Holz furnieren: in drei Schritten zum Erfolg

Möchtest du Oberflächen aus Holz optisch etwas aufpeppen, hast du die Möglichkeit, sie zu furnieren. Auf diese Weise kannst du aus alten Möbeln stylishe Hingucker machen, die je nach Furnier beispielsweise besonders edel oder exotisch wirken. In der folgenden Anleitung zum Furnieren von Holz erfährst du in nur wenigen Schritten, wie du Furniere ganz einfach selbst anbringen kannst!


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: abhängig von der Größe, inkl. Vorbereitungs- und Trocknungszeit bis zu 1 Tag

Werkzeug: Furnierkleber, Zahnspachtel, Zollstock/Maßband, Cutter, optional: Spachtelmasse, Schleifpapier (feine Körnung), Feger, Nudelholz, Frischhaltefolie, Holzbrett, Schraubzwingen


Was ist ein Furnier eigentlich?

Walnussfurnier

Ein Holzfurnier ist ein sehr dünnes Holzblatt, das mit unterschiedlichen Verfahren aus einem Stamm herausgesägt, -geschält oder -geschnitten wird. Dieses Furnier wird anschließend dazu verwendet, alte Möbel aufzupeppen oder Holzwerkstoffe wie Spanplatten zu veredeln. Auch Schichthölzer werden mit Furnieren hergestellt.

Was bedeutet „furniert“ also in Bezug auf Möbel oder Holz im Allgemeinen? Ganz einfach: Furniertes Holz ist das Holz, das bereits mit einem Furnier versehen wurde. Furnierholz dagegen bezeichnet die Holzarten, aus denen die Furniere hergestellt werden – oder teilweise auch gleich das ganze Furnier. Praktischerweise umfassen die gängigen Furnierholzarten so gut wie alle (heimischen) Bäume genauso wie tropische Holzarten – dir stehen also bei der Wahl der Veredelung alle Möglichkeiten offen.

Wie genau man Holz furniert, erfährst du in den folgenden Abschnitten.


Furnierarten: eine Übersicht

Vorbereitung eines Stammes für die Herstellung von Sperrholz und Furnier

Es gibt drei Furnierarten, die sich vor allem in ihrer Herstellung sowie ihrer Verwendung unterscheiden. Das sind:

• Sägefurnier

• Messerfurnier

• Schälfurnier

Sägefurniere werden mit Hilfe einer speziellen Säge aus dem Baumstamm herausgesägt. Die entstehenden Furniere sind dicker als bei den anderen beiden Methoden (min. zwischen 1 und 1,5 Millimeter) – dafür ist der Verschnitt aber auch recht hoch, was die Herstellung von Sägefurnier sehr teuer macht. Sägefurnier gilt als qualitativ sehr hochwertig. Besonders harte Hölzer wie beispielsweise Palmenholz lassen sich ausschließlich als Sägefurnier herstellen.

Bei der Herstellung von Messerfurnier wird das Holzblatt mit einem Messer herausgeschnitten. Gegenüber dem Sägefurnier lassen sich hierbei deutlich dünnere Schichten mit weniger Verschnitt ablösen. Allerdings muss das Furnierholz für das Messer vorbehandelt werden, indem es beispielsweise gedämpft oder gewässert wird. Das kann zu Farbveränderungen führen. Zudem ist das Holz anfällig für Risse und Brüche.

Schälfurniere werden nach verschiedenen Methoden aus dem Baumstamm herausgeschält – etwa radial, wie beim Spitzen eines Bleistifts. Die Schälmethode ist die schnellste Herstellungsart von Furnieren, ihr Ergebnis gilt aber auch als preisgünstig und reicht qualitativ nicht an die beiden anderen Methoden heran. Dennoch kannst du auch mit Schälfurnier tolle optische Effekte auf Holz erzielen.


