Ratgeber
Inhalt:
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Dauer: Einige Stunden bis mehrere Tage (falls Fundament gelegt wird)
Werkzeuge: Holzbalken, Dachlatten, Handkreissäge oder Fuchsschwanz, Akkuschrauber, Zollstock, Wasserwaage, Holzbohrer, Bleistift – evtl. weiteres Werkzeug für den Bau eines Fundaments

Wer bei strömendem Regen vollbepackt nach dem Haustürschlüssel sucht, wünscht sich einen kleinen Regenschutz vor dem Eigenheim. Auch am Gartenhäuschen macht sich ein Vordach gut, etwa, um einen gemütlichen Sitzbereich zu schaffen. Bevor du nun nach einem passenden Handwerker suchst: Du kannst so ein Vordach für die Haustür bzw. das Gartenhaus auch selber bauen. Diese Bauanleitung für ein Vordach erklärt alles Schritt für Schritt.


Vordach für den Hauseingang selber bauen: Wichtige Überlegungen

Das Material

Aus welchem Material ein Vordach bestehen sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten: Es hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Du willst aus Holz ein Gartenhäuschen bauen? Dann empfiehlt sich ein Vordach aus dem gleichen Material. Der rustikale Charme lässt sich noch verstärken, indem du das Vordach mit Schindeln deckst.

Zu einem modernen Hauseingang sieht wiederum ein Vordach aus Glas und Metall edler aus. Bedenke bei einem Glasdach, dass es schnell verschmutzt und dann alles andere als schick aussieht. Praktisch für die Reinigung ist es, wenn du das Vordach etwa durch ein Fenster im Stockwerk darüber einfach erreichst. Mit etwas handwerklichem Geschick kannst du ein Dachfenster auch einfach selbst einbauen. In diesem Ratgeberartikel erfährst du, wie du in wenigen Schritten Dachfenster erschaffst.


Die Form des Vordachs

Die Form des Vordachs hängt in erster Linie davon ab, was baulich möglich ist – und natürlich auch davon, was dir gefällt. In diesem Ratgeber zeigt toom Baumarkt, wie du ein Rechteckvordach selber bauen kannst – diese Form lässt sich vergleichsweise einfach umsetzen.


Vordach selber bauen oder Bausatz verwenden?

Bei toom Baumarkt findest du eine große Auswahl an Vordächern, die einfach und schnell montiert sind. Sie kommen oft ohne zusätzliche Stützen oder Seitenteile aus, was die Anbringung deutlich erleichtert. Empfehlenswert ist die Verwendung eines solchen Bausatzes vor allem, wenn du dir ein Vordach aus Glas und Metall wünschst: Die Montage eines fertigen Glas-Vordachs geht einfacher, als es selbst zu bauen.

Ein Holz-Vordach lässt sich hingegen gut selber bauen – unsere Anleitung erklärt alle notwendigen Schritte. Der Vorteil, wenn du deine Eingangsüberdachung selber baust: Du legst alle Maße selbst fest und bist so in der Gestaltung deines Hauseingangs flexibel.


Muss ich ein Fundament legen?

Da ein Vordach Schnee- und Windlasten ausgesetzt sein kann, ist es empfehlenswert, ein Fundament für dein Vordach zu legen, sofern es auf Stützen bzw. Pfosten steht. Wie du dabei am besten vorgehst, zeigt dir toom Baumarkt im Ratgeber Fundament erstellen: Ein Punktfundament ist in der Regel die beste Lösung für Überdachungen. Für ein Vordach ohne Pfosten brauchst du natürlich kein Fundament.


Die passende Verankerung in der Wand

Vordach-Bausätze sind meist für Betonwände gedacht und verfügen über entsprechendes Befestigungsmaterial. Besteht die Fassade aus einem anderen Material, sind eventuell spezielle Montagesysteme nötig – hierzu kannst du dich bei toom Baumarkt beraten lassen. Am einfachsten gelingt dir die Verankerung, wenn du das Vordach für ein Holz-Gartenhaus selber bauen möchtest: Hier kannst du die Balken einfach ins Holz schrauben.


