Eine Gartenmauer kann als Zaun oder Sichtschutz verschiedene Funktionen erfüllen und auch sehr unterschiedlich gestaltet sein. In diesem Beitrag von toom Baumarkt lernst du die verschiedenen Materialien und Bauarten kennen und erfährst, wie du mit ein bisschen handwerklichem Geschick deine eigene Gartenmauer bauen kannst.


Der Nutzen einer Gartenmauer

Gartenmauer mit Hochbeet und blühenden Pflanzen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Kategorien: frei stehende und stützende Gartenmauern. Planst du, eine Mauer in deinem Garten zu bauen, möchtest du vermutlich entweder einen Hang abstützen oder eine Begrenzung errichten. Frei stehende Gartenmauern dienen somit als Raumteiler, Lärm- oder Sichtschutz, wohingegen Stützmauern einen Hang stabilisieren sollen. Weiterhin kann man Garten- oder Terrassenmauern auch bauen, um sie als Beeteinfassung, Hochbeet oder Sitzgelegenheit zu nutzen – diese sind dann meist recht niedrig. Unverfugte Trockenmauern bieten außerdem einen Wohnraum für viele Tiere und können zusätzlich zwischen den Steinen bepflanzt werden – ein echtes Naturparadies für Insekten und Kleinstlebewesen.

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Verschiedene Materialien und Bauarten

Ein Mann mit Handschuhen baut Trockenmauer im Garten

Für das Errichten von Mauern im Gartenbau werden unterschiedliche Materialien verwendet. Die meisten Mauern werden aus Steinen hochgezogen, doch es gibt auch Varianten aus reinem Beton, mit Metall oder Holz. Als Steine werden für den Bau von Gartenmauern Naturstein, Betonstein, Klinker oder Ziegel verwendet, wobei Klinker als wasserundurchlässiger Stein dem Ziegel vorgezogen wird – Ziegelmauern werden aus diesem Grund meist zusätzlich verputzt. Als Naturstein für den Mauerbau sind Kalkstein, Sandstein, Grauwacke und Granit weit verbreitet und finden besonders in der mediterranen Gartengestaltung ihren Platz. Betonstein hat optische Ähnlichkeit mit Naturstein, wird allerdings künstlich hergestellt. Er hat jedoch zwei wichtige Vorteile: durch das Gießen in einer Form ist er gleichmäßiger geformt als Naturstein und kann daher einfacher verbaut werden. Außerdem ist er günstiger. Einfacher aufzuziehen ist auf jeden Fall regelmäßiges Mauerwerk, auch wenn man hier akkurat arbeiten muss.

Die gängigsten Mauerarten sind die Trockenmauer und die Mauer mit Mörtel. Beide werden ähnlich aufgebaut, doch werden die Steine bei Trockenmauern lediglich aufeinandergelegt und nicht verklebt. Nachfolgend findest du noch weitere Varianten sowie ihre wichtigsten Merkmale:

Trockenmauer

Da die Steine bei Trockenmauern nur aufeinandergelegt und nicht fixiert werden, müssen die Steine relativ breit sein – so auch die Mauer. Dafür sieht sie sehr natürlich aus und kann ganz einfach selbst gebaut werden. Eine bekannte Variante ist der sogenannte „Friesenwall“ mit Findlingen. Der Fuß der Mauer sollte stets etwas breiter sein als die obere Mauer, damit die Steine besseren Halt haben. Eine Trockenmauer dient vielen Lebewesen und Pflanzen als Heimat und kann auch als vertikaler Garten verwendet werden.

Vermörtelte Mauer

Gartenmauern mit Mörtel können als frei stehende Variante etwas schmaler sein als Trockenmauern, da die Steine vermörtelt werden und so mehr Stabilität geben. Der Aufbau einer vermörtelten Mauer ist grundsätzlich ähnlich einer Trockenmauer. Für die Vermörtelung kannst du unsere Schritt-für-Schritt Anleitung weiter unten im Beitrag heranziehen.

