Ein junger Handwerker ist dabei, eine Schiebetür als Terrassentür einzubauen.
Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: Schwierig – nur für sehr geübte Selbermacher!
Werkzeuge: Schraubendreher, Brechstange, Cuttermesser, Multifunktionsschneider oder Flex, Bohrhammer mit Flachmeißel, Metermaß, Schnittfeste Handschuhe, Stecheisen, Hammer und Holzkeile, Schraubzwingen, 10-mm-Metall- und Steinbohrer, Gummihammer, Maurerkelle, Silikonspritze
Material: Glasschiebetür in der passenden Größe, Malervlies und Abdeckfolie, Unterlegmaterial, Keile, Komprimierband bzw. Fugendichtband, Metallrahmendübel (10 mm x 182 mm, 8 Stück), Spax-Schrauben (100 mm Länge, 8 Stück), Bausilikon weiß + transparent (je 2 Dosen), Wand- und Deckenputz, Montagekleber (1 Kartusche)

Eine neue Terrassentür einzubauen ist eine kleine Herausforderung, aber nicht unmöglich! Wir zeigen dir, was du alles beachten musst und wie du Schritt für Schritt beim Terrassentür einbauen vorgehst.

In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du als Terrassentür eine Schiebetür einbaust. Der Aus- und Einbau einer Glasschiebetür ist allerdings ein kleiner Kraftakt. Brechstange, Bohrhammer und Flex sind nur einige der benötigten Werkzeuge. Das Projekt ist also ein Job für mindestens zwei geübte Selbermacher! Wenn du lieber eine normale Drehtür einbauen möchtest, findest du eine ausführliche Anleitung in unserem Ratgeber Haustür einbauen.

Weitere Tipps rund um das Thema Türen & Fenster findest du in unserem Selbermachen-Bereich sowie auch in unserem Selbermacher-Magazin, dass du dir bei deinem nächsten Besuch im toom Baumarkt kostenlos mitnehmen kannst. 

Alle Produkte, die du brauchst findest du im toom Onlineshop.Zum Shop

Die richtige Vorbereitung für deine neue Terrassentür

Wenn du planst, als Terrassentür eine Schiebetür einzubauen, solltest du schon vorab einige wesentliche Aspekte nicht außer Acht lassen:

Zeit: Bis zum Abend desselben Tages solltest du deine Tür zumindest so weit eingebaut haben, dass nachts kein ungebetener Gast in dein Haus oder deine Wohnung kommt. Starte also möglichst früh mit deinen Arbeiten und plane auch die ein oder andere zeitliche Verzögerung und Pause ein.

Wetter: Auch das Wetter kann dir einen Strich durch die Rechnung machen. Ein frühzeitiger Blick auf die Wetter-App hilft, Sturm und Regen zu meiden.

Gewicht: Unterschätze das Gewicht einer Glasschiebetür nicht. Da kommen leicht mal 80 bis 90 Kilo zusammen. Wenn du sie in einem oberen Stockwerk einbauen willst, brauchst du einen Kran!


Alte Terrrassentür ausbauen

Ein Mann löst Schrauben, um eine Terrassentür auszubauen.

Wenn du eine Terrassentür erneuern möchtest, muss das Vorgängermodell natürlich erst einmal ausgebaut werden. Vor allem wenn der Rahmen in den Boden eingelassen ist, kann das aufwendiger werden als gedacht.

Bevor du mit damit beginnst, die Terrassentür auszubauen, lege alles mit Malervlies und einer Abdeckfolie aus, um Boden und Möbel zu schützen. Nun entfernst du Zusatzbeschläge, z. B. für den Einbruchschutz.

Dann hängst du die Türen aus und schraubst anschließend die Türbänder ab. Auch Kabelkanäle musst du entfernen. Jetzt schraubst du die seitlichen Metallrahmendübel am Blendrahmen ab und ziehst Schrauben samt Dübel mit einer Zange oder einer Brechstange heraus.

Türrahmen aufsägen und entfernen

Fugen und Silikon schneidest du um den kompletten Rahmen auf. Säge jetzt mit einem Multifunktionsschneider oder einer Flex den Kunststoffrahmen und die innenliegende Stahlarmierung durch.

Brich dann mit Hammer und Stecheisen das eingesägte Stück aus. Nun schneidest du mit einem Multifunktionsschneider die Schrauben zwischen dem Rollladenführungsprofil und Blendrahmen ein. Wesentlich leichter geht das alles, wenn der Blendrahmen nicht wie bei uns in den Boden eingelassen ist.

