Fugen erneuern

Silikon ist sowohl wasserabweisend als auch elastisch und damit das ideale Dichtmittel für Fugen in Bad, Küche sowie bei allen Wand-Boden-Übergängen. Silikonfugen schützen die Bausubstanz vor Nässe und Verunreinigung und stellen sicher, dass keine Zugluft eindringt. Da sie jedoch meist hoher Belastung durch Sonneneinstrahlung und/oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind, verschleißen sie mit der Zeit. Das erkennst du daran, dass sie sich gelb-braun verfärben oder sich schwarze Schimmelflecken darauf bilden. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern bedeutet auch, dass die Fugen ihren Zweck nicht länger erfüllen. Zunächst kannst du die Silikonfugen reinigen oder ausbessern, doch auf lange Sicht musst du die Dichtmasse erneuern. Dafür brauchst du kein spezielles Fachwissen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie einfach das geht.


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: ca. fünf Minuten pro Fliese

Werkzeug: Fugenkratzer oder Cuttermesser, Silikonentferner, Aceton oder Essig, Malerkrepp, Pinsel, Putzlappen, Gummihandschuhe



Wann solltest du Silikonfugen erneuern?

alte Fugen

Die ersten Verschleißspuren lassen sich noch gut beseitigen, doch ganz aufhalten kannst du den Prozess nicht. Früher oder später musst du Silikonfugen erneuern, und zwar aus den folgenden Gründen:

  • Praktische Gründe: Poröse oder sich ablösende Silikondichtungen erfüllen nicht mehr ihren Zweck. Durch undichte Fugen kann Nässe dringen und die Bausubstanz angreifen. Zudem wird die Reinigung dadurch schwer bis unmöglich. Insbesondere in feuchten und kühlen Räumen wie Bad, Küche, Keller und Waschraum droht dadurch Schimmelbefall.
  • Gesundheitliche Gründe: Kleine schwarze Pünktchen oder größere dunkle Flecken deuten auf Schimmel hin. Bei leichtem Befall kannst du dir mit Schimmelentfernern behelfen, die den gesundheitsgefährdenden Pilz abtöten und die betroffene Stelle bleichen. Häufig hat sich der Pilz jedoch bereits tief in die weiche Dichtmasse gefressen. Da hilft nur eines: Silikon entfernen und Fugen erneuern.
  • Ästhetische Gründe: Eine leicht vergilbte Fuge in einer Ecke mag man übersehen. Doch deutlich sichtbar durch Schmutz oder Hausstaub verfärbte Fugen fallen vor allem bei glatten, weißen Fließen unangenehm auf.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für neue Silikonfugen

Zum Erneuern von Silikonfugen sind nur wenige, einfache Schritte erforderlich.


Schritt 1: Silikonfugen entfernen – Untergrund reinigen

Silikon mit Fugenschaber

Zunächst musst du den Arbeitsbereich reinigen. Dazu putzt du den Bereich rund um die zu erneuernde Fuge gründlich. Das Silikon entfernst du, indem du es herausschneidest. Am einfachsten gelingt das mit einem Fugenkratzer. Er hat einen abgewinkelten Griff und die optimale Messerbreite, sodass er die Silikonfugen nahezu vollständig entfernt. Gerade bei Fliesen ist es sinnvoll, auf dieses Spezialwerkzeug zurückzugreifen. Du könntest auch ein gewöhnliches Cuttermesser benutzen, doch damit zerkratzt du allzu leicht die glatte Oberfläche von Keramikfliesen, Emaille- oder Acrylbadewannen. Wichtig ist, dass du präzise und sauber arbeitest, denn die Versiegelung unter der Fugenmasse darf nicht beschädigt werden. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt. Falls Silikonreste an den Fliesen zurückbleiben, kannst du sie anschließend mit einem stumpfen Gegenstand entfernen.

So gehst du vor:

  • Stich mit der spitzen Ecke des Fugenkratzers in die Dichtmasse.
  • Schneide mit der gesamten Messerbreite den verfugten Zwischenraum der Länge nach an.
  • Heb anschließend den angeschnittenen Silikonstrang mit dem Fugenkratzer oder einem Spachtel an und schäle die Dichtmasse nach und nach heraus. Je vorsichtiger du dabei vorgehst, desto weniger Reste bleiben in der Fuge kleben.

Schritt 2: Silikonreste entfernen: Aceton und Speziallösungen

Putzmaterial

Nur selten lässt sich Silikon mit einem Mal restlos entfernen. Zwar kannst du hartnäckige Rückstände auch einfach wegschaben, doch das ist mühsam und hinterlässt unschöne Kratzer. Einfacher geht es nach der ersten Grobreinigung mit Lösemitteln, speziellem Silikonentferner oder Aceton. Wenn du im Kochbereich oder über einer Spüle Silikon entfernen willst, kannst du es auch mit hochkonzentriertem Essig probieren. Die Wirksamkeit von Silikonentfernern und dem Reinigungsmittel Aceton ist jedoch in jedem Fall größer.

 

  • Trage das Lösungsmittel am besten mit einem Pinsel auf die Silikonreste auf.
  • Lass das Mittel einwirken und beachte die auf der Verpackung empfohlene Einwirkzeit.
  • Die Rückstände des Silikons entfernst du schonend mithilfe eines Kunststoffspachtels.
  • Wische die abgelösten Reste mit einem Putzlappen weg und reinige die Fuge.

Hinweis: Um Hautrötungen und gereizten Atemwegen vorzubeugen, solltest du Handschuhe tragen und gut lüften. Für Acrylbadewannen und Oberflächen aus Polyamid oder Marmor eignen sich allerdings nicht alle Lösungsmittel. Beachte daher immer die Herstellerhinweise.


