Treppe fliesen: So gelingt es dir

Fliesen sind nicht nur in Küche und Bad, sondern auch als Treppenbelag innen wie außen sehr beliebt. Sie bestechen durch eine hohe Lebensdauer, sind pflegeleicht und das Verlegen gelingt relativ unkompliziert. toom Baumarkt zeigt dir hier, wie du das Fliesen deiner Treppe in nur wenigen Schritten selbst erledigen kannst.


Schwierigkeitsgrad: je nach Beschaffenheit der Treppe einfach bis mittel

Dauer: (bis zu) 2 Tage

Werkzeug: Fliesen, Fliesenkleber, Fliesenkreuze, Fugenmörtel, Wasserwaage, Zollstock, Bleistift, Kelle, Fliesenschneider, Fuggummi, Fugenschwamm, Silikon, Kartuschenpresse; optional: Gummihammer, Haftgrund, Tiefgrund, Fließspachtelmasse, Sperrschicht



Die Wahl der richtigen Fliesen: Rutschfestigkeit und Abrieb

geflieste, graue Treppe

Optisch bietet sich dir bei den Fliesen für deine Treppenstufen zahlreiche Möglichkeiten – hier entscheidet dein persönlicher Geschmack. Bei der Beschaffenheit der Fliesen solltest du aber zwei Dinge beachten:

  • Rutschfestigkeit: Diese wird in verschiedene Klassen eingeteilt und definiert, wie rutschfest eine Fliese ist. Die Klassen reichen von R9 bis R13. Letzte besitzt den stärksten rutschhemmenden Effekt – oft bedeutet das aber auch, dass die Oberfläche entsprechend aufgeraut ist und in einem Wohngebäude nicht unbedingt schön aussieht. In der Regel reicht bereits eine R9-Fliese für deine innenliegende Treppe – um dein persönliches Sicherheitsbedürfnis zu stillen, kannst du aber natürlich auch zu einer höheren Klasse greifen. Alternativ montierst du rutschfeste Abschlussleisten an jeder Stufe – die kannst du übrigens auch nachträglich anbringen.
  • Abriebfestigkeit: Die Abriebfestigkeit definiert, wie hart und haltbar die Fliesen sind. Fliesen der Gruppe 1 sind recht weich, die der Gruppe 5 sehr hart. Gruppe-1-Fliesen eignen sich also am besten als Wandfliesen oder für Bereiche, die wenig und ohne Schuhwerk begangen werden – um ein Treppenhaus zu fliesen, sind sie eher ungeeignet. Greife am besten zu Fliesen der Gruppe 4 oder 5.

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

einzelne Fliese liegt auf Rohbautreppe

Bevor du mit dem Fliesen der Treppe beginnst, sollte diese tragfähig, sauber und eben sein. Prüfe jede Stufe mit der Wasserwaage und beseitige Schmutz und kleine Unebenheiten mit Reiniger und Spachtelmasse. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds musst du diesen noch grundieren: Möchtest du beispielsweise eine Betontreppe fliesen, benötigst du Tiefgrund, da Beton noch stark saugen kann und dem Fliesenkleber so das Wasser entziehen würde.

Es ist möglich, wenn auch nicht immer ratsam, Fliesen auf Fliesen zu verlegen. Diese sollten dann aber hohlraumfrei verlegt sein und sicher haften. Da alte Fliesen nicht besonders saugfähig sind, solltest du außerdem noch Haftgrund auf den Untergrund streichen. Alternativ entfernst du den alten Belag, bevor du das Treppenhaus fliest.


Schritt 2: Fliesen zuschneiden

Fliese wird zugeschnitten

Lege zuerst lose einige Fliesen auf die Stufen, um die perfekte Aufteilung zu testen. Beginne in der Mitte der Stufe (das misst du mit dem Zollstock aus) und arbeite dich nach außen vor. Zeichne nötige Zuschnitte auf den Fliesen an. Bei einer geraden Treppe ist das relativ simpel, bei einer Wendeltreppe jedoch komplizierter: Hier verlegst du immer von innen nach außen.