Entferne nun den gesamten Rahmen, indem du den unteren und seitlichen Teil von unten nach oben wegbrichst. Vorstehende Mauerreste entfernst du mit einem Bohrhammer und Meißel. Nach dem Ausbauen der Terrassentür solltest du deinen Arbeitsplatz erst mal gründlich säubern und absaugen, bevor du damit beginnst, die neue Terrassentür einzubauen.


Terrassentür einbauen: Anleitung

Fingerspitzengefühl, Geduld und messen, messen, messen – eine Glasschiebetür als Terrassentür einbauen ist auch für geübte Selbermacher eine Herausforderung. Wir zeigen dir in dieser Anleitung Schritt für Schritt, wie’s geht.

1. Terrassentür auspacken und Maße kontrollieren

Handwerker misst die neue Terrassentür aus.

Packe dein neues Türelement vorsichtig aus und überprüfe es auf mögliche Mängel. Dann alles noch mal ausmessen – Tür und Türöffnung – und der Einbau kann beginnen!


2. Glasscheibe lösen

Zwei Männer lösen vor der Terrassentür-Montage gemeinsam die Glasscheibe.

Für die Terrassentür-Montage musst du das feststehende Glas entfernen. Dafür löst du die Glasleisten vorsichtig mit einem Stecheisen und einem Hammer. Wenn du das noch nie gemacht hast, solltest du dir Rat von einem Experten holen und auf jeden Fall einen Holzkeil verwenden, damit Glas und Kunststoffprofil nicht verkratzen.

Nun hebst du die Glasscheibe mit schnittfesten Handschuhen (Achtung, das Glas ist scharf!) von oben aus dem Rahmen heraus und stellst sie sicher auf zwei Holzklötzen ab! Die Tragklötze, die sich in der Tür befinden, verwahrst du an einem sicheren Platz, denn sie müssen später wieder eingebaut werden.


Nun hängst du die Schiebetür aus oder verschließt sie fest. Dann positionierst du den Blendrahmen mit der Außenseite nach oben möglichst flach auf den Boden. Achte darauf, dass der Griff nicht aufliegt und unterlege beide Ecken.


3. Führungsprofile ausmessen und befestigen

Nahaufnahme des Führungsprofiles des Rollladen.

Miss das vorhandene Rollladenführungsnutmaß (die Breite des Rollladens) aus und zeichne es mittels der beiden neuen Rollladenführungsprofile auf dem Rahmen an.

Wichtig: Das Rollladennutmaß ist entscheidend für die Breite des Rollladenpanzers.


Nun schraubst du im Abstand von ca. 40 cm je fünf Rollladenführungsprofilschrauben an der angezeichneten Linie an und schiebst die Führungsprofile auf die Verschraubung bis zum oberen Blendrahmen, sodass diese unten bündig sind.


4. Mauerwerk an die Terrassentür anpassen

Ein Mann bearbeitet das Mauerwerk für die neue Terrassentür.

In unserem Fall sind die neuen Rollladenführungsprofile breiter als die alten. Deshalb müssen wir das Mauerwerk an die breiteren Profile anpassen, indem wir den Überstand mit Hammer und Meißel wegstemmen.


5. Komprimierband aufkleben

Komprimierband wird auf eine Terrassentür geklebt.

Um das Komprimierband aufzukleben, musst du das Mauerlaibungsmaß an den Rollladenführungsprofilen anzeichnen und das Band dann ca. 3 bis 5 mm von der Markierung zum Mauerwerk aufkleben.


6. Terrassentür einsetzen

Die Terrassentür wird in das Mauerwerk eingesetzt.

Jetzt kannst du endlich mit dem eigentlichen Terrassentür einbauen beginnen: Setze den Blendrahmen vorsichtig von oben schräg in die Maueröffnung ein. Führe dann den Rollladen in die Führungsprofile ein und achte darauf, dass die Lamellen des Rollladenpanzers in einer geraden Richtung stehen. 


Richte nun den Blendrahmen mit einer kurzen und langen Wasserwaage und mithilfe von Unterlegmaterial und Montagekeilen aus. Wichtig dabei: Nimm dir genug Zeit dafür, um alles ins Lot und in die Waage zu bringen. Sollte der Rahmen am Ende nicht gerade sein, kriegst du später Probleme beim Öffnen der Tür.


7. Türrahmen befestigen

Gemeinsam schrauben zwei Handwerker die Terrassentür in die Wand.

