Toilette verstopft? So bekommst du sie frei!

Ist die Toilette verstopft und das Wasser fließt nicht ab, ist das überaus unangenehm. Dann ist schnelles Handeln gefragt. Häufig ist die Toilette schlicht deswegen verstopft, weil zu viel Klopapier den Abfluss blockiert. Das ist unerfreulich, aber zum Glück meist lösbar. Doch nicht immer hilft die Klobürste bei einem Malheur im Bad. Deshalb geben wir dir ein paar Tipps für die schweren Fälle.

Mit etwas Prävention sowie regelmäßiger Reinigung und Pflege kannst du den Ernstfall übrigens oft verhindern. Läuft das Wasser irgendwann dennoch nicht ab, wirkt so manch altbewährtes Hausmittel Wunder gegen verstopfte Toiletten. Nachfolgend präsentieren wir einige der bekanntesten und einfachsten Methoden, das Problem zu lösen.


Schwierigkeitsgrad: Einfach

Dauer: 15 Minuten plus Einwirkzeit

Werkzeug: Reinigungshandschuhe, Arbeitskleidung, Klobürste, Pümpel, Rohrspirale


Das richtige Papier

Toilettenpapier neben Toilette

Fangen wir bei den Basics an: Die Toilette ist kein Mülleimer. Auch Servietten, Taschentücher und robuste Papiersorten wie Küchenpapier haben in der Toilette nichts verloren. Im Gegensatz zu Klopapier zerfallen sie im Wasser oft nicht oder zumindest nicht schnell genug in ausreichend kleine Bestandteile. Der normale Wasserdruck der Spülung reicht dann mitunter nicht aus, um das Papier abzutransportieren.

Doch nicht allein die Art, sondern auch die Menge des Klopapiers kann Ursache einer verstopften Toilette sein. Bei modernen Toiletten ist die Wassermenge pro Spülgang aus Umweltgründen meist reduziert. Steigt die Menge an Klopapier dann über ein gewisses Maß, reicht die Wassermenge nicht mehr für den Abtransport. Die Lösung: Weniger Toilettenpapier verwenden oder Zwischenspülen!


Zwischenspülen

Zu den besten Präventionsmethoden gegen verstopfte Toiletten zählt noch immer, ganz schlicht die Menge dessen zu verringern, was zeitgleich durch den Ausfluss muss. Und das betrifft nicht nur das Klopapier! Das heißt: Wenn du während einer längeren Sitzung das eine oder andere Mal zwischendurch die Spülung betätigst, verringerst du die Gefahr, dass die Toilette verstopft.


Vorsichtig anspülen

Toilettenspülung

Landet doch mal etwas mehr in der Toilettenschüssel und du hast schon den Verdacht, dass der Abfluss damit überfordert ist? Dann betätige die Spülung besser nicht so, dass gleich die gesamte Wasserladung des Spülkastens hinabfließt. Denn ist das Abflussrohr verstopft, riskierst du damit, dass der Inhalt der Toilettenschüssel überschwappt. Drück den Spülknopf stattdessen erst einmal ganz kurz (sofern dies bauartbedingt möglich ist). Sollte ein anderes Spülelement vorhanden sein, betätigst du es auf entsprechende Weise.

Je nach Konstruktion von Toilettenbecken und Spülung können ein oder mehrere kurze Wasserimpulse eine Verstopfung effizient verhindern. Sie sorgen dafür, dass alles aufgewirbelt wird und sich leichter löst. Infolgedessen fließt anschließend alles leichter ab.


Nicht am falschen Ende sparen

Vorsichtiges Anspülen hin oder her: Spare nach dem „großen Geschäft“ generell nicht mit der Wassermenge, sondern sorge dafür, dass der Toiletteninhalt mit genug Schwung weggetragen wird und sich nicht tiefer in der Leitung festsetzt. Spüle also auch nach kurzen Spülimpulsen zum Auflockern noch mindestens einmal mit der vollen Wassermenge nach.

