In einem bunten GemĂŒsegarten darf Paprika natĂŒrlich nicht fehlen. Wir essen sie gern als farbenfrohe Beilage in warmen Gerichten, kalt in knackigen Salaten oder als Snack zwischendurch. Wie du deine Paprika in Zukunft selbst anbauen kannst, erfĂ€hrst du in diesem Garten-Ratgeber von toom Baumarkt. Außerdem erwarten dich Tipps zur richtigen Pflege und wie du Fehler beim Paprikaanbau vermeiden kannst.

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Über die Paprika

GrĂŒne und gelbe Paprika im GemĂŒsegarten

Die als NachtschattengewĂ€chs bekannte Paprika ist ein sehr beliebtes Nahrungsmittel – als GemĂŒse und auch als GewĂŒrz. Beim Begriff Paprika haben wir hierzulande direkt die GemĂŒsepaprika im Kopf – doch auch Arten wie Chili und Peperoni gehören zu ihrer Familie. Bei Anbau und Pflege von Paprika verhalten sich jedoch alle Sorten Ă€hnlich und so wird in diesem Ratgeber ĂŒberwiegend von der Paprika gesprochen. Es gibt sie in vielen Farben und Formen sowie unterschiedlichen Geschmacks- und SchĂ€rfegraden.


Der richtige Standort fĂŒr Paprikapflanzen

Der Standort ist fĂŒr die verschiedenen GemĂŒsearten in deinem Beet essenziell fĂŒr eine ertragreiche Ernte. Die Paprikapflanze mag es gern hell und warm, weshalb sie am liebsten in direkter Sonne steht. Außerdem mag die Paprika es nicht zu windig. Daher bietet sich als Standort fĂŒr Paprikapflanzen eine sonnige SĂŒdwand oder ein kleines GewĂ€chshaus an. Vor dem Pflanzen deiner GemĂŒsesorten solltest du genau planen, wie du den Nutzgarten anlegst, damit auch jede Pflanze ihren idealen Standort bekommt.

Paprika im GemĂŒsegarten

Die Paprika lebt im GemĂŒsegarten gern windgeschĂŒtzt und freut sich ĂŒber ein kleines, lichtdurchflutetes und belĂŒftetes Treibhaus. Aber auch im Freien können Paprikapflanzen gut gedeihen und reichlich Ertrag bringen, wenn es ihnen warm und hell genug ist. WĂ€hle in deinem Beet also einen sehr sonnigen, windarmen Platz aus, um dort Paprika anzupflanzen. Dein Selbstversorger-Garten wird durch die bunten FrĂŒchte der Paprika zu einem echten Blickfang.

Paprikapflanzen auf dem Balkon

Paprikapflanzen auf dem Balkon und der Terrasse

Die Paprika benötigt nicht unbedingt ein ganzes GemĂŒsebeet im Garten. Auch in einem Hochbeet oder einzelnen PflanzkĂŒbeln, -sĂ€cken und -kĂ€sten können Paprikapflanzen hervorragend wachsen. So ist die Paprika auch super dafĂŒr geeignet, dein kleines Selbstversorger-Paradies auf dem Balkon oder der Terrasse zu bereichern. Achte nur darauf, dass die BehĂ€lter groß genug sind und die Pflanzen ausreichend Platz zum Wachsen haben. Ein Fassungsvermögen von 10 Litern pro Pflanze sollte es demnach schon sein, zumal Paprika sehr durstig ist und mit mehr Erde auch mehr Feuchtigkeit gehalten werden kann. Paprika zu setzen braucht also je nach Anzahl der Pflanzen ein wenig Platz.

Übrigens: In KĂŒbeln und KĂ€sten sind Pflanzen oft besser vor SchĂ€dlingen wie Schnecken geschĂŒtzt als im offenen GemĂŒsebeet.

Paprikapflanze neben Salat im GemĂŒsebeet

Die richtigen Nachbarn fĂŒr die Paprika

Damit GemĂŒsepflanzen wie die Paprika optimal wachsen und reifen können, solltest du schon bei der Beetplanung auf die richtigen Nachbarn achten. Gute Nachbarn sind Pflanzen, die Ă€hnliche Bedingungen benötigen, sich gegenseitig mit NĂ€hrstoffen unterstĂŒtzen und SchĂ€dlinge voneinander fernhalten. Gute Nachbarn fĂŒr Paprikapflanzen sind demnach:

  • KrĂ€uter: Basilikum, Petersilie, Dill
  • Borretsch
  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Karotte
  • Salat
  • Kamille
  • Studentenblume