Mit Schraubzwingen ziehst du den Rahmen an die Wand, verdichtest so das Komprimierband und verringerst die Fugenbreite zwischen Wand und Rahmen. Markiere jetzt vier Bohrlöcher in gleichen Abständen auf der Innenseite des Rahmens. Mit einem 10-mm-Metallbohrer bohrst du durch den Rahmen. Auf Kabel achten!


Bohre als Nächstes mit einem Bohrhammer und 10-mm-Steinbohrer Löcher für die Metallrahmendübel in die Mauer. Die Bohrtiefe ist abhängig von der Länge der Metallrahmendübel, sollte aber immer ca. 25 mm tiefer sein als die Länge der Dübel. Schlage die Dübel ein und schraube den Rahmen fest.


Überprüfe erneut das Lot und die Waage, hänge ggf. die Schiebetür wieder ein und teste, ob sie ohne Widerstand auf- und zugeht. Teste jetzt auch die Rollladenfunktion. Wenn alles funktioniert, kannst du die Hohlräume ausschäumen.


8. Fugen schließen

Mit Silikon wird die neue Terrassentür verfugt.

Während der Montageschaum trocknet, verschraubst du den Rahmen oben mit dem Rollladenkasten und versiegelst den Rahmen außen mit Bausilikon. Den Rollladenkasten versiegelst du am besten mit Acryl-Weiß und den Boden mit transparentfarbenem Silikon.


9. Glasscheibe einsetzen

Zwei Männer setzen die Glasscheibe einer Schiebetür wieder ein.

Jetzt setzt du die Glasscheibe wieder in die Tür ein. Lege dazu die Tragklötze wieder an den selben Stellen in den Rahmen, an denen sie vor dem Ausbau der Scheibe waren. Setze die Glasscheibe ein und klopfe die Glasleisten vorsichtig mit einem Gummihammer fest.


10. Einbau der Terrassentür fertigstellen

Jemand montiert die Abdeckkappen an der Terrassentür.

Jetzt müsste der Schaum getrocknet sein und du kannst ihn bündig abschneiden. Verdecke offene Schrauben mit Abdeckkappen und ziehe die Schutzfolien ab.


Die ausgestemmte Wand solltest du noch bauseits verputzen und sowohl außen als auch innen an den Übergängen Schienen ausmessen, zuschneiden und mit Baukleber befestigen. Die Übergänge von den Schienen zum Rahmen kannst du mit Silikon abdichten und ziehst die Silikonnaht mithilfe eines Silikonabziehers ab. Deine moderne und platzsparende Terrassentür ist jetzt fertig eingebaut.


Vor- und Nachteile von Schiebetüren

Im Vergleich zu normalen Drehtüren haben Schiebetüren viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile.

Vorteile

  • Sie sparen Platz, da sie keinen Schwenkbereich haben, der frei gehalten werden muss. Ein Vorteil vor allem in kleinen Räumen.
  • Schiebetüren sind optisch diskret und elegant, d. h. sie stören auch im geöffneten Zustand nicht.
  • Bei Zugluft können Schiebetüren nicht zuschlagen.
  • Schiebetüren lassen sich geräuscharm schließen.
  • Sie lassen sich auch von beeinträchtigten Menschen und Rollstuhlfahrern leicht bedienen.
  • Schiebetüren ermöglichen größere Türflügelabmessungen als Drehtüren.
     

Nachteile

  • Um alle Vorteile zur Geltung zu bringen, müssen Schiebetüren meist vorab eingeplant werden.
  • Schiebetüren sind in der Regel teurer als  Drehtüren.

Einbruchschutz, Rauchdichtheit oder Schall- und Brandschutz  sind meist aufwendiger.
 


Öffnungsmechanismen bei Schiebetüren

Ein Junge öffnet eine Schiebetür.

Bei Schiebetüren unterscheidet man zwischen zwei Öffnungsmechanismen:

  • Bei der Parallel-Schiebetür wird ein beweglicher Glasflügel parallel zu einem festen Glasflügel auf einer Schiene verschoben. Bei manchen Türen hat der bewegliche Teil zusätzlich eine Kippfunktion zum Lüften. Parallel-Schiebetüren sind in der Regel etwas günstiger.
  • Eine Hebe-Schiebetür wird über Räder im Rahmen geöffnet. Dafür wird der Türflügel leicht angehoben und dann verschoben. In der Regel weisen diese Türen eine bessere Wärmedämmung auf, sind jedoch sehr schwer.

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