Anleitung zum Furnieren von Holz

Mann, der ein Stück Holz glättet

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Eine wichtige Voraussetzung zum Furnieren von Holz ist die Vorbereitung des Untergrunds. Dieser sollte vollkommen glatt und staubfrei sein, bevor du das Furnier anbringen kannst. Unebenheiten rückst du zunächst mit Spachtelmasse zu Leibe. Ist diese ausgehärtet, greifst du zum Schleifpapier mit mittlerer Körnung, um den Untergrund abzuschleifen. Wiederhole diesen Vorgang anschließend noch einmal mit feiner Körnung.

Entferne dann Staub und Schleifreste mit einem Handfeger oder Pinsel, um sicherzustellen, dass der Untergrund tragfähig ist und das Furnier gut haften kann.


Schritt 2: Furnier zuschneiden und kleben

Mann trägt Furnierkleber auf

Jetzt kannst du das Holz furnieren. Schneide das Furnier mit dem Cuttermesser auf die benötigte Größe zu, die du vorher mit dem Zollstock oder Maßband ermittelt hast. Versuche möglichst genau zu messen, damit nicht allzu viel an den Rändern übersteht.

Trage dann den Furnierkleber per Zahnspachtel auf den Untergrund auf und lasse ihn ein paar Minuten lang einwirken. Manche Furniere sind vom Hersteller bereits mit Kleber versehen, sodass du dir diesen Schritt eventuell sparen kannst.

Ist der Kleber angetrocknet, kannst du das Furnier kleben und festdrücken. Dabei hilft ein einfacher Trick: Wickle ein Nudelholz mit Frischhaltefolie ein und drücke das Furnier damit gleichmäßig an – so verrutscht es nicht so einfach. Alternativ verwendest du ein Holzbrett und mehrere Schraubzwingen, um das Furnier anzupressen.

Möchtest du eine größere Fläche furnieren, musst du unter Umständen mehrere Furnierstücke verwenden. In diesem Fall legst du sie Stoß an Stoß und klebst sie dann mit dünnem Klebeband zusammen, so dass du sie anschließend zusammen auf dem Untergrund anbringen kannst.


Schritt 3: Kanten abschneiden und zuschleifen

Furnier wird zugeschnitten

Es dauert ca. 12 Stunden, bis der Kleber für dein Holzfurnier vollständig getrocknet ist. Am besten lässt du das Werkstück also über Nacht in Ruhe und machst am nächsten Tag mit den abschließenden Arbeiten weiter. Die sind allerdings schnell erledigt: Du musst lediglich überstehende Kanten mit dem Cutter zuschneiden.

Damit sich niemand an den Kanten schneiden kann – und weil es schöner aussieht – empfiehlt es sich, die Kanten am Ende noch abzuschleifen und umzuleimen. Mit Kantenumleimern hast du das im Handumdrehen erledigt.


Furnierholz reparieren oder verändern

Blasen werden aus Holzfurnier heraus gebügelt

So schön dein neues Furnier auch ist: Es wird leider nicht immer so bleiben, schließlich nutzt es im Laufe der Zeit etwas ab. Beschädigungen im Furnier sehen nicht besonders schön aus, aber keine Sorge: Du musst nicht gleich das komplette Holz neu furnieren. Es kann bereits ausreichen, die entsprechenden Stellen auszubessern. So gelingt es dir:

• Risse ausbessern: Das machst du entweder mit Holzkitt oder mit einem neuen Furnierstück. Das bringst du genauso an wie in dieser Anleitung beschrieben – achte lediglich darauf, dass die Farbe des neuen Stücks zum vorhandenen Furnier passt. Alternativ bügelst du das Stück mit Schmelzkleber und einem Bügeleisen einfach auf.

  • Blasen glätten: Auch hier hilft das Bügeleisen. Die Hitze löst den Furnierkleber, sodass du das Furnier wieder andrücken kannst. Lege dabei aber auf jeden Fall ein Tuch zwischen Holz und Eisen. Du kannst auch etwas Holzleim unter die Blase spritzen, um das Furnier wieder anzukleben.
  • Furnier färben: Natürlich kannst du dein Furnier auch beizen oder lackieren. Mit einer schönen Beize hebst du die einzigartige Maserung des Holzes hervor und setzt tolle Farbakzente, während eine Lackierung des Holzes für Schutz sorgt und daher beispielsweise gut für Möbel geeignet ist.

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