Ist eine Baugenehmigung für das Vordach erforderlich?

Wahrscheinlich benötigst du für das Bauen deines Vordachs keine Baugenehmigung, allerdings lässt sich das nicht pauschal sagen. Die genauen Regelungen erfährst du in deinem lokalen Bauamt. Würde das Vordach zum Beispiel in den Gehweg hineinragen, wäre eine Genehmigung notwendig, da der Fußweg zum öffentlichen Raum zählt.


Schritt 1: Vordach planen

Diese Anleitung zeigt, wie du ein Vordach aus Holz mit Stützen bauen kannst. Lege zunächst die genauen Maße fest. Kaufe dann Kanthölzer bzw. Holzbalken und weiteres benötigtes Material ein. Schneide das Holz auf die benötigte Länge zu oder lass den Zuschnittservice von toom Baumarkt diesen Schritt für dich erledigen.

Ebenfalls wichtig: Schnapp dir für dein Vorhaben am besten ein oder zwei Helfer, die dir zur Hand gehen.


Schritt 2: Holz behandeln

Wenn du unbehandeltes Holz verwendest, um dein Vordach selber zu bauen, solltest du unbedingt einen entsprechenden Holzschutz auftragen. Ohne ihn würde das Holz der Witterung auf Dauer nicht standhalten. Bauhölzer wie Fichte oder Kiefer sind allerdings oft schon kesseldruckimprägniert. Ist das der Fall, musst du sie nicht mehr imprägnieren.

Möchtest du das Holz noch lackieren und ihm einen schönen Anstrich verpassen, machst du das am besten, nachdem du die gesamte Konstruktion montiert hast, aber bevor du das Dach anbringst. Ob Lasur oder Lack: Denke daran, dass das Holz nach der Behandlung einige Stunden trocknen muss.


Schritt 3: Fundament legen und Verankerung vorbereiten

Punktfundamente sorgen dafür, dass die Holzpfosten für dein Vordach auch sicher und fest verankert sind. In das noch weiche Fundament setzt du die Pfostenschuhe, in die nachher die Pfosten eingesetzt werden. Plane diesen Schritt präzise und arbeite sorgfältig: Im Nachhinein lässt sich die Verankerung nur noch ändern, wenn du das Fundament wieder aufbrichst. Beachte beim Planen der Verankerung, dass das Dach einige Zentimeter nach vorne herausragen sollte.

Baust du das Vordach für dein Gartenhaus, dann genügt es in der Regel, Pfostenträger direkt in die Erde zu setzen und die Stützen daraufzustellen.


Schritt 4: Pfosten einsetzen

Nächster Schritt in der Vordach-Bauanleitung: das Einsetzen der Pfosten. Deren genaue senkrechte Ausrichtung solltest du auf jeden Fall mit der Wasserwaage überprüfen. Ein Helfer, der die Position der Pfosten aus einiger Distanz einschätzt, ist ebenfalls nicht verkehrt. Etwaige kleinere Abweichungen kannst du mithilfe von verstellbaren Pfostenträgern anpassen. Schraube die Pfosten anschließend mit dem Akkuschrauber gut fest.


Schritt 5: Balken ausrichten und befestigen

Du willst eine Gartenhaus-Vordachverlängerung selber bauen? Dann ist dieser Schritt sehr einfach – denn hier musst du lediglich die beiden anderen senkrechten Pfosten platzieren, die an der Hauswand anliegen und an denen du später die Querbalken und Sparren montierst. Diese Pfosten müssen nicht unbedingt bis zum Boden reichen. Bedenke lediglich, dass dein Vordach eine Neigung von etwa 10 Grad haben sollte. Diese beiden Pfosten sollten also entsprechend höher sein als die beiden Pfosten, die du im Fundament verankert hast.

