Fugen reinigen: Hausmittel gegen Schmutz und Verfärbungen

Wenn Fugen Feuchtigkeit ausgesetzt sind, verlieren sie mit der Zeit ihren Glanz, sie vergilben oder fangen an zu schimmeln. Doch dagegen kannst du etwas tun: Wenn du Fliesen-, Pflaster- und Fensterfugen regelmäßig reinigst, entfernst du nicht nur Schmutzablagerungen und Verfärbungen. Du verhinderst auch, dass Bakterien, Keime und Pilze die Fugen als Rückzugsraum nutzen. Spätestens wenn sich Schimmelflecken bilden, ist es höchste Zeit zu handeln, damit du die Fugen nicht vollständig erneuern musst.


Günstig und umweltfreundlich

In vielen Fällen kannst du auf aggressive Putzmittel verzichten, denn bewährte Hausmittel wie Backpulver, Soda und Natron erledigen den Job genauso gut – und überdies günstig und umweltfreundlich. Zusätzlich benötigst du meist nur eine Zahnbürste, einen Putzlappen und ein Mikrofasertuch. Alternativ kannst du die Fugen in Küche und Bad auch mit einem Dampfreiniger säubern. Wenn du Pflasterfugen reinigst, ist dafür eventuell ein Hochdruckreiniger sinnvoll. Doch dazu später mehr.

Fugen reinigen mit Backpulver

Bürste an Fliesenboden

Schmutzrückstände in Fliesenfugen, die in Bad und Küche oft vorkommen, kannst du mit Backpulver entfernen. So gehst du vor:

  1. Gib den Inhalt eines Tütchens Backpulver in ein Schälchen.
  2. Gib nach und nach lauwarmes Wasser dazu, bis du aus beidem eine breiige Paste anrühren kannst.
  3. Trage die Paste mit einer Zahnbürste auf die Fliesenfuge auf und arbeite sie ein.
  4. Lass die Paste etwa eine Stunde einwirken.
  5. Spüle die Fuge mit lauwarmem Wasser ab.
  6. Nimm den gelösten Schmutz mit einem sauberen Tuch auf.
  7. Poliere die Fuge vorsichtig mit einem Mikrofasertuch trocken.

Fugen reinigen mit Natron

Gib Wasser in ein Schälchen und etwas Natronpulver im Verhältnis 3:1 dazu. Der Ablauf ist ansonsten der Gleiche wie beim Reinigen von Fugen mit Backpulver. Gegebenenfalls bürstest du am Ende mit einer Zahnbürste nach. Ein positiver Nebeneffekt: Natron entfernt unangenehme Gerüche meist rückstandslos.

Fugen reinigen mit Soda

Achte darauf, dass das Soda-Pulver nicht in die Augen und an Schleimhäute gelangt, denn es kann sie reizen. Ansonsten gehst du genauso vor wie beim Fugenreinigen mit Backpulver oder Natron: Mische Wasser und Soda im Verhältnis 3:1, arbeite die Paste in die Fliesenfugen ein und spüle sie nach etwa einer Stunde mit lauwarmem Wasser ab. Säubern, trocknen, fertig.

Tipp: Backpulver, Natron und Soda sind basisch und ohnehin in fast jedem Haushalt vorhanden. Damit reinigst du Fugenmörtel und Dichtmasse schonend. Trage bei der Anwendung vorsichtshalber Handschuhe, denn Wasser und manche der Substanzen können die Haut austrocknen.

Fugen reinigen per Dampfreiniger

Mit einem Dampfreiniger entfernst du Ablagerungen und hartnäckigen Schmutz ohne Schrubben aus dem Fugenmörtel. Eine Punktstrahldüse verstärkt seine Wirkung noch. Trockne die Fliesen anschließend mit einem Tuch ab. Für Silikonfugen eignet sich der heiße Dampf jedoch nicht. Die Fuge kann durch die große Hitze beschädigt werden.


Fugen reinigen: Warum nicht mit Essig?

Säurehaltige Hausmittel wie Essig, Essigessenz und Zitronensäure sind zwar sehr effektive Allzweckreiniger im Haushalt, allerdings vertragen nicht alle Oberflächen Säure. Fugenmörtel und Silikon zählen dazu, ebenso Fliesen und Pflaster aus Naturstein. Warum?

  • Fugenmörtel ist kalkhaltiger Zement, den die Säure angreift und porös macht.
  • Auch Silikon kann durch Säuren Schaden nehmen. Zudem zerstören Essig und Co. die schimmelpilz-hemmenden Wirkstoffe, die viele Silikone enthalten.

Tipp: Säurehaltige Mittel wie Essig und Essigessenz werden zwar oft zum Fugen-Reinigen in Bad und Küche empfohlen, wir raten jedoch davon ab! Auch Schmutzradierer und Scheuermilch, mit denen du Rückstände mechanisch abträgst, haben an Fugen nichts verloren. Unser Tipp: Besser gleich zu schonenden Alternativen greifen!

Tipp: Ob mit Hausmitteln oder Spezialreinigern: Aus Silikonfugen lässt sich festsitzender Schmutz oft nur sehr schwer entfernen, ohne dabei die Substanz zu beschädigen. Gelingt die Reinigung nicht, befüllst du die Fugen am besten gleich mit frischem Silikon. Das geht schnell und einfach: Schneide das alte Silikon mit einem Teppichmesser heraus, säubere die Fugen gründlich und fülle mit einer Silikonspritze neues Sanitärsilikon ein.


Pflasterfugen reinigen

Dreckige Fugen Reinigung

Terrassen, Einfahrten sowie Geh- und Gartenwege sind ebenfalls oft verfugt. Hier ist es meist das Ziel, Moos und Unkraut möglichst rückstandslos zu entfernen. Geeignete Geräte für die Reinigung sind:

  • Fugenkratzer
  • Hochdruckreiniger
  • Gasbrenner

Fugen manuell säubern mit dem Fugenkratzer

Ein handelsüblicher Fugenkratzer zählt zu den günstigsten Geräten. Einige Modelle lassen sich auf einen handelsüblichen Besenstil aufsetzen. Das vergrößert die Reichweite und schont deine Knie, da du im Stehen arbeiten kannst.

Fugen reinigen per Gasbrenner

Ein Gasbrenner äschert die Pflanzen oberflächlich ein, die Rückstände kannst du einfach wegfegen. Allerdings befreit ein Gasbrenner die Fugen nicht nachhaltiger von Unkraut als ein Fugenkratzer. Beide entfernen die unterwünschten Pflanzen nur vorübergehend, da die Wurzeln erhalten bleiben. Der Anschaffungspreis eines Gasbrenners ist höher und du benötigst einen Gastank. Außerdem entsteht beim Verbrennen CO2.

Fugen reinigen per Hochdruckreiniger

Pflasterfugen mit einem Hochdruckreiniger frei zu spülen ist natürlich ebenfalls möglich. Allerdings kann es eine ganze Weile dauern, bis das Wasser versickert ist. Schlimmstenfalls regt das in die Fugen geschwemmte Wasser das Gras- und Unkrautwachstum an und beides sprießt wie frisch gesät. Das hat zur Folge, dass schon bald die nächste Reinigung ansteht. Wenn du keinen Hochdruckreiniger kaufen möchtest, kannst du gewiss einen beim Gärtner oder Baumarkt deines Vertrauens leihen.

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