Wandfliesen verlegen

Wand fliesen: So geht’s

Wenn du im Bad Fliesen verlegen möchtest, soll meist nicht nur der Boden, sondern auch die Wand einen neuen Belag bekommen. Wandfliesen verlegen funktioniert ähnlich wie bei Bodenfliesen. Daher solltest du zusätzlich in unseren Ratgeber zum (Boden-)Fliesenlegen schauen, wo du noch weitere wichtige Tipps findest.

Weitere Tipps rund um das Thema Fliesen findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst. 


Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: Je nach Raumgröße 1 bis 2 Stunden, oder auch mehrere Stunden (verteilt auf 2 Tage), wenn zuvor größere Arbeiten erforderlich sind

Werkzeug & Material: Wandfliesen, Fliesenkleber, Fugenmörtel, Unterlegplättchen, ggf. Eck-/Abschlussprofile, Silikon, Spülmittel, Ausgleichsmasse, Grundierung, Zollstock, Wasserwaage, Richtlatte, Fliesenschneidegerät/ Fliesenkneifzange, Kelle, Zahnspachtel, ggf. Gummihammer, Fliesenkreuze, Fugengummi, Kartuschenpistole, Abziehhilfe, weicher Schwamm, Dichtbänder, Pinsel


1. Fliesenmenge berechnen und Material besorgen

Bevor du mit dem Verlegen von Wandfliesen starten kannst, musst du die benötigten Materialien besorgen. Dazu gehören außer den oben aufgezählten Werkzeugen Fliesen in der erforderlichen Anzahl. Hierfür misst du zunächst die zu fliesenden Flächen aus. Dann rechnest du die ermittelte Breite mal Höhe des Raumes, um die zu fliesenden Quadratmeter und damit die benötigte Fliesenmenge zu errechnen. Rechne für den Materialbedarf stets ausreichend Verschnitt – etwa zehn Prozent – mit ein sowie die eine oder andere Fliese, die beim Zuschneiden zu Bruch geht. Außerdem können Ersatzfliesen auch für die Zukunft praktisch sein, falls du mal eine kaputte Fliese auswechseln musst.

Produkte zum Wandfliesen verlegen


2. Wand zum Verfliesen vorbereiten

Bevor du die Wandfliesen anbringen kannst, solltest du den Untergrund prüfen und vorbereiten. Die Fläche muss sauber, trocken, staubfrei, eben und tragfähig sein. Glätte Unebenheiten wie kleine Risse mit Spachtelmasse. Alte Fliesen solltest du entfernen, wenn sie nicht mehr sicher halten oder Unebenheiten aufweisen. Ansonsten ist auch das Überfliesen möglich, dafür musst du jedoch zunächst einen Haftgrund auftragen.

Falls der Untergrund sehr saugfähig ist, schaffst du eine Basis mit Tiefengrund. Zudem ist es im Nassbereich wichtig, die Wand unter den Fliesen mit einer Dichtanstrich zu behandeln, damit Wasser nicht durch die Fugen in die Wand dahinter dringt. Bring auch um die Wasseranschlüsse herum Dichtmanschetten an, damit an diesen Stellen kein Wasser in die Wand eintritt.


3. Wandfliesen legen und Grundlinie ziehen

Handwerker zieht mithilfe einer Wasserwaage eine Linie an der Wand.

Nach dem Kauf kannst die Fliesen im gewünschten Muster auf dem Boden auslegen. Zeichne dann die Fliesenbreite grob an der Wand an, um bei der Verlegung ein symmetrisches Bild aus ganzen Fliesen und eventuellen Schnittstücken zu erhalten.

Wandfliesen verlegst du von innen nach außen. Zeichne zur Orientierung mithilfe einer Wasserwaage eine waagerechte Grundlinie an und ergänze mit einem Senklot eine senkrechte Linie in der Mitte der Wand, um den Mittelpunkt zu ermitteln.


4. Fliesenkleber aufbringen

Mit einer Kelle bringt ein Handwerker Fliesenkleber an der Wand an.

Nach der angegebenen Reifezeit trägst du den anmachfertigen Pulverkleber gleichmäßig auf die Wandfläche auf und spachtelst ihn mit einem Zahnspachtel zu einer ebenen Fläche glatt. Auf Untergründen wie Spanplatten oder alten Fliesen empfehlen wir einen Kleber für hohe Beanspruchung (zum Beispiel Flexkleber). Wähle die Zahnung des Spachtels entsprechend der Fliesengröße, der Beschaffenheit der Fliesenrückseiten sowie dem Untergrund.

Ganz wichtig ist, dass du beim Wände fliesen das Kleberbett nie bis an die nächste Wand ziehst, sondern immer ein paar Millimeter Luft lässt.


5. Wandfliesen verlegen

Fliese wird in das Kleberbett an der Wand gesetzt.