Bohre die Löcher in einem Vorgang durch Balken und Wand – sei allerdings vorsichtig, damit das Holz nicht splittert. Möchtest du ein Haustür-Vordach selber bauen, ist die Anbringung je nach Material der Fassade etwas schwieriger – einfaches Bohren und ein paar Standarddübel helfen dir hier nicht weiter. Welche etwaigen Spezialsysteme du benötigst, erfährst du von den toom Baumarkt Experten in deiner Filiale.


Schritt 6: Querbalken (Pfetten) befestigen

Jeweils auf die beiden nebeneinanderstehenden Pfosten setzt du nun einen Querbalken. Den verschraubst du mithilfe von Montagewinkeln. Zwar lassen sich Querbalken und Pfosten mit besonders langen Schrauben auch direkt verbinden. Mit Montagewinkeln wird die Konstruktion jedoch stabiler.


Schritt 7: Auflegerbalken montieren

Nun sind die Balken dran, die später das Dach tragen sollen. Diese Auflegerbalken sollten nicht weiter als 50 cm auseinander liegen, um ausreichend Stabilität zu gewährleisten. Achte darauf, dass du sie gleichmäßig anbringst – das ist zwar für die Statik nicht so entscheidend, sieht aber einfach schöner aus.

Wie bereits die Pfetten verschraubst du auch die Auflegerbalken am besten mit Montagewinkeln – nur diesmal direkt an den Pfetten.


Schritt 8: Dachlatten anbringen

Dieser Schritt ist rein optional, aber durchaus zu empfehlen, falls du bei der Montage der Pfetten und Auflegerbalken zugunsten einer schöneren Optik auf Montagewinkel verzichtest hast. Denn dein Vordach aus Holz mit Stützen wird stabiler, wenn du einige Dachlatten an den Auflegerbalken montierst. Je nach geplanter Dachkonstruktion sorgen sie dafür, dass das Dach später besser aufliegt.


Schritt 9: Überdachung montieren

Deinem selbstgebauten Vordach kannst du noch eine Abdeckung zum Beispiel aus Acrylglas verpassen. Das gibt es unter anderem in Form von Hohlkammerplatten. Sie wiegen nicht viel und lassen sich ganz einfach an den Auflegerbalken verschrauben. Einzelne Platten verbindest du mit speziellen Profilen, genauso wie den Randabschluss. Günstiger als Acrylglas sind Wellplatten aus Polyester oder PVC.

Du kannst das Vordach natürlich auch mit Dachziegeln oder einem anderen Material wie Verbundsicherheitsglas decken. Dies muss allerdings bereits bei der Vordach-Konstruktion berücksichtigt werden. Da diese Arbeiten zudem von erfahrenen Handwerkern durchgeführt werden sollten, sind sie nicht Teil dieser Anleitung.

Zu guter Letzt kannst du noch ein Regenrohr an deinem Vordach anbringen. Wie du das am besten machst, zeigt dir toom Baumarkt im Ratgeber Dachrinne befestigen.

Weitere Ideen für dein Vordach


Freitragendes Vordach selber bauen

Ein freitragendes Vordach hat den Vorteil, dass du kein Fundament und keine Stützen benötigst. Andererseits musst du in diesem Fall besonders darauf achten, dass das Vordach gut im Mauerwerk verankert ist – beispielsweise mit Schwerlastdübeln.


Vordach mit Seitenteil selber bauen

Möchtest du ein Vordach mit Seitenteilen aus Glas bauen, ist wahrscheinlich professionelle Hilfe nötig, da diese Arbeit ein gewisses Maß an Erfahrung erfordert. Verwendest du dagegen Holz, um deine Haustürüberdachung selber zu bauen, kannst du das Seitenteil während der Planung einfach mit einplanen und entsprechend in die Stützpfosten integrieren.


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