Schlechte Nachbarn hingegen entziehen sich gegenseitig wichtige NĂ€hrstoffe und belasten sich mehr, als sich zu helfen. Du solltest daher folgende Pflanzen von deiner Paprika entfernt einpflanzen:

  • Erbsen
  • Fenchel
  • Rote Beete
  • Aubergine
  • Kartoffeln
  • Zucchini
  • KĂŒrbisse
  • Sellerie

Übrigens: Bei Tomaten und Gurken scheiden sich die Geister. Diese haben Ă€hnliche AnsprĂŒche wie Paprikapflanzen und werden daher oft zusammen gepflanzt. Allerdings können sie sich gegenseitig NĂ€hrstoffe entziehen und Krankheiten wie Mehltau ĂŒbertragen. Daher solltest du diese wenigstens in ausreichendem Abstand zueinander pflanzen, wenn sie als Nachbarn funktionieren sollen.


Paprika anbauen: die Vorkultur

Da Paprikapflanzen es sehr warm mögen (am liebsten ĂŒber 25 Grad), empfiehlt sich die Vorkultur im Warmen. Du kannst drinnen schon ab Mitte/Ende Februar mit der Anzucht beginnen, damit die Paprika dann nach dem Frost groß genug ist, um nach draußen zu ziehen. Paprika lĂ€sst sich ganz leicht anbauen, indem du sie auf der sonnigen Fensterbank vorziehst. Die Keimzeit von Paprika betrĂ€gt etwa 10 bis 14 Tage.

Paprikasamen werden auf Erde gelegt

Paprika aus Samen ziehen

Der klassische Weg fĂŒr die Paprika-Vorkultur ist mit Paprikasamen. Diese kannst du im Gartencenter kaufen oder aus Paprikaschoten selbst gewinnen. Bei Selbstversorgern ist es auch sehr beliebt, untereinander Samen zu tauschen – fĂŒr eine große Sortenvielfalt.

Möchtest du Paprikapflanzen aus Samen ziehen, benötigst du nur die Samen, etwas Anzuchterde und entsprechende GefĂ€ĂŸe. Hierzu eignen sich viele Arten von Bechern, Pflanztöpfen oder speziellen Anzuchttöpfen – sie sollten nur wasserdurchlĂ€ssig sein. Auch mit Quelltabletten aus Kokoserde gelingt die Anzucht von Paprika sehr gut. Die einzelnen Samen werden ca. 5 bis 10 mm tief in die Erde gedrĂŒckt und leicht mit Erde bedeckt.

Damit die Paprika-Anzucht noch schneller gelingt, solltest du die Töpfe mit einer transparenten Kunststoffhaube abdecken – so haben es die PflĂ€nzchen schön warm und feucht. HierfĂŒr gibt es auch spezielle ZimmergewĂ€chshĂ€user.

Tipp: Du kannst Paprikasamen auch ganz leicht selbst gewinnen. Entferne einfach das Innere einer Paprika und lege die einzelnen Kerne zum Trocknen auf ein KĂŒchentuch. An einem sonnigen Platz sind sie nach wenigen Tagen trocken genug, um als Samen gelagert zu werden (kĂŒhl und dunkel).

Paprika selbst aus FrĂŒchten ziehen

Du kannst auch aus einer herkömmlichen Paprikafrucht eine neue Pflanze heranziehen – das sogenannte â€žRegrowing“ von Pflanzen ist sehr beliebt. Du musst die Frucht nur halbieren, die eine HĂ€lfte mit Anzuchterde befĂŒllen und das Ganze in einen Topf mit Erde setzen. Aus den enthaltenen Kernen bzw. Samen sprießen dann nach 1 bis 2 Wochen bereits die ersten Keimlinge. Diese solltest du dann umsetzen, wenn sie groß genug sind, da es ihnen sonst zu eng wird und die Paprika unter der Erde auch langsam schimmelt.


Paprika pflanzen

Paprikapflanze wird eingepflanzt

Wenn die jungen Paprikapflanzen etwa 10 cm groß sind, solltest du sie aus ihren Anzuchttöpfen einzeln in etwas grĂ¶ĂŸere Töpfe mit Anzuchterde umsetzen. Bis zum letzten Frost mĂŒssen diese aber noch im Haus bleiben und sich dort fĂŒr den Umzug nach draußen stĂ€rken. Ab Mitte Mai können die Paprikapflanzen dann tagsĂŒber schon ein bisschen nach draußen, um sich an die neue Umgebung und Temperatur zu gewöhnen – jeden Tag ein bisschen lĂ€nger.

