Klimagerät einbauen: Das musst du beachten

Es ist warm, die Sonne lacht und die Grillsaison erreicht ihren Höhepunkt: Für viele ist der Sommer die schönste Zeit des Jahres. Doch die drückenden Temperaturen können auch zur Tortur werden. Extreme Hitze sorgt tagsüber bei vielen Menschen für Konzentrationsschwierigkeiten und lässt sie nachts schlecht einschlafen. Eine Klimaanlage könnte Abhilfe schaffen, doch ist die Montage in der Regel nichts für Laien. Wir zeigen dir, worauf es ankommt, wenn du dein neues Klimagerät anschließen willst.


Planung ist das A und O

Kalkulationen mit dem Taschenrechner

Bevor du dein neues Klimagerät einbauen kannst, ist zunächst einmal eine sorgfältige Planung erforderlich. Zu Beginn solltest du festlegen, wie viele Räume du mit der Anlage klimatisieren möchtest. Das heißt konkret, dass du die Kühllast berechnen musst, um ein adäquates Gerät zu finden. Dazu kannst du entweder einen Klimatechniker konsultieren oder deinen Bedarf mithilfe eines herstellerunabhängigen Kühllastberechnungs- programms selbst kalkulieren. Relevant sind Faktoren wie die Größe des Raums, die Art der Isolierung, die Anzahl der im Raum befindlichen Elektrogeräte, die Fensterflächen, die Ausrichtung des Raums und damit einhergehend die Sonneneinstrahlung. Auch, wie viele Personen sich normalerweise in dem zu kühlenden Raum aufhalten, ist für die Berechnung wichtig. Je nachdem, welche Kühllast sich hierbei ergibt, kannst du ein einzelnes Klimagerät oder eine Multi-Split-Anlage erwerben.

Eine genaue Dimensionierung ist sinnvoll, denn bei einem überdimensionierten Klimagerät schnellen die Kosten nach oben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei größerer Kühlleistung nimmt auch der Energieverbrauch zu. Jedoch solltest du eine leichte Überkapazität sogar einkalkulieren – für den Fall, dass du an dem betreffenden Raum Veränderungen vornimmst, die die Anforderungen deines Klimageräts erhöhen würden.

Bei der Wahl des passenden Geräts solltest du dich fachkundig beraten lassen. Da Klimaanlagen durchschnittlich nicht länger als zwölf Jahre in Verwendung sind, sollte das Gerät vor allem in Sachen Effizienz überzeugen – nicht nur im Hinblick auf den Preis.


Single-Split- versus Multi-Split-Klimaanlagen

Techniker schließt Klimagerät an

Bei stationären Klimaanlagen greifen die meisten Käufer auf Split-Geräte zurück. Dabei ist zwischen Single-Split- und Multi-Split-Anlagen zu unterscheiden. Im Falle von Single-Split-Anlagen befindet sich lediglich ein Gerät im Gebäude, bei Multi-Split-Anlagen sind es mehrere. Diese Innengeräte sorgen dafür, dass das zugeführte Kühlmittel bei niedrigem Druck verdampft und so den Raum kühlt. Bei beiden Varianten fließt die warme Luft über ein weiteres Gerät im Freien ab. Dies geschieht mithilfe eines Kondensators. Alle Geräte sind über Kühlmittelleitungen miteinander verbunden.

Sind die Raumgrößen überschaubar, reicht ein Single-Split-Klimagerät oft aus. Bei einem verwinkelten Wohnbereich könnte eine solche Anlage aber bereits Probleme damit kriegen, den Luftstrom wie gewünscht zu verteilen. Die architektonischen Voraussetzungen sind hierbei immer entscheidend. Häufig sind deshalb Multi-Split-Klimageräte sinnvoller. Ihr großer Vorteil: Im Gegensatz zu Single-Split-Anlagen kannst du bei Multi-Split-Geräten zu einem späteren Zeitpunkt noch am Klimagerät nachrüsten, falls du dich dazu entschließt, auch andere Wohnbereiche mit der Anlage zu kühlen. Denkbar wäre beispielsweise auch, Geräte für drei Räume zu montieren, aber bereits in diesem Schritt Leitungen für zwei weitere Räume zu verlegen, an denen du dann nachträglich Geräte anschließen kannst. Sofern du dich für eine solche Erweiterung entscheidest und bereits eine Single-Split-Klimaanlage installiert hast, bleiben dir nur zwei Optionen: Du kannst dir eine zweite Single-Split-Anlage anschaffen oder das bestehende Gerät komplett demontieren und durch eine Multi-Split-Anlage ersetzen. Beide Alternativen sind sehr kostspielig.

Übrigens: Was die grundsätzliche Funktion betrifft, gibt es zwischen Single-Split- und Multi-Split-Klimaanlagen keinerlei Unterschiede. Von Bedeutung ist vor allem die Qualität des Außengeräts, da dieses für die Leistung der gesamten Anlage maßgeblich verantwortlich ist.


