regenwasser fern. Anschließend kannst du deinen Steingarten durch Gartendekoration wie Sturmlaternen, Amphoren und Figuren in Szene setzen oder auch Sitzbänke aufstellen.


Schritt 9: Pflege deinen Garten

Ist dein Steingarten fertig angelegt, solltest du die Pflanzen sparsam gießen. Nun gilt es, erst einmal abzuwarten, bis sich die Gewächse voll entfaltet haben. Dünger- und Wasserbeigaben benötigen Steingartenpflanzen nur selten. Entferne jedoch regelmäßig welke Blätter, jäte Unkraut und begrenze allzu stark wuchernde Arten, damit sich alle Pflanzen gut entwickeln können und der Steingartencharakter erhalten bleibt.


Steingartenpflanzen: Gewächse für tolle Miniaturlandschaften

Wenn du einen Steingarten anlegst, solltest du dafür kleinwüchsige Pflanzen nutzen, die eine trockene und nährstoffarme Umgebung bevorzugen.

Pflanzen Steingarten
  • Polsterstauden: Kompakte Blütenpflanzen wie Blaukissen und Wolfsmilch entfalten sich im Steingarten zu herrlich blühenden kleinen Büscheln.
  • Immergrüne Zwerggehölze: Kiefer, Wacholder, Balsamtanne und Zypresse gibt es auch im Kleinformat. Mit ihnen ahmst du einen Naturwald nach. Sie sorgen das ganze Jahr über für grüne Tupfer.
  • Mediterrane Kräuter: Lavendel, Rosmarin, Salbei und Zitronenthymian wachsen buschig und sorgen für südliches Ambiente. Achte bei ihnen auf eine vollsonnige Lage.
  • Gräser: Ganzjährige Ziergräser wie Segge oder Lampenputzergras sehen richtig angelegt aus wie eine kleine Steppenlandschaft. Sie erlauben bei einer terrassenartigen Anlage eine reizvolle Höhenstaffelung.
  • Dickblattgewächse: Die rosettenförmig wachsenden fleischigen Blätter von Hauswurz und Aeonium harmonieren optisch wunderbar mit Natursteinen und runden Kieseln.

Das könnte dich auch interessieren