Mauersysteme

Alternativ zu normalen Steinmauern gibt es auch Mauersysteme. Diese funktionieren nach einem einfachen Baukastenprinzip und bestehen meist aus Betonsteinen. Diese werden nicht mit Mörtel, sondern mit einem Steinkleber verbunden, was zu sehr schmalen und dezenten Fugen führt. Der Aufbau ist denkbar einfach, geht schnell und die Systeme gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Betonmauer

Zugegeben, die schönste Variante ist eine reine Betonmauer nicht. Doch sie ist funktional und schlicht. Sie funktioniert gut hinter Pflanzen, die einen guten Kontrast zur glatten, hellen Fläche bilden. Niedrige Betonmauern kannst du theoretisch zwar selbst gießen, doch ist hierzu Erfahrung nötig. Besser lässt du eine Betonmauer vom Fachmann gießen oder fertige Betonplatten anliefern und montieren.

Ruinenmauer

Ein echter Blickfang ist die Ruinenmauer, die besonders Fans von altem Gemäuer und historischen Bauwerken fasziniert. Für diese Mauer werden häufig Klinker, Ziegel oder Natursteine verwendet. Sie kann beliebig mit Fenstern oder Vorsprüngen ausgeschmückt werden. So entsteht beispielsweise eine historisch angehauchte, gemütliche Sitzecke oder ein prunkvoller Hintergrund für Beete – eine ganz besondere Gartenidee.

Gabionenwand

Die moderne Gabionenwand findet man in vielen Neubaugebieten. Es handelt sich um hohe Drahtkörbe, die mit Bruchsteinen, Holz oder anderen Materialien gefüllt werden. Auch Muster sind hier möglich, wenn man unterschiedlich gefärbte Steine einfüllt. Der Aufbau ist sehr einfach, doch müssen hohe Gabionenwände mit Stahlpfosten im Boden verankert werden, damit sie nicht kippen.

Schalungssteine

Du kannst auch mit Schalungssteinen eine Mauer bauen. Das geht schnell, einfach und ist am Ende sehr stabil. Mauern mit Schalungssteinen sind sogar so stabil, dass sie auch als tragende Wand fungieren können. Die Stabilität kommt nicht durch die Steine selbst, sondern durch die anschließende Füllung aus Beton. Gartenmauern aus Schalungssteinen werden häufig noch verputzt, weil die Optik nicht so viel hergibt wie zum Beispiel Natur- oder Betonstein.


Gartenmauer planen

Ein Mann baut eine Gartenmauer.

Damit deine Gartenmauer so gebaut werden kann, dass sie deine Anforderungen erfüllt, ist eine gute Planung wichtig. Zuallererst musst du natürlich wissen, was die Mauer können soll. Soll sie einen Hang stützen oder deinen Garten unterteilen? Je nach Art der Mauer musst dir außerdem darüber im Klaren werden, ob du den Bau selbst vornehmen kannst, dich von einer Fachperson beraten oder direkt die ganze Mauer vom Profi errichten lässt.

Was du außerdem bei der Planung deiner Gartenmauer beachten solltest:

  • Plane ausreichend Bauzeit ein, denn je nach Höhe der Mauer müssen die Reihen nach und nach trocknen und können unter Umständen nicht auf einmal errichtet werden.
  • Denke an ein solides Fundament für eine stabile Gartenmauer.
  • Das richtige Wetter ist wichtig, damit der Mörtel vernünftig aushärten kann.
  • Ist deine frei stehende Mauer von beiden Seiten sichtbar? Dann musst du darauf achten, dass die verwendeten Steine rundum gut aussehen.

Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Nicht zuletzt sollte auch immer die rechtliche Seite abgeklärt werden. Im Normalfall braucht es für den Bau einer Gartenmauer keine Genehmigung, doch sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und auch in deiner Kommune kann es nochmal anders festgelegt sein. In der Regel sind Mauern bis 1,80 Meter zwar genehmigungsfrei, aber es ist ratsam, vor der Planung einfach kurz beim örtlichen Bauamt nachzufragen. Außerdem schadet auch eine Ankündigung bei den Nachbarn nicht, um Streitigkeiten zu vermeiden.


Gemörtelte Gartenmauer bauen – Schritt für Schritt

Gartenmauer mit Mörtel und Kelle im Bau.

Je nach Größe und Art der Mauer ist es mit etwas handwerklichem Geschick möglich, die Mauer selbst zu bauen – bei größeren und komplexen Projekten empfiehlt es sich allerdings, einen Fachmann hinzuzuziehen.