Hilft alles Vorgenannte nicht und das Wasser steht in der Toilette? Dann lohnt sich ein Blick ins Arsenal für besonders schwere Fälle. Gegen eine verstopfte Toilette helfen beispielsweise auch spezielle Rohrreiniger – mechanische sowie chemische. Aber auch Reinigungshandschuhe sowie Arbeitskleidung, die dreckig werden darf, sollte man für solche Fälle griffbereit haben.


Klobürste

Toilettenbürste in Toilette

Oft hilft bei einer verstopften Toilette bereits eine Klobürste – jedenfalls wenn die Verstopfung nicht zu tief sitzt. Schieb den Bürstenkopf so weit wie möglich ins Abflussrohr und drehe den Stiel kräftig hin und her. Wenn sich die Verstopfung löst, spülst du zur Sicherheit noch mehrfach nach.


Heißes Wasser

Mit heißem Wasser lassen sich verstopfte Toiletten ebenfalls oft vom Ballast befreien. „Heiß“ bedeutet hierbei allerdings nicht „kochend“. Denn kochendes Wasser kann die Keramik beschädigen. Am besten kochst du gleich mehrere Liter und lässt das Wasser anschließend mindestens drei bis vier Minuten abkühlen.

Viele Ratgeber empfehlen auch, Spülmittel einzusetzen, wenn die Toilette verstopft ist. Du kannst wahlweise etwas Spülmittel, Duschgel oder Seife zum heißen Wasser geben. Dann schüttest du die heiße Flüssigkeit aus etwa einem Meter Höhe direkt in den Abfluss. Im Idealfall trägt bereits die Fallenergie dazu bei, dass sich die Verstopfung löst. Falls nicht, lässt du die Wärme wirken.

Du kannst natürlich auch heißes Wasser und Klobürste kombinieren und mechanisch nacharbeiten. Aber Vorsicht: Wenn das Wasser bereits bis zum Rand der Schüssel steht, solltest du nicht noch zusätzlich heißes Wasser in die verstopfte Toilette gießen. In diesem Fall bedienst du dich besser der folgenden Methode.


Mach Druck – mit der Abflussglocke

Toilettenpömpel

Ist die Toilette stärker verstopft, ist meist der sogenannte Pümpel oder Pömpel das Mittel der Wahl. Kleinere Verstopfungen lassen sich damit meist effizient beheben. Der Pümpel ist ein elastischer Gummipfropf, der am Ende eines Holzstiels sitzt. Der Pfropf legt sich wie eine Glocke möglichst luftdicht über die Abflussöffnung. Daher stammt auch der offizielle Name: Abflussglocke.

Durch zügiges und kraftvolles Herabdrücken und anschließendes Heraufziehen des Stiels senkt und hebt sich die Glocke. So erzeugst du abwechselnd einen Über- und Unterdruck im Abfluss, saugst und rüttelst an der Verstopfungsquelle und bringst dadurch bestenfalls Teile der Verstopfung in Bewegung. Dadurch verringert sich mit etwas Glück ihr Volumen und sie verkleinert beziehungsweise verteilt sich soweit im Abfluss und/oder im Rohr, dass das Ganze abfließen kann. Achte darauf, dass sich die Abflussglocke beim Pumpen nicht von der Abflussöffnung löst.


PET-Flasche als Ersatz?

Du hast keinen Pümpel zur Hand? Kein Problem. Nimm einfach eine leere, handelsübliche PET-Getränkeflasche – am besten eine dünne und biegsame Zwei-Liter-Flasche. Der Durchmesser muss aber mindestens genauso groß sein wie der Abfluss der verstopften Toilette, damit diese Methode funktioniert. Verschließe den Flaschendeckel fest und trenne mit einem scharfen Messer den Flaschenboden ab. Fertig ist die Do-it-yourself-Abflussglocke. Vorsicht: Das Plastik darf nicht scharfkantig sein, sonst zerkratzt du damit die Keramik! Das Ganze ist und bleibt allerdings eine Notlösung. Wenn alles passt, setzt du das offene Ende auf oder in das Abflussloch und pumpst damit genau wie mit dem Pümpel.