Beginne an den Wänden vom Mittelpunkt aus zu fliesen. Dazu verlegst du die Fliesen mittig entlang der waagerechten Grundlinie und setzt dies entlang der senkrechten Linie fort. Von der ersten senkrechten Fliesenreihe setzt du dann das Fliesenlegen nach außen zu den Ecken hin fort. Den richtigen Abstand zwischen den Fliesen bekommst du mit Fliesenkreuzen hin. Mit einer leichten Drehbewegung drückst du die Fliesen in das Kleberbett.

Möchtest du nicht auf der ganzen Fläche Wandfliesen verlegen, empfehlen wir, von unten nach oben zu fliesen. Ansonsten ist es sinnvoll, eine waagerechte Richtlatte anzubringen und von dieser aus nach oben zu verlegen. Die Richtlatte verhindert, dass die Fliesen nach unten verrutschen. Bei Außenecken beginnst du außen immer mit ganzen Fliesen und setzt eventuell ein Eck- oder Abschlussprofil für einen sauberen Fliesenabschluss an der Wand.


6. Richtig fliesen: Ausrichtung und Festigkeit der Wandfliesen prüfen

Handwerker setzt Fliesenkreuze zwischen Wandfliesen.

Vergewissere dich beim Wandfliesen verlegen von Zeit zu Zeit anhand der Fliesenkreuze, dass alle Fliesen waagerecht angebracht sind. Prüfe auch, ob die Fliesen mit genügend Kleber befestigt sind (erforderlich sind 80 Prozent Bedeckung).

Mit der bereits erwähnten Richtlatte verhinderst du zudem, dass die Fliesen nach unten verrutschen. Mit Unterlegeplättchen verhinderst du, dass die Fliesen den Boden berühren.


7. Fliesen zuschneiden

Eine Fliese wird über dem Knie gebrochen.

Zum Fliesen zuschneiden benötigst du ein Fliesenschneidegerät. Damit ritzt du die Fliesen auf der Oberseite an, damit du sie über der Kante brechen kannst.

Wichtig: Da zwischen jeder Fliese Fugen liegen, musst du beim Abmessen des Wandbereichs noch die Fugenbreite vom ermittelten Maß abziehen. Für runde Zuschnitte (z.B. bei Steckdosen) verwendest du einen Winkelschleifer und eine Fliesenkneifzange.

Das Brechen von Fliesen ist übrigens kein Hexenwerk. Manche Fliesenschneider übernehmen das bereits automatisch. Sollte dies bei deinem Modell nicht der Fall sein, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Per Hand: Nachdem du mit dem Fliesenschneider die Sollbruchstelle erzielt hast, legst du die Fliese auf einen glatten Untergrund (z.B. einen Tisch) und lässt den Teil, den du abbrechen möchtest, über die Kante hinausragen. Jetzt sollte sich die Fliese bequem per Hand an der Bruchstelle durchbrechen lassen.
  • Mit dem Hammer: Alternativ kannst du auch einen Hammer verwenden und den überflüssigen Teil vorsichtig abschlagen.
  • Über dem Knie: Ebenso leicht kannst du die Fliese über dem Knie brechen. Aber Vorsicht bei Knieproblemen!

Mit der Fliesenkneifzange: Schmale Ränder lassen sich mithilfe einer Kneifzange sehr leicht abknipsen.


8. Wandfliesen oben abschließen

Du musst nicht unbedingt deckenhoch fliesen. Als oberen Fliesenabschluss kann du auch hübsche Dekorfliesen oder farbige Bordüren an der Wand anbringen. Mit einem Abschlussprofil (auch Fliesenschiene genannt) sorgst du ebenfalls für eine gerade Kante.


9. Wandfliesen verfugen

Fugenmasse wird auf Wandfliesen gestrichen.

Damit letztlich alle Fliesen fest miteinander verbunden sind, musst du die Wandfliesen noch verfugen. Hierzu rührst du fertigen Fugenmörtel nach Herstellerangaben an. Dann trägst du die Fugenmasse mit einem Fugengummi auf und arbeitest sie gleichmäßig in die Fugen ein.

Wenn du Randfliesen verfugen möchtest, nutzt du eine andere Technik: Fugen in den Ecken, zwischen Wand und Boden, Wand und Decke sowie zwischen zwei Räumen verfugst du mit Silikon. Verwende hierfür am besten eine Kartuschenpistole, die die Dichtmasse sauber in die Fuge bringt. Danach benetzt du das Silikon mit einem Glättmittel oder Spülmittel und ziehst es mit einer Abziehhilfe glatt.


10. Fliesen säubern

Wandfliesen werden mit weichem Tuch geputzt.

Nach dem Verfugen lässt du den Mörtelschleier etwas antrocknen und entfernst ihn dann mit einem feuchten Schwamm. Verwende dafür aber keine scharfen Reinigungsmittel oder kratzige Schwämme.