Nahaufnahme eines Flaschengartens mit diversen Pflanzen.
Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Dauer: 30 Minuten
Material: Glasgefäß (mit oder ohne Verschluss), Kies, Pflanzgranulat oder Blähton, Blumenerde, Pflanzen, Dekoelemente, Handschuhe, Trichter, langer Löffel oder Stab, eventuell Kakteenzange oder Pinzette

Ob zuhause oder im Büro: Zimmerpflanzen sind nicht nur sehr dekorativ, sie steigern zudem unser Wohlbefinden. Stellte man die grünen Mitbewohner früher einfach nur aufs Fensterbrett, dürfen sie heute die gesamte Wohnung erobern. Urban Jungle heißt der Trend, bei dem es darum geht, die eigenen vier Wände in eine grüne Oase zu verwandeln.

Doch nicht jeder hat einen grünen Daumen oder die Zeit, sich um einen ganzen Dschungel zu kümmern. Die Pflege von Zimmerpflanzen kann schließlich ganz schön aufwendig sein. Auf frisches Grün muss man trotzdem nicht verzichten. Die Lösung ist ein Flaschengarten: Einmal richtig angelegt, versorgt sich das Biotop im Glas weitestgehend von selbst.

Einen Flaschengarten selber zu machen, ist gar nicht schwer. Du musst nur darauf achten, dass sich kein Schimmel bilden kann. In diesem Ratgeber von toom Baumarkt erfährst du, wie ein Flaschengarten aufgebaut ist, welche Erde du benötigst und welche Pflanzen sich auch in einem Glas wohlfühlen.


Was ist ein Flaschengarten?

3 Flaschengärten auf einem Holztisch vor Schwarzer Wand.

Ganz einfach betrachtet handelt es sich bei einem Flaschengarten um ein offenes oder geschlossenes Glas mit Pflanzen. Letztere Variante wird auch als Hermetosphäre bezeichnet. Sie kommt fast gänzlich ohne Pflege aus. Ein Beispiel ist der Flaschengarten des Briten David Latimer, der in 58 Jahren nur ein einziges Mal geöffnet wurde.

Ein Überblick über die einzelnen Komponenten:

  • Glasgefäß: Das Glas sollte durchsichtig sein, damit man eine gute Sicht auf die Pflanzen hat. Ideal sind große, bauchige Gefäße mit einem Inhalt von 2–3 l. Du kannst für deinen DIY-Flaschengarten aber auch herkömmliche Bonbon- oder Einmachgläser verwenden. Wichtig: Möchtest du eine Hermetosphäre anlegen, muss sich das Glas luftdicht verschließen lassen.
  • Pflanzen: Je nach Größe des Gefäßes reichen zwei bis fünf kleine Pflanzen für den Flaschengarten aus. Auch Stecklinge oder Ableger deiner Zimmerpflanzen gedeihen in einem Glas.
  • Kies, Pflanzgranulat oder Blähton: Dient als Drainage und verhindert, dass die Erde schimmelt. Besonders geeignet sind langlebige Substrate wie Lavagranulat für Hydrokulturen oder Basaltsplitt.
  • Holzkohle: Damit sich kein Schimmel bildet, kannst du etwas zerkleinerte Holzkohle in das Glas geben. Alternativ erfüllen auch Springschwänze, die du im Zooladen kaufen kannst, diese Funktion.
  • Pflanzsubstrat: In einer keimfreien und nährstoffarmen Anzuchterde wachsen die Pflanzen nur langsam und bleiben klein.
  • Dekoelemente: Als Deko eignen sich Steine, Äste, Wurzeln, Muscheln oder auch Miniaturen.

Du kannst dir entweder alle Bestandteile für deinen Flaschengarten einzeln zusammensuchen oder du kaufst dir gleich ein Komplettset, das vom Glas über das Substrat bis hin zu den passenden Pflanzen bereits alles beinhaltet, was du benötigst.

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Wie funktioniert ein Flaschengarten?

Zwei Flaschengärten auf dem Küchentisch.

Ein Flaschengarten bildet ein perfektes kleines Ökosystem, das den natürlichen Stoffkreislauf widerspiegelt: Die Pflanzen nehmen über ihre Wurzeln Wasser auf, das über ihre Blätter verdunstet. Die Feuchtigkeit setzt sich dann in Form von Kondenswasser an der Glaswand ab. Es rinnt hinab ins Substrat und steht den Pflanzen so erneut zur Verfügung. Auch Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff befinden sich im Fluss. Um das Gleichgewicht im Glas aufrechtzuerhalten, müssen die Pflanzen tagsüber genug Licht bekommen.


Welche Pflanzen eignen sich für einen Flaschengarten?

Blühende Bromelien in der Nahaufnahme.

Für einen Flaschengarten bieten sich vor allem tropische Pflanzen an, die ein feuchtwarmes Klima mögen.

