Deine Photovoltaikanlage ist das ganze Jahr über verschiedensten Umwelteinflüssen und Witterungsbedingungen ausgesetzt – und diese können ihre Spuren auf der Oberfläche hinterlassen. Viele Anlagenbesitzer sind daher unsicher, ob man die Solarmodule reinigen muss und wenn ja, wie oft. Wir geben dir alle Antworten auf die wichtigsten Fragen.


Wie wirkt sich Schmutz auf eine Photovoltaikanlage aus?

verschmutzte Solarpaneele

Verunreinigungen wirken wie eine Verschattung der PV-Module. An den verschmutzten Stellen dringt weniger Sonnenlicht zu den Solarzellen vor, die infolgedessen weniger Strom produzieren. Dadurch sinken sowohl dein Ertrag als auch deine Einnahmen durch die Einspeisevergütung. Wie hoch die Leistungsverluste sind, hängt vom Grad der Verschmutzung ab. Sie können bis zu 20 % der Maximalleistung betragen.

Gefährlich wird es, wenn es zum sogenannten Hot-Spot-Effekt kommt. Werden einzelne Solarzellen komplett verschattet, etwa durch festanhaftenden Vogelkot, dann erzeugen sie selbst keine elektrische Spannung mehr. An den betroffenen Stellen „staut“ sich der Strom, was zu einer Überhitzung und im schlimmsten Fall zum Brand führen kann.


Welche Arten von Verschmutzungen gibt es?

Je nach Region, in der die Solaranlage installiert ist, gibt es verschiedene Arten von Verschmutzungen, die sich auf den Modulen ablagern können:

  • natürliche Verunreinigungen: Dazu zählen Sand und Staub, Insekten, Nager- und Vogelkot, umherfliegende Federn und Tierhaare, Nadeln, Blätter und Blütenpollen sowie Schwebepartikel aus der Landwirtschaft. Vor allem in der Nähe von Wäldern oder landwirtschaftlichen Betrieben sind PV-Anlagen verstärkt natürlichen Verunreinigungen ausgesetzt.
  • chemische Partikel: An vielbefahrenen Straßen oder Bahntrassen lagern sich gern Verkehrsemissionen wie Reifenabrieb oder Ölpartikel auf den Modulen ab. Auch Feinstaub und Ruß aus privaten und gewerblichen Schornsteinen können die PV-Anlage verschmutzen.
  • Sekundärverschmutzungen: Staub und Schmutz bieten die ideale Lebensgrundlage für Pilze, Flechten und Moose. Meist siedeln sich diese an den Rändern der Module an.

Wann ist die Reinigung der Solarmodule sinnvoll?

Prinzipiell sind PV-Module selbstreinigend, das bedeutet, dass Regen und Schnee den größten Teil des Schmutzes einfach abwaschen. Das funktioniert aber nur dann zuverlässig, wenn das Dach einen ausreichenden Neigungswinkel aufweist und es genügend Niederschläge gibt. Gerade bei längeren Trockenperioden oder einer Dachneigung unter 15 Grad kann es sinnvoll sein, die PV-Module zu reinigen. Aber auch bei Photovoltaikanlagen, die stärker von Schmutz betroffen sind, etwa weil sie in der Nähe von Bahntrassen, landwirtschaftlichen Betrieben, Industrieanlagen oder Bäumen mit klebrigen Blütenpollen installiert sind, lohnt sich eine Reinigung unter Umständen.

Beachte: Die Kosten für die Solarreinigung sollten nicht höher sein als der zusätzliche Ertrag, den du mit sauberen Modulen erzielst. Dazu aber später mehr.


Wie oft solltest du deine Photovoltaikanlage reinigen?

Eine pauschale Antwort auf die Frage, wie oft du eine PV-Anlage reinigen musst, gibt es nicht. Vielmehr kommt es auf die Gegebenheiten vor Ort an. Experten empfehlen, mindestens einmal im Jahr eine Sichtprüfung durchzuführen. In Gebieten mit hoher Belastung musst du deine Solaranlage eventuell jährlich säubern. Bei geringerer Verschmutzung reicht ein Reinigungsintervall von drei bis fünf Jahren. Spätestens dann, wenn du selbst eine Verminderung der Leistung feststellst, solltest du eine Reinigung in Angriff nehmen.


Was kostet eine professionelle Reinigung von Solaranlagen?

Die PV-Reinigung durch einen Fachbetrieb kostet zwischen zwei und drei Euro pro Quadratmeter. Bei kleineren Anlagen setzen Dienstleister oft Festpreise an. Sinnvoll ist es, die Arbeiten mit der Wartung der Solaranlage zu verbinden, sodass die Fachkräfte nur eine Anfahrt berechnen. Während der Reinigung können sie gleich die Module in Augenschein nehmen.


Kann ich meine PV-Anlage auch selber reinigen?

Person reinigt Solarpanel mit Schwamm

Höchstwahrscheinlich musst du auf das Dach klettern, um deine PV-Paneele zu reinigen. Das kann gefährlich werden: Laien wissen oft nicht, wie sie sich richtig absichern, zudem sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefordert. Sofern du ohnehin deine Solaranlage selbst installiert hast, kannst du die Reinigungsarbeit auch selbst übernehmen. Andernfalls ist eine professionelle Reinigung die sicherste Lösung.

Befinden sich die Module in Bodennähe, dann kannst du sie durchaus selbst säubern. Achte darauf, dass du dabei keine stromleitenden Komponenten berührst!

Generell verlangen Solarmodule eine schonende Behandlung. Verwende keine starken Reinigungsmittel, sondern greife – wenn nötig – lieber zu umweltfreundlichen Haushalts- und Glasreinigern. Auch der Hochdruckreiniger ist tabu: Der starke Strahl könnte Sprünge oder Risse in der Glasfläche verursachen.

Am besten reinigst du deine Photovoltaikanlage mit Wasser aus der Regentonne und einer weichen Glasbürste bzw. einem weichen Besen. Nutze besser kein Leitungswasser, da es je nach Härtegrad Kalkablagerungen und Schlieren auf den Solarpanels hinterlassen kann. Führe die Arbeiten an einem wolkenverhangenen, kühlen Tag durch, damit die Module kalt sind. An einem warmen Sommertag müsstest du warmes Wasser verwenden, sonst ist der Temperaturunterschied zu groß – die heißen Paneele „erschrecken“ und können Risse bekommen.