Das Klimagerät anschließen: Darauf kommt es an

Klimaanlage an Außenfassade vom Haus

Was du unbedingt beachten solltest: Multi-Split-Klimaanlagen gelten zwar als die effizienteste Lösung, wenn es um ein angenehmes Raumklima geht. Doch um eine solche Anlage zu montieren, sind häufig teure und aufwendige Bohrungen ins Mauerwerk notwendig. Bei einem Wanddurchbruch solltest du mit äußerster Sorgfalt vorgehen, um Schäden möglichst zu vermeiden. Die Bohrungen sind in der Regel erforderlich, um die Elektro- und Kühlmittelleitungen zu verlegen. Gegebenenfalls ist auch eine Kondensatleitung ins Freie anzuraten.

Egal, ob du dein Klimagerät einbauen lässt oder selbst installierst: Ein nicht zu unterschätzender Faktor in Bezug auf die Innengeräte der Klimaanlage ist der ästhetische Aspekt. Um eine gleichmäßige Kühlung zu gewährleisten, empfiehlt es sich natürlich, das Innengerät möglichst zentral aufzuhängen, doch wäre dies der Optik deiner Räumlichkeiten eher abträglich. Du solltest also die technischen Belange und die architektonischen Gegebenheiten sorgfältig gegeneinander abwägen. Denn vermutlich möchtest du deine Klimaanlage nicht allzu auffällig an der Wand platzieren. Gleichzeitig soll das Gerät aber seine Funktion möglichst effizient erfüllen.

Je nachdem, wie die Voraussetzungen sind, lassen sich die Rohrleitungen auch geschickt verbergen oder ihre Anzahl lässt sich auf ein Minimum reduzieren. In seltenen Fällen verhindern die baulichen Eigenheiten eine Montage an der Decke oder der Wand. Dies solltest du natürlich vor dem Kauf deiner Klimaanlage prüfen.

Handwerker kontrolliert Klimagerät

Um zu gewährleisten, dass die Klimaanlage einwandfrei funktioniert, solltest du vor der Installation die Flüssigkeits- und Saugleitungen sowie die Elektrorohre von einem Fachmann überprüfen lassen. Denn wenn diese die technischen Standards des Herstellers nicht erfüllen, kann das Klimagerät Schaden nehmen. Zudem ist es von Bedeutung, sowohl das Außengerät als auch die Innengeräte hundertprozentig gerade aufzuhängen. Bei schief aufgehängten Geräten kann es vorkommen, dass das Kondensat nicht richtig abläuft. Die Rohre zwischen Innen- und Außengeräten sollten zudem keinesfalls einen Knick haben und ausreichend isoliert sowie frei von Verschmutzungen sein.

Bevor du die Klimaanlage erstmals aktivierst, ist es zunächst noch wichtig, die Dichte der Rohrleitungen zu testen. Dabei empfiehlt es sich, mithilfe einer Vakuumpumpe Luft und Feuchtigkeit aus der Kältemittelleitung zu saugen, um diese anschließend mit dem Kältemittel zu befüllen.


Auch mobile Klimageräte erfüllen ihren Zweck

Eine Split-Klimaanlage ist dir zu teuer oder die Installation zu aufwendig? Kein Problem: Du kannst auch für wenig Geld eine mobile Klimaanlage erwerben. Die meisten Geräte kühlen effektiv und entfeuchten gleichzeitig. So sorgst du auch bei hochsommerlichen Temperaturen im Handumdrehen für ein angenehmes Raumklima. Mit Blick auf den zum Teil hohen Energieverbrauch lohnt sich vor dem Kauf des Geräts jedoch eine umfassende Recherche.


Sprich dein Vorhaben in jedem Fall mit dem Hauseigentümer ab

Hände schlagen ein

Wenn du eine neue stationäre Klimaanlage in deiner Mietwohnung einbauen möchtest, solltest du vorher unbedingt mit den Hauseigentümern Kontakt aufnehmen. Ansonsten kann dir recht schnell Ungemach drohen. Durch die aufwendigen Installationsarbeiten können nämlich Schäden an der Wand entstehen – vor allem, wenn du kein geübter Heimwerker bist und diese Aufgabe selbst übernimmst. Darüber hinaus kann eine eingeschaltete Klimaanlage wegen ihrer Lautstärke störend für deine Nachbarn sein. Das gilt übrigens auch für mobile Klimaanlagen. Aufgrund des Lärmpegels genehmigen viele Vermieter den Einbau eines Klimageräts nicht. Solltest du doch eine Erlaubnis bekommen, empfiehlt es sich, diese in schriftlicher Form einzufordern.


Klimagerät selbst einbauen? Nur für Erfahrene empfohlen

Techniker

Bist du ein versierter Heimwerker, ist es nicht ausgeschlossen, dass du das Klimagerät selbst montieren kannst. Im Allgemeinen empfiehlt es sich aber, die Arbeit einem Fachmann zu überlassen. Zu groß sind die Risiken, das Gebäude bei den Bohrungen zu beschädigen. Auch bei der Inbetriebnahme ist Fachwissen und spezielles Werkzeug vonnöten. Ziehe daher besser einen Experten zurate. Das Geld, das du in die Montage durch einen Techniker investierst, lohnt sich mit Sicherheit.

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