Geflügel

Hähnchenkeulen, Chicken Wings & Co. lassen nicht nur das Herz kalorienbewusster Grill-Fans höher schlagen und dürfen auf keinem Grill fehlen. Grundsätzlich eignet sich jedes Geflügelfleisch von guter Qualität für den heimischen Grillrost. Da Geflügelfleisch generell sehr mager ist, kaufe es nach Möglichkeit immer mit Haut. Das in der Haut enthaltene Fett bewahrt das magere Fleisch beim Grillen vor dem Austrocknen und hält es zart.

Für den Grill eignen sich beispielsweise die Brust (Filet) und die Schenkel von Hähnchen, Pute, Ente und Gans sowie Hähnchenflügel (Chicken Wings). Und auch ganzes Geflügel lässt sich – entweder indirekt auf dem Rost oder auf einem Drehspieß – hervorragend grillen.

GEFLÜGELKEULEN sind von zarten Fettschichten durchzogen und bleiben daher beim Grillen am saftigsten. Sie bestehen aus Unter- und Oberkeule, die sowohl einzeln als auch zusammen als ganzer Schenkel gegrillt werden können.

Auch die GEFLÜGELBRUST lässt sich gut auf dem Grill zubereiten; sie neigt allerdings aufgrund des geringen Fettanteils bei zu langer Grillzeit und zu hohen Temperaturen schnell zum Austrocknen.

HÄHNCHENFLÜGEL besitzen zwar nicht sehr viel, dafür aber sehr aromatisches Fleisch. Besonders als Fingerfood sind die kleinen Happen auf Grill-Partys sehr beliebt.

Geflügelfleisch harmoniert sehr gut mit Kräutern wie Basilikum, Thymian, Estragon, Koriander, Minze und Rosmarin. Auch Gewürze und Aromen wie Paprika-pulver, Zitrone, Knoblauch oder roter Pfeffer unterstützen den zarten Geflügelgeschmack.


Step by Step zum perfekten Hähnchen

1. Das Hähnchen zunächst unter fließendem Wasser kalt abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

2. Überschüssiges Fett, falls vorhanden, mit einem scharfen Messer abschneiden.

3. Das Hähnchen innen und außen großzügig mit Salz und Pfeffer einreiben sowie je nach Rezept würzen.

4. Um ein Austrocknen zu vermeiden, das Hähnchen dressieren. Dazu Küchengarn unter den Bürzel legen, über den Schenkeln kreuzen und verknoten, dann das Garn an den Keulen entlang zu den Flügeln ziehen. Geflügel wenden, Garn um die Flügel herumlegen und in der Mitte fest verknoten.

5. Das Hähnchen über indirekter mittlerer Hitze bei geschlossenem Deckel je nach Größe ca. 1–1,5 Stunden grillen, bis es vollständig durchgegart ist. Um den Gargrad zu überprüfen, einen Spieß oder ein spitzes Messer in die dickste Stelle des Schenkels stecken: Treten rosafarbige Säfte aus, ist es noch nicht gar; erst wenn die Säfte durchsichtig und klar sind, ist das Fleisch durchgegart und verzehrbereit. Die Kerntemperatur an der dicksten Stelle des Schenkels beträgt dann 75 °C.

6. Das Hähnchen nach dem Grillen ca. 10 Minuten locker mit Alufolie bedeckt ruhen lassen. Das Küchengarn entfernen.

7. Zum Servieren das Hähnchen zerteilen. Dafür zunächst Keulen und Flügel abtrennen. Dazu die Haut um die Gelenke herum einschneiden, Keule bzw. Flügel vom Körper wegziehen und das Gelenk durchtrennen. Dann das Fleisch entlang des Brustbeins einschneiden, die Brüste jeweils mit einer Gabel vom Knochen wegdrücken und abtrennen.

Tipps & Tricks

Ab in den Kühlschrank

Frisches Geflügel sollte zu Hause sofort aus der Verpackung genommen werden, auf einen Porzellanteller gelegt und mit Frischhaltefolie abgedeckt im Kühlschrank gelagert werden. Am besten pikst man kleine Löcher in die Folie, damit keine Staufeuchtigkeit entsteht, die die Keimzahl in die Höhe treibt und dafür verantwortlich ist, dass das Fleisch schneller verdirbt. Tiefgefrorenes Geflügel immer im Kühlschrank auftauen lassen. Dazu das Fleisch am besten auf einen mit einem Kuchengitter belegten Teller legen, damit das Fleisch nicht in der Auftauflüssigkeit liegt.

Hygiene muss sein 

Da Geflügel sehr anfällig für Keime ist, müssen alle Arbeitsgeräte und die Hände sofort nach dem Kontakt mit rohem Geflügel gründlich und heiß mit Spülmittel gereinigt werden.

Mageres marinieren

Fettarme Geflügelteile wie Hähnchenbrust sollten vor dem Grillen mindestens 30 Minuten marinieren. Besonders aromatisch schmeckt Geflügel, wenn Sie es, wie in Amerika üblich, einen Tag vor dem Grillen in eine Lösung aus Salz, Zucker und Wasser einlegen. Bei dem sogenannten „Brinen“ saugt sich das Fleisch mit der Flüssigkeit voll und behält sie zum großen Teil auch über der Hitze. Das Geflügel schmeckt so nicht nur saftiger, sondern auch besonders würzig.  

Gleichmäßiges Garen

Hähnchenbrust- oder Putenbrustfilets ggf. vor dem Grillen leicht flach klopfen – so garen sie gleichmäßiger. Ganze Hähnchen garen gleichmäßiger, wenn sie vor dem Grillen entlang der Wirbelsäule aufgeschnitten und dann platt gedrückt auf den Grill gelegt werden.

Schenkel einschneiden

Da bei Hähnchenschenkeln das Fleisch rund um das Gelenk am langsamsten gart, sollten sie zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel eingeschnitten werden.

Chicken Wings aufspießen 

Damit Hähnchenflügel auf dem Grill flacher aufliegen, spießen Sie sie am besten vor dem Grillen längs auf.

Haut einstechen 

Bei fettem Geflügel wie Gans oder Ente sollte die Haut vorsichtig mit einer Gabel eingestochen werden, damit das Fett austreten kann – so wird die Haut besonders knusprig.

Salmonellen abtöten

Geflügelfleisch sollte immer durchgegart verzehrt werden, um eine mögliche Infektion mit Salmonellen zu verhindern.

Garzeiten Geflügel

FleischGrillgut GarzeitenGrillmethode
ganzes Hähnchen (2 kg)ca. 90 Minutenindirekt
Hähnchenkeulen15-20 Minutendirekt
Hähnchenflügel18-20 Minutendirekt
Hähnchenbrustfilet10-12 Minutendirekt
Putenbrustfilet6-8 Minutendirekt
Entenbrust (ca. 300 g)10-12 Minutendirekt

Die obenstehende Tabelle gibt einen Überblick über die ungefähren Grillzeiten ausgewählter Fleischstücke. Da die exakten Garzeiten beim Grillen von diversen Faktoren wie Außentemperatur, Wind, Art des Grills, Hitze, Dicke des Grillgutes und Abstand zwischen Grillrost und Glut abhängen, können die Temperaturangaben jedoch nur als grobe Richtlinie gelten.