Geeignete Pflanzen für den Flaschengarten sind beispielsweise:

  • Bromelien
  • Zierpfeffer
  • Zebrakraut
  • Zwerg-Grünlilien
  • kleinwüchsige Farne
  • Torf-, Java- oder Sternmoos
  • Ufopflanze
  • kleinblättrige Dreimasterblume
  • Mini-Orchideen
  • fleischfressende Pflanzen (Carnivoren)
  • Bonsai

Achte darauf, dass die Pflanzen, die du zusammen kultivieren möchtest, ähnliche Ansprüche an ihre Umgebung stellen. Wenn du dir unsicher bist, lass dich am besten im Fachhandel beraten. Du kannst deinen Flaschengarten auch mit Sukkulenten und Kakteen bepflanzen. Da diese jedoch nicht für ein tropisches Klima ausgelegt sind, sollte das Glas offen bleiben.


Der richtige Standort für deinen DIY-Flaschengarten

Moderner, sonnendurchfluteter Wohnraum.

Deinen Flaschengarten stellst du am besten an einen warmen und hellen Platz. Vermeide aber direkte Sonneneinstrahlung, die Pflanzen könnten ansonsten verbrennen. Alternativ kannst du auch eine Pflanzenlampe verwenden. Das Innere des Glases sollte zudem gut einsehbar sein. So avanciert dein Mini-Gewächshaus bestimmt schnell zur Attraktion im Raum! Flaschengärten eignen sich übrigens auch prima zum Verschenken!


Flaschengarten pflegen

Nahaufnahme von Oben in einen Flaschengarten.

Ein Flaschengarten benötigt nur sehr wenig Pflege. In den ersten Tagen solltest du dein Biotop im Glas genau beobachten. Sind die Glaswände dauerhaft beschlagen, hast du zu viel Wasser verabreicht. Nimm gegebenenfalls den Deckel ab und lass das Glas einige Tage offen stehen. Erst, wenn das überschüssige Wasser komplett verdunstet ist, schließt du den Flaschengarten wieder.

Kondensiert hingegen kein Wasser auf den Glasflächen des Flaschengartens, dann gieße die Pflanzen nochmals leicht. Idealerweise ist das Glas morgens beschlagen und trocknet im Laufe des Tages ab. Ist dieser Zustand erreicht, wird das Glas nicht mehr geöffnet! Eine Ausnahme kannst du machen, um kranke oder faulende Pflanzen zu entfernen. Beachte: Stopfen aus Naturkork sind nicht komplett luftdicht, sodass du etwa drei- bis viermal im Jahr ein wenig Wasser nachfüllen musst.

Hast du dich für ein offenes Glas entschieden, musst du die Pflanzen natürlich regelmäßig gießen und gegebenenfalls auch düngen.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: Flaschengarten anlegen

Eine Frau arbeitet an einem Flaschengarten
  1. Glasgefäß reinigen: Bevor die einzelnen Elemente ins Glas kommen, solltest du es gründlich reinigen und mit kochendem Wasser ausspülen. So tötest du alle Schimmelsporen und Keime ab. Trockne das Glas dann ab. Kies und Dekosteinchen kannst du in ein Sieb geben und mit kochendem Wasser übergießen.
  2. Drainageschicht einbringen: Fülle nun den Kies, den Blähton oder das Granulat ein. Je nachdem, wie groß der Flaschenhals ist, kannst du dafür einen Trichter zur Hilfe nehmen. Die Schicht sollte 2–3 cm stark sein.
  3. Pflanzerde einfüllen: Auf die Drainageschicht kommt nun etwas zerkleinerte Holzkohle. Fülle dann die Erde ein. Achte darauf, dass diese trocken ist, sodass nichts an den Glaswänden kleben bleibt. Die Erdschicht sollte etwa 3–5 cm hoch sein.
  4. Flaschengarten bepflanzen und dekorieren: Nimm die Pflanzen aus dem Topf, vereinzele die Pflanzentriebe und klopfe die Erde vorsichtig von den Wurzeln ab. Sehr lange Wurzeln kannst du etwas einkürzen. Dadurch wachsen die Pflanzen besser an. Forme mit einem Löffel eine Mulde in der Erde und setze die Pflanzen ein. Bedecke den Wurzelballen mit Erde und drücke diese vorsichtig fest. Auf den freien Flächen kannst du das Dekomaterial verteilen.
  5. Pflanzen angießen und Glas verschließen: Gieße die Pflanzen mit kalkarmem und handwarmem Wasser – vorzugsweise aus der Regentonne – an. Die Erde sollte gut befeuchtet sein, ohne dass sich Staunässe bildet. Jetzt musst du das Glas nur noch verschließen – fertig ist deine Hermetosphäre! Kultivierst du Sukkulenten und Kakteen, bleibt das Gefäß offen.

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