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Mieter haben oft keine Wahl, aber spätestens dann, wenn sich der Traum vom eigenen Haus erfüllt, stellt sich die Frage: Womit sollte ich heizen? Energieeffizienz und Umweltbilanz sind wichtige Kriterien für die Entscheidung, doch auch die Kosten für Einbau und Betrieb verschiedener Heizungsanlagen spielen eine Rolle. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hat toom Baumarkt die wichtigsten Informationen zum Heizen mit Gas, Strom und Öl zusammengestellt.


Mit Gas zu heizen hat sich lange bewährt

Das Heizen mit Gas – genauer: Erdgas – galt viele Jahre als Standard und ist nach wie vor weit verbreitet. In mehr als 60 Prozent der deutschen Haushalte ist Gas die Hauptenergiequelle; ans Gasnetz angeschlossen sind sogar noch mehr. Die Vorteile einer Gasheizung liegen klar auf der Hand:

  • Der Anschluss ans Gasnetz ist in städtischen Wohngebieten vergleichsweise unkompliziert.
  • Es ist kein externer Tank oder Speicher für die Lagerung des Gasvorrats nötig.
  • Bei der Verbrennung von Gas entstehen weniger Schadstoffe als bei anderen Brennstoffen.

Doch es gibt nicht nur Positives: Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, der im Verlauf von Millionen von Jahren in tiefen Gesteinsschichten entstanden und deshalb nur begrenzt verfügbar ist. Nach aktuellen Schätzungen sind die Gasvorkommen der Erde bei gleichbleibendem Verbrauch in etwa 60 Jahren erschöpft. Und auch aus ökologischer Sicht ist das Heizen mit Gas ein zweischneidiges Schwert. Zwar verbrennt es sauberer als andere Brennstoffe, doch CO2 entsteht trotzdem und auch Förderung und Transport des Gases bleiben nicht ohne Folgen für die Umwelt. Beide Faktoren werden sich zukünftig auf die Preisentwicklung auswirken. Je knapper der Rohstoff wird, umso stärker steigt der Grundpreis. Dazu kommt die CO2-Steuer, die im Zuge einer zukunftsgerichteten Klimapolitik seit 2021 erhoben wird.

Den Vorteilen stehen also auch klare Nachteile gegenüber:

  • Deine Heizanlage ist von einem fossilen Brennstoff abhängig, dessen Vorräte nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.
  • Förderung und Transport von Erdgas tragen zum weltweiten Anstieg der Treibhausgasemissionen bei und gefährden Biodiversität und Lebensbedingungen in den Fördergebieten.
  • Die Entwicklung des Gaspreises hängt sowohl von klimapolitischen Entscheidungen als auch der internationalen Nachfrage ab.

Kannst oder willst du beim Heizen nicht auf Gas verzichten, solltest du auf eine moderne Brennwertheizung setzen. Bei älteren Heizanlagen werden heiße Abgase und Wasserdampf, die bei der Verbrennung entstehen, nicht genutzt. Wertvolle Energie geht verloren. Die Brennwerttechnik umgeht diesen Energieverlust, indem die Verbrennungsprodukte in den Heizkreislauf zurückgeführt oder für die Warmwassergewinnung genutzt werden. Auf diese Weise wird eine optimale Energieeffizienz der Gasheizung erreicht.


Heizen mit Öl als Auslaufmodell

Das Heizen mit Heizöl war in der Vergangenheit eine praktische Alternative für alle, deren Haus nicht ohne Weiteres an das öffentliche Gasnetz angeschlossen werden konnte. Da die Ölheizung aus einem separaten Vorratstank gespeist wird, ist sie vor allem in ländlichen Gegenden und auf abgelegenen Grundstücken eine häufig genutzte Lösung.

Die Förderung von Rohöl steht immer wieder im Fokus, weil sie die natürlichen Vorräte innerhalb der nächsten Jahrzehnte erschöpfen wird und teils weitreichende Folgen für die Umwelt nach sich zieht. Zudem entstehen bei der Verbrennung von Heizöl deutlich mehr Schadstoffemissionen (vorrangig Kohlenstoff und Schwefel) als bei Gas. Deshalb ist es nach dem Gebäudeenergiegesetz ab 2026 verboten, eine neue Ölheizung einzubauen. Eine bestehende Heizanlage darfst du dann zwar noch erneuern, aber nur, wenn du gleichzeitig sicherstellst, dass ein Teil der Energie für das Gebäude aus erneuerbaren Energien stammt.