Schritt 3: Fugen säubern schützt vor Schimmel und unschönen Flecken

Fugen reinigen

Du hast das Silikon erfolgreich entfernt? Dann steht noch eine kleine Putzaktion aus. In Fugen setzt sich häufig Schmutz fest, der besonders bei transparentem Silikon deutlich zu sehen ist. Auch die Abdichtung und die Elastizität des neuen Silikons wird dadurch beeinträchtigt. Ein absolutes Muss ist die gründliche Reinigung bei Schimmelbefall. In diesem Fall solltest du die Pilzsporen vorher mit hochprozentigem Brennspiritus oder chlorhaltigem Schimmelspray abtöten, bevor du das Silikon erneuerst.


Schritt 4: Fugen abkleben für Arbeit nach Maß

Du musst kein Profi sein, um schnurgerade Silikonfugen zu ziehen. Ein einfaches Mittel hat sich auch beim Fugenerneuern bewährt: Malerkrepp. Um gerade Ränder zu erhalten, klebst du das Kreppband beidseitig an den Fugenkanten an. Damit verhinderst du, dass du erneut Silikon von den Fliesen entfernen musst, nachdem du die Fugen erneuert hast.


Schritt 5: Silikonmasse einfüllen

Silikonmasse bei Fugen einfüllen

Bevor du loslegst, sollten sich alle Hilfsmittel in Reichweite befinden, denn bei diesem Schritt kommt es auf gutes Timing an. Silikon trocknet bereits nach wenigen Minuten, sodass die Zeitspanne für Korrekturen recht kurz ist.

Wenn du an Wand-Boden-Übergängen Silikonfugen erneuern musst, empfiehlt sich Folgendes: Streiche den Zwischenraum vorher mit Haftgrund aus und setze eine Hinterfüllschnur ein, um die Elastizität zu verbessern. Darüber hinaus helfen diese vorbereitenden Maßnahmen:

  • Schneide die Tülle der Kartuschenpistole schräg an und zwar so, dass die Öffnung etwa zwei Millimeter breiter ist als die Fuge. An stark beanspruchten Stellen sollte die Silikonfuge zweimal so breit wie die Spalte sein.
  • Lege die Kartuschenspitze an und presse die Dichtmasse nur unter leichtem Druck heraus, um die Silikonfugen so zu ziehen, dass dabei möglichst nur die Fugenflanken benetzt werden. Die Silikonmasse wird idealerweise in einem 45-Grad-Winkel in die Fugen gespritzt.
  • Führe die Kartusche möglichst ohne Absetzen an der Fuge entlang, um die Dichtmasse gut zu verteilen. Mit gleichmäßigem Druck und einer gleichmäßigen Geschwindigkeit geht es besser.

Schritt 6: Fugen glätten

Fugen glätten

Glätte die verteilte Dichtmasse unmittelbar nach dem Auftragen. Das entfernt überschüssiges Silikon und sieht sauberer aus. Die besten Ergebnisse erzielst du mit einem Fugenglätter, den du vorher in Spülmittel oder Glättmittel eintunkst. Den Fugenglätter ziehst du in einem Zug über die frische Silikonfuge. Übe dabei nur leichten Druck aus und halte den Glätter stets im gleichen Winkel. Wenn du keinen Fugenglätter zur Hand hast, kannst du auch einen Finger nehmen. Auch hierbei Spülmittel oder ein Glättmittel benutzen und mit gleichmäßigem Druck und gleicher Geschwindigkeit arbeiten. Durch das Spülmittel bleiben keine Reste am Fugenglätter oder den Fingern zurück, präziser ist allerdings der Fugenglätter.


Schritt 7: Trocknen lassen

Die Silikonfuge ist erfolgreich erneuert? Dann steht noch der letzte Schliff aus. Bevor du Korrekturen vornimmst oder die Silikonfuge belastest, muss die Dichtmasse vollständig aushärten. Dabei darf sie nicht mit Wasser in Berührung kommen. Wähle daher einen geeigneten Zeitpunkt, wenn du Fliesenfugen erneuern möchtest. Nach einer Stunde ist das Silikon bereits fest. Es wird jedoch empfohlen, die vom Hersteller empfohlene Einwirkzeit einzuhalten. Für ein perfektes Ergebnis solltest du die Silikonmasse etwa 24 Stunden vollständig aushärten lassen. Dann kannst du das Klebeband abziehen.

Manchmal bilden sich trotz Abkleben unschöne Ränder. Sobald du den Malerkrepp abziehst, werden sie sichtbar. Das überschüssige Silikon entfernst du wie oben beschrieben. Da solche unerwünschten Ausläufer nur eine dünne Schicht bilden, lassen sie sich leicht beseitigen.


Silikonfugen erneuern: Welches Silikon eignet sich dafür?

Fugen erneuern

Silikon ist nicht gleich Silikon. Es gibt viele unterschiedliche Sorten.

  • Küchenbereich: Dort, wo du Essen zubereitest und aufbewahrst, solltest du Küchen-Silikon verwenden. Fugen erneuerst du hierbei mit schadstofffreiem Dichtmittel.
  • Wand-Boden-Übergänge: Diese Zwischenräume füllst du am besten mit einem Silikonstoff, der eine hohe Reißdehnung besitzt.
  • Bad: Hierfür gibt es sehr beständiges Silikon, das häufigem Wasserkontakt und Badreinigungsmitteln standhält. Gegen Schimmelbefall empfehlen sich Sanitärsilikone mit pilzhemmenden Inhaltsstoffen.
  • Wohnbereich: Hier kommt es auch auf die Optik an. Silikon für den Wohnbereich gibt es in verschiedenen Farbtönen.

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