Das brauchst du:

  • Fundament: Kies und Beton, Holzschalung
  • Mauer: Steine und Mörtel
  • Hilfsmittel: Mörtelkelle, Gummihammer, Wasserwaage, Maurerschnur
  • bei Stützmauern: Kies oder Schotter und Drainagerohr

Schritt 1: Fundament vorbereiten und errichten

Damit deine Mauer stabil steht, ist ein festes Fundament ratsam – bei hohen Mauern sogar erforderlich. Beim Bau einer Gartenmauer braucht es ein Streifenfundament, das etwa 80 Zentimeter tief in den Boden kommt, um es frostfrei zu verankern. Je nach Mauerhöhe verändert sich dann der Anteil von Kies und Beton:

  • Bei sehr niedrigen Mauern mit unter einem halben Meter Höhe genügt ein Fundament von etwa 30 Zentimetern Kies.
  • Bei etwa einem Meter hohen Mauern braucht es hingegen schon 35 Zentimeter Beton und 45 cm Kies.
  • Bei Mauern bis zu zwei Metern Höhe kommt nur noch ein Minimum an Kies ins Fundament und der Rest muss mit Beton aufgeschüttet werden.

Stecke also die Fläche deiner geplanten Mauer ab und hebe anschließend den Boden für das Streifenfundament aus. Eine Schalung aus Holzbrettern ist an der Oberkante des Fundaments hilfreich – waagerecht, rechtwinklig und bis knapp unter Bodenniveau reichend. Fülle entsprechend der Mauerhöhe nun den Kies in das Loch und fülle anschließend bis zur Oberkante den frischen Beton ein. Das Fundament muss nun einen Tag lang aushärten, bevor die Mauersteine daraufgesetzt werden dürfen.

Schritt 2: Unterste Reihe mauern

Nachdem das Fundament vollständig getrocknet ist, kannst du mit der ersten Schicht Mauersteine beginnen. Mische hierfür den Mörtel nach den Angaben auf der Verpackung an. Gib anschließend eine Schicht Mörtel auf das Fundament und setze den ersten Stein. Mit einer Wasserwaage und einer gespannten Maurerschnur solltest du jeden einzelnen Stein kontrollieren – denn wenn einer schief sitzt, kann das am Ende die ganze Mauer beeinträchtigen. Bei jedem nachfolgenden Stein kommt etwas Mörtel an die Schmalseite, bevor dieser gesetzt wird. Mit einem Gummihammer kannst du den Stein korrigieren.

Tipp: Herausquellenden Mörtel solltest du immer direkt mit der Kelle entfernen, damit dieser nicht an der Mauer antrocknet.

Schritt 3: Mauer hochziehen

Ist die erste Steinreihe gesetzt, trägst du wieder etwa zwei Zentimeter Mörtel auf und beginnst mit der zweiten Steinreihe. Achte darauf, dass die Steine versetzt aufeinander gemauert werden, damit der Bau stabil ist. T-Fugen sind in Ordnung, Kreuzfugen sollten unbedingt vermieden werden. So verfährst du nun weiter – Stein für Stein, Reihe für Reihe. Kontrolliere immer wieder die Waagerechte und auch die Senkrechte der Mauer, da Korrekturen im Nachhinein kaum möglich sind.

Schritt 4: Mauer abschließen

Sind alle Reihen gesetzt, solltest du als Abschluss spezielle Decksteine oder -platten anbringen und verfugen. Dieser Abschluss sorgt dafür, dass kein Wasser ins Mauerwerk sickert. Damit der Mörtel nun ausreichend und gut trocknen kann, solltest du die Mauer in den ersten zwei Wochen bei extremer Sonneneinstrahlung oder Regen mit einer Plane schützen.

Schritt 5: Stützmauer füllen

Handelt es sich bei deiner Gartenmauer um eine Stützmauer, musst du nun noch den Platz zwischen Mauerwerk und Hang auffüllen. Platziere zuerst ein Drainagerohr hinter der Mauer auf dem Boden. Dieses soll verhindern, dass sich Regenwasser sammelt und die Mauer durchtränkt. Fülle den Bereich anschließend mit Kies oder Schotter auf, sodass die Mauer und der Hang vereint sind. Nach Belieben kannst du die aufgeschüttete Fläche nun noch bepflanzen.


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