Erst, wenn es keinen Frost mehr gibt, solltest du die Jungpflanzen komplett nach draußen umsiedeln. Pflanze die Paprika in GemĂŒseerde und dĂŒnge sie etwas mit Kompost. Aber nicht zu viel, da man Pflanzen auch schnell â€žĂŒberdĂŒngen” kann.


Paprikapflanze richtig pflegen

Gelbe Paprika im GemĂŒsegarten

Sind deine Paprikapflanzen erstmal in Topf oder Beet umgesiedelt, solltest du die erste Zeit nur darauf achten, dass sie genĂŒgend Wasser haben. Im Sommer sollten Paprika tĂ€glich gegossen werden, da sie einen hohen FlĂŒssigkeitsbedarf haben. Damit die Paprikapflanze gut wachsen kann und nicht beim nĂ€chsten Windstoß abknickt, empfehlen sich Rankhilfen oder StĂŒtzen – auch, wenn die Pflanze nah an der Wand steht. DĂŒngen solltest du deine Paprika nur etwa zweimal im Jahr: beim Einpflanzen und bei den ersten FrĂŒchten.

BestÀubung und Ertragssteigerung

Paprika sind Selbstbefruchter und ihre BlĂŒten werden durch Insekten und leichten Wind in der Regel selbst bestĂ€ubt. Man kann aber auch auf verschiedene Arten ein wenig nachhelfen, um die BestĂ€ubung sicherzustellen:

  • fĂŒr Pflanzen in der NĂ€he sorgen, die bestĂ€ubende Insekten anziehen
  • die Pflanzen gelegentlich leicht schĂŒtteln
  • die BlĂŒten mit einem Pinsel bestĂ€uben

Zur Ertragssteigerung von Paprikapflanzen haben sich außerdem zwei Möglichkeiten herausgestellt:

  • die Terminalknospe ausbrechen (die erste „KönigsblĂŒte” zwischen den oberen VerĂ€stelungen)
  • erste FrĂŒchte relativ schnell ernten, um Wachstum anzuregen

Paprika ernten und richtig lagern

Hand guckt nach grĂŒner Paprika im GemĂŒsegarten

Die ersten Paprika können oft bereits im Juli geerntet werden und die Pflanzen tragen bis in den Oktober/November noch FrĂŒchte – je nach Temperatur und Bedingungen. Du kannst die grĂŒnen FrĂŒchte direkt ernten, wenn du ihren etwas bitteren Geschmack magst. Bevorzugst du den sĂŒĂŸlicheren Geschmack der durchgefĂ€rbten Paprika (je nach Sorte, meist gelb oder rot), musst du dich noch ein paar Wochen gedulden. Am besten erntest du die FrĂŒchte mit einem scharfen GemĂŒsemesser, um beim Abbrechen die Paprikapflanze nicht zu beschĂ€digen.

Geerntete Paprika sollten kĂŒhl und dunkel gelagert werden, jedoch nicht im KĂŒhlschrank. Bei optimaler Lagerung (in Speisekammer oder Keller) sind die reifen FrĂŒchte dann 1 bis 2 Wochen haltbar. Bringt die Ernte mehr FrĂŒchte, als man direkt verzehren möchte, können Paprika auch wunderbar eingelegt oder eingefroren werden.

Paprikapflanze ĂŒberwintern

Auch wenn viele ihre Paprikapflanzen ĂŒber den Winter entsorgen, können diese sogar im Folgejahr nochmal FrĂŒchte tragen – oftmals sogar mehr als im ersten Jahr. Denn Paprika sind mehrjĂ€hrig. Die Überwinterung muss allerdings in einem beheizten GewĂ€chshaus oder im warmen Wintergarten erfolgen, damit die kĂ€lteempfindlichen GemĂŒsepflanzen nicht erfrieren. Im nĂ€chsten Jahr kannst du die Paprika dann wieder nach draußen pflanzen.


Krankheiten und SchÀdlinge

BlattlÀuse auf einer Paprikapflanze

Durch falsche Pflege oder ungute Bedingungen können Paprikapflanzen SchĂ€dlingen zum Opfer fallen oder krank werden. Es ist daher wichtig, dass du fĂŒr genug Licht und WĂ€rme sowie ausreichend Wasser sorgst und der Paprika keine schlechten Nachbarn zumutest.

Die hÀufigsten SchÀdlinge an Paprikapflanzen sind BlattlÀuse, die bereits die Jungpflanzen befallen. Abhilfe zur BlattlausbekÀmpfung können hier Nachbarn wie Knoblauch schaffen, die BlattlÀuse gar nicht mögen.


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