Meißelarten, Werkzeuge und Anwendungsbereiche

Wenn es an aufwendige Renovierungsarbeiten geht, ist ein Meißel unverzichtbar. Typischerweise kommt er zum Einsatz, wenn Aussparungen für Rohre in Wände geschlagen oder alte Fließen von Mauerwerk getrennt werden sollen. Auch das Lösen von Schweißverbindungen und die Herstellung von Holzzapfen lassen sich mit dem passenden Meißel erledigen.


Was ist ein Meißel und wofür wird er eingesetzt?

Stein wird mit Hammer und Meißel bearbeitet

Per Definition gehört die Arbeit des Meißelns genauso wie das Bohren, Drehen, Hobeln oder Schleifen zu den Zerspanungsverfahren. Dabei wird ein Werkstück in eine bestimmte geometrische Form gebracht, indem mithilfe mechanischer Werkzeuge Späne von ihm abgetrennt werden. Je nach Werkstoff bedeutet Meißeln aber nicht nur Spanabheben, sondern auch Zertrümmern oder Trennen, denn Meißeln wird zwar zur Holz- und Metallbearbeitung, vor allem aber für die Bearbeitung von Steinwerkstoffen eingesetzt. Darum hat es die Redewendung „etwas in Stein meißeln“ auch in unseren täglichen Sprachgebrauch geschafft.

Der Meißel ist das Werkzeug, das für diese Tätigkeit verwendet wird. Er wird in einem spitzen Winkel an das Werkstück angesetzt und dann durch äußere Krafteinwirkung in das Material getrieben. Er hat eine keilförmige Schneide, die auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt ist. Ursprünglich wurde der Meißel mit einem Hammer in den Werkstoff geschlagen. Heute werden für Bauarbeiten und Reparaturen überwiegend Elektrowerkzeuge wie Schlagbohrer oder Bohrhämmer mit Meißelaufsätzen verwendet. Das manuelle Vorgehen mit Hammer und Meißel findet sich inzwischen fast nur noch im Kunsthandwerk oder bei kleineren Reparatur- und Sanierungsarbeiten an Hölzern.

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Welche Meißelarten gibt es?

Stein wird gemeißelt

Das Material deines Werkstücks ist der Ausgangspunkt für die Wahl des passenden Meißels. Je nachdem, ob du Holz, Metall oder Stein meißeln willst, benötigst du eine andere Art Meißel, denn die Materialien stellen je unterschiedliche Anforderungen an die Werkzeugschneide.

Stein meißeln

In Stein zu meißeln, gehört streng genommen nicht zu den Zerspanungsverfahren, da die Gesteinsschichten in Form von Brocken, Splittern oder Staub abgetragen werden, nicht als Späne. Die Klinge von Steinmeißeln ist beidseitig geschliffen und hat einen großen Keilwinkel von etwa 70° bis 80°, mit der sich verschiedenste Steinwerkstoffe effektiv zertrümmern bzw. in Form bringen lassen.

Metall meißeln

Metall wird gemeißelt

Von Metallen lassen sich zwar Späne abtragen, doch das Haupteinsatzgebiet von Meißeln in der Metallbearbeitung besteht nicht in der Oberflächenbehandlung von Werkstücken, sondern im Trennen einzelner Elemente. Mit Metallmeißeln lassen sich robuste Nieten- oder Schraubverbindungen und sogar Schweißnähte trennen. Die Klinge eines Metallmeißels ist ebenfalls beidseitig geschliffen, hat allerdings einen kleineren Keilwinkel als jene eines Steinmeißels. Der Winkel beträgt 40° bis 70° und richtet sich nach dem Härtegrad des jeweiligen Metalls (für Stahl 60° bis 70°, für Aluminiumlegierungen 40° bis 50° etc.).

Holz meißeln

Holz wird gemeißelt

Holzmeißel werden im Handel meistens unter den Bezeichnungen Stemmeisen, Stecheisen oder Holzbeitel angeboten. Anders als bei den Meißeln für die Stein- oder Metallbearbeitung ist ihre Klinge nur einseitig ausgeführt und in einem sehr spitzen Winkel angeschliffen. So lässt sich das Abheben der Holzspäne besser kontrollieren und die empfindliche Holzoberfläche wird nicht unnötig in Mitleidenschaft gezogen.

Meißel bestehen üblicherweise aus robustem Werkzeugstahl, der entweder durchgehend oder nur im Schneidenbereich zusätzlich gehärtet ist. Darüber hinaus gibt es Spezialmeißel mit hartmetallbestückten Schneiden.


Welcher Meißel für welche Tätigkeit?

Für jede der drei vorgestellten Meißelarten gibt es verschiedene Unterausführungen, die auf spezielle Arbeitsaufgaben abgestimmt sind. Die Meißel lassen sich grob in Flach-, Hohl- und Spitzmeißel einteilen, die dir jeweils in unterschiedlichen Größen und Formen zur Wahl stehen. Willst du Metall oder Holz meißeln, ist die Auswahl noch verhältnismäßig übersichtlich; zum Steinmeißeln kommt jedoch eine Vielzahl von Ausführungen infrage.

Meißel zur Holz- und Metallbearbeitung

Holz wird gemeißelt

In der Metallbearbeitung werden hauptsächlich Flachmeißel verwendet, mit denen sich Verbindungen zwischen zwei Werkstücken gut trennen lassen. Hast du das auch vor, achte darauf, dass der Meißel für das entsprechende Metall geeignet ist. So vermeidest du Materialschäden an deinem Werkstück und stellst sicher, dass der Meißel nicht vorschnell verschleißt.

Der Flachmeißel ist unter dem Namen Stechbeitel auch bei der Holzbearbeitung eines der wichtigsten Meißelwerkzeuge. Hier wird er vor allem für rechteckige Aussparungen, Nuten und das Glätten von Kanten eingesetzt. Willst du rund geformte Vertiefungen in ein Werkstück aus Holz schlagen, setzt du dafür einen Hohlbeitel in der gewünschten Größe ein.

Tipp: Beim Holzmeißeln solltest du vor jedem Arbeitseinsatz die Schneide nachschärfen und möglichst entlang der Holzfasern arbeiten, um das Absplittern und Ausfasern der Kanten zu vermeiden.

Meißel zur Steinbearbeitung

Unterschiedliche Meißelformen

Beim Steinmeißeln wird durch die Schlagwirkung das spröde Materialgefüge gelockert, sodass sich Risse bilden. Anschließend sorgt die Keilwirkung des Meißels dafür, dass Teile von Gestein absplittern. Für Bau- und Renovierungsarbeiten steht dir eine große Auswahl an verschiedenen Meißelformen und Spezialmeißeln zur Verfügung:

  • Spitzmeißel: Meißel mit angespitzten Schneiden für Abbrucharbeiten und Wanddurchbrüche in Beton und Mauerwerk
  • Flachmeißel: unterschiedliche Breiten zum Lösen von Fliesen, Bodenbelägen oder Putz; speziell geformte Schneiden (z. B. beim Zahneisen) zur Strukturierung von Oberflächen
  • Hohlmeißel: Aussparungen für Rohre und Leitungen; Hohlmeißel mit seitlich angebrachten Flügeln (Flügelmeißel) erleichtern das Einhalten einer gleichmäßigen Nuttiefe

Zudem gibt es Flach- und Spitzmeißel mit besonderen Schaftprofilen (z. B. Keilen oder Nuten) hinter der Schneide, die dafür sorgen, dass sich sowohl Leistung als auch Haltbarkeit des Werkzeugs deutlich erhöhen.

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