Strom für die Heizung: Auf die Quelle kommt es an

Mit Strom zu heizen ist ein teures Vergnügen. Die Stromkosten sind in den letzten Jahren beständig gestiegen. Inzwischen ist der Preis pro Kilowattstunde fast vier Mal so hoch wie der für Öl und Gas. Hinzu kommt, dass einige Stromanbieter ihre Nachtstromtarife abgeschafft haben, weshalb es sich immer weniger lohnt, auf die ehemals beliebten Nachtspeicherheizungen zu setzen. Ohnehin gelten Nachtspeicheröfen aufgrund ihres geringen Wirkungsgrads längst als Auslaufmodell.

Wer heute eine Heizung mit Haushaltsstrom betreiben will, setzt auf moderne Technologien wie Infrarotheizungen oder Wärmepumpen. Während eine Infrarotheizung in Räumen sinnvoll ist, die nicht allzu groß sind oder nicht regelmäßig beheizt werden, kannst du mit einer Wärmepumpe deine komplette Heizanlage versorgen. Sie erzeugt aus dem Haushaltsstrom ein Vielfaches an Heizwärme und verringert dadurch sowohl die Emissionen als auch den Preis pro Kilowattstunde auf etwa ein Viertel. Auf diese Weise hat das Heizen mit Strom auch weiterhin einige Vorteile:

  • Du bist unabhängig von der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe (bei Ökostrom).
  • Mobile Elektroöfen kannst du variabel dort einsetzen, wo du sie brauchst.
  • Es ist kein Speicher für deinen Brennstoffvorrat nötig.

Generell ist Haushaltsstrom als Wärmequelle aus ökologischer Sicht eher kritisch zu bewerten. Stammt er aus einem Gas- oder Kohlekraftwerk, entsteht bei der Stromgewinnung deutlich mehr CO2 als beim Betrieb deiner Heizung mit Gas oder Öl. Das liegt am Energieverlust bei der Stromproduktion. Informiere dich außerdem, welche Maßnahmen du am besten zur Vorsorge eines Stromausfalls ergreifen solltest.

Betreibst du deine Heizung über Strom aus erneuerbaren Energien wie Wasser- oder Windkraft, fällt die Ökobilanz natürlich günstiger aus als bei einer herkömmlichen Gasheizung. In der Realität ist das jedoch (noch) nicht umsetzbar. Mit einem Ökostrom-Tarif unterstützt du zwar die Investition in erneuerbare Energien, erhältst aber dennoch einen Mix aus ökologisch und herkömmlich gewonnenem Strom, dessen CO2-Bilanz möglicherweise schlechter ist als die einer Gas- oder Ölheizung. Nichtsdestotrotz ist es natürlich wichtig, die angestrebte Energiewende auf diese Weise zu unterstützen.

Die mit Abstand umweltfreundlichste Lösung ist es, den benötigten Strom mit Solarzellen selbst zu erzeugen. Damit hast du nicht nur eine energieeffiziente und umweltfreundliche Heizanlage, sondern bist auch unabhängig von Stromanbietern und deren Preispolitik. Allerdings sind mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage und den dazugehörigen Energiespeichern und Wärmepumpen größere Investitionen und Umbauten verbunden.


Fazit: Womit kann man heizen?

Für welche Heizung du dich entscheiden solltest, lässt sich nicht pauschal beantworten. Jede Variante hat Vor- und Nachteile und letztlich hängt die Entscheidung von der Lage und Bausubstanz deines Hauses und deinen finanziellen Möglichkeiten ab. Es ist in jedem Fall sinnvoll, im Voraus deine Heizkosten zu berechnen, damit du besser einschätzen kannst, was sich auf Dauer wirklich lohnt.

Es besteht auch immer (und auch zu einem späteren Zeitpunkt) die Möglichkeit, verschiedene Heizungsarten miteinander zu kombinieren. So kannst du zum Beispiel den von einer Photovoltaik-Anlage erzeugten Strom in deine Heizung einspeisen, auch wenn sie hauptsächlich mit Gas oder Öl betrieben wird. Und falls du über ein großes Waldgrundstück verfügst oder auf andere Weise günstig an Brennholz kommst, kannst du mit einer Kombination aus Gasheizung und Kaminofen ökologisch heizen.


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