Rohrspirale

Je tiefer die Verstopfung sitzt und je hartnäckiger sie ist, desto eher lohnt sich der Einsatz einer Rohrspirale. Führen Bürste, Pümpel und Co. nicht zum Erfolg und ist die Toilette nach wie vor verstopft, solltest du zur Spirale greifen, denn dann sitzt das Problem vermutlich noch hinter dem Geruchsverschluss im Abflussrohr – vielleicht sogar in einem Rohrbogen. Im gut sortierten Baumarkt bekommst du Rohrspiralen in verschiedenen Ausführungen und Längen. Am vorderen Ende der Spirale sitzt ein kleines Werkzeug, am hinteren Ende befindet sich ein Griff beziehungsweise eine kleine Kurbel.

Führe das vordere Ende behutsam in den Toilettenabfluss ein und schiebe die Spirale so weit wie möglich hinein, bis du auf Widerstand stößt. Drehe dann die kleine Kurbel mit der Hand und versuche mit leichtem Druck die Verstopfung zu lösen. Bei Erfolg fließt das Wasser im Toilettenbecken wieder ab und du kannst die Spirale vorsichtig entfernen. Am besten spülst du wie oben beschrieben mit einigen Litern heißem Wasser nach.


Weitere Hausmittel

Essig und Backpulver

Sind Toilette beziehungsweise Abfluss verstopft, muss es nicht immer eine mechanische Lösung sein. Wenn du etwas mehr Zeit hast, kannst du auch die gute alte Chemie wirken lassen. Neben heißem Wasser zählen nämlich auch Backpulver und Essig zu den Hausmitteln, die bei einer verstopften Toilette helfen können. Am besten kombinierst du gleich alle drei. Vor allem das im Backpulver enthaltene Natron und die Essigsäure bilden im Wasser eine potente chemische Verbindung, die viel Kohlensäure freisetzt. Das übt dann Druck auf die Verstopfung aus. Mit heißem Wasser kannst du die Wirkung noch verstärken. Essigsäure zersetzt zudem Urinstein.

Gib ein bis zwei kleine Päckchen Backpulver in die verstopfte Toilette und gieße danach eine Flasche Essig und etwa drei Liter heißes Wasser nach. Lass das Ganze über Nacht wirken. Am nächsten Morgen sollte die Verstopfung verschwunden sein – zumindest wenn die Ursache nicht zu tief im Abfluss sitzt.

Übrigens: Alternativ kannst du es auch mit einer Flasche Cola versuchen: Schütte den Inhalt in die Toilette und lass die Phosphorsäure ihre Arbeit tun. Gib nach Belieben eine kleine Prise Backpulver dazu (Vorsicht: Das schäumt stark) und lass das Ganze je nach Verschmutzungsgrad ruhig mehrere Stunden wirken. Auch vor Kalk und Urinstein macht dieser Cocktail nicht Halt.


Ein Fall für den Profi

Die Toilette ist noch immer verstopft und nichts hilft? Die Störung ist besonders hartnäckig oder sitzt so tief, dass du selbst mit der Rohrspirale nicht weiterkommst? Das Wasser steht noch immer in der Schüssel? Dann muss ein professioneller Klempner ran. Möglicherweise ist ein Fallrohr verstopft. Die Ursache der Verstopfung liegt vielleicht auch in einer Wohnung unter dir oder im Keller – oder sogar in einer städtischen Leitung.

Du wohnst zur Miete? Dann solltest du dich umgehend an deinen Vermieter wenden, wenn die Toilette verstopft ist, und ihn bitten, einen Profi zu beauftragen, der der Sache zielgerichtet auf den Grund geht.


Wer trägt die Kosten?

Wer trägt die Kosten?

Laut Mietrecht (§ 535 Abs. 1 S. 2 BGB) zahlt derjenige die Handwerker-Rechnung, der die Ursache zu verantworten hat. Wer also beispielsweise mit Gegenständen, Müll oder zu viel Klopapier die Toilette verstopft, trägt demnach auch die Kosten für den Einsatz. Ist aber womöglich eine Ablagerung im Rohr die Ursache, für die der Mieter keine Schuld trägt, so muss der Vermieter die Abflussreinigung zahlen. Denn er muss dem Mieter dauerhaft eine funktionierende Toilette zur Verfügung stellen.