Bist du dir sicher, wie du die Fliesen später verlegen willst, kannst du mit dem Zuschnitt der Fliesen weitermachen. Dazu reicht in der Regel ein herkömmlicher Fliesenschneider. Bei besonders dicken Platten musst du unter Umständen auf Spezialwerkzeug wie einen Diamantschneider zurückgreifen. Anschließend kannst du die Treppe fliesen.


Schritt 3: Treppenstufen fliesen

Treppe wird gefliest

Nun wird geklebt und verlegt. Wichtige Regel: Gehe immer von oben nach unten vor, damit du weiterarbeiten kannst, während der Kleber antrocknet. Beginne mit der obersten Trittstufe: Verteile den Fliesenkleber mit der Zahnkelle auf der Treppenstufe und auch auf der Rückseite der ersten Fliese, setze diese dann auf die Stufe und klopfe sie mit dem Gummihammer an – die glasierte Kante der Fliese sollte dabei nach vorne zeigen. Die Fliese sollte außerdem an der Stufenkante etwas überstehen – etwa so viel, wie sie dick ist. Hast du die erste Trittstufe gefliest, machst du mit der senkrechten Setzstufe weiter.

Zu allen Rändern der Treppe solltest du wie üblich Dehnungsfugen lassen, damit die Fliesen etwas Platz zum Arbeiten haben und später nicht reißen. Mit einem Fugengitter erreichst du außerdem ein symmetrisches Fugenbild.


Schritt 4: Fugen verschließen

Treppenfliesen werden verfugt

Nachdem du jede Stufe mit Fliesen verkleidet hast, muss der Fliesenkleber erst einmal trocknen und aushärten. Das kann mehrere Stunden bis einige Tage dauern – beachte hierzu am besten die Herstellerangaben auf dem Kleber.

Danach musst du die Fugen zwischen den Fliesen in deinem Treppenhaus noch mit Fugenmörtel verschließen. Kratze erst einmal etwaige Kleberreste aus den Fugen heraus und fülle dann den Mörtel hinein. Streiche ihn mit einem Fuggummi diagonal in die Fugen. Jetzt lässt du den Mörtel austrocknen und reinigst anschließend die Fugen mit dem Fugenschwamm, um letzte Mörtelreste zu entfernen.

Zu guter Letzt spritzt du die Dehnungsfugen mit Silikon aus – Informationen dazu erhältst du in unserem Ratgeber zum Erneuern von Silikonfugen.

Tipp: Möchtest du deine Kellertreppe fliesen, dann beachte, dass du die Treppe nach getaner Arbeit für einige Zeit nicht betreten darfst. Du brauchst also entweder einen weiteren Ausgang oder solltest eventuell zunächst nur die Hälfte der Treppe fliesen.


Außentreppe fliesen

Außentreppe wird gefliest

Möchtest du rutschfeste Fliesen für eine Außentreppe verlegen – beispielsweise, weil du deine Eingangstreppe fliesen willst –, gehst du im Prinzip genauso vor wie innen. Zusätzlich solltest du aufgrund der Witterungsverhältnisse einige Dinge beachten:

• Verwende unbedingt frostfeste Fliesen.

• Zwischen Fliesenkleber und Fliesen wird eine besondere Sperrschicht verlegt.

• Du benötigst speziellen Flexkleber und -mörtel, da die Fliesen hier wegen der hohen Temperaturunterschiede stärker arbeiten.

• Statt Silikon kannst du auch einen speziell für den Außenbereich geeigneten Dichtstoff wie Acryl nehmen, um die Anschlussfugen auszuspritzen.

• Falls möglich: Nimm das Geländer ab, um dir die Arbeit zu erleichtern.

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